Donnerstag, 7. April 2011

Du gebsch mir jetz de Boba Fedd mid oder i geb dir a negadive Bewerdung


Mit mir mögen viele nicht übereinstimmen, aber ich finde den vierten Teil der „Stirb langsam“-Reihe am besten. Nicht nur wegen Kevin Smith (Silent Bob). Was ich allerdings immer noch nicht herausgefunden habe: Auf wessen Seite steht der Film eigentlich? Pro amerikanische Konservative oder pro echte Linksliberale? Beides könnte sein. Einerseits ist es dieses Terrorismusbedrohungsszenario, jaja, leck mich am Arsch. Und (was mich wundern würde, wenn dem nicht so wäre) massiver Schusswaffengebrauch. Es ist auch das Eigen der Reihe, dass ein einzelner sich selbst an die Verteidigung macht, kann man also auch auf die Home Defense-Schiene und das liberale Waffengesetz schieben (wobei ich anmerken möchte, dass das Schweizer Waffengesetz ähnlich liberal ist, dort kann sich im Prinzip auch jeder ein halbautomatisches Gewehr besorgen). Dazu trägt auch der Originaltitel bei: Live free or Die hard.

Andererseits ist es ein beim FBI relativ hochrangig aktenkundiger Hacker (im US-amerikanischen Sprachgebrauch; bei uns wäre das mindestens ein Cracker oder ein Crasher), der die wesentlichen Impulse zur Festsetzung der Verantwortlichen liefert, der darüber hinaus zwar in der Darreichungsform für Mainstreamkonsumenten unglaubwürdige, aber zumindest offen ausgesprochene Manipulationsstrategien der Medien liefert („Alle Nachrichten sind manipuliert“, dazu müssen diese nicht unbedingt falsch sein, sie können auch manipulieren, indem man eine geeignete Auswahl trifft oder Konjunktive einbaut). Also einer, der eher in der WikiLeaks-Ecke stehen würde. Und an einer Stelle im Film kriegen wir auch zu hören, was die Jungs denn überhaupt in der Sozialversicherungsbehörde zu suchen haben: Dorthin werden die Finanzdaten transferiert, so dass Gabriel sie dort stehlen kann, ohne sich mühsam durch jede einzelne Bank zu forsten. Mit anderen Worten, es wird offen die Theorie der Nutzlosigkeit und darüber hinaus sogar die Möglichkeit der erheblichen Eigenschädigung durch die aufgestellten Terrorbekämpfungsmaßnahmen aufgestellt und dabei explizit darauf Bezug genommen, dass diese sich als gefährlich entpuppende Maßnahme als unmittelbare Reaktion auf den 11. September aufgestellt wurde. Wenn das mal keine Kritik an der ganzen Terrorpanik durch die Regierung ist. Insbesondere im Hinblick darauf, dass die Terroristen den Satz „Wir werden nicht aufgeben“ oder so ähnlich durch den damals noch regierenden George W. Bush haben sagen lassen.

Ebenfalls zu berücksichtigen ist, dass die Angreifer allesamt US-Amerikaner sind und von einem ehemaligen Mitarbeiter des Pentagons angeführt werden. Dieser hatte (wie Warlock sagte) nur mit seinem Laptop gezeigt, dass die ganzen Sicherheitsmaßnahmen, die bis dahin gegolten haben, total wirkungslos sind. Und sie haben die Maßnahmen nicht effektiver gemacht. Sie haben ihn abgesägt. Und dann müssen sie ihn wirklich bekämpfen.

Eine Sache allerdings kommt mir spanisch vor: Wenn die Angreifer es schaffen, in jeden Rechner der Hacker C4 einzulagern, wieso gehen die nicht einfach rein und nehmen eine Schusswaffe? Wenn man da einen Schalldämpfer draufschraubt, ist das insgesamt viel unauffälliger als eine Ladung Sprengstoff. Und bei der Infanterie die die sich besorgt haben, hätten die das auch irgendwie hingekriegt, acht Teams zusammenzustellen. (Das wird wohl als Lösung herhalten: Sie haben C4 eingebaut, damit die nachher weniger Zeit brauchen, um alle wegzukriegen. Dauert ja auch eine ganze Weile, vor Ort zu fahren.)

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