- Über Rudi rüber rubbeln - (Annette) Nach der Nachmittagspause stehen das Anmalen der Wand und das Herstellen der Schachteln auf dem Plan. Btw, hatte ich überhaupt bereits erwähnt, dass heute erstmalig während des Festivals die Sonne mehr scheint? Yay, Sonnenmacher! Ich mach erst mal Mittag. Gehe zum Bäcker von gestern. Also zum Schablonenbäcker. Bestelle mir eines von diesen überbackenen Dingern. Lecker. Aber danach direkt zurück. Und weil es mir angeboten wurde (da ich fertig bin), geh ich zu den Kisten. Der Einstieg ist wahrlich erklärungswürdig, aber wenn man so ein Ding erst mal gebaut hat, kann man es. Dazu verwenden wir eine Menge sogenannten komischen Leim. In diesen Kartoffelsalatbehältern, eine zähe Masse, also etwa wie Pferdecremefett. Zur Ermutigung zeigt uns Manja zwischenzeitlich den ersten fertigen Bogen. Sieht gut aus. Nach zwei vollständigen Schachteln hab ich Rückenschmerzen. Schreib nach, mach Fotos und verdrücke die Streuselschnecke, die ich mir gekauft habe. Damit habe ich zum ersten Mal in den Diaries in die Zukunft geschrieben, denn jetzt, genau zu diesem Zeitpunkt, in welchem ich das Original schreibe [also den zu Papier gebrachten Entwurf, Anm. d. Verf.], gibt es die Schnecke noch. Und Strange_Core und die Maler tanken wieder Sonne. Das haben sie heute Vormittag schon gemacht. Rundohr freut sich total, dass endlich wieder Sonnenschein ist. Das tun wir alle. (Ach so, der Vermerk zur Sonne sollte erst hier kommen.)
In der Zwischenzeit bereitet Maki das Bild auf der nunmehr weißen Wand mit Bleistift vor. Sie hat dazu ein paar Skizzen von der Werkstatt angefangen. Oder sollte ich sagen: Kwerstatt? So stand es beim heutigen Aushang, links neben dem Eingang zu selbiger.
Wenig später bin ich der Zweite, der an der Wand steht. Zunächst ergänze ich Makis Vorzeichnung. Das ist wieder so ein Moment, der einen tief im Inneren beruhigt. Wie letztes Jahr, als wir in der Kulturschmiede sprachen.
Es dauert nicht mehr lange, als sich weitere hinzugesellen. Einer macht an der Treppe eine Schreibmaschine. Wir überlegen, was noch drankann. Ich hab keine technischen Skizzen in meinem Buch, schon zweimal gekuckt. Entscheide mich dafür, eins von den Fahrrädern zu nehmen. Dauert länger, als gedacht. Ach ja: Während ich bei Maki mitmale, spielt Rundohr auf seiner Gitarre (die übrigens eine andere ist als die Loreley vom letzten Jahr) und erneut Strange_Core auf ihrem Cajón. Dann habe ich eine Idee. Ich war ja letztes Jahr ein bisschen zu spät damit, Rundohr beim Aufnehmen einer Version von Wonderwall zu erwischen. Stelle daher meine Kamera auf. Allerdings macht meine SD-Karte das nicht mehr allzu lange mit, so dass die Aufnahme nach 6 min 23 s endet. Später spielen sie auch Wonderwall. Vielleicht spielt er es morgen nochmal. Oder übermorgen. Und wenn nicht freiwillig, dann regeln wir das mit fünf Euro. Ich mach heute Abend noch die SD-Karte leer.
Nachdem das Fahrrad irgendwie fertig war, fing Sylvain direkt mit einem Schriftzug an. Ein spiegelverkehrter Festiv…