Letzte Nacht hab ich Babel gekuckt. Man kann ihn verschieden beschreiben. Zum einen als eine Mischung aus Magnolia, nur eben weltweit, und etwas von Lost in Translation, zumindest im Japan-Part, was irgendwie auch einleuchtet. Man kann es aber auch anders ausdrücken:
Eine Amerikanerin wird in Marokko angeschossen und überlebt. Ein marokkanischer Junge von 16 Jahren wird wegen eines Missverständnisses erschossen. Ein marokkanischer Mann wird krankenhausreif geprügelt - von der Polizei. Ein japanisches taubstummes Mädchen wird ausgegrenzt, weil sie weder hören noch sprechen kann, und ist daher suizidgefährdet und, und darunter leidet sie noch am ehesten, findet niemanden zum … Eine illegal in den USA lebende, mittellose Mexikanerin versucht, zwei Kinder wiederzufinden, für deren Verschwinden sie im Grunde nix kann, und wird von einem Cop verhaftet und von einem Anzug tragenden, wohlhabenden und ziemlich sorgenfreien, fetten Anwalt abgeschoben und weiß nicht mal, was aus ihrem betrunkenen Neffen geworden ist, der für die ganze Scheisse verantwortlich ist.
In den Nachrichten wird nur von der angeschossenen Amerikanerin berichtet - auch in den marokkanischen Nachrichten, sogar im weit entwickelten Japan. Fälschlicherweise berichten alle, sie sei tot, obwohl sie sogar noch bei vollem Bewusstsein ist.
Ziemlich laut herausgebrüllte und auch berechtigte Kritik an der Sensationsgeilheit der Medien, selbst diejenigen, die als seriös gelten. Und an der anscheinenden Tatsache, dass alle Leute, die nicht aus den USA zu kommen scheinen, nicht so wichtig sind. Abgesehen vielleicht von irgendwelchen europäischen Bustouristen, mit Bildern vom Berg.
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