Sonntag, 29. April 2012

Die Elite


Du willst also aus dem Nichts heraus die große Nummer machen. Auf die klassische Tour: Das ist nicht so, als würdest du Fleisch kaufen. Wenn du es so versuchst, musst du das Vieh eigenhändig erlegen, auseinandernehmen und daraus die Wurst machen, ehe du sie kaufen kannst. Kannst du das? Nein. Das wird so nichts. Du musst im Hintergrund agieren. Versuche, dich bei ihnen einzuschleusen, oder besser gesagt, gib es vor. Bringe alles vor, was du hast, und bringe sie dazu, sich die Köpfe heißzureden, wie Woody Allens Schriftsteller am Anfang des 20. Jahrhunderts. Sie dürfen dich nicht mehr auf dem Radar haben. Wenn sie nur noch mit sich selbst beschäftigt sind, kannst du inzwischen die Ballkönigin vögeln. Wenn sie damit einverstanden ist, das auch später gerne nochmal zu machen, nimm die mittlerweile total überhitzten Schnattergänse aus, bis ihnen schwarz vor Augen wird, aber nimm dich in Acht, dass du dabei nicht erwischt wirst! Und während sie immer noch auf dem sinkenden Schiff sitzen, nimmst du die fette Marie und die gutaussehende Marie mit nach Hause und kannst den ganzen Tag grillen, saufen, saufen und … saufen. Und irgendwo muss The Big Gundown von Ennio Morricone laufen. Das als Film wird einfach EPISCH!
Ach ja, und tritt weg vom Business, bevor dich die junge Generation überrollt. Das wird sie früher oder später tun, es ist eine Gewissheit. Deshalb startet diese Aktion bloß nicht in Frankreich oder so, denn ihr werdet weg müssen. Auch wenn ihr die Etage ausgeschaltet habt, Gewissheit ist nie gegeben. Habt eine gute Rente von dem, was euch der Plan einbrachte.


Making of.


Wer hätte es gedacht: Dieser Text basiert auf einem Traum, den ich in der letzten Nacht hatte. Möglicherweise knüpft er an an diesen anderen Traum, mit dem highfive am Ende. Woran ich mich erinnere: Es waren mehrere Boote in der Nähe einer Brücke festgemacht. Mitten im Wasser. Anker oder so was. Ein paar waren dabei zu kentern. Eines gehörte Opa. (Grundlage: Mein Großonkel hat ein Boot.) Es war irgendwie größer, als ich es mir vorstellte. Ein Motorboot, zweifellos, und auch nicht das, was ich unter einer Yacht verstehe, aber dennoch weitaus größer. Wir bewegen uns auf dem Wasser daran vorbei (es gleicht eher einer Kamerafahrt) und ich versuche Opchen von der Kentertatsache in Kenntnis zu setzen. Irgendwann glaubt er mir das auch und sieht herüber zum Boot. Aus irgendeinem Grund wiederholt sich das Kentern mehrmals, wie wenn man es aus verschiedenen Kamerawinkeln aufnimmt. Wir bewegen uns auf das Boot zu, wir sind auf dem Boot, welches ungekentert ist und völlig intakt (und abermals an Größe zunahm, so dass es mittlerweile Schiffsausmaße hat), und es sind viele Leute anwesend. Unter anderem eine sehr gut aussehende Frau. Aus einem Grund, den ich nicht mehr kenne (vielleicht gab es nie einen) ist sie splitterrauhfasernackt. Nun kann ich einen Teil meiner Aufmerksamkeit umlenken und so das Gespräch mit meinem Verkäufer (hab ich gerade wirklich Verkäufer geschrieben, ich meine natürlich Begleiter) weiterführen, aber irgendwann verabschiede ich mich unter einem Vorwand. Ich weiß noch, was das für ein Vorwand war: Ich mach mich mal auf die Suche nach der Bordbibliothek, Wohlwissend, dass es an Bord kein einziges Buch gibt und dass mein Begleiter das auch weiß, denn ihm gehört der Kahn ja. Daher weiß er genau, was ich eigentlich suche, und meint dann zu mir sinngemäß, dass es nicht so wäre, dass ich einfach in eine Fleischerei gehe und mir dort was kaufe. Ich müsste zusätzlich die Aufgaben vom Schlachter über den Metzger bis hin zum Fleischverkäufer übernehmen, und wir wissen beide, dass ich das nicht kann. Damit spielt er auf ein Defizit an, auf das ich nachher noch eingehen werde. Offenbar gibt es eine Elitteetage und sie ist ein Mitglied von dieser. Wenn es also an sie ein Herankommen geben soll, muss ich irgendwie in diese Elite hineinkommen. Dabei darf ich mich gleichzeitig nicht von ihrer Schönheit blenden lassen und alles aus den Augen verlieren. Im Prinzip will ich nicht getreten werden wie ein Hund.

Szenenwechsel. Das Schiff ist abermals größer, meiner Meinung nach Ausmaße der Olympic-Klasse. Da man mittlerweile weiß, was den Schiffen dieser Bauart zustieß, sind die Rettungsmöglichkeiten stark verbessert, wobei gleichzeitig die Trennung zwischen den ersten beiden Klassen und der dritten noch stärker manifestiert ist. Und selbst wenn man zweite Klasse ist, ist es immer noch verdammt schwer, sich in die erste reinzumogeln. Von der Elite will ich gar nicht reden.
Es gibt so ein Treppenhaus, welches offenbar einige Betriebsebenen verbindet. Die Küche und so was. Denn wir befinden uns in der Nähe der Speisesäle. Für die Drittklässler. Vielleicht kommt man ja in einem unbeobachteten Moment durch die Küche in die höheren Klassen, natürlich nicht ohne sich vorher ein wenig feinzumachen. Mit einem Mantel, den man gegebenenfalls abwerfen kann, so dass man auch bei den Dritten nicht schief angekuckt wird. Aber vergebens: Der Durchgang in die Küche ist nicht passierbar. Stattdessen erscheint auf der unteren Ebene eine Art geschlossener Schalterverkauf, durch den es nicht weitergeht. Es geht wohl um eine Ausstellung, vielleicht eine über Chaplin. Auf jeden Fall kenne ich das aus Hamburg. Es muss also wieder nach oben gehen, hier unten geht es nicht. (Ein paar werden aufgesammelt und gehen durch ein viel zu kleines Fenster. DA passt doch keiner durch! Wo geht es eigentlich dahinter hin?) Bin wieder oben. Mir fällt was ein: Ich passiere kurzerhand den vorher als unpassierbar geltenden und seltsam engen Speisesaal, der eher wie eine Kneipe mit vielen Winkeln wirkt. Schlussendlich bin ich bei der Elite angekommen, die sich als nicht ganz so glamourös herausstellt, wie ich das vermutete. Ich bin nun ein Teil von ihnen, aber jetzt greift das Fleischerargument: Ich hab nicht ausreichend drauf, als dass ich diesen Teil kurz gestalten könnte. Stattdessen muss ich mich durch ein unbeherrschbares Segment durchkämpfen (ihr wisst schon, die Aufgaben von Schlachter bis Verkäufer). Daher habe ich einen Plan: Ich bin aus den niederen Klassen sowieso raus. Ich komme also auf jeden Fall wieder in die erste zurück. Also mache ich irgendeinen Scheiss, der dazu führt, dass ich mich verpissen müsste und kreuze später in einem Glanz und einer Verkleidung auf, die die anderen nicht erkennen lässt, wer ich bin (der mit der Blamage) und alle anderen überragt. Während meiner Abwesenheit sorge ich dafür, dass aus der Elite keiner dem anderen über den Weg traut, sich in kleine Zirkel gespalten wird (also immer kleinere Tische mit jeweils zwei Mann, die Gedankenaustausch betreiben), bis es nur noch Einzeltische gibt, wo allgemeines Misstrauen herrscht oder wieder zu einem großen Tisch zusammengefunden wird, an dem die Hölle los ist. Dann komme ich wieder zurück und schnappe mir die Beute, also als erstes die Splitterfasermarie. Sie zu bekommen sollte mit dem nun neu hinzugewonnenen Selbstbewusstsein, der Verkleidung und dem Getobe, was in der Elite nun los ist, ein Leichtes sein. Und wenn wir zusammen sind, ich sie also von der Elite entkoppelt habe, übernehmen wir die Führung von der Elite, die mittlerweile völlig handlungsunfähig geworden ist und machen einen Abgang.

Und nun zu dem Fleischereifachverkäufer, den ich schilderte. Es kam ja dieser Vergleich auf, von wegen dass das Herankommen an diese Frau nicht so einfach ist, wie sich beim Fleischer was zu kaufen, sondern so einfach, wie das verdammte Fleisch vorher noch ausgehend vom Lebewesen selbst herzustellen. Ohne die erforderlichen Kenntnisse. Schaffe ich also nicht. Die Grundlage ist die, dass das in der Realität durchaus stimmt. Ich kann nicht einfach ein Gespräch starten und eine Stunde später ist der Kontakt geknüpft. Das klappt nie. Bei den meisten klappt das manchmal, bei mir nie. Wenn jemand sagt, ich solle mehr aus mir herauskommen, sollte ich fragen: Und was soll ich sagen? Gesprächsführung war nie mein Ding. Die Idee, das Ansprechen zu übernehmen und ein Gespräch anzurudern, ist nach aktuellem Stand zum Scheitern verurteilt. Einen anderen Beitrag lieferte eine Überlegung in Bezug auf meine Erwartungshaltung an eine Beziehung. Das Risiko liegt immer darin, dass diese zu überzogen ist, aber da steckt noch kein Wieso drin. In diesem Fall ist das Wieso dasjenige, dass ich bereits, sollte sich eine Beziehung anbahnen, sehr viel Energie in das Zustandekommen gesteckt habe. Im Prinzip das Produzieren von Fleisch aus dem Schwein heraus. Also dieser Weg, der vom Schlächter zum Verkäufer geht. Hat man den Weg hinter sich, ohne das entsprechende Werkzeug dazu, ist man nicht nur total knülle, sondern erwartet zugleich, dass sich der ganze Scheissaufwand auch gelohnt hat. Man erwartet also, dass das Fleisch, welches man produziert hat, außerordentlich gut schmeckt.

Wird es aber nicht.

Es ist ein normales Schwein, es wird bestenfalls komplett normal sein. Eher sogar leicht unterdurchschnittlich, da dieser Aufwand, den man betrieben hat, ohne die richtigen Werkzeuge durchgemacht wird, und diese sind nötig, um eine durchschnittliche Leistung hinzulegen.
Wenn einem also das widerfährt, was für andere normal ist, obwohl man sich dabei irre ins Zeug gelegt hat, wird das frustrierend. Als nächstes stünde die Frage an, ob man ausreichend Kraft hat, die Zähne zusammenzubeißen.


Mit Woody Allens Schriftstellern waren im Übrigen die verschiedenen historischen Persönlichkeiten gemeint, die in Midnight in Paris auftraten.

Mittwoch, 25. April 2012

ALP 6.0


Da mittlerweile bereits der Nachfolger gestartet ist, werde ich schnell meine Auswertung der sechsten Runde des Ars Lingua Perspectiva-Kreativspiels preisgeben. Der Grund, weshalb das hier stattfindet und nicht an dem eigentlich dafür vorgesehenen Ort, nämlich innerhalb des Kreativspiels, ist einfach, ähm, weil Free Participant. Und weil meine Definitionen überwiegend zu lang sind, um den Anforderungen zu genügen. Eine gewisse Ausschweifhaftioniertigheithaftigkeit lässt sich da nicht vermeiden, und daher ist das hier extern zu finden.
Die Definitionen kamen in mehreren Sessions ab Ende Februar bis vor fünf Minuten zusammen. Die erste war die für Querulant und dann ging es zunächst rückwärts durch das Alphabet, und dann kam der Rest alphabetisch sortiert. Direkt nach dem Amboss war also der Rost dran, was die inhaltliche Verknüpfung der beiden erklärt. Ach ja, zum Kreativspiel geht es im Übrigen hier.
Mit Schrecken musste übrigens ich feststellen, dass es den hier erwähnten Orangenkaffee tatsächlich gibt. In medias res.

Amboss: Kurzform von "epischer Wecker". Könnte auch beschrieben werden als Männerwecker: Er ist schwer wie ein Snookertisch (der ist nicht ohne Grund so groß wie ein Mittelklassewagen), und wenn man draufhaut, macht das einen irre lauten Lärm. Aber es fehlt noch eine wichtige Komponente: Ein Amboss verbraucht kein Benzin. Ein Mercedes-Benz G55 AMG ist also besser geeignet. Macht vielfältigeren Krach, ist schwerer und säuft wie ein Loch und ist überhaupt dermaßen unvernünftig, dass es eine Freude ist.

bieder: So bezeichnet man einen Bieter bei eBay, der nicht kapiert hat, dass nicht das tatsächliche aktuelle Maximalgebot eingeblendet wird, sondern eines, das benötigt wurde, um das vorhergehende um 50 Cent zu übertreffen. Und dann wundert der sich, dass diese Ein-Euro-Tasse auf einmal vierzehn Euro fümmenzwanzig kostet. Noch ein Tipp zum eBay-Bieten: Wenn ihr eine nVidia GeForce 8800 GTS 512 haben wollt, müsst ihr dafür mindestens 30 Euro einplanen.

Chichi: Besonders affektiertes Niesen mit Echo kommt doppelt so gut. Aus naheliegenden Gründen. Na gut, ganz so nah liegen die Gründe für die ewige Jagd auch nicht, denn dann würden die Schallwellen ja zeitlich zu undistanziert eintreffen, so dass man sie nicht wahrnehmen kann. Ebenfalls zugehörig zu diesem Eintrag: Schickimicki könnt ihr zu Hause machen! Schickimickie zählt hier zum Chichi.

Draisine: "Flucht der Gesetzesbrecher mit einer Draysine. - Mit einer Gesine. - Nicht G-G-Gesine, sondern D-D-D-Drähsine. - Und mit so einem Ding werden wir jetzt auch hinterherfahren. Aufsitzen. - Aufsitzen. - A-A-Aufsitzen." Textstelle aus "Der glattrasierte Weihnachtsmann"

Empörung: Eine Erfindung aus Stenkelfeld, die sich mittlerweile weit über den Ort hinaus verbreitet hat. Dieses zielgerichtete Freisetzen von Stoffen, die negative Emotionen auslösen (genannt Scheiss-Hormone) um damit eine Sache zu diffamieren nervt nicht nur diejenigen, die sich den Mist anhören müssen, sie werden in die Empörung auch noch hineingezogen, da sie sich über die sich Empörenden empören müssen. Wir müssen dem mit Kopfschmerztabletten entgegenwirken! Aber nur welche ohne Antibiotika, sonst waren die Millionen von Euro für deren Entwicklung nutzlos.

Friedensnobelpreis: Frieden ist stets eine nobele Angelegenheit und kann daher gar nicht ausreichend mit Preisen gepriesen werden. Die Preisvergabe ist meiner Meinung nach in ihrer Vertretbarkeit manchmal diffus. So war Preisträger Jimmy Carter der letzte US-Präsident, unter dem die USA keinen Krieg führten. Ein weiterer Preisträger ist Mr. Obama, aktueller US-Präsident. Stand April 2012. Theodore Roosevelt hingegen, ein Typ, der als Badass-Motherfucker gut umschrieben werden kann, ist nicht nur Namensgeber für den Teddy (aka mit Friedlichkeit assoziiert), sondern hat auch, nachdem er beim Wahlkampf zu seiner dritten Präsidentschaft angeschossen wurde, nicht etwa den Typen verprügelt, der ihm eine gefeuert hat. Stattdessen hielt er, ohne medizinische Versorgung, mehr als eine Stunde lang, seine Rede. Nicht gerade derjenige, gegen den man einen bewaffneten Konflikt austragen will, und daher eindeutig um Frieden bemüht.

Germania: GERMKNÖDEL!!!!!!!!! Eine südbairische Germknödelmarke namens Germania, die beweisen will, dass die Österreicher nicht die Einzigen sind, die dieses unglaublich over9000-leckere Gericht beherrschen. Sponsor von einigen Omnomnomnomnomnivoren.

Hellseher: Ein Hellseher meinte mal, dass er, statt in die Zukunft sehen zu können, lieber in die Mädchendusche von Sportgymnasium kucken können wollte. Abgesehen davon, dass er das Problem lösen könnte, indem er in die Zukunft der Mädchendusche sieht: Du Arsch. Fortan sei er bekannt als Langnasiger Perverser Nr. 16. Als solcher macht er eine Umschulung zum Fernseher.

Idioblast: Ich.

jwd: (Zitat Prof. Dr. habil. nat. und. was. weiß. der. Täufer. nicht. noch. alles. Ralf "James Bond" Löper) Ob das oberhalb der x-Achse liegt oder unterhalb oder mittenmang oder jwd, ist ehrlich gesagt, scheissegal.

Kopfnuss: Sieht man im Kopf nach, sieht das Zeug unter der Schädeldecke tatsächlich leicht walnussig aus. Pikant anzumerken, dass Walnüsse angeblich Hirnnahrung sein sollen. Jetzt wird das plausibel. Das Hirn ist eine Nuss! Nicht umsonst hat Stephen Hawking seinen Thrillerroman "Das Universum in der Nussschale" genannt. Und wenn einem das Universum in der Nussschale, also in der Dunstkiepe, also im Kopf, steckt, ergibt das tierische Kopfschmerzen.

Laster: Lassterdenscheissmalbleibendusau!

Mischpoke: Neologismus aus der Sprachforschung. Irgendein Nichtskönner wollte ausdrücken, in welcher Sprache er sprach, war aber nicht in der Lage, das in der Sprache seines Zuhörers zu sagen. Dabei kam dann etwas heraus wie "mi spoke", was "ich sprach" bedeuten soll. Anscheinend hat er das Prinzip von Esperanto nicht verstanden. Wie dem auch sei, das wurde dann als Mischpoke zum Ausdruck für irgendeinen zusammengewürfelten Mist. Nicht nur lingual, sondern auch auf tumblr.

Nährwert: Ich hab die Definitionen in der anderen Richtung geschrieben, und daher sollte ich das Alphabeta einfach mal umdrehen. Ein Omnomnomnomnivore spart in sich recht viele Nährwerte an, inwiefern er sie dann wieder loswird, gehört nicht zur Definition des bewerteten Omnomnomnomnivoren.

Omnivore: Onomatopoetischer Ursprung lautet Omnomnomnomnomnom. Ist ein begleitendes Geräusch zum Aufessen von diversem wohlschmeckenden Gemahlzeite. Dieses stammt aus den verschiedenen Nahrungsmittelgenres, daher ist einer, der alles isst, wahrscheinlich in diesem Bereich sehr gut ausgebildet. Über Bedeutungsverschiebung wurde aus einem Omnivoren dann ein Allesfresser. Wo sind die verf*ckten Tiere, ich hab Hunger!!!!!!!

Plastik: "Tut das weh? - (leicht gequält) Nein, Sir. - Warum nicht? - Weil mein Schlüsselbein aus Plastik ist." Aus Plastik kann man allen möglichen Scheiss zusammenzimmern, Schlüsselbeine, Schlüssel, Legosteine (aus denen man noch viel mehr zusammenzimmern kann), Tastaturen, Pistolengehäuse, Möbel, Vollkorntortenattrappen und bei Finelinern hört es noch längst nicht auf.

Querulant: Ist ein Lant mit einer großen Ost-West-Ausdehnung, welches also besonders breit, also quer, ist. Bekanntestes Beispiel ist Russlant, gemeinhin das breiteste Lant der Weld. Ihm gegenüber stehen Läntereien mit einer in Bezug auf die Breite großen Nord-Süd-Ausdehnung, also Argentinien (mit Pinien LÖLZ) oder noch besser Chile, links um die Ecke. (Wenn einer Rechtschreibfeler findet, dann kann er die behalten und damit hingehen, wo der Pfeffer am Arsch wächst.)

Rost: Das, was ich bei dem erwähnten Mercedes unter Amboss vergessen habe. Da mit der letzten Generation das Schrempp-Problem allerdings entfernt wurde, fehlt dieser letzte Schritt zur Perfektion, wobei das eine extrem subjektive Sicht ist. Genauso könnte sich ein gewerblicher Bestatter über die medizinischen Fortschritte beschweren. Sargbranche auf Kundensuche.

Scharlatan: Kofferwort aus Schal und Laterne. Lampen, die man an seiner Mütze bzw. an seinem Helm anbringen kann, bringen immer Licht an den Ort, an den man gerade kuckt, aber sie sind so schrecklich kopflastig. Deshalb gibt es die Alternaive: Einfach den Scharlatan an das Halstuch anbringen und es werde Licht. So funktioniert ein Scharlatan: Erzähle den Leuten irgendeinen kopflastigen Mist und biete ihnen die Lösung für ein nicht existierendes Problem an.

Transparenz: Auf Formspring fragte neulich jemand, ob Transparenz (Durchsichtigkeit) nicht nur in der Politik, sondern auch in anderen Lebensbereichen benötigt wird. Eine Formspringerin meinte dazu, dass sie kein Interesse habe, ihr Umfeld ungefragt über ihre oberrumpfige erogene Zone zu informieren. Mist, jetzt habe ich wieder Bilder im Kopf, von denen ich immer wieder irrigerweise annehme, ihr Gefängnis sei sicher genug.

Unkraut: Naja, alles, was kein Kraut ist. Löwenzahn ist Unkraut, Bäume sind Unkraut, ich bin Unkraut, Schokolade ist Unkraut, Kafka ist alhgfd hbgdbkjhugfhdsk ... Verzeihung, mir wurde gerade noch rechtzeitig der Kopf auf die Tastatur gedrückt.

Veilchen: Guess what?

Willkür: Ist mir egal.

X-Strahlen: Gehören mittlerweile unter die Rubrik R-R-Ronny Trettmann, weil wegen dem der sie entdeckt getan gehabt hat. Eine von vielen Strahlungsformen, die das Potenzial haben, den menschlichen Körper an bestimmten Stellen zu durchdringen und ihn damit zum Sieb zu machen. Lasst uns einen präparieren, dass beim Radiologen ein lustiges Bild herauskommt!

Yuppie: Ausruf der Freude. Wer das oft macht, ist ein Yuppie. Um sich zu anderen Nichtyuppies abzugrenzen, benutzen sie ihren geheimen Geheimcode: Yuppie yay yeah Schweinebacke.

Zimt: Seit WOCHEN suche ich die verschiedenen Märkte nach Kanelbulle ab (also schwedische Zimtschnecken im handlichen anderthalb-Zoll-Format). Gefunden habe ich nichts dergleichen. Fährt mit mir jemand zum IKEA? Naja, die letzte Anti-ACTA-Demo fand noch nicht statt, und wenn sie in Rostock über die Bühne geht, ist das wieder mal ein schöner Anlass zum Möbelkauf.

Dienstag, 24. April 2012

Lost in sea

I would like to introduce you to my very first English blog article. This is due to the fact that I am not intending to translate a quote I found on the internet and add my own commentary in German. It is easier to write the whole thing in English.
So, I am a fan of cracked.com. This is a website offering a lot of humorous and also serious, but always quite interesting lists of different things. One of these is called “6 small math errors that caused huge disasters”. The number one of this list: RMS Titanic. Read for yourself:

#1. The Titanic Sank Because the Center Propeller Wouldn't Reverse

There are dozens of theories about how the Titanic sinking could have been prevented, from those who say they should have just rammed the iceberg head-on instead of trying to steer around it, to not taunting God prior to its first voyage.
Human stupidity notwithstanding, most of the criticism focuses on the atrocious lack of safety features, but there is one obscure flaw that was intentionally designed.
The Laughably Simple Flaw: The center propeller didn't work in reverse
The Titanic had three steam-driven propellers, with the outer two driven by piston engines and the center screw driven by a steam turbine. Steam turbines have the advantage of generally being smaller and more efficient than their piston counterparts, but have the drawback of being one-way; that is, the steam can only flow forward and the shaft can only turn in one direction.
However, the center screw was directly in front of the rudder, and shutting it down meant less water was washing over the rudder, which crippled the ship's handling.

Well, that’s the text on that webpage. Until I read the part where it comes to that the rudder needs water to flow around to work properly, I would have said that time was by far not enough to stop the engines and make the ship go rearwards. The machines had a performance of almost 40,000 kW, and an engine with that performance built in that corner of time was quite big and the moving parts were really heavy. And if you also mind that the Titanic was travelling at full speed (25 mph, nautical mph to remind you) and tests made with the RMS Olympic (being almost identical to the Titanic) it turns out that even though there has been a machine commando there would have been no chance at all that the officers serving thought this one could have avoided the crash.
Well, it hasn’t been the intention of the author to disprove just that. His thoughts concentrated on the fact that the rudder didn’t get enough floating water to work as the situation needed it to. But my intention of this article is not to doubt even this theory by stating that the ship still travelled with 25 mph giving an impressive amount of water floating around every single outer part of the ship. It is the machinery. Let’s just say the author is right with his opinion. Then we can say the major malfunctioning part was the middle turbine. It was driven by steam, also called “hot gases” and was said to be smaller and stuff. Piston driven systems might be heavier, but with a piston system this catastrophe won’t have occurred.

Piston driven systems are better than systems being driven by hot gases.

And what did the US Army adapt in service in the middle 1960s, even though every other NATO nation did otherwise?

THE M16 USING A DIRECT IMPINGEMENT RELOADING SYSTEM

As everyone being a little confident with firearms knows, the AR-15 platform, well known by its fully automatic examples M16 and M4, uses a so-called direct impingement reloading system instead of a piston driven system. To everyone not being so confident: A rifle reloading itself uses ammunition being too strong to blow back the bolt by its simple recoil. It would tear apart the gun. The solution: At the front end of the barrel there is a little bore allowing gas to enter a thin tube to push some force directing to the back. It is the gun developer’s choice whether the gas goes the whole way through this tube and working directly on the bolt or whether it pushes on a thin piston that works on the bolt. Such a piston system is heavier because, well, it contains an additional metal manufactured part, but it doesn’t allow hot gases to enter the gun’s mechanism. Besides, this gas contains grime which lies down into that tube and into the bolt and the whole mechanism which gets the gun dirty after some time. That limits the self reloading and shooting abilities of the rifle after some (hundred or maybe thousand) shots without cleaning in between.
Every other well known military assault rifle uses a piston and therefore this is the system of choice of every army in the world not using the AR-15 platform. The Russian AK rifles: Piston. The Belgian FN FAL, also called the Kalashnikov of the west: Piston. Every rifle used by the German army (FN FAL, HK G3, HK G36 and several self loading marksman rifles): Piston. The Swiss rifles made by SIG Arms, used by the Swiss army and the papal Swiss Guard: Piston. The Austrian Steyr AUG (that fancy rifle used by German terrorists called Karl): Piston. Well, even the rifle used by the US Army before the M16 was ordered used a piston system.

The Army sucked.


Did you expect otherwise?

Freitag, 20. April 2012

Die Hölle friert zu


Vor kurzem bin ich ein Fan der Formspringerin Fperd geworden. Ihren Account könnt ihr besuchen unter http://www.formspring.me/Fperd. Sie betreibt darüber hinaus einen Wordpress-Blog, auf dem ich eine sehr amüsante Geschichte gelesen habe, hier zu lesen. Darin ging es um eine Chemieabschlussfrage, die an einer Universität gestellt wurde. Die Frage lautete: „Ist die Hölle exotherm oder endotherm?“ Lest euch die Geschichte unbedingt durch.
Bevor ich das tat, machte ich mir selbst Gedanken über diese Frage. Ich kam zu einem ähnlichen Ergebnis, auch wenn mein Gedankengang nicht so witzig ist. Zunächst einmal kam mir diese Frage so vor wie eine Frage in einer Juristenprüfung, die da lautete: „Kommen Beamte in den Himmel?“ Die Antwort war: Nein, denn das Beamtenverhältnis endet mit dem Tod des Beamten. Wenn er also tot ist und sich auf den Weg in den Himmel macht, ist er kein Beamter mehr. Den Gedankengang über Boyles Gesetz oder allgemeiner die thermische Zustandsgleichung idealer Gase wollte ich nicht nehmen, da dieses Gesetz für die Beschreibung von Zuständen ausgelegt ist. Wenn man also irgendwelche Faktoren darin als konstant bezeichnet, rutscht man schnell in eine bloße Zustandsänderung ab anstatt eine Reaktion zu beschreiben. Nur Reaktionen können exotherm oder endotherm sein, Zustandsänderungen wie etwa das Gas zusammenzudrücken sind das nicht, auch wenn sich dabei die Temperatur ändert. Ich möchte an dieser Stelle nochmal auf den Unterschied zwischen exotherm und exergonisch bzw. endotherm und endergonisch verweisen. Exo-/Endothermie bezieht sich eher auf Wärmeenergie (daher kann man das auch so schön an der Temperaturänderung ablesen, obgleich Wärmeenergie nicht mit Temperatur verwechselt werden sollte), während sich Ex-/Endergonie auf die freie Enthalpie bezieht und gleichzeitig eine Aussage über die Freiwilligkeit der Reaktion trifft.
Wie kann man die Frage nun beantworten? Zunächst sollte geklärt werden, was für ein System die Hölle ist. Offen, geschlossen oder abgeschlossen. Offen heißt, es findet Stoff- und Energieaustausch mit der Umgebung statt, geschlossen heißt, es findet Energieaustausch mit der Umgebung statt und abgeschlossen heißt, dass die Hölle mit der Umgebung Schluss gemacht hat. Die Hölle als solche nimmt ja die Seelen von ich nenne sie mal Sündern auf. Im Detail greift der Begriff des Sünders zu kurz, aber für diese Zwecke genügt er. Meine theologischen Kenntnisse sind mangels Interesse nicht an dem Punkt angelangt, an dem ich beurteilen könnte, ob man aus der Hölle wieder herauskommt, aber selbst wenn es Leuten gelungen wäre, in der Hölle ihre Strafe abzusitzen und so wieder rauszukommen, so wären das äußerst wenige und im Vergleich zum Bruttoertrag der Hölle vernachlässigbar. Netto kommen also Seelen in die Hölle hinein. Soweit, so nah an der Argumentation des ursprünglichen Schreibers. Seelen sind als immateriell definiert, und ansonsten kommen auch keine Materialien in die Hölle hinein, man kann die Hölle also als geschlossenes System betrachten, in welches nur Seelen hineinkommen.
Wie sehen diese Seelen nun aus? Ein lebloser Körper mit Seele wird zum lebendigen Körper. Ein Mensch hat eine Temperatur von durchschnittlich 310 Kelvin (das sind 37 °C), wenn er stirbt, also seelenlos wird, nimmt seine Temperatur ab. Ohne Seele keine Körperwärme, daher ist die Körpertemperatur an die Seele gekoppelt. Die Hölle nimmt also Wärmeenergie aus der Welt auf. Dass das als Reaktion zu verstehen ist, muss erklärt werden, und zwar darüber, dass die Sünder in ihrem Leben durch ihre Sünden ein Potenzial aufbauen, welches bei ihrem Tod die Aktivierungsenergie zum Übertritt in die Hölle erreicht, und nach dem Tod wird dieses Potenzial (man sündigt, ist aber trotzdem noch nicht in der Hölle) abgebaut; man erreicht also einen energetisch günstigeren Zustand. Dass stoffliche Änderungen (typisch für Reaktionen) auftreten, kann jeder bestätigen, der schon mal eine Mumie gesehen hat. Damit wäre der Reaktionscharakter dieses Vorgangs geklärt. Der Übertritt der Sünderseelen in die Hölle ist eine Reaktion, bei der die Menge an Wärmeenergie in der Welt abnimmt. Die Hölle ist dafür verantwortlich, denn dort wird diese Energie gespeichert, und darum ist die Hölle als endotherm zu betrachten.
Und das alles ohne einen einzigen Tropfen Rum.

Wo warst du

Marktkauf ist einfach der beste. War heute (also vor zwei Tagen) wieder dort. Am Wochenende gab es kein Jajangmyeon, da ich den Fehler gemacht hatte, beim Auftakt Nudeln zu machen, so dass diese im kalten Zustand am Wochenende zunächst aufgegessen werden mussten, und dann passt kein Jajangmyeon mehr hinzu (man muss es warm und frisch essen, daher konnte ich aus den kalten Nudeln keins machen). Das soll nun nachgeholt werden, und zu dem Zweck ging es wieder dorthin. Ohne dabei wieder so einen Gewaltmarsch hinzulegen, denn fünf Stunden Dauergerenne am Stück sind zu viel. Mit dem Zug abgekürzt reduziert sich das auf annehmbare drei Stunden. Innerhalb des Marktes war alles wie gewohnt, mittlerweile kannte ich mich da ja aus. Überrascht war ich, als ein Vogel durch die Regale tapste. Ungelogen, es ging tatsächlich ein Spatz auf dem Boden umher. Leider konnte ich die Kamera nicht schnell genug einsatzbereit machen und danach flog er hin und her und verschwand irgendwann, so dass ich davon kein Bild habe. Er verhielt sich ansonsten auch unauffällig, mir schien also, dass ihn sonst keiner bemerkte. Was soll es denn so geben? Auf der Liste standen die überraschend wenigen fehlenden Zutaten. Zuzüglich Random Shice auf die ich Bock hab FUCK YEAH! Kaddi for the win. Abgesehen davon Kaiserschmarrn. Also das Tütenzeugs. Ich will ausprobieren, wie brauchbar das ist. Die erste Packung wurde bereits getestet, dazu ein separates Review. Die Pause nach dem Einkaufen währte nicht lange. Es ging direkt weiter, wobei es im Gegensatz zum letzten Mal immer noch hell war. Diesmal ging ich nicht den langen Weg, sondern ging, wie ich kam. Als ich in der Innenstadt ankam, war es bereits schummrig. Ein Innenhof schaffte es, mich zu faszinieren, allein mit Trommelklang und noch irgendeinem Instrument. Das Fenster war offen, daher konnte ich das hören (die Klänge kamen aus dem Gebäude und das Fenster war zum Hof geöffnet). Wenig später lief ich an einem Haus vorbei, auf welchem folgendes stand: „Hier verrottet seit fast 2 Jahrzehnten ein Haus mit Ausmalungen aus der Zeit Caspar David Friedrichs.“ Nachdem ich das Comix passierte, ließ ich mir nochmal die Geschichte mit dem Plan durch den Kopf gehen. Denn einen Teil davon hatte ich noch nicht ausprobiert, und dieser Teil ist nun testbar. Im Untergeschoss, auch genannt der Keller, hat das ja nicht so geklappt, weil dort zu wenig los ist, und im Obergeschoss sammeln sich zwar alle, aber dort wird erstens geraucht (und ich will keine Raucherin), und selbst wenn eine Nichtraucherin sich dorthin verirrt, weil sie vom Kellergeschoss nichts weiß, bringt das auch keine Punkte. Dabei übersah ich den Hinterhof, der dieses Problem umgeht. In welchem Ausmaß, bleibt noch festzustellen. Der Bahnhof hat mich verarscht. Es fährt überhaupt kein Zug, mit dem ich die Strecke abkürzen könnte bzw. erst in anderthalb Stunden. Das ist mir zu lange, selbst zu Fuß wäre ich um diese Zeit bereits zu Hause. Ich weiß inzwischen nicht mehr, ob das so eine gute Idee war, denn so hab ich fast den gleichen Zufußaufwand wie beim letzten Mal. Das soll mir aber gestohlen bleiben können, ich will jetzt Jajangmyeon.

Freitag, 13. April 2012

The Skizzenfestival Diaries 2011 - Bemerkungen, die sich wegen der langen Bearbeitungszeit aufstauten

Auch wenn die Leser eher von diesen Seiten hierher kommen als umgekehrt, möchte ich hier noch auf einige Seiten verweisen.

www.skizzenfestival.de

Der Webauftritt des Skizzenfestivals. Alle nötigen Informationen stehen dort. Momentan (Stand: Anfang April 2012) sind noch die Beschreibungen der Workshops des letzten Jahres verfügbar, wer also noch einen Eindruck vom Angebot vom letzten Mal erhalten will, sollte sich beeilen, denn das nächste Festival rückt in Sichtweite.

sonnenmacher.blogspot.de

Der Veranstalter-Blog. Dort ist auch die Zeitraffer-Aufnahme zu sehen, während der wir die Wand bemalten.

musenblog.blogspot.de

Die Musenstube ist jedes Jahr ein fester Bestandteil in der Besetzung. Von ihnen geht der eine oder andere Workshop aus. Die Beteiligten haben jeweils ihre eigenen Unterrubriken auf der Seite, schaut’s euch mal an.

http://www.marmouzet.net/

The one. The only. Sylvain Mazas. Illustrator und Autor. Sehr große Empfehlung für dieses Buch, das mir gestatten sollte, den Konflikt in Nahost zu lösen, mein Diplom zu kriegen und eine Frau zu finden.

http://www.myspace.com/lesbummmsboys

Alljährlich erfreuen uns Les Bummms Boys mit einer Live-Dreingabe ihrer Musik. Reinschauen, reinhören.

http://www.illute.com/

Ebenfalls eine gern gesehene Musikerin ist illute. Bisher konnte ich sie nur einmal live erleben, aber auf das nächste Mal bin ich gespannt.

Da diesmal das Onlinestellen der einzelnen Parts länger gedauert hat als letztes Mal, haben sich im Verlauf dieser Zeitspanne innerhalb der inhaltlichen Textstruktur einige Änderungen ergeben bzw. haben sich einige Voraussagen Erfahrung gesammelt. Ron Perlman ist mittlerweile auch durch Drive bekannt. Im entsprechenden Part (3.1) tauchte vier Sätze später tatsächlich das Wort Drive auf. Das Motiv von Strange_Cores T-Shirt, welches im selben Part zur Sprache kam, fand ich bei einer Website, die ich durch Bender Comics vor Jahren aufsuchte und ich bestellte mir ein Lebowski-Shirt. Die Notwendigkeit für eine Aufnahme von Rundohrs Wonderwall-Cover ist im Hinblick auf das besides-Projekt obsolet. Für das gleiche Projekt und nicht verwirklicht der zweite Besuch bei der Explorer-Ausstellung. Die A3-Zeichnung schwirrt unvollendet im Block. Den eigentlichen Epilog habe ich nicht in der Form gemacht, darauf gehe ich nachher noch ein.

Mittlerweile haben wir die Halbzeit zwischen dem vierten und dem kommenden fünften Festival weit überschritten. Der Punkt war angedacht als Wechsel zwischen den zwei Skizzenbüchern. Ich hatte mir beim vierten Festival zwei Skizzenbücher der aktuellen Reihe gekauft und geplant, diese bis zum fünften Festival zu füllen. Bei über der Zeit gleichmäßig verteilter Füllung wäre die Halbzeit, also der erste Februar, der Punkt, an welchem das erste Buch voll sein müsste. Das zweite Buch ist angefangen, im Moment hänge ich zwanzig Seiten hinter dem Plan her. Das ist kein unschaffbarer Rückstand, der Output ist im letzten Jahr deutlich gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Wenn ich das Buch bis zum Festival fülle, beträgt der Faktor knapp zehn. (Im Hinterkopf habe ich die Prognose, dass ich gegen die dreistelligen Participants mit der Zahl dennoch gehörig alt aus der Wäsche kucke, und der Fakt, dass sie es beruflich machen und studierten, bringt wie immer nicht viel.)

Nun zu dem Epilog, den ich eigentlich machen wollte und an dessen Stelle (wie letztes Mal) die Beschreibung des 30.7. getreten ist. Es war angedacht als eine erneute Kunstbetrachtung. Wie in einem der Parts zu lesen war, war die geplante Quintessenz, dass ich mich im Technischen überwiegend als Realist sehe, im theoretischen Hintergrund als Dadaist. Was hat das zu bedeuten? Das bedeutet, dass ich meine Umgebung einigermaßen wirklichkeitsnah abbilden will, mir dabei aber nicht das Geringste denke. An dieser Ansicht klebt immer noch dieser Kulturschock, Kunst müsse zumindest bis zu einem gewissen Grade interpretierbar sein bzw. einem Zweck dienen. Sei es, dass sie eine Botschaft transportiert, sei es, dass sie zum Broterwerb gedacht ist, was auch immer. Dass man das auch einfach mal so machen kann, ohne Motiv, wird meinem Eindruck zu Folge ausgeblendet. Meinem alten Eindruck zu Folge. Denn wegen der langen Zeit, die vergangen ist zwischen dem Punkt, an dem ich den Gedanken für die Schlusspointe dieses geplanten Epiloges im Kopf hatte, und dem Punkt, an dem wir jetzt sind, war es möglich, diese Beobachtung zu hinterfragen. Im Prinzip kann man sagen, der Epilog ist in seiner ganzen Ausführlichkeit … unnütz. Er entspricht nicht mehr meinen aktuellen Eindrücken, er besteht größtenteils aus Gelaber, welches in diesem Blog schon irgendwo steht, und man kann es für sich selbst in diesem einen Satz zusammenfassen: Ich zeichne, weil es mir gerade in den Sinn kommt.


Man sieht sich am 20.7.2012.

Mittwoch, 11. April 2012

The Skizzenfestival Diaries 2011 - Epilog

Aber das Festival hört erst auf, wenn der 30.7. vorbei ist. Außerdem hab ich von Rundohr noch keine Gitarrenaufnahme. Ich will Wonderwall. Und ich schulde noch wem drei Euro für das Skizzenbuch. Gehe dann also bei leichtem Nieselregen los. Überlege, noch ein Ina Müller-Album mitzunehmen. Denn wenn ich nicht mehr auf Ida treffe, kann ich sie nicht mehr porträtieren, also zeichne ich dann Ina Müller und schreib Ida daneben. (lach) Das würde funktionieren, da die beiden (meiner Meinung nach) den einen oder anderen Gesichtszug teilen, und durch unabsichtliche Verfremdung, was ein Euphemismus für Falschzeichnen ist, würde dann ein Ida-Porträt dabei herauskommen. (Mir fällt gerade ein, dass mir das beste Ida-Porträt, so leid es mir tut, fast vollständig improvisiert gelang.) Bin also unterwegs, und überraschenderweise ist nicht nur gar keiner im Speicher, sondern das Haupttor ist verschlossen. Hm. Beim Hostel wäre der nächste Anlaufpunkt. Dauert wieder so eine Weile, eh ich da ankomme. Die Tür ist nicht auf. Jetzt kommt wieder meine Affinität ins Spiel: In Gebäude reinkommen, ohne dabei Werkzeug oder Klingel zu benutzen. Will die Gartentür durchqueren, rechne damit, dass sie zu ist, mache mich für eine Kletterpartie bereit. Hingegen, die Tür war nicht verschlossen. Praktisch.

Der Seiteneingang hängt direkt an der Rezeption, fällt also aus. Im Hinterhof stehen noch ein paar Zelte, es sind also noch nicht alle weg. Da ist eine Treppe. Die führt zum Keller. Die geh ich jetzt runter. Hier ist so eine Art Rundgang um das Haus herum. Als ich an der Vorderseite bin, kommen zwei Hostel-Mitarbeiter raus. Ich frage, ob noch ein paar Festival-Leute da sind. Antwort: Es sind so ziemlich alle bereits weg. Nur Salom und Baggage ist noch nicht abgereist (die Zelte), aber sie ist gerade nicht da. Rundohr ist vor ein paar Minuten gegangen. Die anderen Sonnenmacher sind verstreut und ruhen sich aus.

Was also tun? Hm. Die Aufnahme muss bis nächstes Jahr warten, denn für die beiden aktuellen Sampler sind die Konzepte und Playlists verplant, und an den beiden sitze ich noch eine Weile. Damit ist es kein Problem, wenn ich die Aufnahmen erst zum sechsten Sampler habe. (Anm. d. Verf.: Wie im Februar bereits zu sehen war, ist das Projekt mehr oder minder abgebrochen und beendet worden, für die Aufnahme an sich gibt es also keine unmittelbare Verwendung mehr.) Aber das Geld muss ich loswerden. Nur wo? Beim Rückweg versinke ich mit dem Fuß plötzlich im nassen Sand, so Schwupps! Wenig später finde ich eine Stockanordnung, die durchaus als Symbol durchgehen könnte. Vielleicht verwende ich es als Artwork. Der Speicher ist immer noch zu. Hm. Gehe daher zu Anna. Den Weg kenne ich ja mittlerweile. Bin also angekommen. Kurz nachdem der Regen anfing. Setze mich zunächst in die Durchfahrt und runter mit den Keksen, die ich mir einpackte. Anscheinend findet in dem Haus ein Umzug statt. Die Tür ist auf. Gehe in den Aufgang, stehe vor Annas Tür. Und wieder Klingelphobie. Klingel dann aber doch. Keine Reaktion. Nanü. Warte zwei Minuten, nichts. Gehe daher wieder raus und suche nach ihrem Fenster. Verschlossen. Dann eben die Briefkastennummer. Reiße aus meinem Buch einen Zettel heraus, schreibe drauf, dass von dem Fünfer drei Euro für das noch nicht vollständig bezahlte Skizzenbuch sind und deklariere den Rest als Spende (hatte es nicht passend und wollte nicht so einen Affentanz wegen zwei Euro machen). Job done. Gehe dann nach Hause, als der Regen etwas nachlässt. Fängt aber zwischenzeitlich wieder an, stelle mich also noch bei irgendeinem Hauseingang unter.

Freitag, 6. April 2012

The Skizzenfestival Diaries 2011 - Teil 10

So, Tischwechsel. Bin jetzt am Nebentisch und in einem Sessel. Kann dadurch auch Ida besser sehen. Ach weißte, das versuch ich jetzt. Auch wenn sie aussieht, als würde sie Modell stehen, so bewegt sie sich dafür zu stark, so dass es nicht ihre Absicht sein kann. Misslingt, also wieder. Dafür spielen sie den Titel, den ich morgen/heute raussuchen werde. What it’s like. Und Rundohr hat sich Idas Sitzplatz geschnappt. ||Nachtrag zum Right where it belongs-Moment: Versuche auch nicht mehr, Ida zu skizzieren. Es soll nicht funktionieren.|| Der Tisch hat sich gerade eine Runde Klaren genehmigt.

Nach der Rede spielen sie das Lied, welches offenbar [kann ich nicht lesen, heißt wahrscheinlich, dass es am Nachmittag geübt wurde]. Ellis wollen noch austrinken, also dauert das noch länger. Vor uns sitzt Till. Wir stellen fest, dass das für Pauline wirklich nichts gewesen wäre. Und jetzt nervt mich nicht wieder mit der Geschichte um den Buchstaben-Workshop vom letzten Mal.

Als sie endlich austranken, mache ich den Rundgang. Zunächst die neu angemalte Wand. An der ich in Bezug zur bearbeiteten Fläche überproportional viel Zeit verbracht habe. Und die Free Sketches. Gehen durch die Werkstatt. Dort ist eine Zeitrafferaufnahme von den Stunden, in denen an der Wand gearbeitet wurde. Die Mucke ist von Wraque the Heroine. Das ist Strange_Cores Musikprojekt. Die Aufforderung, die Animation mal zu besorgen, klang dann doch sehr barsch. Es fühlt sich mal wieder so an, als ob man als Langzeit-Free Participant so was wie der Trampelpfad ist. Man bezahlt zwar die geringste Grundgebühr, aber auf der anderen Seite sind dann eben die kleinen Extraausgaben, die den Vorteil wieder relativieren, man hat noch den zusätzlichen Stress mit Verpflegung (siehe erster Regentag), kriegt oftmals interne Infos , die aber entscheidend sind, nicht mit, man kommt immer pünktlich zu den Workshops, während einige der dreistelligen Participants fast grundsätzlich eine Viertelstunde später kommen, man ist froh, dass manche Grauhaarerei zu Ende ist (jetzt scheint Rage against the Machine zu laufen) und dann bekommt man von einem Unbeteiligten, der nicht mal den groben Ablauf kennt, so was an den Kopf. Also das fand ich doch eher unverschämt. Damit war der Auslöser für das gegeben, worauf ich gleich noch eingehe. Sind dann hoch und waren recht schnell durch. Da ich regelmäßig beim Scannen war, war auch zu erwarten, dass von mir was ausgestellt wurde. Zwei Skizzen. Einmal Judiths Gestik, die auf der anderen Seite von Tills Gesichtsausdruck mit dranhing (den ich eigentlich zum Scannen schickte; nun gut, es war eine interessante Gestikstudie und sie war auch ohne Mimik gut zu erkennen) und dann noch das Haus, welches beim Workshop mit den Überlagerungen und Comicfiguren (Stralsunderlinge) für den Mund von meiner Figur verantwortlich war. Dazu dann noch einen Teil vom Oktober-Kalenderblatt, und zwar vom Workshop von Judith und Elena. Elena selbst mit Regenschirm über der Schulter. Etwas ernüchternd, dass sie die linke Seite dieses Bildes genommen haben (es war eines derjenigen, bei denen mit linker und rechter Hand gleichzeitig gezeichnet wurde), obwohl ich gerade die rechte Seite zu den besten Skizzen rechne, die ich während des Festivals gemacht habe. Naja, es gibt da schließlich auch etwas, das sich Gesamtkonzept nennt. Nichtsdestotrotz war zu diesem Zeitpunkt in meinem Kopf der Downer perfekt. Ich hatte aber irgendwie schon damit gerechnet, dass auch heute wieder einer kommen würde. Nur habe ich ihn später erwartet. Auf jeden Fall in der Schmiede. Jedoch nicht hier.

Es ist 3.40 Uhr.

Ellis gehen zum Parkplatz. Gehen ins Büro, um das Zeug aus dem Rucksack rauszuräumen, das ich nicht brauche. Beim Springen über die Kgpfützen (man, was schreibe ich da nur für einen Mist) passt Thé à la menthe. Der Upper wirkt nicht lange. Forderungen, Forderungen. Lasst mich in Ruhe. Gehe in den Speicher, in dem es bereits lichter geworden ist. Nehme mir einen Stuhl und schreibe. Bin dabei etwas abseits. Kann aber dadurch auch [Tanja] besser beim Tanzen beobachten. Die Pfannkuchen sind auch alle, mir hängt der Magen mittlerweile auf den Sohlen. Kann den Downer nur langsam abbauen, da meine Patrone, hab ich da ja schon gesagt, leer ist.

Feel good, Inc. Passender Titel.

Setze mich nach Aufforderung zu den Anderen. Ist besser so. Mache übrigens so ziemlich keine Fotos. Nicht nur, weil die ISO-Einstellung total beschissen ist und das Bild dauernd verwackelt, sondern weil es auch zu viele Leute sind und man gar nicht zum Festhalten der Momente kommt. Morgen sind die Bilder eh noch da, aber die Leute nicht. ||Nachtrag zu den wenigen Skizzen von mir: Ich habe gewissermaßen Geltungsdrang. Kann mir den Umstand der Verständlichkeit des Skilldefizites nur mühsam eintreiben: Eine ganze Reihe der hier Anwesenden macht das beruflich, während ich mir meine zeichnerischen Fähigkeiten restlos im Selbstversuch angeeignet habe und sie abgesehen von sich selbst keinem Zweck dienen. Ich habe dazu nicht eine Zeile studiert, d.h. ich habe mir nie die Beschreibungen zu irgendwelchen Techniken durchgelesen. Nur Trial and Error. Der einzige Fremdimpuls war darin gelegen, dass wir in der elften Klasse Realismus hatten und ich dadurch mit Schatten angefangen habe. Es fällt nicht leicht, sich daran zu erinnern. Und dann dass ich das mit fünf Stiften mache: Tintenschreiber, dicker schwarzer Filzmarker, Füller, Bürodruckbleistift und stumpfer Ikeableistift. Viele Andere arbeiten mit Farbe, Tusche, einer Palette von Bleistiftstärken und und und.|| Man kann inzwischen von einem Re-Up sprechen, insbesondere, da sie den Titel aus Grosse Pointe Blank hatten. Strange_Core sagt die letzten paar Titel an.

Red Hot Chili Peppers - Californication. Passt auch gerade. Wir packen unser Zeug zusammen. Ziehe mein Regencape über, denn es schüttet nach wie vor. Habe vorhin die letzten 5 Euro für ein neues Skizzenbuch ausgegeben, die von Moleskine waren längst alle. Behalte daher mein Death Note. Muss also noch zur Bank. Mache also etwas früher los. Und spiele mal wieder Laibach an.

In der Bank zahlt gerade jemand ein. Kommt mir gelegen, da ich so das nötige Kleingeld bekomme und mir nicht so einen Riesenschein rausziehen muss. In der Schmiede nehme ich nur einen einzigen Ipanema. Hätte eher mit drei gerechnet. Liegt auch an der sehr kurzen Zeitdauer (ich glaube, nur drei Stunden). Die Wand in der Schmiede ist bemalt.

So, das war es. Der Rest steht in den Live-Kommentaren. Ida macht gerade los, genau wie Kathi. Und ich kriege vor lauter Gähnerei Maulsperre.