Der Titel mag komisch klingen, aber der Ausdruck „Dieses
Tag, also Zombies, ist von mir bisher als einziges nur einmal verwendet worden,
und das sieht komisch aus“ war mir als Titel zu lang. In einem potenziellen
Buch würde ich mich nicht scheuen, dies als Texttitel zu wählen, aber das hier
ist kein Buch.
Worum soll es gehen? Ich hab einfach gerade das Bedürfnis,
einige unrealistische Zombie-Apokalypsen-Betrachtungen durch das Zimmer über
die Fensterbank gleiten zu lassen. Daher wird das auch ein Rohtext, der gleich
nach meiner Reservoir Dogs-Review kommt.
Zunächst einmal: Es wäre ein ziemlicher Zufall, wenn eine
Zombie-Apokalypse ausgerechnet zu unserer Zeit losbricht. Ein solches Ereignis
kam bisher nicht vor, obgleich die biologischen Voraussetzungen auf die Zeitverteilung,
die wir Weltgeschichte nennen, einen Pups geben dürfen. Davon abgesehen
interessiert mich, wie aus einem Mensch ein Zombie wird. Was ist das Mutagen?
Ist es ein einfacher chemischer Stoff wie zum Beispiel, öhm, irgendeine heutige
Droge? Ist es ein Stoffgemisch? Ist es gar ein Makromolekül, und wenn ja, ist
es peptidischer Natur (also ein Protein, wobei ich mir ein Enzym gut vorstellen
kann) oder ist es eher eine Nukleinsäure? Handelt es sich bei dem Mutagen um
ein Virus? Ist es ein Mikroorganismus? Und wie sieht die restliche Biologie
aus?
Aus den Antworten auf diese Fragen könnte man die Art des
Zombies ableiten, ob es nun langsam herumcreepende Mistviecher sind, wie man
sie kennt, oder ob die rennen können. Nächster Punkt: Sekundäre Infektionen.
Der erste Zombie wurde ganz offensichtlich nicht von einem Zombie gebissen, da
es noch keine gab, also muss der erste Zombie auf einem anderen Infektionsweg
entstanden sein. Der Weg wird aber nicht unpassierbar, nur weil auf der Welt
die Hölle losbricht. Man kann also zum Zombie werden, ohne unmittelbaren
Kontakt mit einem gehabt zu haben. Und dennoch wird das nirgendwo behandelt
(höchstens wird die Erstinfektion mal angerissen). Man könnte sich zum Beispiel
infizieren, indem einem eine Körperflüssigkeit eines Zombies in den Mund
reinsplattert, zum Beispiel Blut. Wenn das Zeug auf den Klamotten landet, kann
man es immer noch einatmen. Und ob sich das Mutagen mit herkömmlichen
Waschmitteln entfernen lässt, bleibt anzuzweifeln.
Nächster Punkt: Demographie. In einer Zombie-Apokalypse
überleben nur wenige. Das heißt: In so einem Szenario ist es, rein von der
Ausgangslage betrachtet, sehr wahrscheinlich, dass die meisten von euch da
draußen sterben werden. Dennoch sieht sich jeder in der Rolle des Überlebenden.
Nachvollziehbar, denn wer will schon gerne draufgehen. Wenn aber die meisten
abkratzen, dann kann nicht jeder überleben. Oder um es mal mit dem Worten von
Volker Pispers zu sagen: Es kann schon jeder in der Rolle sein. Aber nicht
alle.
Und der zentrale Punkt: die Ausrüstung und Bewaffnung. Oh,
die Bewaffnung. Was habe ich nicht alles an Leuten getroffen, die gerne eine
Waffe hätten und damit umherschießen würden, aber wegen der Waffengesetzgebung
nicht dazu in der Lage sind. Ganze Filmgenres bauen darauf auf. Jetzt passt mal
auf: Ebenso wie die meisten von euch bei einer Apokalypse draufgehen (deshalb
ist es eine Apokalypse), haben die meisten von euch keine Ahnung von Waffen.
Naja, ein Sechstel der Leute hat vielleicht Ahnung, weil die unmittelbar von
der Wehrpflicht betroffen waren und demzufolge aus einem G3 die eine oder
andere Patrone abgefeuert haben (oder aus dem G36). Ihr anderen fünf Sechstel würdet
euren Ohrenschutz erst NACH der ersten abgefeuerten Kugel besorgen und nicht
davor, und nach einer Woche wärt ihr taub. Von Sicherheitsregeln hättet ihr
keine Ahnung und Unfälle beim Waffengebrauch sind an der Tagesordnung, so dass
allein auf diesem Weg eine Spur von Leichen und Nahrung für Zombies entsteht.
Und wisst ihr, was ihr vor allen anderen Dingen braucht, um mit einer Waffe
gegen Zombies zu kämpfen? Eine Waffe. Wo wollt ihr die herkriegen? Die meisten
Fan-Szenarien verlassen sich auf Schusswaffen, aber die gibt es hierzulande nur
bei Sportschützen, Jägern und beim Militär. Und die wissen alle, wie man damit
umgeht und sehen keinen Grund, euch auch nur eine davon zu überlassen.
Nur für den Fall, dass ihr in den USA wohnt und der nächste
Assault Weapons Ban nicht durchkommt oder ihr aus sonst einem Grund an eine
ausreichende Auswahl an Schusswaffen und Munition kommt und alle anderen
taktischen Punkte beachtet, hier ein Ratgeber, wofür ihr euch entscheiden
solltet bei eurer Bewaffnung.
Ihr braucht eine Primärwaffe. Mit dieser Waffe müsst ihr
alle denkbaren Einsatzszenarien lösen können. Gleich mal vorweg: Alles, was
stärker als ein Gewehr im Kaliber 7,62 x 51 mm NATO ist, könnt ihr komplett
vergessen. Zumindest, wenn ihr ein durchschnittlicher Überlebenstyp seid und
euch nicht eingebunden in einer organisierten bewaffneten Einheit wiederfindet.
Eine halbautomatische Langwaffe (langes Gewehr, Karabiner, Langwaffe im
Pistolenkaliber) bedient eure Bedürfnisse in gutem Umfang. Viele schreiben,
dass sie ein Scharfschützengewehr nehmen würden, das ist, wenn ihr unterwegs
seid, eine unbrauchbare Lösung. Im Nahkampf ist das zu unhandlich, damit darf
ein bedeutendes Einsatzszenario nicht mehr auftreten. Unwahrscheinlich, dass
das passiert. Und in den Distanzen, in denen ein Scharfschützengewehr sinnvoll
ist (ab 300 Meter aufwärts), stellen Zombies keine Bedrohung dar. Stattdessen
würdet ihr unnötig Aufmerksamkeit auf euch ziehen, und das führt über kurz oder
lang in den Nahkampf. Ebenfalls nicht zur ersten Wahl als Einzelkämpfer zählend:
die Schrotflinte. Lasst mich raten, die Schrotflinte ist so ziemlich die
beliebteste Waffe in der Zombie-Apokalypse. Und ich weiß genau, wieso: Sie ist
leicht zu bedienen, sie ist zuverlässig, man kann mit ihr auch mal zuschlagen,
und in den Distanzen, auf die es ankommt, hat sie eine verheerende Wirkung auf
den Gegner. Aber die Schrotflinte hat einen entscheidenden Nachteil: Die
Magazine sind nicht besonders groß. Und bei handelsüblichen Schrotflinten muss
man jeden Schuss einzeln nachladen. Unter Stress und gerade, wenn man wegläuft,
kann das eine Weile dauern. Und es ist ja nicht so, als wären die Patronen klein.
Man kann also auch nicht so viele Patronen mitführen, wie bei einem Gewehr. Um
einen Wert anzugeben: Das, was man beim Wort „Schrotflinte“ üblicherweise vor
dem geistigen Auge hat, geht über eine Magazinkapazität von acht Schuss nicht
hinaus. Meistens habt ihr weniger; es können gar nur zwei Schuss sein, ehe ihr
nachladen müsst. In einem polizeilichen Umfeld ist eine Schrotflinte sinnvoll,
aber auch nur dann, wenn man noch andere Leute zur Unterstützung am Start hat
und weil ein Festzunehmender nicht ohne Rücksicht auf Verluste blindlings auf
jemanden zurennt, der gerade auf einen geschossen hat. Wenn ihr also alleine
seid und bessere Alternativen finden könnt: Macht von der Alternative Gebrauch.
Ihr braucht eine Sekundärwaffe. Sie kommt zum Einsatz, wenn
die Primärwaffe ausfällt. Auf die Sekundärwaffe kann man sich nicht immer
verlassen, aber wenigstens gibt sie einem ein Mindestlevel an Schutz, bis man
die Primärwaffe einsatzbereit machen kann. Typischerweise werden hier Pistolen
verwendet. Von Revolvern ist abzuraten, da für sie im Grunde dasselbe gilt wie
für Schrotflinten: Hohe Durchschlagskraft, aber zu geringe Kapazität, die
einzeln erhöht werden muss. Und bitte, bitte lasst die Finger von der ach so
bekannten Desert Eagle: Sie ist viel zu schwer, die Munition ist viel zu selten
und unnötig stark, und das Magazin ist klein. Ist höchstens sinnvoll, wenn die
ersten Zombieelefanten euer Wohnzimmer unsicher machen. Wenn ihr eine Pistole
nehmt, stellt sicher, dass sie euch nicht zu schwer ist und der Munitionsnachschub
sichergestellt ist. Und vor allem prüft vorher, ob ihr mit dem Ding überhaupt
etwas treffen könnt. Ein Teil davon geht auf den Rückstoß zurück und damit auf
die Größe des Kalibers. Wenn ihr mit einer aktuellen .45 ACP einen Kopfschuss
nach dem anderen austeilen könnt, dann nehmt die, wenn das stärkste Kaliber,
mit dem ihr umgehen könnt, aber nur eine popelige .22 lfB ist, dann nehmt eben
eine popelige .22 lfB. Auch die ist zur Selbstverteidigung geeignet. Also,
nehmt euch die Waffen, die ihr finden könnt, achtet darauf, dass das Zeug nicht
zu schwer wird (was schnell passieren kann) und nehmt ein Kaliber, mit dem ihr
trefft. 9 x 19 mm ist eine gute Wahl. Wenn das klar ist, dann ist alles klar.
Hach ja, ich hab die Schrott-Texte von früher ein bisschen
vermisst.
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