Samstag, 16. März 2013

The Skizzenfestival Diaries 2012 - Teil 9



Tag … öhm, 9

Ursprünglich …



Ursprünglich sollte heute ja Tills Schablonen-Workshop stattfinden, aber der fand schon anstelle des Experiment-Workshops statt. Die Verlegung kam zu Stande, weil die ukrainischen Behörden es gewagt haben, den Visumsantrag für die Göttin (also Olga) derart zu verzögern, dass sie nicht rechtzeitig erscheinen konnten. Aus diesem Grund findet der Workshop von ihr und Torben heute statt. Er nennt sich „Ein Experiment“ und ist so eine Art geschlossene Veranstaltung. Denken einige. Denn er beinhaltet eine bestimmte Grundmenge an Materialien, die nur für eine beschränkte Anzahl an Personen genügt. Die meisten Free Participants nehmen das zum Anlass, einen (weiteren) Tag Pause zu machen. Das ist auch eine Kritikumkehr, denn eigentlich fehlte mir ein bisschen die Vielfalt der Free Participants, aber das verwundert auch nicht, weil die oft einfach nicht erscheinen und stattdessen durch die Stadt tingeln und ihre Armbänder zum Anlass nehmen, kostenlos durch das Ozeaneum durchzurushen. Dann kann man wiederum die Frage stellen, woran das liegt, aber ich schweife ab. Ich ging auf jeden Fall zum Speicher, denn selbst wenn die Frees heute außen vor bleiben müssten, kann ich danach immer noch nach Hause fahren, wenn mir danach ist. Und außerdem gibt es im Speicher immer irgendwelche Ankündigungen, die man sich nicht entgehen lassen sollte. Und so auch dieses Mal: Der Chef der Nikolaikirche kommt mit einem Anliegen. Er hat ein Buch geschrieben über religiöse Symbolik, und er braucht noch ein paar Zeichner, die die Illustrationen machen. Als Bedingung wird unter Anderem genannt, dass man hier in der Gegend unterwegs sein müsse, damit das relativ dicht über die Bühne gehen kann. Der Zeitraum ist für den Herbst angesetzt, und da bin ich eh drei Wochen da (Septemberwochen). Blöderweise werde ich später den Zettel mit der Mail-Adresse verlegen, so dass ich die Anfrage erst Ende August, also einen Monat nach Anfragenbeginn, rausschicken kann. Hoffentlich ist noch ein Platz frei.

Auf den Workshop trifft das in jedem Fall zu, ich kann mitschnitzen. Denn heute werden Stempel gefertigt, aus zu zerschneidenden Radiergummis, die besorgt wurden; das war der limitierende Faktor. Dafür sollen zunächst einmal Strukturen gesammelt werden, die repetitiv sind oder sein können. Aus diesen werden dann mit Cuttern (frisch gekauft, weil die ähem Zuverlässigkeit der Teilnehmer inzwischen bekannt ist) die Strukturen ausgeschnitten, so dass man sie stempeln kann. Nachher macht dann jeder ein Selbstporträt, wiederum im Rathaus auf einem großen Stück Papier. Um nachher nicht in Verlegenheit zu geraten, mache ich mir kurz selbst ein Selbstporträt, und dann geht es mit dem Sammeln  los. Im Speicher selbst ein Feuerlöschermotiv, dann natürlich eines meiner Markenzeichen, der Strichcode, und ein geschwungenes M, das man für tapetenartige Muster verwenden kann. Jeansstoff, Seile, Frisuren, Karos, kleine r’s und der OTTO-Schriftzug auf dem Mülleimer. Dann gehe ich los, und eines der Muster hab ich mir einfallen lassen, anstatt dass ich es suche. Es ist das Doppelkreuz, welches ich in Need for Speed ProStreet an einigen Wagenflanken anbringe und das auch ein Markenzeichen geworden ist. In welcher Reihenfolge ich was machte, ist angesichts des Skizzenbuchs kontraintuitiv, das heißt, ich dachte, ich hätte die einzelnen Punkte in entgegengesetzter Reihenfolge zu ihrem Auftauchen in meinem Skizzenbuch gemacht. Am Markt brachte ich das ijgd vom Speicher zu Papier, ebenso ein Geländer an einem Gebäude, welches dann aber eher wie ein Entlüftungssystem aussieht. Ein vermaschendrahtetes Kellerfenster an der Seite des Postgebäudes war zu gut, als dass ich daran hätte vorbeigehen können, so nahm ich es mit und es sieht recht gut aus. Aber ich wollte noch etwas nachholen, wozu ich während des restlichen Festivals nicht mehr die Zeit gehabt hätte. Ich war noch nicht bei Gumpfer. Los, während der Mittagspause abhaken. Die Korbstühle faszinieren mich. Sie geben eine weitere Sammelstruktur ab. Was mir aber immer mehr auffällt: Alleine bei Gumpfer ist irgendwie meh. Es fehlt einfach irgendetwas. Es müssen Leute anwesend sein, damit sich das richtig anfühlt und so ein Frühstück sich bis weit in den Nachmittag ziehen kann. Und man muss sich darüber im Klaren sein, dass man Leute mitnimmt, die eine solche Zeitspanne auch mitmachen würden (also jetzt nicht so extrem, aber im Stundenbereich sollte es getaktet sein) und dass diese Leute keine Anleitung brauchen. Man sollte nicht der Mittelpunkt sein und alle halten die Klappe und man ist irgendwie der Diskussionsleiter, oder so. Dementsprechend war ich schnell fertig, und weiter ging es. Die Schnitzereien wollten gemacht sein. Welche Vorlagen nehm ich denn? Ein Vorteil an den Ratzefummeln war derjenige, dass man aus einem Radierer mehrere Formen rausholen konnte. Zunächst musste der Strichcode an die Reihe. Aber ich bin ja nicht blöd und fummel mir einen ab, indem ich den komplett übertrage. Ich bin lernfähig (zwar beschränkt, aber immerhin) und in Gänze passt der eh nicht drauf. So war er dann relativ rasch gefertigt. Beim Schnitzen stand ich hinten in der Ecke, neben dem Treppenaufgang von der Außenseite der Stadtmauer, wo sonst irgendwelche Eimer herumstehen. Lola und L’Art de Passage (spontan ausgesuchter Codename für Sylvains Umfeld) waren ebenfalls dort. Das weiß ich, weil Lola als Kommentar auf die Schnitzung meinte: „Ich wird verrückt.“ Den Strichcode konnte ich beim späteren Selbstporträt für meinen Bart gut einsetzen. Ansonsten gab es noch das Doppelkreuz (kommt immer gut), ein Karo, das geschwungene M, der OTTO-Schriftzug und das kleine r. Letzteres wollte ich für rechte Winkel haben, den OTTO kann man zu Ketten modifizieren. So lassen sich Ränder machen, bei denen ich keine Lust auf den Strichcode hab. Für das geschwungene M hatte ich die Hutfläche auserkoren; diese sollte den erwähnten Tapetenlook erhalten. Um nachher nicht irreparabel auf die wörtliche Nase zu plumpsen, testete ich das Porträt mit bereitliegenden Stempelkissen. Diese wurden kurz vorher befüllt und ausgegeben.

Damit war ich ausnahmsweise mal zufriedenstellend rechtzeitig fertig mit meiner Aufgabe.  Allzu spektakulär ging es dann nicht weiter: Die Stempel mussten an den Seiten noch wegkorrigiert werden, damit an den Seiten der Bildflächen keine unschönen Drucküberreste bleiben, und dann ging es irgendwann zum Rathaus und dort haben wir dann gestempelt. Wie beim Fische im Weltraum-Workshop knöpften wir uns das Papier von beiden Seiten vor, da man das Blatt nicht nur einfach so aufhängen kann, wie es eben da liegt, sondern man kann es auch längs falten und dann entlang des Knicks über eine Leine drüberlegen. Oder irgendwie so hatten wir uns das gedacht. Manchen standen allerdings beim Stempeln die Säulen des Gebäudes im Weg, so dass für diese eine Pause angedacht werden musste. Die Stempelkissen lagen so herum, hin und wieder wurde eines herübergereicht, um eine neue Farbe nehmen zu können. Das vorab gemachte Selbstporträt leistete einen guten Dienst, so war ich nicht derartig aufgeschmissen. Problematisch waren dabei die Fugen der Unterlage. Wenn man dort drüberstempelte, riss das Papier dort ein und man musste den Druck reduzieren, was die Intensität runtersetzt.

Da ich mein Porträt relativ schnell zu einem brauchbaren Zwischenergebnis bringen konnte und ein Verschieben der Papierrolle wegen der Säulen anstand (die Anderen wollen schließlich auch noch), konnte ich die Stempel der anderen Teilnehmer betrachten. (Wie erwartet, hatten sie mehr Geschick an den Start gebracht.) Es gab Tribals, die als vollständige Augenbraue eingesetzt wurden, ebenso vollständige Tiere, wobei ich mich frage, inwiefern ein Tier eine repetitive Struktur darstellt. Nun ja, man könnte damit eine waagerechte Dekorlinie an einer Wand anbringen, ähnlich zu meiner OTTO-Kette. Mir fällt gerade ein, dass ich das Tapeten-Muster auf dem Hut noch nicht anbrachte. Chris ist bei der Betrachtung dabei. Nachher sind wir zusammen losgegangen (weil wir die nachherige Ausstellung nicht abzuwarten brauchen, denn das Ergebnis haben wir ja schon gesehen), es bleibt bis zum späteren Teil des Abends nicht mehr viel Zeit. Da ist jede Viertelstunde gut investiert. Außerdem hab ich Hunger, und ich bin kein Bioinsel-Bezahler. Apropos Bezahlen: Essen gehen kann ich hier nirgends, da mir jetzt wirklich das Geld ausgeht. Und nachher brauche ich ein Getränk. Daher gehen wir dann getrennte Wege, ich laufe nach Hause. Ich bemerke gerade, dass ich die Stempelaktion noch nicht ausreichend zu Ende führte. Also, wir stempelten weiterhin munter drauflos, inzwischen kam ich an mein Porträt wieder heran und machte da weiter. Eines der Porträts war weitaus realistischer, als alles Andere auf der Rolle, aber das hatte sich derjenige wohl vorher zurechtüberlegt, und davon abgesehen hat derjenige gecheatet: Er hatte sich einen Stempel mit zwei senkrechten Strichen geschnitzt, den er wie einen kurzen Strich einsetzte, also quasi als Bildpunkt, und laut Aufgabenstellung war explizit angedacht, dass wir mit den Stempeln zeichnen, ohne Striche zu machen. Das Bild läuft also gewissermaßen außer Wertung. Kurz vorm Losgehen suche ich noch ein wenig meine Socken und einen Stift, wie mir einfällt, und ich weiß gerade nicht, ob ich den wiedergefunden habe, geschweige denn was es für einer war. Die Back Factory hat auch zu, die wäre noch die billigste Anlaufstelle gewesen.

Zu Hause angekommen schiebe ich mir rasch etwas zwischen die Kiemen. Ellis sind da und meinten, ich könne unter die Dusche und sollte meine Klamotten wechseln. Ich meine dazu, dass wir nachher in die Kulturschmiede gehen und alle sowieso komplett verschwitzt und verraucht sein werden. Ob ich doch noch unter die kühlende Wasserspende hüpfte, weiß ich nicht mehr, ich tendiere dazu, es zu bejahen. So gering war mein zeitliches Winterpolster dann doch nicht. So ging es dann ab zur Kulturschmiede; ich glaube, ich hatte vorher sogar noch Zeit, am Rechner irgendein Twitter-Update mitzubekommen. Es gab einen Grund, weshalb es direkt zur Schmiede ging, ohne dass ich eine interne Sonnenmacherabsprache belauschen musste:

Sonnenmacherball

Jepp, das Konzert nebst Party in der Kulturschmiede mit den Bummms Boys als Gästen fand dieses Jahr recht spät am 28. August statt. So tauchte ich auf und am Eingang gab es direkt wieder die Stempel. Denn das Konzert selbst benötigte wohl eine Art Eintritt, und wir als Sonstwie-Participants kamen kostenlos rein. Also Stempel auf den Arm … und innen ist so ungefähr niemand von unseren Leuten. Wo sind sie alle? (Offensichtliche Frage for the win.) Wahrscheinlich im Hostel bei der Bioinsel. Tjoa, drinnen geht noch nichts, also bin ich draußen. Das Gebäude gegenüber fasziniert mich. Davon abgesehen steht außerhalb tatsächlich eine Gruppe von Leuten, aber sie gehören nicht zu uns. Sie reden über etwas, ich höre nur mit einem halben Ohr hin, und mittendrin bekomme ich doch tatsächlich einen Titel aus dem Soundtrack von Need for Speed ProStreet mit. Yeah, geile Wahl.

Nach diversen Muniten, nein, Minuten heißt das. Also ging ich nach diversen MINUTEN (so ist’s richtig) dann doch wieder rein, um mich zu den zwei Leuten am Eingang zu stellen. Erst in diesem Augenblick fällt es mir wie Schuppen von den Augen und ich fragte mich, wie zum Teufel es nur passieren konnte, dass ich Kira so was von übersehen und nicht wiedererkannt habe. (In einigen Texten hier taucht sie als KH auf.) Bereits ein wenig vorher kam mir die Post-Vernissage-Phase beim zweiten Festival in den Sinn. Zur Rekapitulation: Beim zweiten Festival ereignete sich meine erste Teilnahme bei einem einzelnen Workshop und bei der Vernissage. Am Tag derselben, nein, am Tag des Workshops, knöpfte ich mir die Hafenansicht an der Rückseite des Ozeaneums vor, die letztes Jahr ihre Wiederholung fand. Kira war bei der Post-Vernissage-Phase auch dabei, und daran erinnerte ich mich. Ebenso an meine Gedanken dazu, die in einem vorherigen Part zur Sprache kamen. Weshalb erkannte ich sie dieses Mal nicht? Bestimmt lag es an ihrer neuen Frisur. Diese kannte ich noch nicht. Natürlich musste ich mich zunächst einmal dafür entschuldigen, dass ich sie nicht erkannte. ESTUMMIRLEID. Ja, im weiteren Verlauf kam dann nochmal diese Hafenansicht von damals zur Sprache. Zu dem Zeitpunkt (zweites Skizzenfestival) hat sie eine eher kritische Meinung geäußert, was mir etwas sauer aufstieß, aber heute bin ich ihr dafür dankbar, dass sie das damals gesagt hat, denn einerseits hatte sie damit vollkommen Recht. Andererseits war das durchaus ein Entwicklungsschritt, weg vom gesamtflächigen Bleistift. Sie erinnerte sich ebenso an die damalige Begebenheit und das Gespräch, und ich sagte ihr auch all das, was ich mir so zusammendachte.

Nichtsdestotrotz war immer noch keiner da (könnte sein, dass inzwischen Wiebque eingetroffen war) und ich brauchte einen Platz. Die Bühne war bereits aufgebaut und der Auftrag, Bilder für die Band zu malen, ebenso bekannt. Dieses Mal hatte ich das besser verstanden als beim dritten Festival; die Boxen standen an einem festen Platz, in einer waren die leeren Papiere drinnen, in einer anderen würden die fertigen Werke abgelegt werden. So nahm ich Einiges an Papier heraus, könnte sein, dass ich Manches davon verteilte, und machte sogleich Bekanntschaft mit einem Jemand, der mir noch häufiger über den Weg laufen sollte. Ich erklärte ihm den Zweck der Schachteln und dass die auch für die beiden anderen Leute gedacht seien, die noch so hier auftauchen, also Wieland Möller und Jeanina Wendt. Ersterer wird eine improvisierte Drummer-Session ablegen und Jeanina Wendt wird dann tanzen. Wieland Möller war mir in Zusammenarbeit mit Lucas Acuña bereits bekannt und an ihn gingen dann die ersten zwei Skizzen. Machte sich leicht mit schnellen dicken Strichen. Aber vorher wollte ich noch meinen Platz haben, und nachdem ich die Bekanntschaft mit Jemand machte, tat ich dieses, wobei das nicht mein Arbeitsplatz war. Der befand sich an einem Stehtisch, an dem ich eine bessere Sicht auf die Bühne habe. Das Zeug lag an einem Tisch, der dieses Mal an der Wand stand, in der Nähe des Ortes, an dem sich der Billard-Tisch standardmäßig aufhält. Ungefähr auf Höhe dieses Zeitpunktes müsste es in der Schmiede voll geworden sein. Damit fängt dann auch der Auftritt von Wieland Möller an. Inwiefern die Zuschauerreaktionen ausfielen, öhm, keine Ahnung, ich war mit Zeichnen beschäftigt, und ich kenne es bereits. Das Blöde an der ganzen Zeichensache ist allerdings, dass wir die Teile nicht wiederkriegen, und wenn die gut gelungen sind, naja. So hab ich die jeweils noch einmal in meinem Skizzenbuch abgezeichnet. Es ergibt immerhin eine Idee vom Original. Möller hat nun alleine angefangen und später kam Jeanina Wendt auf die Freifläche und bot ihre Performance dar. Die Skizze hab ich ein wenig verhauen, deshalb hab ich an der Seite noch einen schwarzen Dekostrich eingefügt, der meinen Fehler verbirgt. Und dann fing auch der Auftritt der Bummms Boys irgendwann an. Von denen hab ich die Skizzen dann aber nicht mehr im Buch übernommen, es hätte zu lange gedauert. Wieder mal jeden einzeln, wie beim dritten Festival. Wenn ich das hier mit dem abgleiche, was ich damals hatte, ist das hier besser. Okay, ich hab einen besseren Stift und ein besseres Licht, aber auch so sind die jetzt besser. Die Silhouettengeschichte vom Wolken- und Wassertag (der einundzwanzigste war das, glaub ich) hab ich hier wieder angewendet, mit dem Hintergrund eincollagiert. Ich hab noch was anders gemacht als sonst, nämlich das Aufschreiben der ungefähren Playlist. Die Eröffnung (Everybody needs somebody) kennt man mittlerweile ganz gut, und genau wie ich es erwartet habe, kamen am Ende noch der Gartenzaun von Helge Schneider und der durch Max Raabe bekannt gewordene Rinderwahn. Neu war das Cover von We no speak americano. Zwischendrin kam der Jemand noch ein paar Mal zu mir, als ich nicht an dem Tisch stand, sondern auf meinem Platz saß. Er hatte offenbar eine Wette im Ofen, er müsse heute noch erfolgreich eine Frau ansprechen, sonst kassiert er eine Ohrfeige. Bei seinem Pegel erschien mir das ein eindeutig bestimmbares Ergebnis zu ergeben. So eindeutig war es zwischendrin dann aber doch nicht: Obgleich sie zunächst abwertend reagierte, ergab sich ein Gespräch zwischen ihm und seinem Ziel. In einer solchen Qualität habe ich das für ausgeschlossen gehalten. Zwar klappte es am Ende nicht, aber nichtsdestotrotz habe ich so etwas Neues gelernt. Zum Glück hatte er noch andere Bekannte im Haus, und einer von denen schob ihn dann zur Seite und rettete mich damit aus dem Gespräch, obwohl der Jemand ohne den Pegel definitiv umgänglich war. Und selbst mit Pegel ging er noch besser als der Typ vom ersten Abend. Aber nun war sein Kumpel dran. Der hatte zwar auch bereits den einen oder anderen Drink, aber er hatte sich zweifellos weit besser im Griff. Nur minimal redseliger als im Basiszustand. So ist es in Ordnung. Er war auch ein gutes Stück interessanter. Außen trug er einen Hoodie und in seiner Freizeit meistens eine Trainingshose. Vom Optischen würde ihn jeder als Hip-Hopper einsortieren. Ist er aber nicht, Lieblingsband: Schandmaul. Er ist tatsächlich Richtung Metal und Punk und Medieval orientiert und trägt die Klassenklamotten nur, weil sie bequem sind und gibt einen Igel auf die Meinung der eventuell Umgebenden, die ihn für einen Hopper halten. Genau so muss es ablaufen. Solche Einstellungen gefallen mir sehr gut. Kann sein, dass ich von ihm auch die Sache mit der Wette erfahren hab.

Die Bummms Boys waren dann vorher auch irgendwann fertig mit dem Konzert, beim Gespräch mit Hoodie waren sie wohl schon am Einpacken. Sie blieben noch eine ganze Weile, bevor sie endgültig abmarschierten. Wieland Möller war ebenfalls noch da, den skizzierte ich kurz auf der Tanzfläche. Irgendjemand, vielleicht Maki, meinte, ich hätte ihn gut getroffen, insbesondere die Frisur, dabei sah er für mich aus wie ein Punkrockbarbar mit Motorrad, wie insertdisk2 von Retroid sagen würde (gibt es leider nicht mehr).

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