Und es hört einfach nicht auf.
Nachdem sie in der Kulturschmiede noch zweimal Schüttel deinen Speck von Peter Fox gespielt haben, haben sie uns kurz nach vier endgültig rausgeschmissen. Die große Verabschiedungswelle setzt ein. Diejenigen, die von der Saxonia Connection noch da sind, outen sich erneut als Groupies von Guitar Guy. Umarmungen zum Abschluss. Nur die von Strange_Core fehlt mir. Wieso macht man eigentlich die Qualität des Abschiedes daran fest, wen man wie lange umarmt hat? Oder geht das nur mir so? Egal, die Begrüßung hatte ich auf der Rechnung. Marschiere mit Guitar Guy und Robert Richtung Bahnhof. Der normale Weg geht zwar anders, aber erstens geht der hier auch, zweitens ist das mit Begleitung besser und drittens will ich sehen, was von meiner Einladung auf dem Neuen Markt noch übrig ist. Es ist noch ziemlich gut zu erkennen. Und ein, allerdings sehr leiser, Verdacht bestätigt sich. Naja, was heißt Verdacht: Wir treffen uns um elf Uhr morgens noch mal. Da dann sozusagen der Abschluss. Bingo, kann ich den Abschied nachholen.
Auf dem Heimweg über Blogging-Details nachgedacht. Und darüber, dass ich hier ungefragt über ein Event geschrieben habe, bei dem es eigentlich um Spaß und so Sachen geht. Gonzo und Raoul, seid ihr da? Schweife ab auf den Kommentar unter „Von Hand geschrieben …“, der mich schon länger beschäftigt. Schreibe die entsprechenden Gedanken am 30.7. nieder, also ungefähr zu dem Zeitpunkt, an dem ich den Schluss der Berichte anfertige (ohne Epilog). Erfahre eine Weile später, dass wir, ehm, die Sonnenmacher, jetzt, da es außer Aufräumen nix mehr zu tun gibt, noch die Skizzenfestival-Pässe ausreizen wollen. Sprich, ins Ozeaneum gehen. Um vier. Alles klar. Ich bin mir jetzt gerade nicht mehr so sicher, ob ich mir von Till die Kreide schon am Abend zuvor oder erst jetzt geschnappt habe … obwohl, bei näherem Überlegen muss das abends gewesen sein. Am 30.7. kann das Zeug ja nicht mehr im Hof gewesen sein, und ich meine mich zu entsinnen, dass ich die im Dunkeln genommen und meinen Eltern gegeben habe. Demzufolge zu Fuß nach Hause. Wollte eigentlich mit Ellis labern, die wollten aber dann weg und schlugen ein Schläfchen vor. Angebot angenommen, schließlich war die Nacht nur fünf Stunden lang. Bin dann eine Stunde später aufgestanden. Der Start hat sich aber dermaßen verzögert, dass ich doch nicht um vier beim Ozeaneum ankomme. Habe immer noch die ganze Zeit Mind Heist von Zack Hemsey im Kopf (zur Erinnerung: Inception-Trailer-Musik).
Tauche vor dem Ozeaneum auf. Nehme den Weg, von dem aus man von Weitem die Leute vor dem Haupteingang erkennt. Ist am wahrscheinlichsten, dass die sich dort sammeln. Außerdem müssen sie da eh vorbei. Zehn nach vier. Um vier wollten sie hier sein, das war das gesteckte Ziel. Aber wir kennen das ja mit dem Aufräumen: Erstens kommt es anders … Deshalb erst mal nicht reingehen, sondern davor warten. Im Foyer ist auch keiner. Bisschen später wieder raus, um um die Ecke zu kucken. Und Tatsache, das scheint eine gute Entscheidung gewesen zu sein: Ich seh Marie hierher wackeln. Geselle mich sehr zögerlich zu ihr, so wie wenn man jemanden auf der Straße aus dem normalen Gang abfangen will, der eigentlich keine Zeit hat bzw. haben will in dem Moment. Frage sie, ob die Anderen schon drin sind, sie antwortet mit Ja. Ich bin mir nicht mehr sicher, ob ich das erwartet habe, da ich zwar annahm, dass der Pulk komplett angerückt kommt, es andererseits aber auch schon recht spät war. Deshalb sind wir rein, Marie klingelt noch die Anderen an. Sind gerade erst rein. Blöderweise findet sie ihren Skizzenfestival-Ausweis gerade nicht, wahrscheinlich weg. Sie geht jetzt nach Hause. Ich steh mit meinem Ticket bereit und geh rein.
Die Aufholjagd beginnt. Wie im Inception-Trailer an der Stelle, wo Leo in der Küche den Schalldämpfer auf seine Beretta schraubt. Schnelle Schritte, die ewig lange Rolltreppe zusätzlich gegangen. Ich find das aber gut, dass die den Rundgang bereits vorab markiert haben. Sonst würde ich die nie finden.
Erster Raum. Überall stehen Schaukästen rum und es ist verflucht dunkel. Wie bei der Beleuchtung mit einer Schwarzlichtlampe, alles in Blau illuminiert. Ich schlängel mich durch, so dass ich schnell vorankomme, aber dennoch den ganzen Raum durchforste. Da sehe ich Strange_Core. Alles klar, Suche erfolgreich. Mehr brauch ich nicht. Sie skizziert. Ich schleich mich an die Tafel, die mich am ehesten interessiert: Kohlenstoff-Kreislauf. Hm, hm, hm, ja, kenn ich schon. Und so. Wo geht’s ‘n weiter? Da ist ‘ne Tür zum Fahrstuhl. Kriege irgendwann, als das Teil nicht mehr kommt, mit, dass das der Behinderten-Fahrstuhl ist. Wo geht das denn dann normal runter? Vorne? Nee, kann nicht sein. Ah, da an der Seite ist eine Treppe. Schön versteckt wie der schmale Weg in Illuminati, da, wo die Beiden kurz darauf auf den Assassinen treffen. Nur dass die Treppe ein wenig breiter ist. Sehe dann unten wieder Strange_Core. Wir schleichen noch eine Weile umeinander, wahrscheinlich ohne dass ihr das großartig auffällt. Schaue mir schnell alles an. Bleibe bei den Quallen stehen. Wenn man sich ein Modell von so etwas ansieht, was man mal im Reallife gesehen hat, kann man sich alles viel besser vorstellen. Bei mir war das jetzt mit der Feuerqualle der Fall. Wer schon mal so ein Ding gesehen hat, welches von oben aussieht wie eine Mischung aus Atompilz und Pfirsichkompott, kann sich an Hand der Modellierung ungefähr den Konvertierungsfaktor ausrechnen, den es braucht, um das ganze andere Glasgeschirr an der Decke richtig zu sehen.
Ich sehe mir die größeren Tiere an. Strange_Core ist auch nicht mehr da. Noch mal um die Pinguine rumgetingelt und nach draußen. Ein echter Profi gibt nie seine Tarnung auf. Wie ging es jetzt weiter? Ich glaube, mich zu erinnern, dass dann ein Becken kam, in das man von oben hineinsehen kann. Da waren ein paar Hafenfische drin. Die haben dann so einen Hafen nachgebaut, mit Sand, Steg und Einkaufswagen im Wasser. Die Treppe runter. Wie Ralph Fiennes in Brügge in „Brügge sehen und sterben“. Ich kann mich nicht mehr so gut an den Abschnitt erinnern, aber ich glaube, ich bin hinter den Kästen langgeschlichen. Ja, das hab ich gemacht. Rückblickend betrachtet wirkt das auch wie in „The Mexican“, in der Szene, in der man zum ersten Mal die zwei Killer sieht. Nur eben ohne Getränke und ohne Schlürfgeräusche. Eigentlich könnte man, wenn das hier echt wäre, da auch was für’n Film draus machen. Das kann man in diesen metaphysischen Profikillerkomplex einbauen, der mir schon länger im Kopf rumschwebt. Und wenn nicht, kann man das aufziehen wie bei der Körperweltenausstellung in „Casino Royale“. Da beharken sich ja auch Daniel Craig und der andere, ohne dass die anderen Besucher das mitkriegen sollen. Zwei Gegner, die sich gegenseitig sehen, aber überraschen wollen und darauf achten müssen, keinen Radau zu veranstalten. Niemand soll was mitbekommen. „Hallo“, denke ich und winke Strange_Core zu. Sie winkt zurück. Kann es sein, dass sie mich erst jetzt bemerkt? Glaub ich nicht. Wirkt aber so.
Dann ist da noch so ein rundes Becken. Zylindrisch. Drin sind Heringe oder so was. Ein riesiger Schwarm. Man denkt, man könnte reinfassen. Moment mal, da ist eine optische Täuschung drin. Auf dem Boden die Schatten, die sehen wie echte Fische aus. Und möglicherweise spiegelt sich hinten was. Gegenüber noch ein mittleres Becken. Das danach interessiert aber mehr. Schön groß, mit mehreren Kuckflächen. Mir fallen so ziemlich zum ersten Mal (eigentlich beim Vorgänger schon) die „Nähte“ in den Scheiben auf. Sind nur ganz schwach zu sehen. Auch nicht zu spüren. Mag daran liegen, dass die wahrscheinlich nicht so ‘nen Riesen Ömmel gießen können. Aber das Rundbecken hat’s echt drauf. Und die Fische. Wie hießen noch gleich die Dinger mit den Löchern vor den Augen und den vier Fortsätzen unterm Maul? So einen hatten die da. Wunderhübsch. Mir fällt an Hand dar Schwebeteilchen auf, dass das Wasser rotiert. Gegen den Uhrzeigersinn. Deshalb stehen die zuweilen auch schwimmend. Wie machen die das nur? Ich weiß ja ‘n paar Sachen über den Energieerhaltungssatz, aber wenn Reibung auftritt, nimmt Ekin einfach ab. Das Wasser muss also unablässig bewegt werden. Ein Rührwerk haben die da oben auch nicht reingepackt. In der Mitte eine Stange? Fehlanzeige. Wie macht ihr das? Wahrscheinlich sind dazu die zwei Spalte da. Mit denen kann Wasser gezielt reingepumpt werden. Ja, so wird es sein. Auf der anderen Seite sieht man schwach die Besucher durchscheinen. Da kommt einer. Der Assassine lädt die Waffe, berechnet die extreme Lichtbrechung des Wassers mit ein und wartet auf den richtigen Zeitpunkt …! Ich übertreibe es langsam. Hm. Kann es sein, dass … naja, das kann ich bei dem nächsten Text mit einbeziehen. Ich setz mich auf eines der runden Holzdinger. Wir betrachten Viecher, die sich im Sand-Aquarium Tunnel bauen. Dann geht es aus dem Flügel wieder raus. Ich gehe vor, an dem Mini-U-Boot vorbei, rein in den etwas kleineren Raum. Besser beleuchtet, doch kein Aquarium. Nur Bilder. Und so’n Ding in der Mitte. Ellipsiger Grundriss. Grau. Undurchsichtig. An der Rückseite offen, aber abgesperrt. Ist gerade keiner da? Gut. Drin. Was ist das? Ah, so ‘ne Art Mini-Kino- Das sind dann die Stühle. Das war, was ich wissen wollte. Hab mich überdurchschnittlich lange darin aufgehalten.
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