Wir melden uns zurück aus der Pause mit einem „Den auch nicht“. Wir sangen das Sonnenmacherlied, welches gestern unter Substanzeinfluss geschrieben und von Sylvain mit Glocken untermalt wurde. Die Melodie ist von „I like the flowers“. Den auch nicht.
Mehrmals vorgesungen. Marie hat einen seriösen Heulkrampf. Tränen der Freude. Den auch nicht. Am Schluss Massenumarmung. Wir sprechen Marie „Trost“ zu und dann ist Guitar Guy dran. MWUHAHAHA! Wir sind die Saxonia Connection. Seine Groupies mit dem richtigen Move. Ughz! Marie meint nur: Lasst uns reingehen und weitersaufen. Allgemein akzeptiert. Ah, jetzt spielen sie endlich einen, den ich kenne. SEEED - FIRE IN THE HIDDEN. Wurde auch Zeit. Weitersaufen, weiterschreiben.
Wir alle ab auf das Oberdeck. Normalerweise gehe ich erst drunter und dann raus, diesmal umgekehrt. Mario und ich mit ‘nem herrlichen Blick auf ‘ne Mauer. Vor uns zwei schweizerische Sport-Rentnerinnen. Noch sehr gut dabei. Und per Borddurchsage die erste Workshopaufgabe. Einer beschreibt was, das er sieht, der andere muss zeichnen. Aber nicht detaillierte Abmessungen durchgeben, sondern allgemein beschreiben: Es ist so rund (womit auch eine Tonneau-Form gemeint sein kann), es ist weich (stellt das mal dar) oder es sieht aus wie die Parkakapuze von Uwe Dubinsky, wenn er reiten geht. Den auch nicht. Ich hatte das Licht hier drin übrigens beschissener in Erinnerung. Dennoch werd ich meinen Skizzenblock jetzt nicht rauskramen. Ich weiß genau, dass ich das Ergebnis nicht gebrauchen könnte. Der Fahrradhelm, den ich Mario beschreibe, sieht aus wie ‘ne Qualle mit Gürtel. Dafür sieht das Segelboot, welches ich mache, aus wie ein Muschelkorb, den man gerade im Windkanal testet.
Den auch nicht. Klingt nach Reggae.
Nachdem wir uns beide gegenseitig zwei Gegenstände beschrieben haben und dabei nur Blödsinn herausgekommen ist (die Sonnenbrille könnte man ohne größere Schwierigkeiten zu einem surrealen Bild weiterverarbeiten), will ich mir auf jeden Fall noch Strange_Core vorknöpfen. Wenigstens ein einziges Porträt. Ich weiß mittlerweile, dass ich mit einer Menge Zeit ausgestattet von einem Foto abzeichnend ein relativ gutes Porträt hinkriege, aber ich will wissen, ob ich das auch mit einer Live-Komponente mit begrenzter Zeit bringe. Hab nämlich auch keinen Bock mehr, wie letztes Jahr ein Foto zu machen und viel später von dem Foto abzuzeichnen (war für die CDs, genauer gesagt für den zweiten Part, Artwork zum Titel 13). Der kommt mir bekannt vor, aber ich weiß gerade nicht wieso. Diesmal mach ich das wirklich live. Aber zunächst einmal nachsehen, ob sie denn überhaupt mit dabei ist, denn beim Einlass hab ich sie nicht gesehen. Tatsache, in der untersten Etage vorne an dem großen Tisch. Beim Runtergehen merke ich aber schon, dass die Zeit dafür vorne und hinten zu knapp sein wird, da wir bereits zu nah am Ziel sind. Also nur ein paar Studien. Ich will ihr Gesicht erkunden. Einen Rennwagen tritt man auch nicht in der ersten Runde voll. Jetzt die Fehler machen, die ich sowieso immer mache, wenn ich die ersten paar Striche gesetzt hab, also warum nicht schon jetzt? Ein Standard-Quicksketch-Porträt ist wie ein Golf GTI, kann jeder fahren, aber ein Strange_Core-Porträt ist da wie ein, keine Ahnung, wahrscheinlich wie ein Techart GT Street S, den muss man auch mit Gefühl fahren, sonst zerledert es den; nein, viel besser, wie der Einser von Hartge mit M5-E39-Motor. Hui. Das braucht Zeit. Ach übrigens, der aktuelle klingt wie von Will.I.Am ft. Justin Timberlake oder sonstwen. Und die Zeit fehlt gerade.
Wenig später (20 Minuten) der Ausstieg. Umstieg nach Kloster. Den auch nicht. In Kloster angekommen gehen wir direkt mal weiter. Nicht mal Zeit für ‘n Fischbrötchen, die sind gut auf dem Kutter. Hatte ich schon erwähnt, dass Guitar Guy eine Kiste voller Muffins dabei hat? Mehr oder weniger barfuß zum Steinestrand. An der Westküste von Hiddensee gibt es zwei Sorten von Sand: Sand und Sand mit Steinen. Wir hatten Sand mit Steinen. Den findet man im Norden. Zum Sand ohne Steine wäre es zu weit gewesen. Wir sind am Steinestrand. Der ist verflucht steinig. Und verflucht heiß. Boah, ist der Sand heiß. Schlomotion. Den auch nicht. Mangels Handtuch (übertriebene Kurzsichtigkeit) setze ich mich auf meine Jacke, die ich zufälligerweise dabeihatte. Mario hat seine übergeile Badehose dabei. Hawaiilook und übelst lang. Länger als meine Dreiviertelhosen. Andere Zeitgenossen sind ähnlich gut vorbereitet, nur die weibliche Fraktion der Anwesenden zieht nur zu gerne oben rum völlig blank. Ich glaube, dass das das erste Mal ist, dass ich ungefähr gleichaltrige Frauen im Reallife oben komplett ohne sehe. Den auch nicht. Hätten wir diesen Punkt also auch mal abgehakt. Einige Teile der männlichen Baggage gehen aber komplett ohne - naja, von uns eigentlich nur Einer. Ich frag mich gerade, wann die Bettlakenaktion war. Ach ja, das war an dem ominösen Dienstag. Strange_Core hat gerade wieder ihren Schmuddelheft-Trick vorgeführt. Was das ist, kommt auf der Rückfahrt.
Ich glaub, Till wollte dann Maki ins Wasser schmeißen, zu dem Zeitpunkt noch mit T-Shirt, also nicht in Badeklamotten. Er hat es dann gelassen. Den auch nicht, ich hab aber das Gefühl, dass der von Amiga verlegt wurde. Mario war insgesamt zweimal im Wasser. Wir schleichen Richtung Muffinkiste, Marie kommt gerade raus. Eine der mehrmals auftauchenden Mehrpersonenbegegnungen, wenn auch nicht gerade eine der häufigsten. Passiert an dem Tag noch mal. Tolles Bild, Marie, Mario und ich kucken Robert zu, der seine Massage-Matte mitgenommen hat. Beim zweiten Zusammentreffen gleiche Hinstellung, und wir sprechen über, öhm, Zelte (Insiderwitz). Den auch nicht. So langsam sollte ich auch mal die eigentliche Aufgabe machen. Mach ich dann auch. Sprich sich was anhören und dann das Geräusch zeichnen, in diesem Fall interpretiert als Aufnahme des Geräusches und Sichüberlegen, wo das sonst noch herkommen kann. Jemand, der über den heißen Sand stolziert und sich die Füße verbrennt und dabei „Au, au“ ruft, kann auch ein Seeirgendwasvieh sein, welches auch dieses Geräusch macht: Aurgh, aurgh, manche sagen auch Arf, arf, was ich aber blöde finde, weil es sich bekackt anhört und weil das Wort einfach nicht aussieht. Ich mach die Aufgabe, schreib die Diaries, penn aber auch ein. Kommt immer geil, wenn man in der Sonne aufwacht und das Farbsehen erst Schritt für Schritt dazustößt. Dann denkst du, dass deine Haut verbrannt ist. Was in diesem Fall teilweise auch stimmt, denn ich lag nicht nur fünf Minuten so rum, sondern mindestens eine halbe Stunde, und Sonnencreme hab ich auch schon vorher ausgetrunken. Macht aber nix, ein Sonnenbrand ist erst dann sehenswürdig, wenn er von alleine wehtut, und das macht der hier nicht, alles halb so wild.
Mario und ich holen uns jeder ein Eis. Den auch nicht. Über den Weg zurück. Aua. Aua. Aua. Heiß. Mit der gleichen Motivation in der Stimme, mit der auch Pyradonis in „Asterix und Obelix: Mission Kleopatra“ (also die Realverfilmung) am Anfang bei der Krokodilfütterung mit Fröschen „Lecker“ gesagt hat. Dauert nicht mehr lange, und wir machen los. Den auch nicht. Da ich nicht im Wasser, sondern die ganze Zeit in der Sonne war, bin ich klitschnass, Scheisse. Das wird stinken. Ab zur Fähre. Liegt schon da. Ich hatte nicht mal Zeit, mir bei Tim Schricks Bruder (so sieht der Verkäufer zumindest aus) ein Fischbrötchen zuzulegen. Guitar Guy hat wieder seine Ultrabrille auf, mit der er schon im Botanischen Garten rumgewackelt ist. Es geht gleich los. Den auch nicht, kommt aber gut. Einer der Titel, die trotz Touch-Schlagzeug gut sind. Touch-Schlagzeug ist eine selbstgewählte Bezeichnung für Drums, die in etwa so klingen wie in der Studio-Version von „Always the Sun“ von den Stranglers (Golden Brown ist viel besser, ihr Säcke). Wenn ich mich recht entsinne, steigen wir auch dieses Mal um, und welch Wunder, Strange_Core sitzt direkt vor mir. Ideal. Jedoch, zuerst lasse ich sie aufessen. Aus Höflichkeit. Wer will schon beim Essen gezeichnet werden? Außerdem wackelt das so. Und man kann von niemandem verlangen, beim Essen ruhig die Position zu halten, die werden sich irgendwann alle nicht mehr halten können und einfach mittendrin anfangen, weiter zu essen. Ich weiß gar nicht mehr, hatte ich … nee, jetzt fällt es mir wieder ein, Marie hatte ich schon auf dem Hinweg in Bearbeitung, aber ich hab den verdammten Mund einfach nicht hingekriegt. Deshalb hab ich sie jetzt noch mal gezeichnet, wie sie mit ihrem Kopf auf dem Tisch lag zum Schlafen, das Gesicht abgewandt. So umgehe ich das Mundproblem. Den eventuell auch nicht, äh Quatsch, Peter Fox. Taiko-Beat, schön laut. Dazu eine arabische Flöte. Oder was auch immer, sollte leicht herauszufinden sein, welcher das ist (Schüttel deinen Speck). Strange_Core geht gerade ab. Wundert das jemanden? Mich nicht. Wenn die bei den Bummms Boys schon derartig tanzte, dann sollte das normal sein.
Aber zurück zu Strange_Core auf der Fähre. Das dauert zwar mit dem Essen, aber ich hab Zeit. Doof nur, dass sie dann an der Dreadlock rumhäkelt. Das ist auch net so ruhig und auch nicht die Perspektive, die ich mir vorstellte. Ach verdammt, das wird jetzt erst mal noch eine Weile so weitergehen, und wir sehen schon Stralsund, wenn auch nicht unbedingt so nah, ist aber bereits hinter dem Horizont hervorgekrochen. Dann eben diese Pose. Dazu hätte Nine Inch Nails - Right where it belongs v.2 laufen müssen. Ich hab einen neuen Ansatz: Da ich ihren Mund jetzt nicht so hinkriege (wie vorhin bei Marie), hör ich jetzt auf, zumal die äußere Linie und damit die Position soweit okay ist, behalte das aber als Stoke für weitere Kopien. Den auch nicht, aber den hatten wir vorhin schon mal. Bevor ich das Ding komplett verhaue. Dann wenig später Ausstieg . Ich hol mir jetzt einen Ipanema.
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