[hier sollte eigentlich eine ungefähr zwei Absätze lange Einleitung stehen] … wobei man aber auch zwischen den verschiedenen Filmemacherschulen unterscheiden sollte. Da gibt es ja auch Trends, die sich in manchen Jahren zeigen und in manchen nicht. Hier kam ja schon mal die Einteilung in erste Hälfte der 90er und zweite Hälfte der 90er zur Sprache. Das allerdings eher auf einer visuellen Ebene. Momentan haben wir noch die Mode, die ich „absolute visuelle Erzählung“ nenne. Zieht sich nicht nur durch die heutige Zeit, sonst wäre die Charakterisierung von literarischen Figuren wie zum Beispiel aus „Die Gewehre der Frau Carrar“ viel einfacher, aber ihr merkt schon, bei Brecht, dem (Um)Wälzer findet man das schon in Ansätzen.
Was sind die Kennzeichen? Zunächst einmal erhält man von niemandem eine (auch keine teilweise) Beschreibung der Handlung. Beispiel: Der Anfang von Micmacs - Uns gehört Paris. (Beim Anfang ist es auch nicht so schlimm, einen Spoiler zu schreiben.) Man sieht, wie jemand in der Wüste mit einem Minensuchgerät rumfuchtelt, dann geht die Kamera weg und man sieht „Bumm“. Dann kommt ein kleiner Junge, der traurig ist, und so genau weiß ich auch nicht mehr, wie es dann weitergeht, aber man sieht nicht direkt, wie die Mutter von dem Kleinen auch stirbt, es wird nur implizit angedeutet. Wenn man da also nicht scharf aufpasst (oder erst zwölf Jahre alt ist), dann kann das zu Irritationen bezüglich des Handlungsverlaufes führen, weil man einen Teil der Handlung nicht so wahrnimmt, wie es eigentlich beabsichtigt war. Man misst dem nicht so die Bedeutung zu. Daher lese ich mir, nachdem ich einen Film gekuckt habe, immer noch die Handlung durch, für den Fall, dass ich was übersehen habe. Und zur Rekapitulation.
Weiteres Beispiel: Avatar. Als es soweit ist, wird auch nicht gesagt, dass Sully seinen Na’vi-Körper per Gedankenkraft steuert (und noch was: Ihr braucht gar nicht erst auf Witze mit Na’vigationsgeräten zu lauern). Aber man sieht es im weiteren Verlauf. Ursprünglich dachte ich, dass man seinen eigenen Körper ganz transformiert und dann in dem neuen drin bleibt. Überhaupt, Avatar … aber die Review dazu nachher.
Ganz andere Schule: Die allwissende Erzählung. Wenn einem ein komplexer Zusammenhang erläutert wird, den keine der Figuren durchschaut. Oder wenn einem weitere Details erläutert werden, die mit der Handlung nicht unbedingt im Zusammenhang stehen müssen, die einer möglichen Figur, die einen Teil der Handlung mitkriegt, aber auffallen könnten. Beispiele wären der Anfang von Magnolia oder einzelne Abschnitte aus Jede Menge Ärger. Hat immer was screwballmäßiges. Ich mag so was. Das stellt gewissermaßen die Übertreibung der Erzählung in Worten dar. Ist vielleicht das Gegenteil der absoluten visuellen Erzählung, aber ebenso wie diese wäre es unsinnig, einen ganzen Film mit diesem Stilmittel zu machen. Nur einen Teil, idealerweise meistens der Anfang und/oder das Ende, und mittendrin kann man das ab und zu mal aufblitzen lassen. Und wenn man eines davon durch den ganzen Film zieht, muss man das bisweilen abschwächen.
Also: Avatar. Hab ihn letztens zum ersten Mal gesehen. Erster Eindruck: Es ist der erste Film, den ich bisher auf Blu-Ray gesehen habe und gleichzeitig der erste, bei dem ich HD als sinnvoll ansehe. Bei allen anderen verzichte ich gerne darauf, nicht zuletzt, weil damit auch die Framerate nach oben geht. Das wirkt immer gleich billiger, ihr kennt diese Serien, die nur so gedreht werden. Am besten vergleichen kann man das bei britischen Serien, bei denen es sowohl Außen- als auch Innenaufnahmen gibt. Die Außenaufnahmen sind mit einer niedrigeren Framerate gedreht. Prominentestes Beispiel ist die Mr. Bean-Reihe, darüber hinaus erwähnenswert Fawlty Towers mit John Cleese in der Hauptrolle. Lief letztens auf einsFestival. Gutes Beispiel, bei der die hohe Framerate schadhaft ist, ist Death Proof. Insbesondere in der letzten Verfolgungsszene sieht das dann nicht mehr aus wie Death Proof, sondern wie das Making of zu Death Proof. Man muss dem natürlich zu Gute halten, dass da extra auf eine schmissige Optik Wert gelegt wurde. Aber das Prinzip lässt sich übertragen. Nur nicht auf Avatar.
Fangen wir mal an. Handlung: … ja. Ist ein altbekannter Plot. Aber das macht überhaupt nichts, zumal Cameron ja auch öffentlich sagt, dass er sich Ideen bei so ziemlich jedem Science Fiction-Werk geholt hat, das man so kennen könnte. Insofern verzeihe ich auch, dass der Planet in der Nähe von Pandora so aussieht, als hätte man Jupiter durch einen Rot-zu-Blau-Filter gejagt, besonders gut zu sehen an dem nachgebildeten Großen Roten Fleck, was angeblich auch Absicht war. Ich muss das auch nochmal sagen, ist durch die absolute visuelle Erzählung ein bisschen untergegangen (auch wenn man sich das hätte denken können): Pandora ist ein Mond und kein Planet. Vergleichbar mit Ganymed (also von der Größe her, die Fallbeschleunigung an der Oberfläche ist auf Pandora doch ein gutes Stück größer). Was ich auch verzeihe (insbesondere hier): Der biologische Vorrat ähnelt doch sehr dem terrestrischen. Die Bäume sehen ziemlich ähnlich aus (sie sind genauso grün, was aber nicht unbedingt auf eine erdartige Fotosynthese schließen lässt), die Na’vi sehen rein vom äußeren wie Menschen aus (abgesehen von der Körpergröße und der Hautfarbe) und auch die ganzen anderen Viecher kann man sich gut und gerne als Erdbewohner vorstellen. Das kann man ankreiden, aber mit Hinsicht auf die Tatsache, dass so ziemlich jeder Science-Fiction-Film humanoide Spezies verwendet (oder zumindest terrestroide, also erdähnlich, ich hab keine Ahnung, ob das Wort richtig ist), ist mir das hier auch egal. Man hat ja eine Erwartung im Plot zu erfüllen, und außerdem ist das immer noch Augenkino.
Gehen wir also damit über zu dem, was den Film ausmacht: die Optik. Und da wird geklotzt, dass es eine Freude ist. Also erst mal die Biolumineszenz, sprich die bei Berührung leuchtenden Pflanzen. Ja, gibt es auch auf der Erde, aber nur, weil es diesen Effekt hier gibt, heißt das nicht, dass er nicht auch woanders existieren darf, zumal er dort in einer ganz anderen Ausprägung vorhanden ist. Mir fällt momentan kein Beispiel ein, bei dem der Effekt ähnlich stark zur Wirkung gekommen wäre. Dann die ganze Technik. Die Hubschrauber. Find ich gut, dass hier mal auf einen potenziellen Schwebezustand Wert gelegt wurde. Sonst sieht man nur Jets. Einen Kompromiss aus den beiden Sachen sieht man bei Stirb langsam 4.0 (auch ein sehr guter Actionfilm) mit der F-35, allerdings wirkt das ein bisschen hanebüchen, wenn da auf einmal ein Jet vor dir „steht“. Jedenfalls, Hubschrauber. Und zwar auf jeder Seite zwei übereinander gelagerte gegenläufig rotierende Rotoren. Also ein doppeltes Kamov-Prinzip. Und dann sind die Teile auch noch extra um eine weitere Achse drehbar gelagert. So kann sich russische Technik auch durchsetzen.
… [hier sollte mindestens ein weiterer Absatz stehen]
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