Dienstag, 30. August 2011

The Skizzenfestival Diaries 2011 - Teil 5

Der nächste Tag begann schon mal doof. Hab gehört, wie sich Ellis stritten. Ach verdammt. Wieder wegen irgendeinem Mist. Bin dann los, ohne mich zu verabschieden. Das sind erwachsene Leute, die müssen damit klarkommen. Heute steht der Spielkarten-Workshop unter der Ägide von Maki und Annette auf dem Plan. Ist eine eher komplizierte Planungsstruktur, aber nicht undurchdringlich. Vom Grundsatz her macht jeder eine Karte des 60-teiligen Kartensets. Dazu sucht sich jeder eine Person, die er darstellt, zeichnet diese zunächst (ich hab Elena gewonnen), überträgt diese Zeichnung auf Linol und schneidet dann. Ich glaub, Frau Apitz war heute auch da. Die hat natürlich die entsprechende Erfahrung (als Kunstlehrerin). Und sie hat ihre Enkelin dabei. Da ich Elena nach wie vor nicht so hinkriege, wie ich mir das vorstelle, entscheide ich mich für Fotounterstützung. Ob es damit besser wurde, mag ich nicht entscheiden, zumal ich den Fehler gemacht habe, mich an den Profilschnitten in den Aushängen zu orientieren (keiner sonst hat Profil gemacht). Irgendwie hab ich auf dem Linol eine passende Skizze zustande gebracht. Was nun? Erst mal so einen feines Linolmesser nehmen und die Umrisslinien wegmachen. Hab, kurz nachdem ich damit fertig war, gemerkt, dass das wohl eher keine gute Idee war, aber wurst. So heftig zieht das nicht ins Gewicht, wie ich später merkte. Bin damit auch relativ schnell fertig, so dass ich Kathi das Messer geben kann. Mache den Probedruck, mache mit dem großen Schaber den untenstehenden Überhang weg. Oben bleibt zwar noch ein Muster über, weil ich die komplette Ecke nach unten ausgehöhlt habe und demzufolge kein Druckwiderstand gegeben ist, der das Papier unter der Presse oben halten könnte, aber das sieht gut aus. Also bleibt’s stehen. Dann noch die Zahl und der Name auf den Kartenentwurf. Dazu wurden solche Licht-von-unten-Tische und Bögen mit abdruckbaren Zeichen gereicht, ihr kennt diese Dinger, die man irgendwo drauflegt, dann schabt man da mit einem Gegenstand drüber, dann zieht man den Bogen ab und dann heftet der Buchstabe auf dem Objekt. Das ist einfacher als es aussieht. Dass man den jeweiligen Buchstaben richtig macht, sieht man daran, dass er dunkelgrau wird, weil vorher ja keine Luft dazwischen war, jetzt aber schon, was die Trennung vom Bogen bedeutet. Und fertig ist das Zeichen. Uns gehen aber langsam die „a“s aus. Was mich wundert, denn als jemand, der was über Kryptologie weiß, hätte ich dafür eher die „e“s und die „n“s erwartet. Abhaken, Namen auf die Matrize und Matrize auf den Musterbogen. Fertig. Jetzt kann ich in Ruhe Rundohr nerven, der die Wand für den Nachmittag vorbereitet. Also weiß anmalt. Damit wir mit Schwarz drübergehen können. Denn wir gestalten die Wand neu. Hat er gut hingekriegt, das Weiß. So, was mach ich nun? Seitdem schreib ich. Und sitze Modell. Denn inzwischen gab es ein Update auf der Zeichnerliste und bei den Auswahlkarten, so dass ich jetzt, im Gegensatz zu vorhin, wieder zur Auswahl stehe. Ich bin der Schreiber, mit der Feder in der Hand.

- Über Rudi rüber rubbeln - (Annette) Nach der Nachmittagspause stehen das Anmalen der Wand und das Herstellen der Schachteln auf dem Plan. Btw, hatte ich überhaupt bereits erwähnt, dass heute erstmalig während des Festivals die Sonne mehr scheint? Yay, Sonnenmacher! Ich mach erst mal Mittag. Gehe zum Bäcker von gestern. Also zum Schablonenbäcker. Bestelle mir eines von diesen überbackenen Dingern. Lecker. Aber danach direkt zurück. Und weil es mir angeboten wurde (da ich fertig bin), geh ich zu den Kisten. Der Einstieg ist wahrlich erklärungswürdig, aber wenn man so ein Ding erst mal gebaut hat, kann man es. Dazu verwenden wir eine Menge sogenannten komischen Leim. In diesen Kartoffelsalatbehältern, eine zähe Masse, also etwa wie Pferdecremefett. Zur Ermutigung zeigt uns Manja zwischenzeitlich den ersten fertigen Bogen. Sieht gut aus. Nach zwei vollständigen Schachteln hab ich Rückenschmerzen. Schreib nach, mach Fotos und verdrücke die Streuselschnecke, die ich mir gekauft habe. Damit habe ich zum ersten Mal in den Diaries in die Zukunft geschrieben, denn jetzt, genau zu diesem Zeitpunkt, in welchem ich das Original schreibe [also den zu Papier gebrachten Entwurf, Anm. d. Verf.], gibt es die Schnecke noch. Und Strange_Core und die Maler tanken wieder Sonne. Das haben sie heute Vormittag schon gemacht. Rundohr freut sich total, dass endlich wieder Sonnenschein ist. Das tun wir alle. (Ach so, der Vermerk zur Sonne sollte erst hier kommen.)

In der Zwischenzeit bereitet Maki das Bild auf der nunmehr weißen Wand mit Bleistift vor. Sie hat dazu ein paar Skizzen von der Werkstatt angefangen. Oder sollte ich sagen: Kwerstatt? So stand es beim heutigen Aushang, links neben dem Eingang zu selbiger.
Wenig später bin ich der Zweite, der an der Wand steht. Zunächst ergänze ich Makis Vorzeichnung. Das ist wieder so ein Moment, der einen tief im Inneren beruhigt. Wie letztes Jahr, als wir in der Kulturschmiede sprachen.
Es dauert nicht mehr lange, als sich weitere hinzugesellen. Einer macht an der Treppe eine Schreibmaschine. Wir überlegen, was noch drankann. Ich hab keine technischen Skizzen in meinem Buch, schon zweimal gekuckt. Entscheide mich dafür, eins von den Fahrrädern zu nehmen. Dauert länger, als gedacht. Ach ja: Während ich bei Maki mitmale, spielt Rundohr auf seiner Gitarre (die übrigens eine andere ist als die Loreley vom letzten Jahr) und erneut Strange_Core auf ihrem Cajón. Dann habe ich eine Idee. Ich war ja letztes Jahr ein bisschen zu spät damit, Rundohr beim Aufnehmen einer Version von Wonderwall zu erwischen. Stelle daher meine Kamera auf. Allerdings macht meine SD-Karte das nicht mehr allzu lange mit, so dass die Aufnahme nach 6 min 23 s endet. Später spielen sie auch Wonderwall. Vielleicht spielt er es morgen nochmal. Oder übermorgen. Und wenn nicht freiwillig, dann regeln wir das mit fünf Euro. Ich mach heute Abend noch die SD-Karte leer.
Nachdem das Fahrrad irgendwie fertig war, fing Sylvain direkt mit einem Schriftzug an. Ein spiegelverkehrter Festiv…

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