Samstag, 13. April 2013

Amsterdamer Testlauf

Der nachfolgende Text ist bereits über ein Jahr alt. Ich wollte ihn zeitnah posten, dazu kam es nicht mehr, weil ich ihn nie fertigstellte. So wurde er zu einer Art Flautenüberbrücker. Die letzte Änderung fand am 22. Januar 2012 statt.


Eine Woche frei. Im Januar. Nicht gerade die klassische Zeit für so ein Vorhaben, wenn man noch vom Neujahr vernebelt ist, aber durchaus nicht undenkbar, da es bereits früher schon in Betracht kam. Und damit willkommen auf einem weiteren Bericht. Diesmal waren Ellis für eine geraume Zeit weg, was mir die Gelegenheit gab, einen einwöchigen Testlauf für die Septemberwochen zu starten. Im nächsten September sind ja drei Wochen frei, und die wollen ausgiebig genutzt werden.

Die Prämisse für dieses Mal lautete: Langsamkeit. In den vergangenen Ausgaben (was heißt in den vergangenen, eigentlich bei allen) war ein Problem, dass sie einen hektischen Charakter hatten. So zwei Filme am Tag und nebenbei kochen, das hat zwar für das jeweilige Programm gepasst, aber nicht für die beiden Nummer-eins-Kandidaten. Da diese aber eine wesentliche Rolle bei der ganzen Sache spielen sollten, ist also eine Rückbesinnung auf deren Umfeld nötig. Unter welchen Bedingungen habe ich diese jeweils gesehen? Im Prinzip unter isolierten Bedingungen, also ohne großes Begleitprogramm. Für beide muss innerhalb von bis zu mehreren Tagen eine eigene Stimmung aufgebaut werden. Und da sind zu viele andere Filme eher hinderlich.

Ein solcher Versuch fand schon einmal statt. Das war irgendwann Ende des letzten Jahres. Da hatte ich als Backupplan Fear and Loathing in Las Vegas. Der Versuch ist ein wenig schiefgegangen, da Fear and Loathing immer mehr zum Hauptplan wurde und ich ihn dann in einem unpassenden Moment angesehen habe. Der Anfang des Versuches war mit Spy Game noch ein sehr guter. Das Prinzip mit der Langsamkeit bewies sich jedoch damals als durchaus verlässlich. Daher sollte es nun weiter ausprobiert werden.

Das ganze fing am Donnerstag an. Es sollte bereits Mittwoch beginnen, dieser Plan konnte nicht eingehalten werden und verschob sich. Abends kam ich an. Es waren zunächst diverse Dinge zu besorgen. Die gibt es im CITTI. In diese Gegend musste ich eh, da ich noch einen 20-Euro-Gutschein vom Media Markt brauchte. In den CITTI ging ich nicht, weil die Großverbraucherkasse bereits zu war. Dazu muss man folgendes sagen: Am Eingang vom CITTI steht seit einigen Wochen so ein Anzugmensch, dessen Statur bereits deutlich macht, dass man sich nicht mit ihm anlegen sollte. Er weist einen darauf hin, ob man seinen Rucksack nicht eventuell in so ein Schließfach legen möchte, welches am Eingangsbereich eingerichtet wurde. Was passiert, wenn man Nein sagt, hab ich noch nicht ergründet, und ich möchte es ehrlich gesagt auch nicht. Die psychologische Einschüchterung tut ihrer Wirkung also keinen Abbruch. Da ich aber, gelinde gesagt, auf das Abgeben meines Rucksackes genauso viel Lust habe wie Casanova auf eine Castration, habe ich mir kurzerhand einen Ersatzplan überlegt: Ich nehme schlicht und ergreifend den Großverbrauchereingang. Dort gibt es derartige Kontrollen nicht, man kommt ohne irgendwas rein (auch ohne Großverbraucherkarte) und man fühlt sich als Kunden wahrgenommen und nicht als potenzielle Umsatzmaschine mit halbkriminellen Absichten. Diese Großverbraucherkasse schließt allerdings um halb sieben. Und da gehe ich lieber noch mal am nächsten Tag dorthin, als dass ich mich mit diesem ABM-Schrank auseinandersetze. (Zum CITTI gehe ich eigentlich nur, weil es dort Minze gibt und weil deren weiße Bohnen in Tomatensoße ein besseres Preis-Leistungsverhältnis haben als das Äquivalent von Heinz. Wäre das nicht der Fall, wäre ich dort so was von weg.) Im Media Markt den Gutschein abgegriffen und bei der Gelegenheit nach Kill Bill Ausschau gehalten. Ich habe seit einiger Zeit auf Amazon die Sammlerbox im Blick, aber ich will nicht 60 Euro für zwei Filme ausgeben. Und da diese dort auch nur in den normalen DVD-Hüllen drin sind, denke ich mir nunmehr, dass es besser sei, die normale Ausgabe zu nehmen. Kill Bill war in keiner Ausführung im Media Markt.

Am nächsten Tag, am Freitag, stand ein Geburtstag auf dem Plan, dafür der Gutschein. Wie schon erwähnt, wollte ich nochmal zum CITTI, da mir aber mittlerweile die Füße tierisch brannten von der ganzen Rennerei, nahm ich das Fahrrad. Ich erhielt, was ich suchte, nämlich die Bohnen und zusätzlich diversen Kleinkram, den man auch anderswo bekommt. Minze diesmal nicht, denn Thé à la menthe stand nicht auf dem Plan. Dann ging es zum Geburtstag. Bowling. Und ich Idiot hatte mein Lebowski-T-Shirt nicht an. Da ich meinen Bowling-Stil kenne und auch nur selten bowle, war mir klar, dass ich im Verlauf ziemlich abbauen würde. Weil wegen Oberschenkel und so. So ähnlich ist es dann auch gekommen. Nichtsdestotrotz hatte ich mein Skizzenbuch dabei und erhielt ausreichend Gelegenheit, diesem einige Striche hinzuzufügen. Insgesamt waren wir zu sechst: Der Geburtstagant (was mein bester Kumpel ist), seine Freundin, seine Nachbarin (abgesehen von Kumpel die einzige Person, die ich kannte), und noch zwei weitere, von denen ich die Zuordnung nicht kenne. Es war ein Paar. Wir waren zwei Stunden am Zocken und dann gingen wir zum Asiaten. Wir nahmen alle das Büffet, ich zusätzlich noch Stäbchen. Erst Suppe, dann diverse zusammengestellte Dinge, die man eben mit Stäbchen essen kann. Dann gingen wir zu ihm und spielten Monopoly. Die Regeln hatte ich nicht einmal ansatzweise im Kopf, da ich es im Grundschulalter das letzte Mal spielte, aber das geht eigentlich recht schnell, sich das beizubringen.

Ich muss sagen, ich fühlte mich in der Runde sehr wohl. Darum geht es zwar nicht, weil ja ein anderer Geburtstag hat, aber trotzdem. Das war genial. Die Leute waren allesamt sympathisch.

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