Dienstag, 24. August 2010

The Skizzenfestival Diaries - Epilog Teil 2

Strange_Core und Freundin sind schon weitergegangen. Stehen lange an so einem Schräg-Aquarium. Lange. Sehr lange. Ich geh weiter. Wasn das? Ein halbvolles Becken? Das hatten wir auch noch nicht. Ein bisschen weiter dann getarnte Fische, Seepferdchen und … eine Gruppe von kleinen Kindern. Wer auch immer den Kommentar unter „Von Hand geschrieben …“ geschrieben hat, ich respektiere deine Ansicht, aber mein herauskristallisiertes Vorurteil hat sich bestätigt. Ich bin mir auch sicher, dass die das nicht mit Absicht machen, aber wieso zum Teufel sind Kinder manchmal so laut, dass es einem im Ohr wehtut? Merken die das nicht selber? Müsste denen das nicht selber wehtun? Die sind doch viel näher am Epizentrum. Das hat mir den Gang durch den Tunnel versaut. Ein toller Tunnel übrigens. Ich dachte, dass ich hier auf den Mondfisch treffe, den mir Mario beschrieben hat. Der ist hier nicht. Ich gehe weiter, nähere mich dem nächsten Becken von links … Oh. Wusch. OK, ich habe einen schlechten Einfluss. Ich geh mal’n Schritt zur Seite.

Das, was ihr eben nicht gesehen habt, war das Einstreuen einer Strandwelle. Die machen das mit Boxen und Angeln, gelegentlich Keschern, dann fahren die an eine Steilküste, wie z.B. Kap Arkona oder irgendwo in Schweden/Dänemark, und dann werfen die ihre Angel aus oder den Kescher und angeln sich die Wellen, die sie dann in das Gefäß befördern. Die Wellen bleiben danach noch 2 ½ Tage nutzbar. Man muss schnell machen, bevor sie sich durch innere Reibung einfach auflösen. Dann hat man nur ‘ne Pfütze Wasser. Es gibt Aquarien, da schütten die das Wasser einfach so rein und hoffen, die Tiere begnügen sich mit einer Wellenleiche. Und wundern sich dann, warum die Viecher ertrinken. Damit hängt das zusammen.

Also manchmal, nee Das kann ja heiter werden, wenn die Kiddies dann gleich antanzen. Setze mich in sichere Entfernung, weil ich das noch mal sehen will. Dann die Kiddies: WHOA! Alter! Und so. Das wird mir dann zu doof. Ich geh weiter. Weiter um die Ecke. Denk mir, Strange_Core kommt nicht nach, die standen immer noch an diesem schrägen Kasten. Also, ich finde wirklich, dass man so was filmisch umsetzen sollte. Das passt gerade so schön in die Welle von Filmen, wo auch die Architektur hübsch eingefangen wird. An vorderster Front natürlich das Genre „Filme, die in Italien spielen“. Müsste es eigentlich einen WP-Eintrag dazu geben. So wie im Humorarchiv „Dinge, die unter dem Sofa liegen“. Aber es gibt wieder mehr davon. Illuminati, Der talentierte Mr. Ripley, Ocean’s 12, Der Baader Meinhof Komplex, die beiden jüngsten Bond-Filme, um nur mal ein paar von den wichtigeren zu nennen. Prinzipiell kann man such Filme dazuzählen, die woanders spielen, wie Filme von der Côte d’Azur (Anm. d. Verf.: zwei, drei Wochen nach dem Festival hab ich ein gutes Beispiel gesehen, nämlich A Good Year mit Russell Crowe und Marion Cotillard, ein toller Film, von dem ich ein Bild kannte, von welchem ich Marion Cotillard abgezeichnet habe, es war verflucht schwer zu zeichnen) oder bereits erwähntes „Brügge sehen und sterben“. Und bitte kein WK2-Zeug mehr. Die 70er sind längst dran. Whoa. Das Becken ist groß. Also, groß. Ich geh runter zum Dingsraum, wo auch wieder so eine schräge Wand ist. Man sieht es aus einer anderen Perspektive. Der Ozean wird dargestellt. Ich bin nur kurz unten im Raum. r wird darüber hinaus videoüberwacht. Zwischen dem Beginn und dem Ende dieses Halbkreises gibt es einen schmalen Durchgang. Strange_Core ist nicht mehr da. Finde sie auch nicht. Möglicherweise schon weitergegangen. Der Halbrundgang endet mit einer gedrehten Treppe. Hier könnte man den Showdown machen, es gibt zwar keine Deckung, aber die Sicht ist gut und hier ist keiner und hier kann einen keiner sehen.

Bin mir dann nicht mehr ganz so sicher über den weiteren Verlauf. Auf jeden Fall kam danach rechts eine Kinderecke. Da konnte Strange_Core unmöglich sein. Bin dann nach links gegangen und irgendwie in diesem riesigen Raum mit den Walen gelandet, oder eher eine Halle. Da hingen mehrere Wale von der Decke. Es war, wie in allen Räumen, dunkel, nur so Blaulicht. Agiere wieder wie der Assassine in Illuminati beim Aufspüren, finde nichts. Überlege, mich an dem Waagen-Ding wiegen zu lassen und lasse es dann. Bleiben. Wo bleiben wir? Die Halle ist anscheinend der Gefahr Mensch gewidmet, die die Tiere haben. Sie haben ienen Zähler hingestellt, wo sie (wahrscheinlich mit voreingestellten Zeitintervallen) zählen, wie viele Meeressäuger seit Eröffnung des Ozeaneums durch Menschen ums Leben gekommen sind. Die Zahl liegt bei einer Million und ‘n paar Zerstückelten (Wahnsinns Doppeldeutigkeit). Im Irak und der ganzen Gegend hatten sie seit Kriegsbeginn 2003 1,4 Millionen tote Zivilisten. Circa. Kurze Überschlagsrechnung. Hey, zeitlich bereinigt haben de Wale gegenüber den irakischen Zivilisten ja tatsächlich die Arschkarte gezogen. Das sind tatsächlich mehr. Das müssten dann aber am Tag … so ungefähr … ich rechne das nur kurz aus … ha, sagen wir mal, ungefähr 1.500 Tiere am Tag sein. Plusminus. Ist ‘ne ganze Menge Holz. Da muss ein Einzelner ziemlich lange dran stricken. Also, die Atmosphäre da in der Halle haben sie gut hingekriegt, aber irgendwie klang das alles, auch der Vortrag, zu sehr nach „Gebt uns euer Geld und ihr seid frei von Sünde“. Ich sag dazu: Jeder muss sehen, wo er bleibt. Es mag ja sein, dass es nicht schön ist, dass so viele Viecher sinnlos sterben. Glaub ich ja auch. Ist auch gut, wenn sich jemand um das Problem kümmert. Aber tut bitte nicht so, als wären die Meeressäuger unser einziges Problem. Der Krieg im nahen Osten ist weitaus material- und sonstwie mordender als die Trawler dieser Welt. Nordkorea wird hermetisch abgeschottet. Dr. Merkel geht nicht zum Friseur. Herr Schäuble, sollten sie das hier lesen (jetzt reden sie sich nicht raus, ich weiß, dass sie mitlesen, sie haben gerade so komisch mit den Augen gezuckt), teilen sie ihr das bitte mit. Die Wale sind wirklich nicht unsere einzige Sorge.

Auf die Beschreibung der Libido-Veranschaulichung von Walen verzichte ich an dieser Stelle.

Die sphärisch-transzendentale Mucke, die hier läuft, gefällt mir mittlerweile ziemlich gut. Erinnert mich ein bisschen an Longplayer, nur eben nicht so creepy, sondern gechillt. (Hab jetzt gerade beim Schreiben Longplayer angemacht. Über Livestream.) Zumal die da unten auch Liegen zum Ankucken haben. Also zum sich Drauflegen und die Wale ankucken. Ich fühle mich an ein Planearium erinnert. (sic!) Und beim Ansetzen, die letzte Treppe runterzugehen, steht Strange_Core zwei Meter vor mir, selbst dabei, die Treppe runterzugehen. Ich brauch ‘ne ordentliche Peilsender-Ausrüstung. Die Beiden gehen Richtung Liegen. Ich schleiche mich unauffällig am Rand entlang. Hinter dem tierisch langen Kalmar. Echt ‘n Riesending. Etwas weiter steht ein Schaukasten mit einem Walherz. Da das Blut komplett raus ist, sieht es nicht so schön rot aus, wie man das von einem frischen Herz kennt, sondern eher so, als wäre es mit einer lehmigen Erdschicht überzogen. Zur Größe: Wäre es ein Stein, würde es locker die 50-kg-Marke durchbrechen. Ich kenne mich mit Molvolumen und Molmasse von Stein jetzt nicht so gut aus. Sagen wir, es ist so groß wie mein PC. Im Text daneben erfährt man, dass dieser Riesenklumbatsch nicht die Frequenz eines humanen Herzens hat, würde das Teil sonst in alle Einzelteile zerlegen. Vier bis acht Schläge die Minute im Vergleich zu den 60 bis 100 des menschlichen Herzens. Zum Größenvergleich liegt eins daneben. Ich fühle mich an diverse Audrey Tautou-Filme erinnert, konkret „Kleine schmutzige Tricks“ und natürlich „Wahnsinnig verliebt“.

Aus der Perspektive bekomme ich mit, dass die Ausstellung nach diesem Raum zu Ende ist. Suche beim Vortrag von der Offstimme den Raum akribisch nach den Beiden ab. Finde keinen. Nach dem Vortrag verlasse ich den Saal. Sind wohl schon draußen. Gehe raus um mir mein Abschiedspaket abzuholen. Sehe auch draußen kein bekanntes Gesicht. Überlege, ob man durch Zurückklappen der Schranken wieder reinkommt. Bevor ich in die Verlegenheit komme, das auszuprobieren, sehe ich Strange_Core. Weiß nicht mehr, ob soe schon draußen waren oder erst rauskamen. Gehe ähnlich unbeholfen neben ihr her wie zwei Stunden zuvor neben Marie. Wir gehen nach draußen, nein, erst sehe ich Robert und Guitar Guy. Verdammt, die hab ich bei all dem komplett übersehen. Bin dann draußen. Will Strange_Core zum Abschied umarmen. Sie spricht mit Konsorten. Erkläre nicht nur auf Grund dieser Situation die Idee Abschiedsumarmung temporär für blödsinnig und gehe. Fühlt sich gut an. Ich habe dem Umarmungsdrang widerstehen können. Ist wie eine positiv behaftete Loslösung. Sehe zwar noch mehrmals zurück, entferne mich aber festen Schrittes.

Auf der Brücke stelle ich fest, dass ich noch Plakate wollte. Ändere daher meinen Kurs und gehe in die Frankenstraße. Ob die Beiden auch hier langgehen? Ich weiß, dass das letzte Mal, als sie mich sachte des Verfolgungswahnes bezichtigte, bereits ungefähr sechs Jahre her ist. Weiß ungefähr, wo ich mir eins schnappe, nehme es dann aber doch woanders her, von einer Plakatwand. Einmal allgemein Skizzenfestival und Sonnenmacherparty. Unter Zuhilfenahme einer Schere und Sich-nicht-um-Beobachter-Scheren kriege ich die Dinger irgendwann ab. Sind sie zum Speicher gegangen? Ich schaue noch mal beim Speicher vorbei, fast keiner mehr da. Wider Erwarten aufgeschlossen. Zwei Flyer eingesackt und nicht noch mal rein. Das Festival ist zu Ende.

(Habe auf dem Heimweg noch eine interessante Begegnung, die mir Idee für neuen Text liefert. Für eine wichtige Betrachtung.)

The Skizzenfestival Diaries - Epilog Teil 1

Und es hört einfach nicht auf.

Nachdem sie in der Kulturschmiede noch zweimal Schüttel deinen Speck von Peter Fox gespielt haben, haben sie uns kurz nach vier endgültig rausgeschmissen. Die große Verabschiedungswelle setzt ein. Diejenigen, die von der Saxonia Connection noch da sind, outen sich erneut als Groupies von Guitar Guy. Umarmungen zum Abschluss. Nur die von Strange_Core fehlt mir. Wieso macht man eigentlich die Qualität des Abschiedes daran fest, wen man wie lange umarmt hat? Oder geht das nur mir so? Egal, die Begrüßung hatte ich auf der Rechnung. Marschiere mit Guitar Guy und Robert Richtung Bahnhof. Der normale Weg geht zwar anders, aber erstens geht der hier auch, zweitens ist das mit Begleitung besser und drittens will ich sehen, was von meiner Einladung auf dem Neuen Markt noch übrig ist. Es ist noch ziemlich gut zu erkennen. Und ein, allerdings sehr leiser, Verdacht bestätigt sich. Naja, was heißt Verdacht: Wir treffen uns um elf Uhr morgens noch mal. Da dann sozusagen der Abschluss. Bingo, kann ich den Abschied nachholen.

Auf dem Heimweg über Blogging-Details nachgedacht. Und darüber, dass ich hier ungefragt über ein Event geschrieben habe, bei dem es eigentlich um Spaß und so Sachen geht. Gonzo und Raoul, seid ihr da? Schweife ab auf den Kommentar unter „Von Hand geschrieben …“, der mich schon länger beschäftigt. Schreibe die entsprechenden Gedanken am 30.7. nieder, also ungefähr zu dem Zeitpunkt, an dem ich den Schluss der Berichte anfertige (ohne Epilog). Erfahre eine Weile später, dass wir, ehm, die Sonnenmacher, jetzt, da es außer Aufräumen nix mehr zu tun gibt, noch die Skizzenfestival-Pässe ausreizen wollen. Sprich, ins Ozeaneum gehen. Um vier. Alles klar. Ich bin mir jetzt gerade nicht mehr so sicher, ob ich mir von Till die Kreide schon am Abend zuvor oder erst jetzt geschnappt habe … obwohl, bei näherem Überlegen muss das abends gewesen sein. Am 30.7. kann das Zeug ja nicht mehr im Hof gewesen sein, und ich meine mich zu entsinnen, dass ich die im Dunkeln genommen und meinen Eltern gegeben habe. Demzufolge zu Fuß nach Hause. Wollte eigentlich mit Ellis labern, die wollten aber dann weg und schlugen ein Schläfchen vor. Angebot angenommen, schließlich war die Nacht nur fünf Stunden lang. Bin dann eine Stunde später aufgestanden. Der Start hat sich aber dermaßen verzögert, dass ich doch nicht um vier beim Ozeaneum ankomme. Habe immer noch die ganze Zeit Mind Heist von Zack Hemsey im Kopf (zur Erinnerung: Inception-Trailer-Musik).

Tauche vor dem Ozeaneum auf. Nehme den Weg, von dem aus man von Weitem die Leute vor dem Haupteingang erkennt. Ist am wahrscheinlichsten, dass die sich dort sammeln. Außerdem müssen sie da eh vorbei. Zehn nach vier. Um vier wollten sie hier sein, das war das gesteckte Ziel. Aber wir kennen das ja mit dem Aufräumen: Erstens kommt es anders … Deshalb erst mal nicht reingehen, sondern davor warten. Im Foyer ist auch keiner. Bisschen später wieder raus, um um die Ecke zu kucken. Und Tatsache, das scheint eine gute Entscheidung gewesen zu sein: Ich seh Marie hierher wackeln. Geselle mich sehr zögerlich zu ihr, so wie wenn man jemanden auf der Straße aus dem normalen Gang abfangen will, der eigentlich keine Zeit hat bzw. haben will in dem Moment. Frage sie, ob die Anderen schon drin sind, sie antwortet mit Ja. Ich bin mir nicht mehr sicher, ob ich das erwartet habe, da ich zwar annahm, dass der Pulk komplett angerückt kommt, es andererseits aber auch schon recht spät war. Deshalb sind wir rein, Marie klingelt noch die Anderen an. Sind gerade erst rein. Blöderweise findet sie ihren Skizzenfestival-Ausweis gerade nicht, wahrscheinlich weg. Sie geht jetzt nach Hause. Ich steh mit meinem Ticket bereit und geh rein.

Die Aufholjagd beginnt. Wie im Inception-Trailer an der Stelle, wo Leo in der Küche den Schalldämpfer auf seine Beretta schraubt. Schnelle Schritte, die ewig lange Rolltreppe zusätzlich gegangen. Ich find das aber gut, dass die den Rundgang bereits vorab markiert haben. Sonst würde ich die nie finden.

Erster Raum. Überall stehen Schaukästen rum und es ist verflucht dunkel. Wie bei der Beleuchtung mit einer Schwarzlichtlampe, alles in Blau illuminiert. Ich schlängel mich durch, so dass ich schnell vorankomme, aber dennoch den ganzen Raum durchforste. Da sehe ich Strange_Core. Alles klar, Suche erfolgreich. Mehr brauch ich nicht. Sie skizziert. Ich schleich mich an die Tafel, die mich am ehesten interessiert: Kohlenstoff-Kreislauf. Hm, hm, hm, ja, kenn ich schon. Und so. Wo geht’s ‘n weiter? Da ist ‘ne Tür zum Fahrstuhl. Kriege irgendwann, als das Teil nicht mehr kommt, mit, dass das der Behinderten-Fahrstuhl ist. Wo geht das denn dann normal runter? Vorne? Nee, kann nicht sein. Ah, da an der Seite ist eine Treppe. Schön versteckt wie der schmale Weg in Illuminati, da, wo die Beiden kurz darauf auf den Assassinen treffen. Nur dass die Treppe ein wenig breiter ist. Sehe dann unten wieder Strange_Core. Wir schleichen noch eine Weile umeinander, wahrscheinlich ohne dass ihr das großartig auffällt. Schaue mir schnell alles an. Bleibe bei den Quallen stehen. Wenn man sich ein Modell von so etwas ansieht, was man mal im Reallife gesehen hat, kann man sich alles viel besser vorstellen. Bei mir war das jetzt mit der Feuerqualle der Fall. Wer schon mal so ein Ding gesehen hat, welches von oben aussieht wie eine Mischung aus Atompilz und Pfirsichkompott, kann sich an Hand der Modellierung ungefähr den Konvertierungsfaktor ausrechnen, den es braucht, um das ganze andere Glasgeschirr an der Decke richtig zu sehen.

Ich sehe mir die größeren Tiere an. Strange_Core ist auch nicht mehr da. Noch mal um die Pinguine rumgetingelt und nach draußen. Ein echter Profi gibt nie seine Tarnung auf. Wie ging es jetzt weiter? Ich glaube, mich zu erinnern, dass dann ein Becken kam, in das man von oben hineinsehen kann. Da waren ein paar Hafenfische drin. Die haben dann so einen Hafen nachgebaut, mit Sand, Steg und Einkaufswagen im Wasser. Die Treppe runter. Wie Ralph Fiennes in Brügge in „Brügge sehen und sterben“. Ich kann mich nicht mehr so gut an den Abschnitt erinnern, aber ich glaube, ich bin hinter den Kästen langgeschlichen. Ja, das hab ich gemacht. Rückblickend betrachtet wirkt das auch wie in „The Mexican“, in der Szene, in der man zum ersten Mal die zwei Killer sieht. Nur eben ohne Getränke und ohne Schlürfgeräusche. Eigentlich könnte man, wenn das hier echt wäre, da auch was für’n Film draus machen. Das kann man in diesen metaphysischen Profikillerkomplex einbauen, der mir schon länger im Kopf rumschwebt. Und wenn nicht, kann man das aufziehen wie bei der Körperweltenausstellung in „Casino Royale“. Da beharken sich ja auch Daniel Craig und der andere, ohne dass die anderen Besucher das mitkriegen sollen. Zwei Gegner, die sich gegenseitig sehen, aber überraschen wollen und darauf achten müssen, keinen Radau zu veranstalten. Niemand soll was mitbekommen. „Hallo“, denke ich und winke Strange_Core zu. Sie winkt zurück. Kann es sein, dass sie mich erst jetzt bemerkt? Glaub ich nicht. Wirkt aber so.

Dann ist da noch so ein rundes Becken. Zylindrisch. Drin sind Heringe oder so was. Ein riesiger Schwarm. Man denkt, man könnte reinfassen. Moment mal, da ist eine optische Täuschung drin. Auf dem Boden die Schatten, die sehen wie echte Fische aus. Und möglicherweise spiegelt sich hinten was. Gegenüber noch ein mittleres Becken. Das danach interessiert aber mehr. Schön groß, mit mehreren Kuckflächen. Mir fallen so ziemlich zum ersten Mal (eigentlich beim Vorgänger schon) die „Nähte“ in den Scheiben auf. Sind nur ganz schwach zu sehen. Auch nicht zu spüren. Mag daran liegen, dass die wahrscheinlich nicht so ‘nen Riesen Ömmel gießen können. Aber das Rundbecken hat’s echt drauf. Und die Fische. Wie hießen noch gleich die Dinger mit den Löchern vor den Augen und den vier Fortsätzen unterm Maul? So einen hatten die da. Wunderhübsch. Mir fällt an Hand dar Schwebeteilchen auf, dass das Wasser rotiert. Gegen den Uhrzeigersinn. Deshalb stehen die zuweilen auch schwimmend. Wie machen die das nur? Ich weiß ja ‘n paar Sachen über den Energieerhaltungssatz, aber wenn Reibung auftritt, nimmt Ekin einfach ab. Das Wasser muss also unablässig bewegt werden. Ein Rührwerk haben die da oben auch nicht reingepackt. In der Mitte eine Stange? Fehlanzeige. Wie macht ihr das? Wahrscheinlich sind dazu die zwei Spalte da. Mit denen kann Wasser gezielt reingepumpt werden. Ja, so wird es sein. Auf der anderen Seite sieht man schwach die Besucher durchscheinen. Da kommt einer. Der Assassine lädt die Waffe, berechnet die extreme Lichtbrechung des Wassers mit ein und wartet auf den richtigen Zeitpunkt …! Ich übertreibe es langsam. Hm. Kann es sein, dass … naja, das kann ich bei dem nächsten Text mit einbeziehen. Ich setz mich auf eines der runden Holzdinger. Wir betrachten Viecher, die sich im Sand-Aquarium Tunnel bauen. Dann geht es aus dem Flügel wieder raus. Ich gehe vor, an dem Mini-U-Boot vorbei, rein in den etwas kleineren Raum. Besser beleuchtet, doch kein Aquarium. Nur Bilder. Und so’n Ding in der Mitte. Ellipsiger Grundriss. Grau. Undurchsichtig. An der Rückseite offen, aber abgesperrt. Ist gerade keiner da? Gut. Drin. Was ist das? Ah, so ‘ne Art Mini-Kino- Das sind dann die Stühle. Das war, was ich wissen wollte. Hab mich überdurchschnittlich lange darin aufgehalten.

Freitag, 20. August 2010

The Skizzenfestival Diaries - Teil 9

Der Morgen danach. Ich bin fast fertig mit dem regulären Bericht. Wir waren bei der Ausstellung angelangt. Mom braucht ‘ne Pause. Mario hab ich ihr schon gezeigt. Nein, ich will wirklich nischd trinken. Er ignoriert es. Macht nix. Nach diversen Erklärungen über die Anwesenden will ich mein Portemonnaie rauskramen, um was am Stand zu kaufen bzw. das Buch zu bezahlen. Kein Portemonnaie, ich krieg Geld. Super. Und, ob ihr das jetzt glaubt oder nicht: Das, was ich mir hole ist … ein Skizzenbuch. Kurz vor absolutem Ladenschluss, wo ich es eigentlich nicht mehr brauche, hör ich mit meiner Zettelwirtschaft auf. Das brauch ich, um mich daran zu gewöhnen. Zum Üben. Nächstes Jahr trete ich mit ‘nem Skizzenbuch an. Wehe, das hält sich bis dahin. Ich zeig noch alles zu Ende. Mom wollte ‘ne Tuschezeichnung von den Läden, und dabei hängt so was schon auf der Ausstellung. Da, bitte. Foto und fertig. Und die krummen Rückenmalereien, die fast gut sind. Dann gehen sie. Im Hof noch mit Mario und Konsorten gequasselt. Wenig später in die Kulturschmiede. Was dort passierte, erläuterte ich bereits. Ich hab nicht mal Billard gespielt. Und mein schwarzer Stift ist alle.

Macht euch noch ein paar schöne Tage, solange ihr noch ein paar schöne Tage habt.

The Skizzenfestival Diaries - Teil 8

In der Früh. Ich werde geweckt. Viertel elf. Na toll, Vormittag im Arsch. Auch weil wir keine Erdbeeren mehr kriegen zwecks Erdbeertorte. Der erste Workshop fing um zehn an, den kann ich ja jetzt wohl vergessen. Den auch nicht. Keinen Bock auf Einkaufen, das Ginger Ale von gestern Abend hat wider Erwarten die Nacht überlebt. Hab die ganze Zeit Mind Heist von Zack Hemsey im Kopf, weil heute die Premiere von Inception ist. (Mind Heist war das Musikstück aus dem Trailer.) Gehe zu Fuß zum Speicher. Es pieselt ein wenig. Mind Heist. Als ich beim Speicher ankomme, ist fast keiner mehr da. Alle verstreut, am Arbeiten für den Vormittags-Workshop oder sonst wie unterwegs, irgendwo untergestellt und sich Kaffee bestellt. Verständlich und auch das einzig Angebrachte bei dem Wetter. Es erzeugt bei mir immer so eine Alle-sind-zerstreut-äh-verstreut-und-das-deprimiert-mich-ein-wenig-aber-irgendwie-hat-das-was-was-diesen-Moment-anhebt-keine-Ahnung-ob-das-wirklich-eine-Anhebung-ist-oder-einfach-nur-die-veränderte-Wahrnehmung-Stimmung. Ich schreibe an meinem Bericht, denn gestern hab ich mitten im Schreiben bei Hiddensee abgebrochen. Dieses Kapitel (für den Leser: alles vor dem Satz „So, wir sind jetzt in der Kulturschmiede“, also vor Teil 5) schließe ich ab. Der Regen ist zwar nicht allzu stark, da kenne ich stärkere Kapriolen, aber so schwach ist der auch nicht mehr, um genau zu sein, war der schon auf dem Weg hierher als richtiger Regen klassifizierbar, so dass sich normale Menschen (die man im Speicher stets vergeblich sucht) eine Regenjacke anziehen würden, also so ein Drüberwürgding, bestehend aus einer dünnen Plane. Auf Grund dessen bilden sich in der Plane im Hof, die als Teilüberdachung dient, Pfützen. Diese sollten nach Möglichkeit nicht zufällig dem Druck nachgeben und einen kurzen, aber heftigen Wasserfall induzieren, sondern von Zeit zu Zeit abgelassen werden. Dies ist auch genau das, was ich in den Schreibpausen mache. Lieber mehrere kleine Überraschungen als eine große. Den auch nicht. Gehe dann auch irgendwann mit den Anderen rein (also die Mitarbeiter und andere Participants), setze mich im zweiten Stock an den Tisch und löse Rätsel in einer Zeitung, die da so herumlag, während einige Participants Stempel aus Radiergummis schnitzen. Ich mach mein Sudoku (ich bin geradezu süchtig nach dem Scheiss, ja ich weiß, Mainstream und so, aber Kreuzworträtsel krieg ich oft nicht raus, ich bin nicht so der kreative Sprachtyp, ich bin ein Logiker). Strange_Core hat ihr Cajón dabei. Ich dachte zuerst, dass das Cachon geschrieben wird, ließ mich später eines Besseren belehren. Wasn das, dachte ich mir. Ein Akustikschlagzeug, wie sich im Gespräch herausstellte. Dies gab sie zur Bemalung frei, siehe dazu die Loreley von Guitar Guy. Ein Akustikschlagzeug? Als sie es dann aber mitbrachte, war mir alles klar. Genau so ein Ding hatten die Bummms Boys auch bei ihrem Konzert dabei. Ihr wisst schon, diese quaderförmigen Kisten, auf die man sich draufsetzt und mit den Händen drauf rumtrommelt. Ich hatte es am Sonntag schon gesehen, beim Kaffeeausschank hatte Strange_Core darauf gespielt.

Dann, kurz nach drei, fängt Tills Workshop an. Den kenne ich, könnte der neueste von The Cure sein. Ist gerade in den Charts. Nee, der ist nicht von The Cure. Mit Kreide Dinge auf der Straße ergänzen. Und dabei Werbung für die Vernissage vom Skizzenfestival zu machen. Robina und ich ab, die Ossenreyer versorgen. Aber erst an die Betonwände. Den auch nicht. Unser Logo dort hin. Gegenüber ein orangener Typ als Umriss an die Wand. Das Innenliegende vom Dreck befreit, damit das besser wirkt. Dann ein zerlaufenes Eis vor Janny’s, paar Schuhsohlen vor Deichmann, und dann der Hinweis, sich das Banner oben in der Straße mal anzusehen. Und dann … die Idee. Vor der Kreuzung, ähm, auf der Kreuzung vor dem Löwenschen Palais der ultimative Hinweis. Riesengroß unser Logo und der Zeitpunkt. Schön groß erst mal den Ring abstecken. Die Leute denken, wir markieren einen Gefahrenbereich und gehen drum herum. Der Kreis wird dann dicker gemacht. Dann der Strich durch. Den auch nicht. Ich sehe gerade diversen Menschen beim Billard-Spielen zu. Den auch nicht. Robina war noch beim Verbreitern, da hab ich mich so langsam an den Papierkorb gemacht. Zwischendurch fragten mehrere Passanten, was wir da machen. Wir erklärten. Und Robina verteilte Flyer. Als wir dann endlich mit dem Riesenteil fertig waren, fiel auf, dass die Scheiss-Pflastersteine stören. Das Bild wird unhomogen. Deshalb die wichtigsten Hinweise nochmal auf den Fußweg. Den auch nicht. Ich werde langsam müde, scheisse. Letztes Jahr um die Zeit war ich nicht mehr weit von der Abreise entfernt. Kommt mir bekannt vor. Klingt wie der vorletzte Titel von un dìa. Verdammt noch eins, das IST der vorletzte Titel von un dìa. Sabres of Paradise waren das, glaube ich. Ein Nachsehen genügt. (Anm.: un dìa ist ein Sampler, den ich mal in zwei Wochen zusammengetackert habe, und es waren nicht die Sabres of Paradise, es war Empire of the Sun - Country) Ja, das ist das, was ich jetzt brauche, um weiterschreiben zu können. Nach den paar Büchern vor Weiland haben wir dann ‘ne Fläche entdeckt zum Hinlegen, also Silhouettenzeichnungen. Wer zieht den Kürzeren? Wir nehmen jeder ein Stück gleiche Kreide, so dass wir zwei identische Stücke haben. Ich breche ein Ende ab, drehe die beim zweiten Versuch so, dass das abgebrochene Ende nicht oben herausschaut. Robina zieht den Kürzeren. Legt sich hin, zeigt zum Speicher, ich mache schnell. Sollen nicht allzu viele sehen, dass sich hier jemand hinlegt und einer kritzelt drum herum. Ja, wir wissen, dass das Sylvain ist, nicht so laut. Den auch nicht. Kurz darauf beim Alten Markt: So eine große Zeichenfläche, und dann ist das Miststück gepflastert. Wo gehen wir als nächstes hin? Theater oder Parkhaus? Ich würde mal sagen: Beides. In umgekehrter Reihenfolge. Beim Parkhaus kann man nicht so viel machen, deshalb gehen wir nach kurzem Aufenthalt weiter zum Theater. Es fällt auf, dass wir verdammt wenige Fotos gemacht haben. Beim Theater schreibt sie unseren Schriftzug drauf, während ich aus einem Mülleimer eine Getränkedose mache. Sprunk. Meine GTA-Sucht wurde nicht ausreichend entzogen. Den auch nicht. Wir begegnen noch zwei Participants. Wir bieten den gemeinsamen Rückweg über Ossenreyer an, sie lehnen ab. Kontrollgang. Ehm, was steht da für ein großer Wagen in der Nähe von unserem Logo? Ist das etwa die Straßenreinugung? Ey? Wollt ihr das etwa wegmachen? Aber dann war es doch nur ein normaler Transporter. Unser schönes großes Logo zerlatscht, und das Banner ist weg. Man erkennt das Logo zwar noch, aber wer bleibt da noch stehen, bei dem Verkehrsfluss? Aber eine geile Aktion war es trotzdem. Das kleine Logo weiter vorne unter dem jetzt nicht mehr vorhandenen Banner ziehen wir nach, ebenso die Deichmannschuhe. Wir begegnen den 3D-Menschen, ich schaue im Laden vorbei. Alles grün. Unsere Hände sind mittlerweile extrem schmutzig. Wir machen noch einen Spongebob vor die Apotheke. Wieso malen wir einen Spongebob vor die Apotheke? Auf dem Neuen Markt die spontane Idee zu unserem finalen Werk. Den auch nicht. Die Straße ist gut sichtbar, wird aber selbst nur schwach begangen, aber der Fußgängerweg daneben wird stark frequentiert. Machen wir da den Hinweis. Diesmal mit Lageplan. Und Kirche. Und den größten Buchstaben. Ich muss mich strecken, um die zu malen. Muss wie beim großen Logo korrigieren, nehme dazu das Wasser aus meinem Rucksack. In das Gebäude lassen sie uns, um das zu knipsen, nicht rein, also muss die Treppe reichen. Sie reicht. Wisst ihr, was mir gerade auffällt? Die haben die Bilder abgehangen. Ist auch besser so.

Denhattenwirschondenauchnicht. Hatte gerade ein interessantes Gespräch mit Maki. Hatte irgendwie etwas Beruhigendes. Ich weiß genau, welcher Titel dazu hätte laufen müssen, mir fällt jetzt nur der Name nicht ein. Aber De Phazz - Café Coca hätte auch gepasst. Damit gehört sie zu den wenigen Menschen, denen ich persönlich davon erzählt habe und die auch die genaue Funktion dieses Blogs kennen. Und von denen ich eine Visitenkarte habe. Btw: Die Musik ist aus.

Ein Lied spielen sie noch. Wieder das Peter Fox-Lied (Schüttel deinen Speck). Ich glaub, dann schmeißen die uns raus.

Wo war ich? Der Neue Markt war also auch versorgt. Zurück zum Speicher. Dreipacken minus zweipacken ist gleich ab nach Hause. So, nochmal Schüttel deinen Speck. Ich hab Hunger. Es gibt Grillzeug. Nein, ich kuck jetzt nicht Strange_Core und ihrer Freundin beim Tanzen zu. Ich muss fertig werden. Nach dem Essen hau ich mit Toralfs Fahrrad wieder ab. Stelle es ins Büro. Die Vernissage hat noch nicht begonnen, obwohl es neun ist. Da macht Robert die Ansprache. Strange_Core hat sich hübsch gemacht. Ausstellungseröffnung. Die Jungs haben eine Idee für einen Workshop nächstes Jahr. Man kann mit der „Zeichne-ein-Bild-zu-dem-Dialäggd-Wort“-Idee was anfangen, aber das langt nicht. Kurz nachdem ich mit Drüberschauen durch bin, rollen die Ellis an. Ich erkläre ihnen alles, wir fangen oben an. Das Greifswald-Panorama. Ich erkläre ihnen den „Sketch your Type“-Workshop, der hier oben begonnen hat. Einen Stock weiter unten, da, wo ich die CDs hab machen lassen, die Daumenkinovorführungen. Und das Herausfinden, dass wir tags zuvor auf Hiddensee waren. Ich hatte mir dafür für diesen Tag einen Modelldialog zurechtgelegt: Habt ihr heute das Flugzeug genommen? - Ja. - Wart ihr gerade über Hiddensee? - Ja. - Dann seid ihr gerade über mich drüber geflogen.

Mom will sich setzen.