Dienstag, 26. Juni 2012

Diesmal ohne Melone


(Achtung, Spoiler)
Was soll ich noch groß einleiten, heute sprechen wir über


THE AVENGERS
Eine Comicverfilmung aus dem aktuellen Kalenderjahr. Der Verlag ist Marvel Comics (was denjenigen Menschen, der durchschnittlich 1,7-mal im Jahr ins Kino geht, nun wirklich nicht interessiert) und es treten mehrere Superhelden aus dem Marveluniversum parallel auf, die bereits vorher in eigenen Filmen zu sehen waren.
Aber Nilo, werden manche sagen, warum hast du den Film erst jetzt, zwei Monate nach dem Start gesehen? Und da entgegne ich, Leute, Freunde, fahrendes Volk, haltet für einen Moment inne und hört an, was ich euch zu sagen habe. Also: Ich bin der Superheldenthematik nicht gerade zugetan, und man muss mich regelmäßig daran erinnern, wer nun von Marvel ist, wer von DC Comics und wer aus einer völlig anderen Ecke stammt. Mit dieser Einstellung nahm ich die Ankündigung von The Avengers auf, und nach ein, zwei Wochen merkte ich, dass der Film wohl doch recht erfolgreich wird. Joa, gutes Argument, aber noch kein Grund. Dann kam noch der Podcast mit Sir Donnerbold, der hier eingebunden ist. Dort kamen sie auf The Avengers zu sprechen und versuchten, den dritten in der Runde zu überreden, sich den anzusehen. Was auf diesen Dritten zutraf, gilt ebenso für mich. Also haben sie eine Weile erörtert, und der Dritte und ich immer so hmmhmmmjaok, und dann noch die Erwähnung, dass The Avengers bei imdb gerade auf 8,8 von zehn Sternen steht. Und sowohl der Dritte als auch ich haben dann die Meinung geändert. Der Dritte (verzeih mir, dass ich dich dauernd mit „Dritter“ anrede, ich hab deinen Namen vergessen, weißt du was, ich sehe ihn mal kurz nach und da haben wir ihn schon, Gregor Elsbeck) annoncierte das in einem ehrlich überzeugten Ton, während meine Reaktion eher einem „Warum habt ihr das nicht gleich gesagt“ glich. Kurzum, ich war nun überzeugt davon, dass der Film einige Qualitäten bieten würde und sah dann auch nach, wo er auf meinem Heimatspielplan beheimatet war. Und ich fand auch passende Zeiten, aber ein Problem tauchte dann noch auf. Der Film war ausschließlich in 3D zu sehen. Keine 2D-Alternative. Nicht nur, dass die 3D-Vorstellung fast doppelt so teuer ist. Ich bin auch kein großer Fan von 3D. Selbst wenn es ein echtes, gedrehtes und kein konvertiertes 3D ist, fühle ich mich nicht rundum darin beheimatet. Der Effekt kommt viel zu selten zum Tragen, das heißt, dass man nicht den Eindruck hat, man wäre tatsächlich mittendrin. Und so weiter, und so weiter. Die dreizehn Euro wollte ich dann doch nicht ausgeben, Empfehlung hin oder her.
Dann begab es sich, dass ein Kumpel wieder ins Kino wollte. Das einzig Passende war The Avengers. Und so rang ich mich doch noch dazu durch, über meinen an dem Tag eh kaum vorhandenen Schatten zu springen (es regnete) und ihn anzusehen. Und dabei kam dann etwas wie das hier heraus.
Um die Handlung werde ich wie immer drum herum schreiben, die wird nun wirklich bei Anderen ausführlich genug erläutert. Daher nun die Figuren:
Im Zentrum stehen für Superhelden, namentlich Iron Man, Black Widow, der Hulk, Thor und Captain America. Iron Man, gespielt von Robert Downey Jr., ist genau das, was man von dem Schauspieler erwartet, ein Exzentriker mit markigen Sprüchen. Darüber hinaus Milliardär, was es ihm erlaubt, eine technisch ausgefeilte Rüstung zu tragen, die im Prinzip unkaputtbar ist. Der Hulk, nicht gespielt von Edward Norton, sondern von Mark Ruffalo (der zweifelnde Cop aus Collateral mit der Smith & Wesson), ist mittlerweile in der Lage, seinen Puls und damit verbunden … seine Impulsivität badum-ts im Zaum zu halten und sich zum Gammastrahlenexperten zu befördern. Aber er wäre nicht der Hulk, wenn es nicht doch zu einem Ausbruch käme. Captain America, gespielt von Ryan Gosling Chris Evans, ist ein ehemals schmächtiger Typ, der von der Army zum Superkrieger mutiert wurde und danach 70 Jahre im Nordpolareis verbracht hat. Er hatte vielleicht ein wenig zu wenig Screentime. Black Widow, gespielt von Scarlett Johansson, ist … naja, es ist Scarlett Johansson mit roten Haaren und einer figurbetonten schwarzen Trikotage und aus Russland, was erwartet ihr? Und sie ist in der Lage, ihr Gegenüber in eine aus seiner Sicht überlegene Lage zu bringen und ihm daraus Informationen zu entlocken. Thor, gespielt von Chris Hemsworth, ist tatsächlich der alte germanische Gott des Donners, und schleppt seinen Kriegshammer mit sich herum. Kein anderer kann den aufheben, aber wenn er einmal damit zuschlägt, wächst an der Einschlagstelle kein Gras mehr. Höchstens thermophile Einzeller.
Jeder dieser Charaktere wurde in mindestens einem Film vorher eingeführt. Zusätzlich zu den fünf Helden gibt es noch andere Charaktere um sie herum.
Der Chef der Organisation, die die Avengers betreut oder was auch immer sie da tun, wird dargestellt von Samuel L. Jackson und damit bestätigt er seine schauspielerische Taktik, denn in Summe sind die Filme, in denen er mitspielt, die erfolgreichsten überhaupt, was daran liegt, dass er in so vielen erfolgreichen Filmen mitspielt. Einer seiner Agenten und eigentlich auch einer der Helden, ist Hawkeye, gespielt von Jeremy Renner, für den ich mittlerweile ein Faible habe, weil The Town und Mission Impossible 4. Leider wird er schon am Anfang vom Gegner umgedreht, aber das macht diesen Charakter umso faszinierender. Hatte ich schon erwähnt, dass er ein ausgezeichneter Bogenschütze ist? Wo wir gerade vom Gegner sprechen: Bei dem handelt es sich um Thors Bruder, der eine Invasion starten will mit der Hilfe eines Energieportals. Daher hat Thor leicht andere Beweggründe für sein Handeln, er will den Typen nicht einfach nur unangespitzt in den Boden stampfen, sondern ihn vorher zur Rechenschaft ziehen. Da das nicht sofort klar ist, gibt es vorher einen tierischen Sticheleienaustausch zwischen Thor und den anderen, weil jeder den anderen verdächtigt, Loki (so heißt der Bruder) nicht an der Invasion hindern zu wollen. Loki hat mich ein wenig an Schlangenzunge aus Herr der Ringe 2 erinnert, obgleich er natürlich viel besser aussieht. Mit seinem Spazierstock ist er in der Lage, andere Leute umzudrehen, wie er es bei Hawkeye gemacht hat. Man kann das mit einem Imperius-Fluch aus der Harry Potter-Reihe vergleichen (die anderen zwei unverzeihlichen waren Avada Kedavra alias Isch baller disch kaputt, und Crucio, der Folterfluch, nur so als Reminder). Der andere, der damit belegt wird, ist der Chefwissenschaftler von der Organisation von Samuel L. Jackson, die eine Energiequelle erforschen, um das Energieproblem der Welt zu lösen, wobei sich diese Energiequelle als Portal entpuppt, mit dem Loki die Invasion starten will. Der Wissenschaftler wird von niemand geringerem gespielt als Stellan Skarsgård. Hallo? STELLAN FUCKING SKARSGÅRD! Geht es noch epischer? (Ja, mit einem Cameo von Harry Dean Stanton, nachdem der Hulk vom Himmel gefallen ist. Seitdem stimmt die Redewendung, es sei noch kein Meister vom Himmel gefallen, nicht mehr.) Das gibt dem Ganzen ein bisschen Illuminati-Feeling. Darauf werden viele nicht stehen, ich schon. Die Umgedrehten sind allesamt an ihren hellblauen Augen erkennbar.  Natürlich werden sie im Verlauf der zweiten Hälfte alle wieder zurückgedreht.
Aber wir müssen noch über die Organisation von Sam Jackson sprechen. Sie trägt den Namen S.H.I.E.L.D. und beschäftigt sich mit der Abwehr von außerirdischen Bedrohungen. Als solche ist sie zuständig für das Kommando über die Avengers und entwickelt parallel dazu Technik, um sie mit allen Kräften zu unterstützen bzw. bei einem Ausfall ein Backup-System zu haben. Dafür haben sie die Energiequelle, einen Würfel namens Tesserakt, eingesammelt, und basteln daran herum. Offiziell wollen sie das Energieproblem der Welt lösen, inoffiziell sollen energiereiche Waffensysteme hergestellt werden, mit denen externen Aggressoren entgegengewirkt wird. Da diese irrtümlich für terrestrisch einzusetzende Massenvernichtungswaffen gehalten werden, gibt es einen ziemlichen Clinch in der Clique, der sich dann als fatal herausstellt. Aber ich schweife ab. Um den Tesserakt zu erforschen, hat S.H.I.E.L.D. eine eigene Basis, und die folgt dem üblichen Agenten-in-schwarzen-Anzügen-und-Mercedes-R-Klassen-mit-M4-Karabinern-und-SIG-Sauer-Pistolen-Stil. Und als ob das nicht genug wäre, noch einen Flugzeugträger. Innovativ fand ich, dass die Startbahn und das restliche, längliche Gebilde, nicht nur abgewinkelt waren, sie befanden sich auch auf verschiedenen Höhen. Wenige Minuten danach wurde klar: Das war nicht die Hauptinnovation. Der Flugzeugträger kann verdammt noch eins fliegen. Vier an den Ecken ausfahrbare Rotoreinheiten bringen ihn auf eine mehrere Kilometer große Höhe. Ich will auch so ein Ding.
Eine Sache ist mir aber noch nicht ganz klar. Loki (und damit seine unfreiwilligen Schergen Jeremy Hawkeye Renner und Stellan Scientist Skarsgård) braucht, um das Portal aufzubauen und seine Invasion zu starten Iridium. So weit, so gut, das Zeug gibt es. Um das zu besorgen, geht er nach Stuttgart (was auch immer eine derartige Menge Iridium da verloren hat), genauer gesagt auf eine Smoking-Frack-Veranstaltung (keine Ahnung, was das genau war, aber es ist eben so eine Veranstaltung mit hohem Dresscode). Wie passt das zusammen? Nun gut, es waren Wachen vor Ort, die passend G36C-Gewehre trugen, man kann also sagen, dass da irgendwas Wichtiges gelagert wird. Aber wieso findet dann so eine Smoking-Frack-Veranstaltung da statt? Wenn da Iridium gelagert wird, sollten das nicht zwei separate Orte sein? Moment, ich glaube, das waren tatsächlich zwei separate Orte. Allerdings war derjenige, dessen Iris die Türen zum Sicherheitstrakt öffnet, gerade bei der Veranstaltung, so dass Loki die optische Information übermittelt und Hawkeye die Türen knackt und das Iridium besorgt. Danach lässt sich Loki von den inzwischen eingetroffenen Avengers überwältigen und mitten in deren Hauptzentrale bringen, sät dort Missgunst und bringt die Avengers dazu, ihren eigenen Stützpunkt auseinanderzunehmen (indem er den Hulk entfesselt, was Black Widow zwar vorher herausfindet, aber nicht verhindern kann) und spaziert in aller Gemütlichkeit davon, während Hawkeye, der wohl vorher Instruktionen erhielt, zwei von den Propellern ausfallen lässt. Denn auch wenn Loki gefasst wurde, so konnte Hawkeye immer noch das Iridium stehlen und zusammen mit Stellan The Awesome Skarsgård das Portal zurechtbasteln. Dabei hat Loki wohl übersehen, dass Hawkeye wieder zurückgedreht wird und den Avengers fortan Unterstützung liefert. Damit wir uns nicht falsch verstehen, den Avengers kam es schon ein wenig grün vor, dass Loki sich so schnell ergab (und später kam es ihnen RICHTIG grün, wegen Hulk und so). Nur zogen sie nicht die richtigen Schlussfolgerungen daraus. Aber das will ich ihnen nicht ankreiden, das macht schließlich sonst auch keiner. Also das Ziehen der Schlussfolgerungen.
Was soll ich noch groß ausfaden, heute habt ihr einen neuen Eintrag auf eurem Amazon-Wunschzettel.

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