Donnerstag, 29. März 2012

Frühlingsanfang

Wie möchte ich den Frühlingsanfang beschreiben? Wie bei so vielen Dingen sind es Eindrücke aus der Zeit, in der ich so um die fünfzehn war, die diese Vorstellung prägen. Dazu zählt nicht nur die stationäre jackenlose Herumtreiberei, sondern auch diverses akustisches Material, das in der Zeit meinen Gehörgang belegte. Das sind zunächst mal Soundtracks von Filmen, die ich zu dieser Zeit kennenlernte und ins Herz schloss. Also Material von Guillaume Yann Tiersen und auch der Soundtrack zu Catch me if you can, der John Williams auf meinen Plan schrieb. Was für Filme sind noch in diese Kategorie einzuordnen? Confidence zum Beispiel. Kennt garantiert keiner, ebenso Weißer Oleander. Bei Magnolia wird das schon wahrscheinlicher. Mir ist gerade noch etwas Anderes eingefallen, nämlich ein spezieller Geruch, der aus einer Glasschale kam. Meine Eltern hatten so etwas zusammengestellt, was in mir stets die Assoziation mit Meeresfrische und weißem Sand hervorruft. Mehrere Kataloge von BMW lagen auf meinem Schreibtisch und befinden sich jetzt neben den Ordnern in meinem Schrank.
Aber zurück zur Musik. Unter den ganzen Limp Bizkit- und Linkin Park-Platten (ganz besonders Hybrid Theory) tummelten sich noch zwei Hörbücher von Helge Schneider. Eines davon, welches ich zuerst kennenlernte und welches ich auch als tatsächliches Buch besitze, ist Aprikose, Banane, Erdbeere. Höre ich ganz gerne mal, aber noch häufiger gehört habe ich Eiersalat - Eine Frau geht seinen Weg. Der zu Grunde liegende Roman handelt von einer Feministin, die sich von allem Männlichen abnabeln will. Den satirischen Unterton merkt man allein schon an der Tatsache, dass Helge Schneider keine Feministin ist, und so wird das zu einer sehr amüsanten Sache, die man gar nicht so sehr interpretieren muss. Apropos Interpretation. Das ist so ein Wort, welches ich nicht so gerne mag. Irgendwann in den ersten Tagen dieses Blogs schrieb ich einen Kommentar zum Interpretieren, wie es einem beigebracht wird, so mit Argumente verfassen und alles auseinanderschrauben. Unter dem Titel „Ist dat Kunst oder kann dat wech“. Daher kann man sich denken, dass ich kein Fan vom klassischen Interpretieren bin. Ich verlasse mich eher auf meine Intuition. (Mache ich auch bei der Rechtschreibung, klappt meistens ganz gut.) Manchmal kann ich damit auch tierisch danebenliegen, insbesondere wenn es sich um einen geschriebenen Text handelt, bei dem man die Stimmen nicht geliefert bekommt, sondern sie sich hinzudenken muss. Ich glaube, es war aus Antigone, aber nagelt mich darauf nicht fest. (Ich sollte erwähnen, dass wir das in der Sekundarstufe zwei lasen, es also ein wenig Abstand von meinem fünfzehnten Lebensjahr besitzt, wenngleich nicht allzu viel.) Es war eine Szene, in der sie mit ihrem Vater/König/whatsoever, ich habe die Handlung nicht mehr auf dem Plan, spricht. Und es dabei irgendwie um ihr Todesurteil geht. Und ich habe den kleinen Text in meinem Kopf so gelesen, als würde sie ihn verbal total fertigmachen. In Wirklichkeit war dem wohl nicht im Geringsten so, da hatte sie wohl nur kleinmäuserisch rumgedruckst. Kam mir nicht so vor.
Aber zurück zur Musik. Es gibt dann noch eine Max Raabe-Platte, die zu der Zeit oft rotierte. Mittlerweile will ich immer mehr Coverversionen von ihm hören, es gibt eine, auf die ich besonders scharf war, die er aber noch nicht sang, deren Name mir aber gerade nicht einfällt. Auf jeden Fall kann ich mir fast jeden Titel gut als Max Raabe-Cover vorstellen.

Ich bin ein wenig angeschwitzt von des Wetters, welches sich draußen gerade zuträgt. Dieser Satz ist bereits zwei Tage alt.

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