Mittwoch, 12. Oktober 2011

Summe von Säumnis und Verzicht

In einem vorangegangenen Artikel schrieb ich bereits über ein Phänomen, das ich Septemberwochen nannte. Zwar ist mir der Name dafür erst in diesem Jahr eingefallen, existent sind sie (wie zu lesen war) bereits seit September 2008. Letztes Jahr ließ ich sie aufleben, in Anlehnung an dieses erste Mal. Auch dieses Jahr war das der Fall. Es wird zu einer Tradition.
Was die einzelnen Kennzeichen sind, erwähnte ich bereits. Hinzufügen muss ich, dass dieser Zustand es fertig bringt, selbst im November seine Wirkung zu zeigen („Irgendwann im November …“). Dadurch können auch dort Zeitfenster genutzt werden. Dann aber muss eine allgemeine Herbstwirkung dafür verantwortlich gemacht werden. Angesichts des evolutionsbiologisch bedingten jährlichen Hormonzyklus fällt das leicht.

So viel zu allgemeinen Betrachtungen, weshalb es den Zustand gibt. Der Titel dieses Eintrages und derjenige von „Ist der Sehnsuchtsmonat“ entstammen beide aus einem Lied, welches meiner Meinung nach als Paradebeispiel zur Beschreibung geeignet ist. Es befindet sich auf einer CD namens Jazz Lyrik Prosa 2. Diese besteht aus der Aufnahme eines, öhm ja, Auftrittes, bei dem abwechselnd Einzelkünstler und Jazzbands in Erscheinung traten. Der neunte Titel, von Uschi Brüning und Enfant vorgetragen, ist das eingangs erwähnte Lied.

Nun habe ich die Septemberwochen also als solche festgehalten, auch wenn es sie vorher schon gab. Da ist natürlich preußischer Reglementierungsbedarf vonnöten, um einem Außenstehenden zu zeigen, wie denn das Ausleben der Septemberwochen aussieht. Es geht besonders ums Filmekucken (spezielle Filme) und darum, schmackhaftes Essen zu kochen, welches man aus was für Gründen auch immer im Rest des Jahres nicht zubereiten würde. Hier hingegen hat man die finanziellen, zeitlichen, personellen und räumlichen Gegebenheiten an einem Punkt konzentriert.
Was gibt es für Essen? Nun, auf Nährwerte wird hier keinerlei Rücksicht genommen. Es wird gekocht, was man eben will. In erster Linie kommen die Rezepte aus der französischen Küche, können aber auch völlig selbsterdacht sein. In der Regel ist viel Fleisch im Spiel. Eine Konstante ist der Thé à la menthe, auf den ich bereits bei der letztjährigen Ausgabe der Septemberwochen zu sprechen kam.
Was gibt es für Filme? Ich spreche dabei gerne von Startberechtigungen, das heißt, jeder Film, der während dieses Zeitraumes angesehen wurde, ist auch in späteren Ausgaben „startberechtigt“. Das sind zunächst mal die Reihe der zehn, also die zehn Filme, die beim ersten Mal 2008 liefen. Dies sind Französisch für Anfänger, American Gangster, Liebe um jeden Preis, Kleine schmutzige Tricks, The Da Vinci Code, Zusammen ist man weniger allein, Ocean’s Twelve, Magnolia, Mathilde - Eine große Liebe und 21. Letztgenannter ist der einzige Film aus dieser Reihe, der nicht in meiner Top 50 ist. Eine Anwesenheit in meiner Top 50 bedingt allerdings keine Startberechtigung. Zwei Teile der Fast & Furious-Reihe sind in der Top 50, aber diesen würde ich keine Freigabe geben, da sie nicht in das Programm passen. Dafür gibt es andere Filmanlässe.

Wie lässt sich die diesjährige Ausgabe zusammenfassen? Dazu sei zunächst gesagt, dass es sich um eine Saison handelt, die noch nicht vorbei ist. Es geht also weiter, aber die Hauptveranstaltung ist selbstredend über die Bühne gegangen. Zeitlich war sie besser aufgestellt als die 2010er-Ausgabe, obwohl sie im Kern genauso lange dauerte. Der Ausklang hingegen machte es, er ging tief in die folgende Woche hinein und blieb nicht auf das Wochenende begrenzt. Kulinarisch gesehen war es diesmal ein voller Erfolg, denn die Rezeptbreite war größer und die Ergebnisse umso besser gelungen. Nicht zuletzt, weil überhaupt von Rezepten Gebrauch gemacht wurde. Ich war ein gutes Stück besser auf den Zeitraum eingestellt. Es war intensiver und setzte in der Qualität Maßstäbe. Den Ablauf gibt es im nächsten Eintrag.

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