
Der komische Traum, an den ich erinnert werden wollte, war in der Tat komisch. Nicht nur, dass ich mich mal daran erinnert habe, das ist nicht so das Merkwürdige. Ich erinnere mich relativ oft an Träume. Dieser hier hatte etwas mit Fluch der Karibik, Spaniern, Schalldämpfern, einem mehrstöckigen berolltreppten Kaufhaus, Jeansbiolatschen, einem Schuhverkäufer, der von vorne fast so aussieht wie Johnny Depp, der aber im Profil gar nichts von dessen Physiognomie aufweist, einer halben Beziehung, dem Intro zu einem Robert Rodriguez-Film (genauer gesagt: Planet Terror) und Deospray zu tun. In der Reihenfolge.
Dies mag für einige Anlass zur Frage geben: Hat der Typ überhaupt ein Reallife? Nahrung gewinnen diese Skeptiker aus eben der Bloganmeldung.
Um es vorweg zu nehmen: Ja, ich hab eins, nur werden manche dieses als rudimentär bezeichnen. Ja, ich bin internetsüchtig, und gegenüber vielen alltäglichen Dingen besitze ich eine bemerkenswerte Gleichgültigkeit. Und dann werden die Unkenrufe laut: Der will hier was Anständiges posten? Der soll erst mal seinen Rechner im Griff haben bzw. sich eine Freundin suchen.
Nun: Eine gewisse Form der Ruhe kann auch gut sein, wenn man beispielsweise über was nachdenken will. Oder um es anders auszudrücken: Glaubt ihr wirklich, dass Sokrates auf den Satz „Ich weiß, dass ich nichts weiß“ gekommen wäre, wenn ihn nicht chronische Untervögelung dorthin gebracht hätte? Womit ich nichts gegen derlei zwischenmenschliche Ertüchtigung sagen will und auch niemanden von einem eventuellen Vorhaben, Coibitant zu werden, abbringen will. Was ich damit sagen will, ist: Wenn mir hier einer mit Pauschalisierung kommen will, dann geht’s gleich wieder nach Hause. Ähnlich beim Twilight-Hype: Ich bin ein Fan der Bücher und der Filme. Und dann gibt es die Leute, die kennen die nicht und sagen gleich: Ist doch eh nur Mist. Wenn man die fragt, woher die das denn wissen wollen, obwohl die die Serie nicht kennen, müssten die eigentlich, wenn sie ehrlich sind, sagen: Uns stört einfach der Medienrummel. Im Sinne von: Das Signal, was allgemein davon ausgeht, stört uns. Mit dem gleichen Recht kann ich von der Kirche verlangen, dass sie ihr dämliches Gebimmel am Sonntagmorgen gefälligst zu lassen hat. Wenn ich am Sonntag leicht vor mich hin döse, und noch nicht aufstehen will … DINGDONG DINGDONG wer steht da vor der Tür, es sind die Nachbarn, besoffen, mit einer Kiste Bier. Welcher Punk wirklich im Kirchenschiff abkocht, weiß ich dadurch noch lange nicht.
Vor solchen Vorurteilen und Pauschalisierungen ist natürlich niemand gefeit. Jeder macht das. Auch ich. Aber bitte: Tragt das nicht so offen vor euch her. Wenn ihr auf das Thema angesprochen werdet, dann tickt nicht aus, was für einen Vogel der Fragestellende denn nur gegessen habe, sondern haltet euch an den Satz: Wenn du nichts Gutes über jemanden sagen kannst, dann sag nichts.
Und so verhält sich das mit dem RL-Zeug: Nur weil jemand kein so ausgefülltes Leben hat, heißt das nicht automatisch, dass dieser Jemand hinter dem Mond vergessen wurde. Das kann es heißen, muss aber nicht. Wäre toll, wenn nicht gleich so vorschnell entschieden werden würde. Danke.
Woran richten sich die Inhalte? Geschichten, die mir einfach so einfallen, Kritik an gewissen Dingen, die mir nicht gefallen, Erwähnung von Dingen, die mir gefallen, und all so ein Zeug. Dabei wird es keine feste Form geben; es kann schon sein, dass sich gewisse Inhalte besonders herauskristallisieren und dass gewisse kurzfristige Inhalte eine Rolle spielen, aber von vornherein gibt es da keine Fixierung. Ein paar Sachen sind schon in der Mache. Ich weiß nicht, wie lange ich das hier betreiben werde, es kann auch sein, dass mir der Esprit mit der Zeit verloren geht. Das war bisher bei vielen Langzeitprojekten so.
Ich versuche, eine eigene Handschrift zu finden. Dazu gehören auch ein paar Vorbilder, ich werde mich wahrscheinlich oft an Kwink orientieren und auch an Jochen Malmsheimer und anderen Kabarettisten. Ein halbstündiges Kabarettprogramm verließ meine Feder bereits letztes Jahr. Erwartet aber keinen Polit-Blog, es kann sein, dass ich gelegentlich einen schreibe, aber das wird nicht die Regel sein. Was ihr aber finden werdet, sind Anspielungen und nicht explizit gekennzeichnete Zitate. Bis jetzt sind ein Zitat aus RocknRolla, zwei german-bash-Zitate, ein Wort von Olaf Schubert, ein halber Satz aus Stenkelfeld und der Teil von irgendeinem Refrain von der EAV mit eingebaut worden. Und ich denke, dass nur die Wenigsten alle auf Anhieb erkannt haben werden. Wenn sich irgendjemand daran stört, dass ich den Fluss im Text nicht mit Quellenangaben zupflastern will, dann kann mir dieser Jemand schreiben, und ich werde seine Nachricht beflissen ignorieren.
Und etwas, was auch sofort sichtbar ist: Ich bin kein ausgebildeter Journalist und rechne mich auch nicht zur Schreiberelite. Wer qualitative Schriftstücke sucht, ist an anderer Stelle wahrscheinlich besser bedient. Aber: Ich bin nicht der einzige Schreiber-n00B, der irgendwelchen wild wuchernden Kram postet. Es gibt noch zigtausend andere von dieser Sorte. Manche haben wirklich was zu sagen, können sich nur nicht so gut ausdrücken. Und manche können sich einfach nur nicht ausdrücken. Da gibt es einen Unterschied. Nun gut, es stört zwar, haufenweise Seiten von Leuten zu lesen, die alle das Gleiche schreiben. Und es erschwert auch das Aufspüren von Juwelen, richtig guten Blogs, die, die dafür leben. Aber: Man muss nicht alle Blogs kennen, um zu wissen, welche denn nun gut sind. Wenn man sich eine Weile mit einem normalen Blog beschäftigt, kann man auch Sachen rausfinden, die man auf den ersten Blick nicht gesehen hat. Essenz: Nicht alles so schnelllebig machen. Nicht die Flüchtigkeit propagieren. Nicht erwarten, dass ein Blog auf einen Blick aufzeigt, was wirklich wichtig ist. Wenn das so wäre, bräuchten wir nur einen einzigen, vielleicht einen zweiten, der dem ersten Dampf im Kessel macht. Und wem das nicht passt, für den gibt es immer noch Printmedien.
Ich will nur für einen bestimmten Personenkreis schreiben. Wenn damit jemandem geholfen ist, dann ist das gut. Und sei es nur, um mir Luft zu verschaffen. Vielen Dank.
Dies mag für einige Anlass zur Frage geben: Hat der Typ überhaupt ein Reallife? Nahrung gewinnen diese Skeptiker aus eben der Bloganmeldung.
Um es vorweg zu nehmen: Ja, ich hab eins, nur werden manche dieses als rudimentär bezeichnen. Ja, ich bin internetsüchtig, und gegenüber vielen alltäglichen Dingen besitze ich eine bemerkenswerte Gleichgültigkeit. Und dann werden die Unkenrufe laut: Der will hier was Anständiges posten? Der soll erst mal seinen Rechner im Griff haben bzw. sich eine Freundin suchen.
Nun: Eine gewisse Form der Ruhe kann auch gut sein, wenn man beispielsweise über was nachdenken will. Oder um es anders auszudrücken: Glaubt ihr wirklich, dass Sokrates auf den Satz „Ich weiß, dass ich nichts weiß“ gekommen wäre, wenn ihn nicht chronische Untervögelung dorthin gebracht hätte? Womit ich nichts gegen derlei zwischenmenschliche Ertüchtigung sagen will und auch niemanden von einem eventuellen Vorhaben, Coibitant zu werden, abbringen will. Was ich damit sagen will, ist: Wenn mir hier einer mit Pauschalisierung kommen will, dann geht’s gleich wieder nach Hause. Ähnlich beim Twilight-Hype: Ich bin ein Fan der Bücher und der Filme. Und dann gibt es die Leute, die kennen die nicht und sagen gleich: Ist doch eh nur Mist. Wenn man die fragt, woher die das denn wissen wollen, obwohl die die Serie nicht kennen, müssten die eigentlich, wenn sie ehrlich sind, sagen: Uns stört einfach der Medienrummel. Im Sinne von: Das Signal, was allgemein davon ausgeht, stört uns. Mit dem gleichen Recht kann ich von der Kirche verlangen, dass sie ihr dämliches Gebimmel am Sonntagmorgen gefälligst zu lassen hat. Wenn ich am Sonntag leicht vor mich hin döse, und noch nicht aufstehen will … DINGDONG DINGDONG wer steht da vor der Tür, es sind die Nachbarn, besoffen, mit einer Kiste Bier. Welcher Punk wirklich im Kirchenschiff abkocht, weiß ich dadurch noch lange nicht.
Vor solchen Vorurteilen und Pauschalisierungen ist natürlich niemand gefeit. Jeder macht das. Auch ich. Aber bitte: Tragt das nicht so offen vor euch her. Wenn ihr auf das Thema angesprochen werdet, dann tickt nicht aus, was für einen Vogel der Fragestellende denn nur gegessen habe, sondern haltet euch an den Satz: Wenn du nichts Gutes über jemanden sagen kannst, dann sag nichts.
Und so verhält sich das mit dem RL-Zeug: Nur weil jemand kein so ausgefülltes Leben hat, heißt das nicht automatisch, dass dieser Jemand hinter dem Mond vergessen wurde. Das kann es heißen, muss aber nicht. Wäre toll, wenn nicht gleich so vorschnell entschieden werden würde. Danke.
Woran richten sich die Inhalte? Geschichten, die mir einfach so einfallen, Kritik an gewissen Dingen, die mir nicht gefallen, Erwähnung von Dingen, die mir gefallen, und all so ein Zeug. Dabei wird es keine feste Form geben; es kann schon sein, dass sich gewisse Inhalte besonders herauskristallisieren und dass gewisse kurzfristige Inhalte eine Rolle spielen, aber von vornherein gibt es da keine Fixierung. Ein paar Sachen sind schon in der Mache. Ich weiß nicht, wie lange ich das hier betreiben werde, es kann auch sein, dass mir der Esprit mit der Zeit verloren geht. Das war bisher bei vielen Langzeitprojekten so.
Ich versuche, eine eigene Handschrift zu finden. Dazu gehören auch ein paar Vorbilder, ich werde mich wahrscheinlich oft an Kwink orientieren und auch an Jochen Malmsheimer und anderen Kabarettisten. Ein halbstündiges Kabarettprogramm verließ meine Feder bereits letztes Jahr. Erwartet aber keinen Polit-Blog, es kann sein, dass ich gelegentlich einen schreibe, aber das wird nicht die Regel sein. Was ihr aber finden werdet, sind Anspielungen und nicht explizit gekennzeichnete Zitate. Bis jetzt sind ein Zitat aus RocknRolla, zwei german-bash-Zitate, ein Wort von Olaf Schubert, ein halber Satz aus Stenkelfeld und der Teil von irgendeinem Refrain von der EAV mit eingebaut worden. Und ich denke, dass nur die Wenigsten alle auf Anhieb erkannt haben werden. Wenn sich irgendjemand daran stört, dass ich den Fluss im Text nicht mit Quellenangaben zupflastern will, dann kann mir dieser Jemand schreiben, und ich werde seine Nachricht beflissen ignorieren.
Und etwas, was auch sofort sichtbar ist: Ich bin kein ausgebildeter Journalist und rechne mich auch nicht zur Schreiberelite. Wer qualitative Schriftstücke sucht, ist an anderer Stelle wahrscheinlich besser bedient. Aber: Ich bin nicht der einzige Schreiber-n00B, der irgendwelchen wild wuchernden Kram postet. Es gibt noch zigtausend andere von dieser Sorte. Manche haben wirklich was zu sagen, können sich nur nicht so gut ausdrücken. Und manche können sich einfach nur nicht ausdrücken. Da gibt es einen Unterschied. Nun gut, es stört zwar, haufenweise Seiten von Leuten zu lesen, die alle das Gleiche schreiben. Und es erschwert auch das Aufspüren von Juwelen, richtig guten Blogs, die, die dafür leben. Aber: Man muss nicht alle Blogs kennen, um zu wissen, welche denn nun gut sind. Wenn man sich eine Weile mit einem normalen Blog beschäftigt, kann man auch Sachen rausfinden, die man auf den ersten Blick nicht gesehen hat. Essenz: Nicht alles so schnelllebig machen. Nicht die Flüchtigkeit propagieren. Nicht erwarten, dass ein Blog auf einen Blick aufzeigt, was wirklich wichtig ist. Wenn das so wäre, bräuchten wir nur einen einzigen, vielleicht einen zweiten, der dem ersten Dampf im Kessel macht. Und wem das nicht passt, für den gibt es immer noch Printmedien.
Ich will nur für einen bestimmten Personenkreis schreiben. Wenn damit jemandem geholfen ist, dann ist das gut. Und sei es nur, um mir Luft zu verschaffen. Vielen Dank.
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