Das nächste, was ich besprechen wollte, ist das Filmangebot meines lokalen Cinestar. Ich mag Filme, deshalb bin ich überdurchschnittlich oft dort zu treffen (wenngleich auch nicht dermaßen häufig wie der großartige Sir Donnerbold). Eine Rubrik, die es dort gibt, ist der besondere Film, der an genau zwei Tagen gezeigt wird, immer Sonntag und Montag, wöchentlich wechselnd. Der erste Film, den ich im Rahmen dieses Programms sah, war Micmacs - Uns gehört Paris (Orig.: Micmacs à tire-larigot, was sich auf den konkreten Aufenthaltsort der Hauptfiguren bezog). Ein Film von Jean-Pierre Jeunet. Allein schon aus diesem Grund ein absolutes Pflichtprogramm. Da in der Hauptrolle Dany Boon zu sehen war, wollte ich zunächst meine Wissenslücke bezüglich Willkommen bei den Sch’tis schließen. Das hat nicht ganz so geklappt, mittlerweile habe ich ihn aber gesehen. Witzige Angelegenheit. Am besten fand ich den Dialog mit dem Polizisten am Anfang: „Sie können hier auf der Autobahn nicht so langsam fahren. - Ich muss in den Norden fahren. Ich wurde dorthin strafversetzt. (weinerlich) Ich will nicht zu früh ankommen. - (leicht schockiert) Oh, sie Ärmster.“ Nun ging ich also als Dany Boon-Unerfahrener ins Kino. Fazit: Typischer Jeunet, auch wenn er nicht ganz an die Bekanntesten heranreicht. Aber auf jeden Fall den einen oder anderen Blick wert.
Der nächste Film, den ich in dieser Reihe sah, war The Guard. In den Hauptrollen Brendan Gleeson und Don Cheadle. Hat den generellen Appeal eines britischen Indie-Films (ist ein irischer Film), vergleichbar etwa mit Layer Cake. Was mich bei diesem Kinobesuch besonders positiv überrascht hat: Es ging sofort los. Keine Trailer, keine Werbung, kein gar nichts. Pünktlich zur angegebenen Uhrzeit startete der Film. Etwas, das sonst in der deutschen Kinolandschaft ja undenkbar wäre, was sich aber im Prinzip jeder sehnlichst herbeiwünscht. Ich kann mich nicht mehr erinnern, ob das bei Micmacs auch so war. Wie dem auch sei, diese Rubrik ist eine wertvolle Rubrik, in welcher Filme, die weniger bekannt sind, aufgeführt werden. Kann ich als rundum gelungen bezeichnen. Wenn da nicht dieser Fauxpas wäre.
Denn es erweckt sich in mir der Eindruck, als würde damit eine Auswahl aus den wichtigen Filmen getroffen werden, die dann an wenigen Tagen irgendwann weit nach der üblichen Kinoauswertung gezeigt werden. Die beiden erwähnten Filme liefen nämlich nicht im Kino, als sie deutschlandweit starteten. Es gab tatsächlich eine deutsche Kinoauswertung für Micmacs und für The Guard, aber sie fand hier nicht statt. Nur an zwei Tagen waren sie zu sehen. Jeweils ein halbes Jahr später. Dieser Trend könnte sich in Zukunft fortsetzen. Denn es fehlen im Programm dieses Kinos mehrere wichtige Filme, und bei mindestens der Hälfte davon hätte ich mir eine Karte gekauft. Fangen wir an: Hugo Cabret startete vor Wochen in den Kinos, hier nicht. Obgleich ich in diesem Kino einen Trailer von Hugo Cabret gesehen habe, der meine Aufmerksamkeit erst richtig weckte. The Artist lief ebenfalls noch nicht an, auch jetzt nicht, nach den fünf Oscars (was ja auch für Hugo zutrifft). Anscheinend wirkt die Stummfilmthematik sehr abschreckend. The Ides of March vermisste ich im Programm, nicht zuletzt, da ich ein Fan von Alexandre Desplat geworden bin. Drive wäre ein so genialer Autofilm mit Anspruch im Kino gewesen, er fehlt nach wie vor. Dame König As Spion, ein Agentenfilm mit Gary Oldman, nirgendwo eine Spur von ihm. Darüber hinaus einige weitere Filme, die zwar hier liefen (oder bei denen ich mir nicht mehr sicher bin, ob sie hier liefen), das aber zu kurz, als dass ich sie hätte besuchen können: Midnight in Paris , ich ärgere mich bis heute, dass ich den nicht gesehen habe, ich muss einfach Marion Cotillard in den Credits überlesen haben, seit Jahren zieht mich die Frau geradezu magisch ins Kino, gut zu sehen bei Public Enemies. Der Gott des Gemetzels, ich wollte in unbedingt sehen, aber als ich dazu Zeit fand, war er nur noch in Rostock am Start, ich weiß nicht, ob er bei meinem Kino jemals lief. (Ich glaube nicht, dazu weiter unten noch etwas.) Vor einer Woche stellte ich die Abwesenheit vieler hochgradiger Filme im Kino fest, so dass sich als einzige Alternative Verblendung bot, der mich sonst eher nicht interessiert hätte (merkwürdig, ich kann mir das Abflauen meines Interesses nicht erklären), und dann sehe ich, dass er aus der Kinoauswertung genommen wurde. So blieb nichts, was mich gereizt hätte. Super 8, selbst wenn er lief, dann war das höchstens für zwei Wochen, ich habe ihn nicht sehen können. Eine Nennung außerhalb kriegt The King’s Speech, denn ich weiß wirklich nicht mehr, ob er lief, er hat mein Interesse wirklich nicht wecken können. Eigene Blödheit ließ ich bei einer anderen Ausgabe des besonderen Films walten, denn ich habe Eine dunkle Begierde vor kurzem verpasst. Hier gilt Ähnliches wie bei Midnight in Paris: Hätte ich Marion Cotillard nicht überlesen, wäre mir dieser Ausrutscher nicht passiert.
Wenn man also eine dunkle Begierde außen vor lässt, bleiben zehn Filme, und für sieben davon würde ich auf jeden Fall Geld ausgeben. Bei einem davon stelle ich das noch dieses Wochenende unter Beweis.
Denn der nächste besondere Film läuft am Sonntag und am Montag. Die Hauptrollen werden gespielt von Jodie Foster, John C. Reilly, Kate Winslet und Christoph Waltz. Und er trägt den Titel:
Der Gott des Gemetzels
Aus diesem Grund glaube ich auch, dass er bisher nicht lief, denn in dieser Rubrik laufen keine Filme, die schon eine Auswertung in diesem Kino hinter sich haben. Ich werde ihn am Montag sehen, und danach endlich wieder ins Comix.
Ich habe übrigens bei der Aufzählung Willkommen bei den Rileys vergessen. Ist mittlerweile auf DVD raus, und der wird irgendwann auch den Weg in meine Sammlung finden.
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