Eine neue Runde, eine neue Fahrt! Die Definitionen zur siebten Runde des hier zu findenden Ars Lingua Perspectiva sind fertig und das nicht ohne Grund. Denn sie fungieren diesmal als kleines Dankeschön an die unglaublich talentierte Wiebque, Chefin des Dreque Werque und damit Veranstalterin des ALP, da sie in diesem Beitrag hierher verlinkte. Liebe Grüße an dieser Stelle.
Die noch fehlenden Definitionen der anderen Runden werden nach und nach nachgereicht. Dafür gibt es dann rechts in der Spalte eine neue Rubrik. Sie werden nach Veröffentlichungsdatum sortiert und ich fang gleich damit an.
Die noch fehlenden Definitionen der anderen Runden werden nach und nach nachgereicht. Dafür gibt es dann rechts in der Spalte eine neue Rubrik. Sie werden nach Veröffentlichungsdatum sortiert und ich fang gleich damit an.
Aasgeier: Aalglatte Aachener Aalliterationen wwiederholen
den frontgereimten Buchstaben gerne. Aasgeiern geht es da genauso, denn sonst
hießen sie Assgeier. Jemand will ihnen aber nicht den Charakter der
Falschspielerei um den sprichwörtlichen Hals hängen, daher dehnt man ihren
Anfang (also den Hals), damit sie auf der Suche nach totem Fleisch als genau
das erkannt werden können, was sie sind, nämlich kreisende Necrovoren oder wie
das heißt.
Bauernopfer: Leider wird das Wort "Opfer" mehr und mehr als Beleidigung verwendet. Hin und wieder gibt es kreative Ausbrüche. So trifft man gelegentlich auf das Wort "Bauer" im beleidigenden Sinne. Wenn man also im IRC einen Landwirt mit opf0r bezeichnet, wird er zum Bauernopfer. Der Bezeichner will damit seine Geringschätzung dergestalt ausdrücken, dass er sein Gegenüber höchstens für seinen Vorteil einsetzen würde, wenn er dabei draufginge.
Charme: Bei einer nachmittäglich-abendlichen Gesprächsrunde unter Freunden verglich mich eine Anwesende mit meinem Vater. Sie überlegte, welche Merkmale ich von ihm geerbt habe. Menschen, die mich kennen, werden meine stille Wesensart bemerkt haben (sofern sie MICH bemerkt haben), die ein wenig im Kontrast zu Papa steht. Und als sie mich fragte, was zum Beispiel ich von Vati geerbt hätte, habe ich, ohne eine Miene zu verziehen, geantwortet: "Meinen unwiderstehlichen Charme." Damit hatte ich die Lacher auf meiner Seite. Ich überlege, von meinem Hut auf Melone umzusteigen.
Doof: Apropos Charme. Wenn es an eben solchem mangelt, helfen auch nicht die "Ohne dich ist alles doof"-Sprüche. Denn Charme und Doofheit schließen sich gegenseitig aus. Manchmal allerdings ist das Armutszeugnis, welches einem nach solcher Strohhalmgreiferei ausgestellt wird, etwas, das als Hilfeschrei verstanden werden will.
Ecke: Alles, was nicht rund, krumm oder eindimensional ist, hat eine Ecke. Meistens wird sie verwendet, wenn man von einem dreidimensionalen Gebilde spricht. Da kann sie das Zusammentreffen von mindestens drei Flächen an einem Punkt bedeuten, es kann aber auch für einen kleinen Raum stehen wie etwa eine Schreibstube. Nicht zu verwechseln mit ecko unltd. und zu beachten ist ebenso, dass je spitzer die Überschneidungen werden, man naheliegend von einer "Spitze" spricht. Eine Ecke wäre dann eine Stumpfe.
Fett: Steht für eine Klasse unpolar-protischer Stoffe und für diese Markierungsform. Eigentlich müsste es gezuckert heißen, will man der Ernährungslehre glauben. Gebt dem Affen Zucker, dann wird er zum Affen. Und heißt Bumbel.
Gelee: Davon findet man so Einiges in Hühnereiern. Denn diese werden in Geleegen produziert. Das Doppel-e deutet auf eine weibliche Form im Französischen hin (welches ich immer mit fran. abkürze, denn frz. ist obszön). Es heißt also la gelée. Auf Französisch klingt alles gut. Selbst die Räuberbanden.
Hechtsuppe: Egal wie man sie zubereitet, am Ende muss man sie eine Weile stehen lassen. Dabei entweichen warme nichtstinkende Gase, was den Eigenheiten des Gemeinen Hechtes zuzuschreiben ist, als großer Fisch hat er eine große Schwimmblase, und deren Inhalt entweicht nicht so schnell. Man muss sie also ziehen lassen. Und da warme Luft gegen kalte Luft Wind erzeugt, zieht das wie Hechtsuppe.
Intravenös: Gegenentwurf zu "nervös".
Jo-Jo: Wird als Wort zum Auf-sich-aufmerksam-machen genutzt, als mechanisches Gerät wurde es früher als Waffe eingesetzt und ist inzwischen als eine Art Sportgerät zu verstehen. Da man damit nur vorübergehenden Schaden anrichten könnte und so der Waffencharakter nicht mehr gegeben ist, könnte man eine Überschneidung mit dem Wort zwecks Begrüßungssynthese überdenken.
Kampeln: Berücksichtigt man die anderen Begriffe dieser ALP-Runde, habe ich den Eindruck, als würde es sich dabei um ein Gericht der ostpreußischen Küche handeln. Der Online-Duden verschafft Klarheit: Es ist weniger eine kulinarische Ansammlung mehrerer Kampel, sondern es ist ein Synonym für "sich zoffen, zanken". Er erwähnte, es sei ein schwaches Verb. Wie man es für eine gute Idee halten kann, mit einer schwachen Ausgangsposition einen Streit anzufangen, bleibt mir schleierhaft.
Lappen: Seit JuliensBlog sich dazu anschickt, die Abonnentenzahl von coldmirror zu erreichen, wird das Wort "Lappen" im Netz als Beleidigung weiter verbreitet (s. auch Bauernopfer). Das soll jedoch nicht bedeuten, dass alle Anderen Nachahmer sind. Darüber hinaus ist ein Lappen ein nützliches Gerät, welches in erster Linie zur mechanischen Entfernung von Schmutz gedacht ist. Seit der Entwicklung von Tensiden wird dieser auch zur Verbringung von Detailreinigern genutzt, spielt also auch bei der chemischen Reinigung eine Rolle. Und die Seiten der Schilddrüse werden als Lappen bezeichnet, hab ich heute gelernt.
Miesmuschel: Passt gut als proteinergänzende Dreingabe zu Hechtsuppe. Vom Schalenverzehr sollte, wie es sich jeder denkt, abgesehen werden, da sie für die Einlagerung in Knochen nicht gut genug verdaut wird. Bei Zerstörung wird die Schale scharfkantig, und da die Muschel recht klein ist (und auch noch dunkel gefärbt), fällt es leicht, sie als Miesmuschel zu titulieren, bedenke man den Ausdruck "miese(r) kleine(r) [abwertender Begriff]".
Nylon: "Let's make it all nylon" - eine schöne Abwechslung vom Alltags- und insbesondere Allnachtsgeschehen. Sollte man "es" allerdings tatsächlich oll neid long tun, besteht das Risiko, dass manche ... nichtbeanspruchte Körperpartien dabei auskühlen. Allerdings will sich deshalb niemand mit Zubehör von Mammut und North Face eindecken. Gut, man könnte sich auch zudecken, aber über einen so langen Zeitraum ist ein Ortswechsel mehr als plausibel. Daher helfen sehr dünne partielle Kleidungsstücke, die Nylonstrümpfe. Sie legen eine zusätzliche Wärmeschutzschicht an und sind dennoch unauffällig.
Obstsalat: Klassischerweise ist Obst der essbare, mindestens einen fruchtbaren Kern tragende Bestandteil einer Pflanze, wohingegen Gemüse eben ein anderer Pflanzenbestandteil ist. Schneidet man das klein und führt kernlose Rekombination durch, erhält man Obstsalat. Der einzelne Geschmack geht dabei unter, daher ist ein kaltes Buffet vorzuziehen. Oder Apfelmus.
Petticoat: Unternehmen Petticoat ist ein sehr unterhaltsamer U-Boot-Film, bei dem ausnahmsweise mal kein Robert Taylor aus dem vierten Stock auf ein Pferd springt (mod. Malmsheimer). Hätte mich ehrlich gesagt auch gewundert, denn dazu hätte er einen zu kleinen Mantel tragen müssen (kleiner Mantel = Übersetzung von Petticoat, zurückgehend auf petit coat). Dieser Mantel hätte ihn bei der Landung erheblich behindert und hätte zu schweren Verletzungen am Pferd geführt. Da ein Petticoat nun mal petit ist, hat er sich bei großgewachsenen Menschen nicht durchgesetzt.
Quarktaschen: Irgendjemand hat hier ein interpretativ interessantes Menü zusammengestellt. Als Vorspeise Obstsalat, zum Hauptgang Hechtsuppe mit Miesmuscheln, als Nachtisch Quarktaschen. Und auch hier haben wir es mit etwas zu tun, was nicht wörtlich genommen werden sollte. Es gibt eine Riesenschweinerei, wenn man den Quark nicht ins Gebäck und dann in sich selbst füllt.
Rap: Auf der rechten Seite ist in der Übersicht eine Rubrik zu sehen mit dem Namen "Wann hat Hip Hop eigentlich aufgehört zu existieren". Diese Rubrik entstand sehr frph in diesem Blog (das muss heißen "früh", dann schreib es auch, du Idiot). Wir sprechen hier also über ein Genre, welches de facto nicht mehr aktiv in derart gloriosem Umfang betrieben wird, aber das interessiert eh keinen, denn der Mainstream entwickelt sich nun mal, und das ist ja auch gut so. Nichtsdestotrotz erfüllt es mich mit Resignation, darum will ich auch auf sonst übliche Wortspiele, wie zum Beispiel "Wrap", verzichten.
Schnöde: Nicht schön. Wird erhalten durch Wortmodifikation. Schnöde Schneeschuhschoner schnäbeln mit Schnabelschuhen auf hässlichen Heizungen. So sieht Schnödigkeit aus.
Türsteher: Lässt andere rein, wird aber selber wegen seiner Funktion nicht rein gelassen. So gibt es über dem Türsteher noch einen anderen Türsteher, der aber generell andere Befugnisse hat und deshalb nicht so heißt. Darunter muss es auch noch jemanden geben, also einer, der die Leute auf den Vorplatz lässt. Denn für manche sind die Einrichtungen mit Türsteher so teuer, dass sie sie sich nicht leisten können wollen müssen sonst was und daher davor stehen bleiben. Ohne Türlagerei ergibt das aber keinen Sinn, so dass dafür eine Stelle erschaffen wird. Wir sprechen also von einer Verlagerung.
Universum: Das Ein und Alles und daher durchaus ein Universitäten-Dachverband. Manche fragen sich, was außerhalb ist, doch selbst wenn da was ist, wäre es dermaßen verflucht weit weg, dass es
Video: Meistens ist damit das VHS-System gemeint. Mit Magnetismus werden Bilder gespeichert. Früher hab ich mich immer gewundert, warum die Kassetten auf keinen Fall auf dem Lautsprecher liegen durften. Jetzt hab ich es auch ohne Schaden rausgekriegt. Aber wie kommt dann der Ton dort raus?
Wollmaus: Fellreiche Mäuse mit kleinen Pfoten sind ja so süüüüüüüß. Ich hab grad eine faule Möwe beschmissen, mit einem Stein. Sie bewegte sich nicht. Offenbar hat sie eine süüüüüüüße Wollmaus verschluckt. Mistvieh.
Xerophil: Bevor sich die Truppe Linkin Park nannte, hießen sie Hybrid Theory (was dann der Titel ihres ersten Albums wurde) und davor Xero. Es geht hier also um eine Retroforcierung dergestalt, dass diese Band ihren Elektropop-Sound ablegen und wieder ROCKEN soll. Sogar bevor es die Band überhaupt gab, wurde dieses Problem erkannt, in einer Szene aus dem Film „Der Prinz aus Zamunda“. Dort sagt Miss McDowell: „Es ist dringend nötig, Linkin Park wieder aufzubauen.“ Gut, sie meinte den Lincoln Park, aber das passt hier gerade so schön.
Yacht: Ein Begriff aus dem Sport. Es gibt ja den Yachtsport, bei dem ein als Jagd bezeichnetes Boot, was meistens ein relativ kurzer Einmaster ist, von Yächern (fränkisch aussprechen) klargemacht wird. Sie begeben sich in ihr Einsatzrevier, manche davon gehen zum Hochsitz, also zum Ausguck oben am Mast und wenn sie fertig sind, essen sie Yachtwurst. Interessierte können sich beim Yachtclub anmelden, denn es ist eine Genehmigung erforderlich.
Zimperliese: Der begnadete Max Goldt hat mal eine Sammlung seiner Texte in Buchform unter dem Titel "Ein Buch namens Zimbo" herausgebracht. Jemand, der sich damit beschäftigt, ist ein Zimbo-Leser. Anscheinend musste jemand explizit aufgefordert werden, dieses Werk zu lesen, und da der Imperativ von lesen "lies" lautet und ein Befehlston allgemein schärfer formuliert wird, ist eine Person, die sich ob dieses Buches so zimperlich anstellt, offenbar eine Zimperliese.
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