Sonntag, 4. September 2011

The Skizzenfestival Diaries 2011 - Teil 6

"Meine Glaubwürdigkeit steckt in diesem Bier." Anna, in dem Moment, in dem wir bei ihr sind um zu duschen. Ich fand das Zitat ziemlich gut. So, wo war ich? Gleichzeitig mit Sylvain fing Elena an, sie macht einen Schriftzug im gleichen Stil für die Spielkartenfabrik. Beide arbeiten mit verdünnter Farbe, bei Sylvain wird das irgendwie zum Verhängnis oder auch nicht: Die Farbe läuft in einzelnen Tropfen runter. Aber das sieht gar nicht mal so doof aus. Das Scannen kommt dann auch irgendwann. Ich mach wieder alle drei Lesezeichen und habe damit die Anna-Skizze reinkompensiert. Nix mehr auf der Wartebank. Und später wird das Ergebnis präsentiert: Die Bögen sind fertig gedruckt, sie müssen allerdings noch geschnitten werden. Ehm ... ich hab da noch n wichtigen Arzttermin ... ach egal, es sind eh zehn Cuts pro Person. Da es diesmal Essen am Bahnhof gibt, gehen alle etwas später. Dann rufen Ellis irgendwann an. Sie wissen, dass es heute länger dauert, und daher wollen sie mir ein Fleece-Shirt vorbeibringen, zumal sie eh noch zum Laden müssen. So gegen acht, als die meisten weg sind, sind sie dann da. Und geben Instruktionen für die folgenden Tage, also dass sie nicht da sind. Zumindest ziemlich lange. Während also viele gegangen sind, haben ein paar angekündigt, nach dem Essen nochmal wiederzukommen. Ich bleib durchgehend. Hab meine Kopfhörer zu Ende gemalt. Überlege, was man machen könnte. Überlege, Tribals oder das diesjährige Logo zu machen, entscheide zu Gunsten eines Strichcodes. Versuche, den heute noch fertig zu bekommen, aber das ist utopisch. Aber man kann erkennen, dass es ein Strichcode wird. Irgendwann, viel später als ich dachte, kommen die Anderen tatsächlich, kommen aber nicht mehr dazu, die Wand zu bemalen. Weil die Farbe dann auch bald eingesammelt werden muss. Erst jetzt bemerke ich, wie lang ich heute geblieben bin. Hatte beim Strichcode zumeist Stuck in the Middle with you, dann Down in Mexico und dann Hegenberg. Da mittendrin sind Ellis gekommen.

- Lieber von hinten fotografieren als von vorne zeichnen. - Hat gerade einer von uns am Hafen gesagt. Also, den Strichcode hab ich bei weitem nicht fertig gekriegt, dafür setzt das Aufräumen ein. Ein Einblick in die Internas ist immer interessant. Feger, Pappe wegräumen, und Pinsel auswaschen. Relativ schnell kommt, wie immer, der Gedanke auf, wohin zu gehen. Ist ein guter Gedanke, an den ich mich immer anhänge. Allerdings hängt mir der Magen auf halb acht, so dass ich erst mal in die Essbar will. Da vorerst nichts aufzuräumen ist, die Anderen aber noch warten, gehe ich schon mal los. Das hat den Hintergrund, dass ich einer Taktik folge: So habe ich einen Vorsprung und kann die Getränkekarte prüfen. Die Karte vom Ben Gunn. Da wollten sie hin. Haben diskutiert, ob Ben Gunn oder Kulturschmiede. Wäre das siebte Mal, dass ich mit Strange_Core da bin. Also, Ben Gunn. Laufe los. Als ich bei Janny’s Eis vorbeikomme, fällt mir ein, was ich vergessen habe: Geld abheben. Denn die 20 Euro sind fast alle, weil ich mir heute ein neues Skizzenbuch gekauft habe. Mein Ziel ist es, dieses Buch noch in diesem Festival zum Scannen zu bringen. Dafür muss ich das andere vervollständigen. Es sind noch 40 Seiten frei. In den letzten paar Tagen hab ich zwar den Inhalt fast verdreifacht, aber 40 Seiten sind 40 Seiten.

Ich gehe also zurück zur Bank, wohlwissend, dass ich damit wahrscheinlich den Vorsprung vollständig verliere. Gehe also zur Bank, will 30 Euro abheben. Er bietet 20 an. Mache das, kommt mir aber zu wenig vor. Hebe also nochmal 20 Euro ab. Gehe dann zunächst zum Alten Markt, weil ich ja wissen will, was die Karte hat. Natürlich ist das Ben Gunn nicht direkt am Alten Markt War ja klar. Hab aber eine Ahnung, in welche Richtung ich muss. Finde da aber nix. Nach weiterem Rumgerenne entscheide ich mich, zur Essbar zu gehen, weil die Küchenöffnung langsam dahinschwindet. Gehe also zur Essbar. Auf dem Weg dorthin begegnet mir ein Typ im weißen Hoodie. Sehe ihn nochmal an. Hat der sich in zwei verwandelt! Gleiche Größe, gleiche Klamotten. Ich ... stand so da und dachte: Was? Ist das ein Déja-vu oder hat sich Smith besser getarnt? Fehler in der Matrix.

Bin eine Minute später bei der Essbar. Nanu, keinerlei Beleuchtung eingeschaltet. (Mir fällt gerade auf, dass das der gleiche Teilsatz ist wie bei der Wiki-Beschreibung der Ishimura in Dead Space 1. Angst.) Hm. Öffnungszeiten blabla, alles in Ordnung ... ach verfucking, da hängt ein Schild: Am 25. + 26.7. geschlossen. Wir haben momentan noch den 26. siebten. Merde. Such ich weiter das Ben Gunn. Gehe die Straße runter. Dann fällt mir ein, dass das doch beim Markt sein soll, und ich gehe die nächste Straße nach links. Und dann Richtung Markt. Da höre ich eine vertraute Stimme. Und sehe den Besitzer: Rundohr.

WTF? Am Hafen spielen sie gerade Hold tight von Dave Dee, Dozy, Beaky Mick, Tich und nicht Pete. Ich steh gerade so ein bisschen abseits. Und nein, da kommt in den nächsten Momenten kein Chevy Nova.

Also, Rundohr. Sie stehen mitten im Markt, ich schleich mich an. Stelle fest, dass mindestens die Hälfte fehlt. Sind ins Kino, Harry Potter schauen. Überlege ernsthaft, dieser Vorstellung beizuwohnen, aber erstens fängt die in nicht mal zehn Minuten an, zweitens hab ich den schon zweimal gesehen. Schließe mich der Baggage also an, die wie geplant erst teilweise bei Ana duschen und dann in Ben Gunn will. Der Weg ist überraschend kurz, weil blackmail.blackmail.blackmail.blackmail.blackmail.blackmail.blackmail.blackmail.blackmail.blackmail.blackmail.blackmail.blackmail.blackmail.blackmail.blackmail.blackmail.blackmail.blackmail.blackmail.blackmail.blackmail.blackmail.blackmail.blackmail.blackmail.blackmail.blackmail.blackmail.blackmail.blackmail.blackmail.blackmail.blackmail.blackmail.blackmail.blackmail.blackmail.blackmail.blackmail.blackmail.blackmail.blackmail.blackmail.blackmail.blackmail.blackmail.blackmail. Die anderen kommen nicht hinterher, weil Anna anscheinend einen verstorbenen Vogel entdeckt hat und wir jetzt überlegen, was wir damit machen. Wir decken ihn ab. Keine örtliche Feuerbestattung. Dann gehen wir rauf. Mir fällt eine Skizze an der Wand auf, mit der Beschriftung „Les fils d’Arianne volent au vent.“ Diese Zeichnung kenne ich vom zweiten Festival, in meinen Augen eine sehr, sehr gute. Der erste fängt mit Duschen an. Anna macht den Plattenspieler an. Ich sehe mir die DVDs an. Erst jetzt bestätigt sich mir der Verdacht, dass es doch mehr Menschen gibt, die Original-DVDs nehmen. Hm. Was haben wir hier so alles? Sowiesowiesowieso. Marzipan oder Lakritz? Ist gerade die Frage. Manche sind für Lakritz, die wenigsten vertreten einen Ganz-oder-gar-nicht-Standpunkt. Ich denke irgendwie gerade an Bullrun - Loose Ends. Da klingelt das Skizzophon. Anna sucht es wie verrückt. Dabei fällt die Flasche um und verteilt ihren Inhalt über dem Papier. Der Schaden kann behoben werden. Es ist Till. Er ist mit paar Leuten zum Hafen in den Anker gegangen. Die Frage, die sich dann stellt, ist die, ob wir den Ben Gunn-Plan aufgeben und stattdessen dorthin gehen. Till hat angeblich Wein, was die Entscheidung nochmals vereinfacht, und im Anker gibt es das Bier in einer Flasche. Müssen Hatte ich schon erwähnt, dass ich mir ein neues Skizzenbuch besorgt hab? Wir überlegen, wie das dann mit der Aufteilung wird. Denn bei Till sind bereits fünfzehn Leute und wir sind „so circa zwölf Leute“. Zähle instinktiv nach. Wir sind tatsächlich exakt zwölf Leute. Die vom Getränkeladen, der extra lang geöffnet hat, haben seit einer halben Stunde zu. Aber wie gesagt, Anker. Rundohr hat seine Gitarre dabei, Sidekick auch, reiche sie ihm. Dann fangen sie an, die Playlist zu schraddeln. Währenddessen macht Anna die Nusstüte auf. Sie übt mit jemandem Nüsse fangen. (aaaa...happ!) Es geht andauernd daneben. Wie sehr, ahne ich, als Rundohr seine Gitarre schüttelt und dem Geräusch zufolge etwas von Nussgröße drin ist. War aber nur irgend so ein Gitarrensaiten-Justierdingens. Nachdem der letzte fertig ist mit Duschen, machen wir uns auf. Stehe dadurch zwar mit Schuhen im Zimmer, aber der Boden muss eh gemacht werden, weil vorhin der Aschenbecher umgekippt ist. Machen uns auf zum Anker. Frage Rundohr, was eigentlich mit Loreley (die Vorjahresgitarre mit Zeichnung auf der Rückseite) passiert ist. Die Kopfmechanik ist kaputt, und daher dient sie jetzt als Ausstellungsstück. Sehen nochmal kurz im Ben Gunn vorbei, zwei sind offenbar dort gelandet. Le Couple hängen ein wenig zurück, wir erreichen den Hafen. Gehen zum Anker an der Gorch Fock. Paar sitzen tatsächlich draußen, gehen aber erst rein, um Zeug zu kaufen.

Alle Flaschbier, ich frag nach etwas ohne Umdrehungen. (Das ist ein Begriff für „kein Alkohol“, wie ich irgendwann erfahren habe.) Flasche Apfelsaft, aber die kostet zehn Euro. Habe eigentlich schon abgelehnt und mich auf den Weg nach draußen begeben, da meinen sie, es würde auch im Glas gehen. Nehme daher eine Coca für einsachtzig. Gehe raus zu den Anderen. Frage Anna, wann das letzte Scannen ist. Am Tag der Ausstellung und am Hiddenseetag ist keins mehr, daher am 27.7., Aber an dem Tag ist auch die Druckbar, und dann ist verlängertes Scannen. Mein Vorhaben ist es, ein Skizzenbuch der aktuellen Reihe zum Scannen zu bringen. Dazu muss ich, wie erwähnt, das andere erst füllen.

Wir labern noch irgendwas, ich erkläre, was ich schreibe. Kriege das Angebot, dass mein Pamphlet auf der Skizzenfestival-Seite verlinkt werden könnte. Klingt gut, zumal dieser Blog dadurch mehr Aufmerksamkeit bekommen würde. Im Moment ist die Beleuchtung aber echt grenzwertig, da ich die Lampe im Rücken habe und so meine Schreibhand Dauerschatten auf die Zeilen wirft. Damit sehe ich nicht, was ich gerade schreibe. /Zwischeninfo: Im Moment befinden wir uns im 28.siebten. Schreibtechnisch.) Zwischendurch kommt Maki heran. Sie hat ihr Skizzenbuch verloren. Findet es erstmal auch nicht wieder. Sie geht dann wieder rein zu den Anderen. Es sind überhaupt eine Menge Leute drin, ich sehe Sylvain, Annette, ich glaub Salom. Wir unterhalten uns noch kurz über die South Park-Folge, in der Cartman angeblich die Anhängerschaft von diesem Mel Gibson-Film stärken will, in Wirklichkeit aber ... naja, ihr wisst schon. Und wir debattieren, was Cartman sagt, ob er jetzt Reich sagt oder ob er das rollende r in das nächste Wort übergleiten lässt und dieses dann „euch“ lautet. So dass er sagt: „Es ist Zeit für euch.“

Wie nicht anders zu erwarten, sind unter den Anwesenden auch welche, die das Zeichnen im Beruf anwenden. Einige berichten (wie einige andere in den Tagen zuvor) über Auftragsarbeiten, die sie durchgeführt haben oder noch durchführen müssen. Da auch ein nächster Tag ansteht, gehe ich dann, nachdem die ersten gegangen sind. || Nachtrag: Füg mal an der Stelle, an der wir am Hafen ankamen, folgenden Satz ein. Yeah, ich wollte sowieso zum Hafen, um die Preise für die Fähre nachzusehen.|| Verabschiedung. „Au revoir.“ – „Au revoir.“ Suche davor noch kurz Makis Skizzenbuch, finde es nicht. Gehe nach Hause, gehe pennen.

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