Samstag, 30. Juni 2012

Formspring


Das ist eine Website, auf der Leute anderen Leuten Fragen stellen können. Es gibt einige, die das in recht großem Umfang betreiben und daher lohnt es sich, deren Antworten auf Fragen durchzulesen. Gelegentlich bemerke ich, wie ich selbst bei einigen Fragen Antworten formuliere, aber es wäre unsinnig, sich deswegen einen Formspring-Account zuzulegen, da ich als Internet-Person bei weitem nicht die Bedeutung hätte, als dass eine Anmeldung gerechtfertigt wäre. Zwar könnte ich massenhaft Massenfragen beantworten (diese werden von den Usern an die Allgemeinheit gerichtet), könnte aber auf keine spezifischen Fragen eingehen, da diese nicht reinkommen würden, und insgesamt würde es niemand lesen, da eben die Aufmerksamkeit fehlt. Nichtsdestotrotz mag ich hier mal die Gelegenheit nutzen und präsentieren, wie ich einige Fragen beantworten würde. Das Schema wird so aussehen, dass zuerst die Frage kommt, dann derjenige, der sie stellt (ggf. an wen) und dann meine Antwort.

Was hast du in der Schule nie verstanden? (BlackadderBlog)
Elektrizitätslehre. Es hat ewig gedauert, bis ich bemerkt habe, dass ein Stromflussdiagramm nicht notwendigerweise kreisförmig sein muss, da die beiden Pole in einer Batterie nur aus Transportzwecken direkt nebeneinander in isolierter Form vorliegen. Und an alle, die „Mathe“ geantwortet haben: KOMMT ALLE ZU MIR! ICH GEB EUCH KOSTENLOSE NACHHILFE!

Wie gehst du mit dem miesen Gefühl um, „zu schlecht“ für jemanden zu sein und mit seiner Welt nicht mithalten zu können? (BlackadderBlog)
Dazu schrieb ich vor kurzem einen Artikel, der meine diesbezügliche Sorge illustriert. Wenn ich aber von diesem Vorwurf nicht loskomme, wird es wesentlich schwerer werden, eine Partnerin zu finden. Das kann ich mir kaum leisten (wollen), also gebe ich schlicht mein Bestes. Wenn es nicht funktioniert, dann habe ich mir nichts vorzuwerfen, denn ich konnte es eben nicht besser.

Dein Leben wird verfilmt. Welcher Schauspieler bzw. welche Schauspielerin soll dich spielen? (BlackadderBlog)
Kevin Smith.

Was machst du gegen Pickel und so? Hast du bestimmte Marken, die du benutzt? (anonym an terrorhase)
Es wurde bereits Einiges bei ähnlichen Fragen ausdiskutiert, welche Mittel kurzfristig helfen, ob man Abdeckstifte nehmen sollte und so weiter. Bei Antworten wie diesen frage ich mich jedes Mal, wie ums Verrecken man nicht darauf kommen kann, die Mistdinger auszudrücken. Dann sind sie weg und können verheilen. Dann, und erst dann, ist eine kosmetische Maßnahme zur Heilüberbrückung gerechtfertigt.

Manche Wörter, egal, was für eine Bedeutung sie haben, klingen auf anderen Sprachen wunderschön. Was ist dein Lieblingswort in irgendeiner fremden Sprache, die du (nicht) beherrschst? (terrorhase)
Crepuscolo. Das ist der italienische Ausdruck für Abenddämmerung.

Nehmen wir an, du wärst ein Land. Ja, ich habe dich gerade fett genannt. Was wäre deine Nationalhymne? (terrorhase)
Violin Concerto in D Major Op. 77:3. Vivace Non troppo von Brahms.

Ungerade Zahlen verunsichern mich extrem und treiben mich in den Wahnsinn, deswegen muss ich jetzt eine Frage stellen, damit meine Public Questions Anzahl auf 30 steigt. Hast du irgendwelche Zwänge/“Macken“? (terrorhase)
Ich muss immer, wenn ich eine Treppe rauf- und runtergehe, die Stufen zählen. Ist schon fast immer so. Kann das aber einigermaßen im Zaum halten. Ist im Übrigen sehr hilfreich, wenn mal nachts im Treppenhaus das Licht ausgeht.

Ich stehe in zehn Minuten vor deiner Tür und wir verbringen den Abend zusammen. Was soll ich mitbringen? Was machen wir? (KatiKuersch)
Äh … ich brauch ‘n Topf.

Was hältst du von dem Nationalstolz, der während EM/WM regelmäßig aufflammt? (KatiKuersch)
Zwecks Provokation dachte ich daran, mir eine französische Flagge zu besorgen und damit herumzulaufen und diejenigen Paupel, die mich deswegen anquatschen, verbal fertigzumachen. Leider habe ich auf die Schnelle keine gefunden. Egal, in zwei Jahren ist eine erneute Gelegenheit da.

So wie der Rest des Internets auch bist du total verliebt in mich. Stellst du mir bitte ein Mixtape zusammen, um deiner Zuneigung Ausdruck zu verleihen? (KatiKuersch)
Ach, liebste Kati, für dich würde ich diese Nummer glatt nochmal durchziehen. Rechne aber mit einer mehrmonatigen Wartezeit. Die Playlist innerhalb eines Tages zusammenzustellen, ist grobe Selbstüberschätzung, aber im Moment höre ich Rapper’s Delight von der Sugar Hill Gang. Möglicherweise fängt das Ganze damit an. Hm. Ich habe wohl für meinen sechsten Sampler ein Thema gefunden.

Angenommen, du hättest ab heute durch einen unverhofften Zufall für immer finanziell ausgesorgt: Was würdest du morgen tun? (Qafka)
Die Milch leeren. Morgen ist Sonntag.

Can you feel it coming in the air tonight? (Qafka)
OH LORD *SMACK*Zähm den Tiger in dir und vor allem den im Badezimmer.

Wie hättest du Excalibur aus dem Stein geholt? (Qafka)
Diese Antwort wird an das Schema des Fragenstellers angepasst. Ich hätte eine Anzeige für Lithophile geschaltet, die an dem verdammten Stein rumlutschen, bis er weg ist. Dies würde vielleicht ein hohes Maß an Monogamie und Ausdauer erfordern, aber egal.
Jetzt zu der richtigen Antwort. Mit einem Geologen sollte es möglich sein, die Steinsorte und damit die Mohs-Härte festzustellen. Über metallurgische Untersuchungen sollte es möglich sein, auch die des Schwertes rauszukriegen und dann wird mit einem dazwischenliegenden Mechanens der Stein beklöppelt. Den Rest erledigt ein genauso harter Schleifstein. Die Antwort ist blöd.

Ist ein Zebra jetzt eigentlich weiß und hat schwarze Streifen, oder ist es schwarz und hat weiße Streifen? Alternativ kannst du mir ein Bild schicken, wie es unter deinem Bett aussieht. (Pappklappe an KatiKuersch)
Statistisch gesehen ist ein Zebra grau.

Ein random Filmzitat, bitte. (Qafka)
Jay sagt, du wirst mit ihm ins Bett gehen? (Dogma)

Hey, wenn ich mit 19 eine Hautcreme benutze, die 20 Jahre jünger macht, bin ich dann tot? (Wieselmann an KatiKuersch)
Nein, aber du hast dich als 19-jähriger geoutet, der spezielle Hautcremes benutzt. In Kombination mit deiner Frage bist du also wahrscheinlich ein Abonnent von HerrTutorial. Glückwunsch.

So, und das war es für dieses Mal an Formspring-Antworten. Einige weitere Fragen sind bereits herausgeschrieben und kommen in einem weiteren Eintrag.

Dienstag, 26. Juni 2012

Diesmal ohne Melone


(Achtung, Spoiler)
Was soll ich noch groß einleiten, heute sprechen wir über


THE AVENGERS
Eine Comicverfilmung aus dem aktuellen Kalenderjahr. Der Verlag ist Marvel Comics (was denjenigen Menschen, der durchschnittlich 1,7-mal im Jahr ins Kino geht, nun wirklich nicht interessiert) und es treten mehrere Superhelden aus dem Marveluniversum parallel auf, die bereits vorher in eigenen Filmen zu sehen waren.
Aber Nilo, werden manche sagen, warum hast du den Film erst jetzt, zwei Monate nach dem Start gesehen? Und da entgegne ich, Leute, Freunde, fahrendes Volk, haltet für einen Moment inne und hört an, was ich euch zu sagen habe. Also: Ich bin der Superheldenthematik nicht gerade zugetan, und man muss mich regelmäßig daran erinnern, wer nun von Marvel ist, wer von DC Comics und wer aus einer völlig anderen Ecke stammt. Mit dieser Einstellung nahm ich die Ankündigung von The Avengers auf, und nach ein, zwei Wochen merkte ich, dass der Film wohl doch recht erfolgreich wird. Joa, gutes Argument, aber noch kein Grund. Dann kam noch der Podcast mit Sir Donnerbold, der hier eingebunden ist. Dort kamen sie auf The Avengers zu sprechen und versuchten, den dritten in der Runde zu überreden, sich den anzusehen. Was auf diesen Dritten zutraf, gilt ebenso für mich. Also haben sie eine Weile erörtert, und der Dritte und ich immer so hmmhmmmjaok, und dann noch die Erwähnung, dass The Avengers bei imdb gerade auf 8,8 von zehn Sternen steht. Und sowohl der Dritte als auch ich haben dann die Meinung geändert. Der Dritte (verzeih mir, dass ich dich dauernd mit „Dritter“ anrede, ich hab deinen Namen vergessen, weißt du was, ich sehe ihn mal kurz nach und da haben wir ihn schon, Gregor Elsbeck) annoncierte das in einem ehrlich überzeugten Ton, während meine Reaktion eher einem „Warum habt ihr das nicht gleich gesagt“ glich. Kurzum, ich war nun überzeugt davon, dass der Film einige Qualitäten bieten würde und sah dann auch nach, wo er auf meinem Heimatspielplan beheimatet war. Und ich fand auch passende Zeiten, aber ein Problem tauchte dann noch auf. Der Film war ausschließlich in 3D zu sehen. Keine 2D-Alternative. Nicht nur, dass die 3D-Vorstellung fast doppelt so teuer ist. Ich bin auch kein großer Fan von 3D. Selbst wenn es ein echtes, gedrehtes und kein konvertiertes 3D ist, fühle ich mich nicht rundum darin beheimatet. Der Effekt kommt viel zu selten zum Tragen, das heißt, dass man nicht den Eindruck hat, man wäre tatsächlich mittendrin. Und so weiter, und so weiter. Die dreizehn Euro wollte ich dann doch nicht ausgeben, Empfehlung hin oder her.
Dann begab es sich, dass ein Kumpel wieder ins Kino wollte. Das einzig Passende war The Avengers. Und so rang ich mich doch noch dazu durch, über meinen an dem Tag eh kaum vorhandenen Schatten zu springen (es regnete) und ihn anzusehen. Und dabei kam dann etwas wie das hier heraus.
Um die Handlung werde ich wie immer drum herum schreiben, die wird nun wirklich bei Anderen ausführlich genug erläutert. Daher nun die Figuren:
Im Zentrum stehen für Superhelden, namentlich Iron Man, Black Widow, der Hulk, Thor und Captain America. Iron Man, gespielt von Robert Downey Jr., ist genau das, was man von dem Schauspieler erwartet, ein Exzentriker mit markigen Sprüchen. Darüber hinaus Milliardär, was es ihm erlaubt, eine technisch ausgefeilte Rüstung zu tragen, die im Prinzip unkaputtbar ist. Der Hulk, nicht gespielt von Edward Norton, sondern von Mark Ruffalo (der zweifelnde Cop aus Collateral mit der Smith & Wesson), ist mittlerweile in der Lage, seinen Puls und damit verbunden … seine Impulsivität badum-ts im Zaum zu halten und sich zum Gammastrahlenexperten zu befördern. Aber er wäre nicht der Hulk, wenn es nicht doch zu einem Ausbruch käme. Captain America, gespielt von Ryan Gosling Chris Evans, ist ein ehemals schmächtiger Typ, der von der Army zum Superkrieger mutiert wurde und danach 70 Jahre im Nordpolareis verbracht hat. Er hatte vielleicht ein wenig zu wenig Screentime. Black Widow, gespielt von Scarlett Johansson, ist … naja, es ist Scarlett Johansson mit roten Haaren und einer figurbetonten schwarzen Trikotage und aus Russland, was erwartet ihr? Und sie ist in der Lage, ihr Gegenüber in eine aus seiner Sicht überlegene Lage zu bringen und ihm daraus Informationen zu entlocken. Thor, gespielt von Chris Hemsworth, ist tatsächlich der alte germanische Gott des Donners, und schleppt seinen Kriegshammer mit sich herum. Kein anderer kann den aufheben, aber wenn er einmal damit zuschlägt, wächst an der Einschlagstelle kein Gras mehr. Höchstens thermophile Einzeller.
Jeder dieser Charaktere wurde in mindestens einem Film vorher eingeführt. Zusätzlich zu den fünf Helden gibt es noch andere Charaktere um sie herum.
Der Chef der Organisation, die die Avengers betreut oder was auch immer sie da tun, wird dargestellt von Samuel L. Jackson und damit bestätigt er seine schauspielerische Taktik, denn in Summe sind die Filme, in denen er mitspielt, die erfolgreichsten überhaupt, was daran liegt, dass er in so vielen erfolgreichen Filmen mitspielt. Einer seiner Agenten und eigentlich auch einer der Helden, ist Hawkeye, gespielt von Jeremy Renner, für den ich mittlerweile ein Faible habe, weil The Town und Mission Impossible 4. Leider wird er schon am Anfang vom Gegner umgedreht, aber das macht diesen Charakter umso faszinierender. Hatte ich schon erwähnt, dass er ein ausgezeichneter Bogenschütze ist? Wo wir gerade vom Gegner sprechen: Bei dem handelt es sich um Thors Bruder, der eine Invasion starten will mit der Hilfe eines Energieportals. Daher hat Thor leicht andere Beweggründe für sein Handeln, er will den Typen nicht einfach nur unangespitzt in den Boden stampfen, sondern ihn vorher zur Rechenschaft ziehen. Da das nicht sofort klar ist, gibt es vorher einen tierischen Sticheleienaustausch zwischen Thor und den anderen, weil jeder den anderen verdächtigt, Loki (so heißt der Bruder) nicht an der Invasion hindern zu wollen. Loki hat mich ein wenig an Schlangenzunge aus Herr der Ringe 2 erinnert, obgleich er natürlich viel besser aussieht. Mit seinem Spazierstock ist er in der Lage, andere Leute umzudrehen, wie er es bei Hawkeye gemacht hat. Man kann das mit einem Imperius-Fluch aus der Harry Potter-Reihe vergleichen (die anderen zwei unverzeihlichen waren Avada Kedavra alias Isch baller disch kaputt, und Crucio, der Folterfluch, nur so als Reminder). Der andere, der damit belegt wird, ist der Chefwissenschaftler von der Organisation von Samuel L. Jackson, die eine Energiequelle erforschen, um das Energieproblem der Welt zu lösen, wobei sich diese Energiequelle als Portal entpuppt, mit dem Loki die Invasion starten will. Der Wissenschaftler wird von niemand geringerem gespielt als Stellan Skarsgård. Hallo? STELLAN FUCKING SKARSGÅRD! Geht es noch epischer? (Ja, mit einem Cameo von Harry Dean Stanton, nachdem der Hulk vom Himmel gefallen ist. Seitdem stimmt die Redewendung, es sei noch kein Meister vom Himmel gefallen, nicht mehr.) Das gibt dem Ganzen ein bisschen Illuminati-Feeling. Darauf werden viele nicht stehen, ich schon. Die Umgedrehten sind allesamt an ihren hellblauen Augen erkennbar.  Natürlich werden sie im Verlauf der zweiten Hälfte alle wieder zurückgedreht.
Aber wir müssen noch über die Organisation von Sam Jackson sprechen. Sie trägt den Namen S.H.I.E.L.D. und beschäftigt sich mit der Abwehr von außerirdischen Bedrohungen. Als solche ist sie zuständig für das Kommando über die Avengers und entwickelt parallel dazu Technik, um sie mit allen Kräften zu unterstützen bzw. bei einem Ausfall ein Backup-System zu haben. Dafür haben sie die Energiequelle, einen Würfel namens Tesserakt, eingesammelt, und basteln daran herum. Offiziell wollen sie das Energieproblem der Welt lösen, inoffiziell sollen energiereiche Waffensysteme hergestellt werden, mit denen externen Aggressoren entgegengewirkt wird. Da diese irrtümlich für terrestrisch einzusetzende Massenvernichtungswaffen gehalten werden, gibt es einen ziemlichen Clinch in der Clique, der sich dann als fatal herausstellt. Aber ich schweife ab. Um den Tesserakt zu erforschen, hat S.H.I.E.L.D. eine eigene Basis, und die folgt dem üblichen Agenten-in-schwarzen-Anzügen-und-Mercedes-R-Klassen-mit-M4-Karabinern-und-SIG-Sauer-Pistolen-Stil. Und als ob das nicht genug wäre, noch einen Flugzeugträger. Innovativ fand ich, dass die Startbahn und das restliche, längliche Gebilde, nicht nur abgewinkelt waren, sie befanden sich auch auf verschiedenen Höhen. Wenige Minuten danach wurde klar: Das war nicht die Hauptinnovation. Der Flugzeugträger kann verdammt noch eins fliegen. Vier an den Ecken ausfahrbare Rotoreinheiten bringen ihn auf eine mehrere Kilometer große Höhe. Ich will auch so ein Ding.
Eine Sache ist mir aber noch nicht ganz klar. Loki (und damit seine unfreiwilligen Schergen Jeremy Hawkeye Renner und Stellan Scientist Skarsgård) braucht, um das Portal aufzubauen und seine Invasion zu starten Iridium. So weit, so gut, das Zeug gibt es. Um das zu besorgen, geht er nach Stuttgart (was auch immer eine derartige Menge Iridium da verloren hat), genauer gesagt auf eine Smoking-Frack-Veranstaltung (keine Ahnung, was das genau war, aber es ist eben so eine Veranstaltung mit hohem Dresscode). Wie passt das zusammen? Nun gut, es waren Wachen vor Ort, die passend G36C-Gewehre trugen, man kann also sagen, dass da irgendwas Wichtiges gelagert wird. Aber wieso findet dann so eine Smoking-Frack-Veranstaltung da statt? Wenn da Iridium gelagert wird, sollten das nicht zwei separate Orte sein? Moment, ich glaube, das waren tatsächlich zwei separate Orte. Allerdings war derjenige, dessen Iris die Türen zum Sicherheitstrakt öffnet, gerade bei der Veranstaltung, so dass Loki die optische Information übermittelt und Hawkeye die Türen knackt und das Iridium besorgt. Danach lässt sich Loki von den inzwischen eingetroffenen Avengers überwältigen und mitten in deren Hauptzentrale bringen, sät dort Missgunst und bringt die Avengers dazu, ihren eigenen Stützpunkt auseinanderzunehmen (indem er den Hulk entfesselt, was Black Widow zwar vorher herausfindet, aber nicht verhindern kann) und spaziert in aller Gemütlichkeit davon, während Hawkeye, der wohl vorher Instruktionen erhielt, zwei von den Propellern ausfallen lässt. Denn auch wenn Loki gefasst wurde, so konnte Hawkeye immer noch das Iridium stehlen und zusammen mit Stellan The Awesome Skarsgård das Portal zurechtbasteln. Dabei hat Loki wohl übersehen, dass Hawkeye wieder zurückgedreht wird und den Avengers fortan Unterstützung liefert. Damit wir uns nicht falsch verstehen, den Avengers kam es schon ein wenig grün vor, dass Loki sich so schnell ergab (und später kam es ihnen RICHTIG grün, wegen Hulk und so). Nur zogen sie nicht die richtigen Schlussfolgerungen daraus. Aber das will ich ihnen nicht ankreiden, das macht schließlich sonst auch keiner. Also das Ziehen der Schlussfolgerungen.
Was soll ich noch groß ausfaden, heute habt ihr einen neuen Eintrag auf eurem Amazon-Wunschzettel.

Dienstag, 19. Juni 2012

Der verkaterte Stiefel


Wieder ein Wochenende, welches einen Gemischtwarenladen darstellen könnte. Den Ablauf schildere ich ausnahmsweise nicht. Es war so wie die erste Hälfte von „Willkommen bei den Sch’tis“. Es war ein sich jährendes Treffen von ehemaligen Piloten, und die meisten bringen ihre Familie mit. Einer hatte seine Tochter dabei. Ich glaube, sie ist ein wenig jünger als ich, und leider habe ich ihren genauen Stand vergessen. Das Abi könnte sie bereits haben oder auch nicht, denn ich erinnere mich gerade, wie sie über das Ende der Schulferien Anfang August gesprochen haben. (Ihr Name war Kathi.)
Ein wenig später, es ist der letzte Tag, die meisten sind bereits weg. Wir mausern noch kurz im Ort herum und begegnen einem Softeisstand mit einer jungen, süßen Verkäuferin. Was ich dabei dachte, möchte ich berichten.

Wie der eine oder andere Leser vielleicht weiß, bin ich ein Absoluter Beginner. Das bringt einen gewissen Zugzwang, diesen Zustand zu beenden. In Kombination mit meiner Unfähigkeit, das auf eine Art und Weise bewusst herbeizuführen, bei der eine Panik ausgeschlossen ist, ergeben sich einige gedankliche Konstrukte. So wird meine erste Beziehung, sollte sie eintreten, nicht die einzig wahre sein. Dafür fehlt mir das Gespür für das nötige Verhalten und auch die Menschenkenntnis, um die Richtige (oder besser gesagt eine Richtige, denn DIE richtige Person gibt es nicht, man ist das eine unglaublich lange Klammer) zu finden. Diese Beziehung wird also nicht von Dauer sein. Das heißt nicht, dass ich sie nur auf einen kurzen Zeitraum auslege und abstimme, aber allzu große Illusionen über die zeitliche Dimension mache ich mir keine. Daher wird das auch kaum besonders tiefschürfend sein.
Dann gibt es noch den Punkt, wo anzufangen ist. Das kann natürlich jederzeit eintreten, aber da wir hier in einer Universitätsstadt sind, wird es da gewisse demografische saisonale Schübe geben. Das heißt, wenn hier das Wintersemester anfängt, gibt es recht viele Erstsemesterstudenten und insbesondere viele Erstsemesterstudentinnen. Kaum eine wird eine eventuelle Beziehung über weite Distanzen weitertragen, und selbst wenn, ist das ein eher geringer Prozentsatz. Damit besteht ein zeitlicher Rahmen, bis wann ich mich in Form bringen kann, falls es bis dahin nicht geklappt hat (was wahrscheinlich ist, wenn auch nicht sicher).

Unterm Strich ergibt sich daraus eine mit dem Wort „liberal“ sehr wohlwollend umschriebene Einstellung zu dem Thema. Eine erste Beziehung werde ich in erster Linie dazu nutzen, zu lernen, wie man sich dabei überhaupt verhält. Dabei besteht die Möglichkeit, dass mein Lernaufwand zu groß ist, als dass meine bessere Hälfte bereit wäre, diesen zu schultern und daher nach mehreren Monaten bereits Schluss ist. Angesichts meiner absoluten Unerfahrenheit und dem Drang, diese zu beseitigen, nehme ich dieses Risiko bewusst in Kauf. So von wegen Spaß haben und nach mir die Sintflut oder so. Nachdem ich die Softeisverkäuferin gesehen habe, stellte ich mir das konkret vor. Was wäre, wenn das so jemand wäre wie sie? Könnte ich es mir erlauben, so jemanden zu brechen? Bin ich in der Lage, diese eben doch nicht ganz so kleine Verantwortung zu übernehmen und eine nicht so schöne Situation vor mir selbst zu rechtfertigen, ohne mir nicht mehr aus der Welt zu schaffende Vorwürfe zu machen? Es ist diese Frage, ob man gut genug für andere ist. Normalerweise hört man(n) diesen Spruch überhaupt nicht gerne, wenn die Freundin mit einem Schluss macht, weil sie ihrer Meinung nach nicht gut genug für einen selbst ist (weil da in den meisten Fällen andere, viel verletzendere Gründe dahinterstehen). Aber hier ist es das Problem, ob man selbst gut genug für Andere ist. Die Anderen werden das natürlich immer bejahen, weil sie Trost spenden wollen und die negativen Eigenschaften, die jeder mit sich herumträgt, in dem Moment nicht sehen. Nur man selbst kann sie mit einbeziehen und sich so ein Gesamtbild machen.

Und ich bin mir im Moment wirklich nicht sicher, ob ich so ein unschuldiges Ding so belasten könnte.

Montag, 18. Juni 2012

Ars Lingua Perspectiva die siebte und ein Dankeschön

Eine neue Runde, eine neue Fahrt! Die Definitionen zur siebten Runde des hier zu findenden Ars Lingua Perspectiva sind fertig und das nicht ohne Grund. Denn sie fungieren diesmal als kleines Dankeschön an die unglaublich talentierte Wiebque, Chefin des Dreque Werque und damit Veranstalterin des ALP, da sie in diesem Beitrag hierher verlinkte. Liebe Grüße an dieser Stelle.
Die noch fehlenden Definitionen der anderen Runden werden nach und nach nachgereicht. Dafür gibt es dann rechts in der Spalte eine neue Rubrik. Sie werden nach Veröffentlichungsdatum sortiert und ich fang gleich damit an.

Aasgeier: Aalglatte Aachener Aalliterationen wwiederholen den frontgereimten Buchstaben gerne. Aasgeiern geht es da genauso, denn sonst hießen sie Assgeier. Jemand will ihnen aber nicht den Charakter der Falschspielerei um den sprichwörtlichen Hals hängen, daher dehnt man ihren Anfang (also den Hals), damit sie auf der Suche nach totem Fleisch als genau das erkannt werden können, was sie sind, nämlich kreisende Necrovoren oder wie das heißt.

Bauernopfer: Leider wird das Wort "Opfer" mehr und mehr als Beleidigung verwendet. Hin und wieder gibt es kreative Ausbrüche. So trifft man gelegentlich auf das Wort "Bauer" im beleidigenden Sinne. Wenn man also im IRC einen Landwirt mit opf0r bezeichnet, wird er zum Bauernopfer. Der Bezeichner will damit seine Geringschätzung dergestalt ausdrücken, dass er sein Gegenüber höchstens für seinen Vorteil einsetzen würde, wenn er dabei draufginge.

Charme: Bei einer nachmittäglich-abendlichen Gesprächsrunde unter Freunden verglich mich eine Anwesende mit meinem Vater. Sie überlegte, welche Merkmale ich von ihm geerbt habe. Menschen, die mich kennen, werden meine stille Wesensart bemerkt haben (sofern sie MICH bemerkt haben), die ein wenig im Kontrast zu Papa steht. Und als sie mich fragte, was zum Beispiel ich von Vati geerbt hätte, habe ich, ohne eine Miene zu verziehen, geantwortet: "Meinen unwiderstehlichen Charme." Damit hatte ich die Lacher auf meiner Seite. Ich überlege, von meinem Hut auf Melone umzusteigen.

Doof: Apropos Charme. Wenn es an eben solchem mangelt, helfen auch nicht die "Ohne dich ist alles doof"-Sprüche. Denn Charme und Doofheit schließen sich gegenseitig aus. Manchmal allerdings ist das Armutszeugnis, welches einem nach solcher Strohhalmgreiferei ausgestellt wird, etwas, das als Hilfeschrei verstanden werden will.

Ecke: Alles, was nicht rund, krumm oder eindimensional ist, hat eine Ecke. Meistens wird sie verwendet, wenn man von einem dreidimensionalen Gebilde spricht. Da kann sie das Zusammentreffen von mindestens drei Flächen an einem Punkt bedeuten, es kann aber auch für einen kleinen Raum stehen wie etwa eine Schreibstube. Nicht zu verwechseln mit ecko unltd. und zu beachten ist ebenso, dass je spitzer die Überschneidungen werden, man naheliegend von einer "Spitze" spricht. Eine Ecke wäre dann eine Stumpfe.

Fett: Steht für eine Klasse unpolar-protischer Stoffe und für diese Markierungsform. Eigentlich müsste es gezuckert heißen, will man der Ernährungslehre glauben. Gebt dem Affen Zucker, dann wird er zum Affen. Und heißt Bumbel.

Gelee: Davon findet man so Einiges in Hühnereiern. Denn diese werden in Geleegen produziert. Das Doppel-e deutet auf eine weibliche Form im Französischen hin (welches ich immer mit fran. abkürze, denn frz. ist obszön). Es heißt also la gelée. Auf Französisch klingt alles gut. Selbst die Räuberbanden.

Hechtsuppe: Egal wie man sie zubereitet, am Ende muss man sie eine Weile stehen lassen. Dabei entweichen warme nichtstinkende Gase, was den Eigenheiten des Gemeinen Hechtes zuzuschreiben ist, als großer Fisch hat er eine große Schwimmblase, und deren Inhalt entweicht nicht so schnell. Man muss sie also ziehen lassen. Und da warme Luft gegen kalte Luft Wind erzeugt, zieht das wie Hechtsuppe.

Intravenös: Gegenentwurf zu "nervös".

Jo-Jo: Wird als Wort zum Auf-sich-aufmerksam-machen genutzt, als mechanisches Gerät wurde es früher als Waffe eingesetzt und ist inzwischen als eine Art Sportgerät zu verstehen. Da man damit nur vorübergehenden Schaden anrichten könnte und so der Waffencharakter nicht mehr gegeben ist, könnte man eine Überschneidung mit dem Wort zwecks Begrüßungssynthese überdenken.

Kampeln: Berücksichtigt man die anderen Begriffe dieser ALP-Runde, habe ich den Eindruck, als würde es sich dabei um ein Gericht der ostpreußischen Küche handeln. Der Online-Duden verschafft Klarheit: Es ist weniger eine kulinarische Ansammlung mehrerer Kampel, sondern es ist ein Synonym für "sich zoffen, zanken". Er erwähnte, es sei ein schwaches Verb. Wie man es für eine gute Idee halten kann, mit einer schwachen Ausgangsposition einen Streit anzufangen, bleibt mir schleierhaft.

Lappen: Seit JuliensBlog sich dazu anschickt, die Abonnentenzahl von coldmirror zu erreichen, wird das Wort "Lappen" im Netz als Beleidigung weiter verbreitet (s. auch Bauernopfer). Das soll jedoch nicht bedeuten, dass alle Anderen Nachahmer sind. Darüber hinaus ist ein Lappen ein nützliches Gerät, welches in erster Linie zur mechanischen Entfernung von Schmutz gedacht ist. Seit der Entwicklung von Tensiden wird dieser auch zur Verbringung von Detailreinigern genutzt, spielt also auch bei der chemischen Reinigung eine Rolle. Und die Seiten der Schilddrüse werden als Lappen bezeichnet, hab ich heute gelernt.

Miesmuschel: Passt gut als proteinergänzende Dreingabe zu Hechtsuppe. Vom Schalenverzehr sollte, wie es sich jeder denkt, abgesehen werden, da sie für die Einlagerung in Knochen nicht gut genug verdaut wird. Bei Zerstörung wird die Schale scharfkantig, und da die Muschel recht klein ist (und auch noch dunkel gefärbt), fällt es leicht, sie als Miesmuschel zu titulieren, bedenke man den Ausdruck "miese(r) kleine(r) [abwertender Begriff]".

Nylon: "Let's make it all nylon" - eine schöne Abwechslung vom Alltags- und insbesondere Allnachtsgeschehen. Sollte man "es" allerdings tatsächlich oll neid long tun, besteht das Risiko, dass manche ... nichtbeanspruchte Körperpartien dabei auskühlen. Allerdings will sich deshalb niemand mit Zubehör von Mammut und North Face eindecken. Gut, man könnte sich auch zudecken, aber über einen so langen Zeitraum ist ein Ortswechsel mehr als plausibel. Daher helfen sehr dünne partielle Kleidungsstücke, die Nylonstrümpfe. Sie legen eine zusätzliche Wärmeschutzschicht an und sind dennoch unauffällig.

Obstsalat: Klassischerweise ist Obst der essbare, mindestens einen fruchtbaren Kern tragende Bestandteil einer Pflanze, wohingegen Gemüse eben ein anderer Pflanzenbestandteil ist. Schneidet man das klein und führt kernlose Rekombination durch, erhält man Obstsalat. Der einzelne Geschmack geht dabei unter, daher ist ein kaltes Buffet vorzuziehen. Oder Apfelmus.

Petticoat: Unternehmen Petticoat ist ein sehr unterhaltsamer U-Boot-Film, bei dem ausnahmsweise mal kein Robert Taylor aus dem vierten Stock auf ein Pferd springt (mod. Malmsheimer). Hätte mich ehrlich gesagt auch gewundert, denn dazu hätte er einen zu kleinen Mantel tragen müssen (kleiner Mantel = Übersetzung von Petticoat, zurückgehend auf petit coat). Dieser Mantel hätte ihn bei der Landung erheblich behindert und hätte zu schweren Verletzungen am Pferd geführt. Da ein Petticoat nun mal petit ist, hat er sich bei großgewachsenen Menschen nicht durchgesetzt.

Quarktaschen: Irgendjemand hat hier ein interpretativ interessantes Menü zusammengestellt. Als Vorspeise Obstsalat, zum Hauptgang Hechtsuppe mit Miesmuscheln, als Nachtisch Quarktaschen. Und auch hier haben wir es mit etwas zu tun, was nicht wörtlich genommen werden sollte. Es gibt eine Riesenschweinerei, wenn man den Quark nicht ins Gebäck und dann in sich selbst füllt.

Rap: Auf der rechten Seite ist in der Übersicht eine Rubrik zu sehen mit dem Namen "Wann hat Hip Hop eigentlich aufgehört zu existieren". Diese Rubrik entstand sehr frph in diesem Blog (das muss heißen "früh", dann schreib es auch, du Idiot). Wir sprechen hier also über ein Genre, welches de facto nicht mehr aktiv in derart gloriosem Umfang betrieben wird, aber das interessiert eh keinen, denn der Mainstream entwickelt sich nun mal, und das ist ja auch gut so. Nichtsdestotrotz erfüllt es mich mit Resignation, darum will ich auch auf sonst übliche Wortspiele, wie zum Beispiel "Wrap", verzichten.

Schnöde: Nicht schön. Wird erhalten durch Wortmodifikation. Schnöde Schneeschuhschoner schnäbeln mit Schnabelschuhen auf hässlichen Heizungen. So sieht Schnödigkeit aus.

Türsteher: Lässt andere rein, wird aber selber wegen seiner Funktion nicht rein gelassen. So gibt es über dem Türsteher noch einen anderen Türsteher, der aber generell andere Befugnisse hat und deshalb nicht so heißt. Darunter muss es auch noch jemanden geben, also einer, der die Leute auf den Vorplatz lässt. Denn für manche sind die Einrichtungen mit Türsteher so teuer, dass sie sie sich nicht leisten können wollen müssen sonst was und daher davor stehen bleiben. Ohne Türlagerei ergibt das aber keinen Sinn, so dass dafür eine Stelle erschaffen wird. Wir sprechen also von einer Verlagerung.

Universum: Das Ein und Alles und daher durchaus ein Universitäten-Dachverband. Manche fragen sich, was außerhalb ist, doch selbst wenn da was ist, wäre es dermaßen verflucht weit weg, dass esmir im Prinzip egal sein kannüberhaupt keine Rolle spielt. Bleibt drin, dann bleibt ihr universehrt.

Video: Meistens ist damit das VHS-System gemeint. Mit Magnetismus werden Bilder gespeichert. Früher hab ich mich immer gewundert, warum die Kassetten auf keinen Fall auf dem Lautsprecher liegen durften. Jetzt hab ich es auch ohne Schaden rausgekriegt. Aber wie kommt dann der Ton dort raus?

Wollmaus: Fellreiche Mäuse mit kleinen Pfoten sind ja so süüüüüüüß. Ich hab grad eine faule Möwe beschmissen, mit einem Stein. Sie bewegte sich nicht. Offenbar hat sie eine süüüüüüüße Wollmaus verschluckt. Mistvieh.

Xerophil: Bevor sich die Truppe Linkin Park nannte, hießen sie Hybrid Theory (was dann der Titel ihres ersten Albums wurde) und davor Xero. Es geht hier also um eine Retroforcierung dergestalt, dass diese Band ihren Elektropop-Sound ablegen und wieder ROCKEN soll. Sogar bevor es die Band überhaupt gab, wurde dieses Problem erkannt, in einer Szene aus dem Film „Der Prinz aus Zamunda“. Dort sagt Miss McDowell: „Es ist dringend nötig, Linkin Park wieder aufzubauen.“ Gut, sie meinte den Lincoln Park, aber das passt hier gerade so schön.

Yacht: Ein Begriff aus dem Sport. Es gibt ja den Yachtsport, bei dem ein als Jagd bezeichnetes Boot, was meistens ein relativ kurzer Einmaster ist, von Yächern (fränkisch aussprechen) klargemacht wird. Sie begeben sich in ihr Einsatzrevier, manche davon gehen zum Hochsitz, also zum Ausguck oben am Mast und wenn sie fertig sind, essen sie Yachtwurst. Interessierte können sich beim Yachtclub anmelden, denn es ist eine Genehmigung erforderlich.

Zimperliese: Der begnadete Max Goldt hat mal eine Sammlung seiner Texte in Buchform unter dem Titel "Ein Buch namens Zimbo" herausgebracht. Jemand, der sich damit beschäftigt, ist ein Zimbo-Leser. Anscheinend musste jemand explizit aufgefordert werden, dieses Werk zu lesen, und da der Imperativ von lesen "lies" lautet und ein Befehlston allgemein schärfer formuliert wird, ist eine Person, die sich ob dieses Buches so zimperlich anstellt, offenbar eine Zimperliese.

Mittwoch, 13. Juni 2012

Sara Tundra


Dieses wird erneut ein verlängertes Wochenende. Ellis wollen nach Dresden. Diese Gegend habe ich vor wenigen Wochen besonders zu schätzen gelernt. Ein Begriff war mir diese Stadt natürlich lange vorher und ich war auch einige Male da und war begeistert vom mehr oder weniger angeschlossenen Nachbarort Radebeul, aber seit dem letzten Aufenthalt bin ich von diesem Ort voll und ganz überzeugt. Daher war die Entscheidung, nicht mitzukommen und ein verlängertes Wochenende zu machen, nicht ganz so leicht wie sonst. Nichtsdestotrotz war sie notwendig, denn mir fiel auf, dass die letzte große Anti-ACTA-Demo an diesen Tagen stattfindet. Andere Gründe hineinberechnet, war dieser Beschluss also absehbar.

Nun war ich bereits die ganze Woche recht müde. Anlass für die künstliche Schlaflosigkeit war der Beginn von innerhäuslichen Sanierungsmaßnahmen bei mir zu Hause, von denen ich erst erfuhr, als sie frühmorgens begannen. Wutentbrannt wäre nicht ganz das treffende Wort, um meine Reaktion zu beschreiben, aber einen Gegenlärm konnte ich meinen Handlungen dann doch nicht ausreden. Der Aushang unten im Flur, der sich bis dato meiner Aufmerksamkeit entzog, wies darauf hin, dass derartige Maßnahmen bis Donnerstag stattfänden. Als ich wieder an meinen Rechner kam, brauchte ich etwas, um mich zu beruhigen. Das Mittel der Wahl war längst bekannt, nämlich ein weitreichendes Minecraft-Update.

Wie ich schon einmal erwähnte, wehrte ich mich lange, meiner Beta-1.5-Version ein Update zu verpassen. Das lag an diversen ergänzten Features in Minecraft, mit denen ich mich nicht anfreunden mochte, unter anderem die Endermen und das hohe Gras, welches mir als Mod in Gronkhs LP missfiel. Mittlerweile kann ich mich damit anfreunden, und die Option, dass im nächsten Update Handel betrieben werden kann, wodurch man für wertlosen Schrott das beste Material im ganzen Spiel bekommt, ließen meinen Mund wässrig werden. Auch schielte ich auf das Hungersystem, denn in meiner Map stapelt sich das Essen kistenweit ohne Aussicht auf Verbrauch. Deshalb spiele ich jetzt parallel zwei Versionen von Minecraft: Einmal die Beta 1.5 und einmal die aktuelle Version, derzeit Vollversion 1.2.5. Die Zweigleisigkeit erklärt sich durch den nach wie vor vorhandenen massiven Wollbedarf in meiner Standardmap. Außerdem habe ich mich an diese Version gewöhnt und will sie weiterspielen können, denn manche Sachen sind eben immer noch besser. Deshalb erstellte ich mir für die Vollversion eine neue Map und fing direkt an zu farmen, was das Zeug hält. Nach wenigen Tagen die Bilanz: Unterschlupf aufgebaut, Erweiterung ist im Bau, Weizenfeld mehrmals abgeerntet, Kürbisfarm angelegt, drei Karten vollgeschrieben, unzählige Dschungel und Wüsten inklusive zweier NPC-Dörfer entdeckt, einen Skelett-Dungeon in eine Monsterfalle transferiert, zweimal in der unglaublich großen entdeckten Schlucht gewesen und festgestellt, dass braunwollige Schafe ziemlich weit vom Unterschlupf weg sind.

Während des Gamings wurde mir bekannt, dass der Let’s Player Sarazar drei Folgen zum Spiel von Germany’s Next Topmodel aufgenommen hat. Da ich gerade das LP von Battlefield Bad Company 2 bis zum Ende sah und das erste Drittel der Dead Space 2-Folgen kenne, war das eine absurd komische Information, so dass ich diese drei Folgen seiner Aufnahmen einfach sehen musste. Dies tat ich, als ich am Freitag hinüberreiste, um das Wochenende zu verbringen. Ich wurde nicht enttäuscht. Dieses Let’s Play kriegt von mir den Preis für den besten Einstieg in eine LP-Folge EVER. Und erst so langsam beginne ich, die LPs von Sarazar für mich zu entdecken. Als nächstes ist Red Dead Redemption dran. Zu dumm, dass es keine PC-Portierung gibt.

Die Nacht und der Morgen und der Vormittag waren eher lästig. Ich konnte nicht gut schlafen und wachte vier-, fünfmal auf. Zweimal wegen des noch nicht abgeschalteten Weckers (er hat zwei Weckzeiten einprogrammiert bekommen) und dann noch einmal wegen etwas, was ich hoffentlich schnell wieder vergesse. Also: An der Tür klingelte es lange. Es war nicht unser Klingelzeichen, daher dachte ich, es wären unsere innerfamiliären Nachbarn von unten. Tür auf, es stand keiner da. War also doch eine externe Person. Hob daher den Hörer von der Gegensprechanlage ab. Es meldete sich jemand von Fleurop. Er wollte einen Blumenstrauß liefern. Eh? Ich kam mir ein wenig veräppelt vor, da das so wirkt wie diese Typen, die irgendwo mit einem Blumenstrauß hingehen, um ihn in Teilen in Geld zu verwandeln. Wenn man sich mit seiner weiblichen Begleitung nicht vorher geeinigt hat, wie man darauf reagiert, hat man automatisch verloren. Da ich an Türen keinen Blumenstrauß kaufe und hier im Moment eh grade keiner außer mir ist, legte ich ablehnend auf. Dann überlegte ich nochmals rasch: „Hm, morgen steht Moms Geburtstag an. Könnte es sein, dass …“ Mir kam das sehr merkwürdig vor, denn sie sind ja weg, und daher ist die Frage nach einem Strauß für zu Hause obsolet. Es klingelte erneut, und ich fragte nochmal ganz höflich nach, ob ich mich eventuell getäuscht hätte und tatsächlich eine Bestellung für diese Adresse unter diesem Namen vorlag. Er bejahte und ich meinte, dass ich runterkäme. Und tatsächlich war für diese Adresse eine Bestellung auf unseren Namen eingegangen. Ich brauchte nur den Empfang zu quittieren und entschuldigte mich für meine unwirsche Reaktion, insbesondere da ich irre müde war. Wer zum Teufel hat die bestellt? Ellis sind es nicht, denn sie waren ebenso überrascht wie ich, als ich ihnen diese Nachricht später am Nachmittag mitteilte.

Ja, der Nachmittag. Was war geschehen? Meinem Zeitplan folgend, hatte ich eineinhalb Stunden Zeit, um zu duschen und Sonntagseinkäufe zu erledigen. Zwar begann ich das Prozedere, allerdings ließ sich absehen, dass ich es nicht rechtzeitig schaffen würde. Davon abgesehen gab es folgende Überlegung: Ich hatte mich auf Rostock als Demonstrationsort gegen Acta festgelegt, da dieser als nächster auf der Karte eingetragen war. Darauf war das Wochenende abgestimmt. Erst unmittelbar vorher erfuhr ich, dass in Greifswald ebenfalls eine Demo über die Bühne geht. Nun wollte ich nicht dieselbe Zugfahrt dreimal machen, ohne etwas hinzuzugewinnen, daher blieb ich bei meinem Rostockplan. Allerdings gab es auch die Überlegung, dass die Stralsunder Protestler sich den Greifswaldern anschließen wollten und demzufolge keiner für ein Gruppenticket zu finden war. Und alleine wollte ich da nicht hin, zumal die Besucherzahlen weitaus kleiner prognostiziert waren als im Februar. Das ist einfach nicht die gleiche Action, und daher langweilig. Das alles unter einen Hut gebracht, ergab sich, dass ich im Prinzip keine Lust hatte, hinzugehen. Damit schlief ich wieder ein.