Freitag, 25. März 2011

Wann genau hat Hip Hop eigentlich aufgehört, zu existieren? - Teil 7

Was wirkt weiter?

Nachdem wir beim letzten Mal die Schuldigen am Niedergang des Images von Hip Hop festgestellt haben, bleibt noch die Frage, was man für sich selber machen kann. Den Gedanken, eine Aktivistengruppe aufzumachen, um das öffentliche Bewusstsein für Sprechgesang zu ändern, könnt ihr gleich mal getrost vergessen. Funktioniert nicht. Insbesondere nicht, seitdem MTV seit ein paar Tagen ein Pay-TV-Sender geworden ist. (VIVA wäre absolut ungeeignet dafür, da muss jeder selbst drauf kommen, wieso das so ist.) Keine Amnestie für MTV …

Wie man es auch dreht und wendet, Hip Hop kommt maximal in einer Retro-Welle wieder zurück nach ganz oben. Und das kann dauern. Insofern muss jeder ein Mittel für seinen eigenen Umgang finden. Was kann man also machen?

Nummer 1: In alten Platten rumkramen, die man noch nicht kennt. Ich wette, dass fast keiner „… und ich geh nicht zum Arzt“ von Fettes Brot kennt. Ist ‘ne 7-Minuten-Nummer, mit Dendemann und anderen, aus den frühen 90ern, mit einem mördermäßig klappigen Beat. Siehe dazu auch „T2wei“ und „Kabeljau Inferno“ von Deichkind. Und all das von früher … Früher war nicht alles besser. Früher war vieles früher. Aber es gab Sachen, die waren früher gut. Und sie wären es auch heute noch, wenn man die Finger davon gelassen hätte.

Nummer 2: RocknRolla oder härtere Gangarten. Zumindest den Anteil hochdrehen. Bei System of a Down anfangen und sich dann langsam auf JaKa hochdosieren. Oder irgendwas. Kann manchmal gut ablenken.

Nummer 3: Bei Trip Hop weitermachen, oder Bossa Nova, oder Lounge/Chill/NuJazz … abstrakten Hip Hop. Ist das, was ich am meisten mache. Zu empfehlen wären da insbesondere Portishead, Minus 8, Massive Attack, Faithless, Groove Armada, Fatboy Slim (falls ihr den immer noch nicht kennt), DJ Krush und DJ Shadow. Sind alles gute Alternativen, und man hat auch mal seine Ruhe vor blöden Themen. Nur Kopfhörer auf und zuhören. Ist auch die Variante, die ich bevorzugen würde.

Nummer 4: Wir gehen wieder in den Untergrund. Da wo wir mal Anfang der 90er noch waren. Lassen den Chart-Käse hinter uns und beschäftigen uns vermehrt mit kleineren Künstlern. Also eventuell doch noch weiter in der Juice blättern. Oder Eardrum von Talib Kweli wieder rausholen. Das mach ich jetzt.

Eyes may shine, Teeth may grit
And all of that shit
And you still won’t step
So what’s next?

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