Gestern war’n Scheisstag. Heute wird’s toll, aber gestern war’n Scheisstag. Wegen PC 3-Klausur habsch die ersten drei Tage vom Skizzenfestival verpasst. Dabei wollte ich diesmal an allen Tagen dabei sein. Aber, aber. Es hat nicht sollen sein. Unglücklicherweise kam noch das Ding mit den Protokollen dazu. Die mussten bis 23.7. abgegeben werden, statt bis August. Na toll. Also in den letzten paar Tagen PC und Protokolle. Und was mach ich Idiot? Fang mit San Andreas wieder an. Wenn etwas die Definition von Dummheit trifft, abgesehen von der Verwendung von abgedroschenen Phrasen … In der letzten Nacht dann der Beschluss, durchzumachen. Eine eigenwillige Mischung aus PC-Protokollen, PC-Klausur und GTA San Andreas. GTA gewinnt. Ich mein‘, wenn ich an einem Tag vom Anfang der zweiten Insel bis hin zu Woozies Aufträgen und Jizzy und am Ende des Tages bis Yay-ka Boom Boom komme, dann ist doch wohl klar, dass die Prioritäten falsch hängen.
Woran merkte ich, dass der Tag scheisse wird? Das hängt mit dem ortsansässigen Kino zusammen. Ich wollte dieses Jahr den Kinomonat auf Juli verlegen. Erst Eclipse – Bis(s) zum Abendrot, dann Micmacs à tire-larigot am 22.7. und am 29.7. Inception. Auf Micmacs hatte ich mich übelst gefreut, weil das der neue Film von Jean-Pierre Jeunet ist. Und dann: Auf cinestar.de gibt es zwar eine Review, aber deutschlandweit wird der in gerade Mal fünf Kinos gezeigt. OK, können auch sechs sein. Das nächste von denen ist in Rostock. Wollten die ihre Premiere von Knight and Day nicht gefährden? Der hat mich vorher schon genervt. Das mit den smart Roadstern ist in meinen Augen eine Scheissidee.
Die Nacht durchgemacht. Es war eine der Nächte, von denen man denkt, dass man am nächsten Morgen chaotisch und schwerverletzt in einem fremden Zimmer mit Plakaten aufwacht und denkt: Ahja. Alles klar. Es kam anders.
Ähm. Ich muss mich berichtigen. Ich meinte natürlich keine PC-Protokolle, sondern Genetik. Ja. Das war falsch. Man vergisst immer wieder, wie schnell es dämmert. Nicht mehr viel Zeit. So, jetzt blenden wir mal kurz aus.
Danach. Die Klausur ist vorbei. Ich. Bin. Müde. Oder doch nicht, der Verlauf ist eigenartig. Jetzt gehen wir den Scheiss ausdrucken und dann können mich alle mal, weil das Kino mir den Nachmittag versaut hat. Zum Schreiben zu müde, zum Aufräumen und Packen viel zu viel Bock auf San Andreas. Weiter, weiter. Dieser Reiz killt das total. Vor lauter Missionen erledigen und Fortschritt erlangen vergisst man total, das Spiel zu spielen. Sicherster Indikator ist, dass man fast nie im User Track Player vorbeischaut. Daher habe ich auch nach kurzer Zeit absolut keinen Bock mehr auf die Scheisse und will ein Nickerchen machen. Wissend, dass ich von alleine nicht mehr aufstehe, um Essen zu machen, also erst morgens um 3, stelle ich den Wecker.
Eineinhalb Stunden später. Ich werde von BK geweckt, weil ich einen Anruf habe. Völlig übermüdet passiere ich das Gespräch und mache mich auf, einzukaufen. Daraus wird fast nichts, weil ich hinter wollte, zum Dingspark, der Name ist jetzt unwichtig, da die meisten Leser eh nicht von hier sind. Na, jedenfalls zum Markt. Und der macht um acht zu. Mein Zeitgefühl ist gerade mit Fremdgehen beschäftigt. Daher verwerfe ich den Putenschnitzel-Plan und nehme anderes Fleisch, andere Theobromin-Drogen. Der Tee ist nach wie vor alle.
Ich muss Schluss machen, der Workshop geht los.
Bis dann, euer Münte.
OK, weiter. Wir haben Daumenkino gemacht, jeder zeichnet was rein, und dann wird weitergereicht und so weiter. Wir drei machen das natürlich anders: Strange_Core, Marie und ich tauschen nur untereinander. Dadurch kommt ein besseres Feeling auf und ein Lachkrampf jagt den nächsten. Wobei ich die eine oder andere Idee geklaut hab, aber das fällt keinem auf. Eine Mücke wird zum Elefanten, die Flügel platzen, der Elefant fällt runter, verwandelt sich in einen Delfin, weil das im Profil gerade genauso aussah, der Delfin wird zum Hai, der wiederum wird zum Flugzeug, wodurch die anfängliche Mücke wieder flugfähig gemacht wurde, Marie will aber kein Flugzeug, deswegen wird das von einem Fuß zertreten, es rummst und kracht laut, die onomatopoetische Explosion verwandelt sich in ein riesiges Vieh, welches in den Schuh reinbeißen will, das letzten Endes aber bleiben lässt und ihn stattdessen vollkotzt, der Schuh tritt die Fresse weg, der Zoom geht nach oben, das Gesicht eines Schweines kommt zum Vorschein, ein schlankes Schwein übrigens, und ein Steckdosenstecker macht ein Tilt daraus. Und das war nur ein einziges Daumenkino. Wir haben uns so einen geilen Scheiss ausgedacht, das glaubt keiner.
Nun ja, das zweite Daumenkino hab ich fertig, keinen Bock, da mehr zu machen. Es ging darum, sich was aus dem Hof zu suchen, sei es ein Auge, sei es ein Glas, sei es das Astloch von dem Brett, aus welchem der Tisch besteht. Mach jetzt den anderen Krempel, wegen dem man hier ist: Zeichnen. Es bleibt dabei: Live das zu machen ist für präzise Gesichter scheisse. Besonders mit nicht radierbaren Stiften.
Hab jetzt doch noch was dazu gemacht. Zuerst hab ich nur aus meinem Stift ‘ne Pfeife gemacht, dann ging der Zoom runter in ein Glas. Hinzugekommen ist ein zweiter Teil: Hab aus einem eben erwähnten Astloch eine Uhr und einen Vogel gemacht, der Vogel fliegt weg, die Uhr sagt, es wird immer später.
Dann mit Mario den dritten Teil gemacht: Kombinationen. Beide Daumenkinos greifen ineinander, erzählen beide einen Teil derselben Geschichte. Wir wissen eine Weile nicht, was wir denn jetzt nehmen sollen, was mit Buchstaben ist zu einfallslos, das stimmt. Schlussendlich kommen wir auf die Idee, zwei sich duellierende Cowboys zu machen. Die stehen also Rücken an Rücken, gehen voneinander weg und drehen sich um. Dann kommt nochmal der Zoom in die andere Richtung, dann ziehen sie und aus den Pistolen kommt eine PENG-Fahne raus. Hat zwar ewig gedauert, das zu machen, war aber ganz hübsch am Ende.
Muss bis morgen noch den Rest der Anmeldegebühr zusammentreiben. Und mal langsam damit anfangen, mir die Namen zu merken.
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