Mittwoch, 25. April 2012

ALP 6.0


Da mittlerweile bereits der Nachfolger gestartet ist, werde ich schnell meine Auswertung der sechsten Runde des Ars Lingua Perspectiva-Kreativspiels preisgeben. Der Grund, weshalb das hier stattfindet und nicht an dem eigentlich dafür vorgesehenen Ort, nämlich innerhalb des Kreativspiels, ist einfach, ähm, weil Free Participant. Und weil meine Definitionen überwiegend zu lang sind, um den Anforderungen zu genügen. Eine gewisse Ausschweifhaftioniertigheithaftigkeit lässt sich da nicht vermeiden, und daher ist das hier extern zu finden.
Die Definitionen kamen in mehreren Sessions ab Ende Februar bis vor fünf Minuten zusammen. Die erste war die für Querulant und dann ging es zunächst rückwärts durch das Alphabet, und dann kam der Rest alphabetisch sortiert. Direkt nach dem Amboss war also der Rost dran, was die inhaltliche Verknüpfung der beiden erklärt. Ach ja, zum Kreativspiel geht es im Übrigen hier.
Mit Schrecken musste übrigens ich feststellen, dass es den hier erwähnten Orangenkaffee tatsächlich gibt. In medias res.

Amboss: Kurzform von "epischer Wecker". Könnte auch beschrieben werden als Männerwecker: Er ist schwer wie ein Snookertisch (der ist nicht ohne Grund so groß wie ein Mittelklassewagen), und wenn man draufhaut, macht das einen irre lauten Lärm. Aber es fehlt noch eine wichtige Komponente: Ein Amboss verbraucht kein Benzin. Ein Mercedes-Benz G55 AMG ist also besser geeignet. Macht vielfältigeren Krach, ist schwerer und säuft wie ein Loch und ist überhaupt dermaßen unvernünftig, dass es eine Freude ist.

bieder: So bezeichnet man einen Bieter bei eBay, der nicht kapiert hat, dass nicht das tatsächliche aktuelle Maximalgebot eingeblendet wird, sondern eines, das benötigt wurde, um das vorhergehende um 50 Cent zu übertreffen. Und dann wundert der sich, dass diese Ein-Euro-Tasse auf einmal vierzehn Euro fümmenzwanzig kostet. Noch ein Tipp zum eBay-Bieten: Wenn ihr eine nVidia GeForce 8800 GTS 512 haben wollt, müsst ihr dafür mindestens 30 Euro einplanen.

Chichi: Besonders affektiertes Niesen mit Echo kommt doppelt so gut. Aus naheliegenden Gründen. Na gut, ganz so nah liegen die Gründe für die ewige Jagd auch nicht, denn dann würden die Schallwellen ja zeitlich zu undistanziert eintreffen, so dass man sie nicht wahrnehmen kann. Ebenfalls zugehörig zu diesem Eintrag: Schickimicki könnt ihr zu Hause machen! Schickimickie zählt hier zum Chichi.

Draisine: "Flucht der Gesetzesbrecher mit einer Draysine. - Mit einer Gesine. - Nicht G-G-Gesine, sondern D-D-D-Drähsine. - Und mit so einem Ding werden wir jetzt auch hinterherfahren. Aufsitzen. - Aufsitzen. - A-A-Aufsitzen." Textstelle aus "Der glattrasierte Weihnachtsmann"

Empörung: Eine Erfindung aus Stenkelfeld, die sich mittlerweile weit über den Ort hinaus verbreitet hat. Dieses zielgerichtete Freisetzen von Stoffen, die negative Emotionen auslösen (genannt Scheiss-Hormone) um damit eine Sache zu diffamieren nervt nicht nur diejenigen, die sich den Mist anhören müssen, sie werden in die Empörung auch noch hineingezogen, da sie sich über die sich Empörenden empören müssen. Wir müssen dem mit Kopfschmerztabletten entgegenwirken! Aber nur welche ohne Antibiotika, sonst waren die Millionen von Euro für deren Entwicklung nutzlos.

Friedensnobelpreis: Frieden ist stets eine nobele Angelegenheit und kann daher gar nicht ausreichend mit Preisen gepriesen werden. Die Preisvergabe ist meiner Meinung nach in ihrer Vertretbarkeit manchmal diffus. So war Preisträger Jimmy Carter der letzte US-Präsident, unter dem die USA keinen Krieg führten. Ein weiterer Preisträger ist Mr. Obama, aktueller US-Präsident. Stand April 2012. Theodore Roosevelt hingegen, ein Typ, der als Badass-Motherfucker gut umschrieben werden kann, ist nicht nur Namensgeber für den Teddy (aka mit Friedlichkeit assoziiert), sondern hat auch, nachdem er beim Wahlkampf zu seiner dritten Präsidentschaft angeschossen wurde, nicht etwa den Typen verprügelt, der ihm eine gefeuert hat. Stattdessen hielt er, ohne medizinische Versorgung, mehr als eine Stunde lang, seine Rede. Nicht gerade derjenige, gegen den man einen bewaffneten Konflikt austragen will, und daher eindeutig um Frieden bemüht.

Germania: GERMKNÖDEL!!!!!!!!! Eine südbairische Germknödelmarke namens Germania, die beweisen will, dass die Österreicher nicht die Einzigen sind, die dieses unglaublich over9000-leckere Gericht beherrschen. Sponsor von einigen Omnomnomnomnomnivoren.

Hellseher: Ein Hellseher meinte mal, dass er, statt in die Zukunft sehen zu können, lieber in die Mädchendusche von Sportgymnasium kucken können wollte. Abgesehen davon, dass er das Problem lösen könnte, indem er in die Zukunft der Mädchendusche sieht: Du Arsch. Fortan sei er bekannt als Langnasiger Perverser Nr. 16. Als solcher macht er eine Umschulung zum Fernseher.

Idioblast: Ich.

jwd: (Zitat Prof. Dr. habil. nat. und. was. weiß. der. Täufer. nicht. noch. alles. Ralf "James Bond" Löper) Ob das oberhalb der x-Achse liegt oder unterhalb oder mittenmang oder jwd, ist ehrlich gesagt, scheissegal.

Kopfnuss: Sieht man im Kopf nach, sieht das Zeug unter der Schädeldecke tatsächlich leicht walnussig aus. Pikant anzumerken, dass Walnüsse angeblich Hirnnahrung sein sollen. Jetzt wird das plausibel. Das Hirn ist eine Nuss! Nicht umsonst hat Stephen Hawking seinen Thrillerroman "Das Universum in der Nussschale" genannt. Und wenn einem das Universum in der Nussschale, also in der Dunstkiepe, also im Kopf, steckt, ergibt das tierische Kopfschmerzen.

Laster: Lassterdenscheissmalbleibendusau!

Mischpoke: Neologismus aus der Sprachforschung. Irgendein Nichtskönner wollte ausdrücken, in welcher Sprache er sprach, war aber nicht in der Lage, das in der Sprache seines Zuhörers zu sagen. Dabei kam dann etwas heraus wie "mi spoke", was "ich sprach" bedeuten soll. Anscheinend hat er das Prinzip von Esperanto nicht verstanden. Wie dem auch sei, das wurde dann als Mischpoke zum Ausdruck für irgendeinen zusammengewürfelten Mist. Nicht nur lingual, sondern auch auf tumblr.

Nährwert: Ich hab die Definitionen in der anderen Richtung geschrieben, und daher sollte ich das Alphabeta einfach mal umdrehen. Ein Omnomnomnomnivore spart in sich recht viele Nährwerte an, inwiefern er sie dann wieder loswird, gehört nicht zur Definition des bewerteten Omnomnomnomnivoren.

Omnivore: Onomatopoetischer Ursprung lautet Omnomnomnomnomnom. Ist ein begleitendes Geräusch zum Aufessen von diversem wohlschmeckenden Gemahlzeite. Dieses stammt aus den verschiedenen Nahrungsmittelgenres, daher ist einer, der alles isst, wahrscheinlich in diesem Bereich sehr gut ausgebildet. Über Bedeutungsverschiebung wurde aus einem Omnivoren dann ein Allesfresser. Wo sind die verf*ckten Tiere, ich hab Hunger!!!!!!!

Plastik: "Tut das weh? - (leicht gequält) Nein, Sir. - Warum nicht? - Weil mein Schlüsselbein aus Plastik ist." Aus Plastik kann man allen möglichen Scheiss zusammenzimmern, Schlüsselbeine, Schlüssel, Legosteine (aus denen man noch viel mehr zusammenzimmern kann), Tastaturen, Pistolengehäuse, Möbel, Vollkorntortenattrappen und bei Finelinern hört es noch längst nicht auf.

Querulant: Ist ein Lant mit einer großen Ost-West-Ausdehnung, welches also besonders breit, also quer, ist. Bekanntestes Beispiel ist Russlant, gemeinhin das breiteste Lant der Weld. Ihm gegenüber stehen Läntereien mit einer in Bezug auf die Breite großen Nord-Süd-Ausdehnung, also Argentinien (mit Pinien LÖLZ) oder noch besser Chile, links um die Ecke. (Wenn einer Rechtschreibfeler findet, dann kann er die behalten und damit hingehen, wo der Pfeffer am Arsch wächst.)

Rost: Das, was ich bei dem erwähnten Mercedes unter Amboss vergessen habe. Da mit der letzten Generation das Schrempp-Problem allerdings entfernt wurde, fehlt dieser letzte Schritt zur Perfektion, wobei das eine extrem subjektive Sicht ist. Genauso könnte sich ein gewerblicher Bestatter über die medizinischen Fortschritte beschweren. Sargbranche auf Kundensuche.

Scharlatan: Kofferwort aus Schal und Laterne. Lampen, die man an seiner Mütze bzw. an seinem Helm anbringen kann, bringen immer Licht an den Ort, an den man gerade kuckt, aber sie sind so schrecklich kopflastig. Deshalb gibt es die Alternaive: Einfach den Scharlatan an das Halstuch anbringen und es werde Licht. So funktioniert ein Scharlatan: Erzähle den Leuten irgendeinen kopflastigen Mist und biete ihnen die Lösung für ein nicht existierendes Problem an.

Transparenz: Auf Formspring fragte neulich jemand, ob Transparenz (Durchsichtigkeit) nicht nur in der Politik, sondern auch in anderen Lebensbereichen benötigt wird. Eine Formspringerin meinte dazu, dass sie kein Interesse habe, ihr Umfeld ungefragt über ihre oberrumpfige erogene Zone zu informieren. Mist, jetzt habe ich wieder Bilder im Kopf, von denen ich immer wieder irrigerweise annehme, ihr Gefängnis sei sicher genug.

Unkraut: Naja, alles, was kein Kraut ist. Löwenzahn ist Unkraut, Bäume sind Unkraut, ich bin Unkraut, Schokolade ist Unkraut, Kafka ist alhgfd hbgdbkjhugfhdsk ... Verzeihung, mir wurde gerade noch rechtzeitig der Kopf auf die Tastatur gedrückt.

Veilchen: Guess what?

Willkür: Ist mir egal.

X-Strahlen: Gehören mittlerweile unter die Rubrik R-R-Ronny Trettmann, weil wegen dem der sie entdeckt getan gehabt hat. Eine von vielen Strahlungsformen, die das Potenzial haben, den menschlichen Körper an bestimmten Stellen zu durchdringen und ihn damit zum Sieb zu machen. Lasst uns einen präparieren, dass beim Radiologen ein lustiges Bild herauskommt!

Yuppie: Ausruf der Freude. Wer das oft macht, ist ein Yuppie. Um sich zu anderen Nichtyuppies abzugrenzen, benutzen sie ihren geheimen Geheimcode: Yuppie yay yeah Schweinebacke.

Zimt: Seit WOCHEN suche ich die verschiedenen Märkte nach Kanelbulle ab (also schwedische Zimtschnecken im handlichen anderthalb-Zoll-Format). Gefunden habe ich nichts dergleichen. Fährt mit mir jemand zum IKEA? Naja, die letzte Anti-ACTA-Demo fand noch nicht statt, und wenn sie in Rostock über die Bühne geht, ist das wieder mal ein schöner Anlass zum Möbelkauf.

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