Der nachfolgende Text ist bereits über
ein Jahr alt. Ich wollte ihn zeitnah posten, dazu kam es nicht mehr, weil ich
ihn nie fertigstellte. So wurde er zu einer Art Flautenüberbrücker. Die letzte
Änderung fand am 22. Januar 2012 statt.
Eine Woche frei. Im Januar. Nicht gerade die klassische Zeit
für so ein Vorhaben, wenn man noch vom Neujahr vernebelt ist, aber durchaus
nicht undenkbar, da es bereits früher schon in Betracht kam. Und damit
willkommen auf einem weiteren Bericht. Diesmal waren Ellis für eine geraume
Zeit weg, was mir die Gelegenheit gab, einen einwöchigen Testlauf für die
Septemberwochen zu starten. Im nächsten September sind ja drei Wochen frei, und
die wollen ausgiebig genutzt werden.
Die Prämisse für dieses Mal lautete: Langsamkeit. In den
vergangenen Ausgaben (was heißt in den vergangenen, eigentlich bei allen) war
ein Problem, dass sie einen hektischen Charakter hatten. So zwei Filme am Tag
und nebenbei kochen, das hat zwar für das jeweilige Programm gepasst, aber nicht
für die beiden Nummer-eins-Kandidaten. Da diese aber eine wesentliche Rolle bei
der ganzen Sache spielen sollten, ist also eine Rückbesinnung auf deren Umfeld
nötig. Unter welchen Bedingungen habe ich diese jeweils gesehen? Im Prinzip
unter isolierten Bedingungen, also ohne großes Begleitprogramm. Für beide muss
innerhalb von bis zu mehreren Tagen eine eigene Stimmung aufgebaut werden. Und
da sind zu viele andere Filme eher hinderlich.
Ein solcher Versuch fand schon einmal statt. Das war
irgendwann Ende des letzten Jahres. Da hatte ich als Backupplan Fear and
Loathing in Las Vegas. Der Versuch ist ein wenig schiefgegangen, da Fear and
Loathing immer mehr zum Hauptplan wurde und ich ihn dann in einem unpassenden
Moment angesehen habe. Der Anfang des Versuches war mit Spy Game noch ein sehr
guter. Das Prinzip mit der Langsamkeit bewies sich jedoch damals als durchaus
verlässlich. Daher sollte es nun weiter ausprobiert werden.
Das ganze fing am Donnerstag an. Es sollte bereits Mittwoch
beginnen, dieser Plan konnte nicht eingehalten werden und verschob sich. Abends
kam ich an. Es waren zunächst diverse Dinge zu besorgen. Die gibt es im CITTI.
In diese Gegend musste ich eh, da ich noch einen 20-Euro-Gutschein vom Media
Markt brauchte. In den CITTI ging ich nicht, weil die Großverbraucherkasse
bereits zu war. Dazu muss man folgendes sagen: Am Eingang vom CITTI steht seit
einigen Wochen so ein Anzugmensch, dessen Statur bereits deutlich macht, dass
man sich nicht mit ihm anlegen sollte. Er weist einen darauf hin, ob man seinen
Rucksack nicht eventuell in so ein Schließfach legen möchte, welches am
Eingangsbereich eingerichtet wurde. Was passiert, wenn man Nein sagt, hab ich
noch nicht ergründet, und ich möchte es ehrlich gesagt auch nicht. Die
psychologische Einschüchterung tut ihrer Wirkung also keinen Abbruch. Da ich
aber, gelinde gesagt, auf das Abgeben meines Rucksackes genauso viel Lust habe
wie Casanova auf eine Castration, habe ich mir kurzerhand einen Ersatzplan
überlegt: Ich nehme schlicht und ergreifend den Großverbrauchereingang. Dort
gibt es derartige Kontrollen nicht, man kommt ohne irgendwas rein (auch ohne
Großverbraucherkarte) und man fühlt sich als Kunden wahrgenommen und nicht als
potenzielle Umsatzmaschine mit halbkriminellen Absichten. Diese Großverbraucherkasse
schließt allerdings um halb sieben. Und da gehe ich lieber noch mal am nächsten
Tag dorthin, als dass ich mich mit diesem ABM-Schrank auseinandersetze. (Zum
CITTI gehe ich eigentlich nur, weil es dort Minze gibt und weil deren weiße
Bohnen in Tomatensoße ein besseres Preis-Leistungsverhältnis haben als das
Äquivalent von Heinz. Wäre das nicht der Fall, wäre ich dort so was von weg.)
Im Media Markt den Gutschein abgegriffen und bei der Gelegenheit nach Kill Bill
Ausschau gehalten. Ich habe seit einiger Zeit auf Amazon die Sammlerbox im
Blick, aber ich will nicht 60 Euro für zwei Filme ausgeben. Und da diese dort
auch nur in den normalen DVD-Hüllen drin sind, denke ich mir nunmehr, dass es
besser sei, die normale Ausgabe zu nehmen. Kill Bill war in keiner Ausführung
im Media Markt.
Am nächsten Tag, am Freitag, stand ein Geburtstag auf dem
Plan, dafür der Gutschein. Wie schon erwähnt, wollte ich nochmal zum CITTI, da
mir aber mittlerweile die Füße tierisch brannten von der ganzen Rennerei, nahm
ich das Fahrrad. Ich erhielt, was ich suchte, nämlich die Bohnen und zusätzlich
diversen Kleinkram, den man auch anderswo bekommt. Minze diesmal nicht, denn
Thé à la menthe stand nicht auf dem Plan. Dann ging es zum Geburtstag. Bowling.
Und ich Idiot hatte mein Lebowski-T-Shirt nicht an. Da ich meinen Bowling-Stil
kenne und auch nur selten bowle, war mir klar, dass ich im Verlauf ziemlich
abbauen würde. Weil wegen Oberschenkel und so. So ähnlich ist es dann auch
gekommen. Nichtsdestotrotz hatte ich mein Skizzenbuch dabei und erhielt
ausreichend Gelegenheit, diesem einige Striche hinzuzufügen. Insgesamt waren
wir zu sechst: Der Geburtstagant (was mein bester Kumpel ist), seine Freundin,
seine Nachbarin (abgesehen von Kumpel die einzige Person, die ich kannte), und
noch zwei weitere, von denen ich die Zuordnung nicht kenne. Es war ein Paar.
Wir waren zwei Stunden am Zocken und dann gingen wir zum Asiaten. Wir nahmen
alle das Büffet, ich zusätzlich noch Stäbchen. Erst Suppe, dann diverse
zusammengestellte Dinge, die man eben mit Stäbchen essen kann. Dann gingen wir
zu ihm und spielten Monopoly. Die Regeln hatte ich nicht einmal ansatzweise im
Kopf, da ich es im Grundschulalter das letzte Mal spielte, aber das geht
eigentlich recht schnell, sich das beizubringen.
Ich muss sagen, ich fühlte mich in der Runde sehr wohl.
Darum geht es zwar nicht, weil ja ein anderer Geburtstag hat, aber trotzdem.
Das war genial. Die Leute waren allesamt sympathisch.
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