Donnerstag, 25. April 2013

Jurakreide



Juristen haben nicht den besten Ruf in der Gesellschaft. Hin und wieder wird ihnen unterstellt, sie seien verkopfte Kaltkaffeetrinker, würden komplett eigenschaftslos sein und vollführen ein ums andere Mal semantische Winkelzüge, dass sich einem Außenstehenden der Kopf dreht. Man sagt, sie können besserwisserisch sein, und unter dem Strich wären sie emotionslos. Sind sie das? Und wenn ja, was heißt das?

Es gibt den Begriff des Absoluten Beginners, den ich hier gerne noch einmal einfüge, falls ihr nicht wisst, was das ist. Unter Absoluten Beginnern stellen Naturwissenschaftler die größte Gruppe, direkt danach folgen Menschen, die sich mit Jura befassen. Ein Problem, welches man bei Absoluten Beginnern erkennen kann, ist, dass sie emotional irgendwie nicht den Dreh raushaben. Es gelingt ihnen oftmals nicht, die Gefühls- und Gedankenwelt anderer Leute zu erkennen und verbale und nonverbale Signale richtig zu erkennen. Im sozialen Typ des Nerds spiegelt sich das wider. Betrachtet man die Hauptbeschäftigung von Juristen, nämlich Gesetzestexte, fällt es leicht, sich eine Unterkühltheit oder zumindest Abgebrühtheit allgemein häufiger zutreffend vorzustellen.

Viele betrachten das als ein Problem, weil sie nicht so emotional schwach gestellt sind und ihnen daher solche Leute seltsam vorkommen, so dass diese schnell durch das Raster fallen. Ich betrachte den Juristencharakterzug nicht als Problem. Er ist notwendig. Und hier kommt die Antwort, wieso: Angenommen, in den Nachrichten wird über ein Verbrechen berichtet. Derzeit wäre das wohl der Anschlag auf den Marathon in Boston. Zu anderen Zeitpunkten kommt hin und wieder ein Missbrauchsskandal in die Gazetten. Oder ein Fremdgänger. Das sind keine schönen Dinge, die da ausgeübt wurden, und diese gehören bestraft. Aber irgendwo ist auch ein oberes Limit. Mal im Ernst, wer von euch hat noch nicht erlebt, wie bei einer solchen Anklage ein Mitzuschauer erhebliche Körperstrafen fordert? Missbrauchstäter sollen deren Meinung nach entmannt werden, oder am besten gleich die letzte Impfung. Ich höre das so oft, dass ich annehmen muss, das Hochkochen von Emotionen, welches einen zum Fordern der Todesstrafe bringt, muss wohl der Normalfall in der Bevölkerung sein. Oder zumindest ein Normalfall von wenigen. Okay, ich kann verstehen, wenn man sauer auf einen Täter ist. Aber: Ihr vernachlässigt dabei die Verhältnismäßigkeit. Ein missbrauchtes Kind ist vielleicht für den Rest seines Lebens gebrandmarkt, aber das sind noch mindestens siebzig Jahre, weil es dabei nicht zu Tode kommt. Wenn jemand für ein Nichttötungsdelikt den Tod des Delinquenten fordert, dann wünsche ich mir, dass der Fordernde kein juristischer Entscheidungsträger ist. Und auch wenn man es beim Schnitt belässt, wäre das immer noch verfassungswidrig, weil Körperstrafen abgeschafft sind, und zwar schon lange. Insbesondere möchte ich das erwähnen, weil viele dabei die Betäubung weglassen wollen. Und minderwertiges Material einsetzen. Was, nebenbei bemerkt, grobe Fahrlässigkeit darstellt.

Juristen haben diesen Wesenszug in ihrem Beruf nicht. Sie betrachten eine Strafsache kalt und emotionslos, so wie es bei einem exakten Prozess gefordert werden muss. Aus diesem Grund möchte ich an dieser Stelle ein Dankeschön an den Berufsstand des Juristen aussprechen. Ihr seid diejenigen, die uns vor Blutrache schützen und sozioapokalyptische Zustände verhindern. Dafür ein Dankeschön.

Samstag, 13. April 2013

Amsterdamer Testlauf

Der nachfolgende Text ist bereits über ein Jahr alt. Ich wollte ihn zeitnah posten, dazu kam es nicht mehr, weil ich ihn nie fertigstellte. So wurde er zu einer Art Flautenüberbrücker. Die letzte Änderung fand am 22. Januar 2012 statt.


Eine Woche frei. Im Januar. Nicht gerade die klassische Zeit für so ein Vorhaben, wenn man noch vom Neujahr vernebelt ist, aber durchaus nicht undenkbar, da es bereits früher schon in Betracht kam. Und damit willkommen auf einem weiteren Bericht. Diesmal waren Ellis für eine geraume Zeit weg, was mir die Gelegenheit gab, einen einwöchigen Testlauf für die Septemberwochen zu starten. Im nächsten September sind ja drei Wochen frei, und die wollen ausgiebig genutzt werden.

Die Prämisse für dieses Mal lautete: Langsamkeit. In den vergangenen Ausgaben (was heißt in den vergangenen, eigentlich bei allen) war ein Problem, dass sie einen hektischen Charakter hatten. So zwei Filme am Tag und nebenbei kochen, das hat zwar für das jeweilige Programm gepasst, aber nicht für die beiden Nummer-eins-Kandidaten. Da diese aber eine wesentliche Rolle bei der ganzen Sache spielen sollten, ist also eine Rückbesinnung auf deren Umfeld nötig. Unter welchen Bedingungen habe ich diese jeweils gesehen? Im Prinzip unter isolierten Bedingungen, also ohne großes Begleitprogramm. Für beide muss innerhalb von bis zu mehreren Tagen eine eigene Stimmung aufgebaut werden. Und da sind zu viele andere Filme eher hinderlich.

Ein solcher Versuch fand schon einmal statt. Das war irgendwann Ende des letzten Jahres. Da hatte ich als Backupplan Fear and Loathing in Las Vegas. Der Versuch ist ein wenig schiefgegangen, da Fear and Loathing immer mehr zum Hauptplan wurde und ich ihn dann in einem unpassenden Moment angesehen habe. Der Anfang des Versuches war mit Spy Game noch ein sehr guter. Das Prinzip mit der Langsamkeit bewies sich jedoch damals als durchaus verlässlich. Daher sollte es nun weiter ausprobiert werden.

Das ganze fing am Donnerstag an. Es sollte bereits Mittwoch beginnen, dieser Plan konnte nicht eingehalten werden und verschob sich. Abends kam ich an. Es waren zunächst diverse Dinge zu besorgen. Die gibt es im CITTI. In diese Gegend musste ich eh, da ich noch einen 20-Euro-Gutschein vom Media Markt brauchte. In den CITTI ging ich nicht, weil die Großverbraucherkasse bereits zu war. Dazu muss man folgendes sagen: Am Eingang vom CITTI steht seit einigen Wochen so ein Anzugmensch, dessen Statur bereits deutlich macht, dass man sich nicht mit ihm anlegen sollte. Er weist einen darauf hin, ob man seinen Rucksack nicht eventuell in so ein Schließfach legen möchte, welches am Eingangsbereich eingerichtet wurde. Was passiert, wenn man Nein sagt, hab ich noch nicht ergründet, und ich möchte es ehrlich gesagt auch nicht. Die psychologische Einschüchterung tut ihrer Wirkung also keinen Abbruch. Da ich aber, gelinde gesagt, auf das Abgeben meines Rucksackes genauso viel Lust habe wie Casanova auf eine Castration, habe ich mir kurzerhand einen Ersatzplan überlegt: Ich nehme schlicht und ergreifend den Großverbrauchereingang. Dort gibt es derartige Kontrollen nicht, man kommt ohne irgendwas rein (auch ohne Großverbraucherkarte) und man fühlt sich als Kunden wahrgenommen und nicht als potenzielle Umsatzmaschine mit halbkriminellen Absichten. Diese Großverbraucherkasse schließt allerdings um halb sieben. Und da gehe ich lieber noch mal am nächsten Tag dorthin, als dass ich mich mit diesem ABM-Schrank auseinandersetze. (Zum CITTI gehe ich eigentlich nur, weil es dort Minze gibt und weil deren weiße Bohnen in Tomatensoße ein besseres Preis-Leistungsverhältnis haben als das Äquivalent von Heinz. Wäre das nicht der Fall, wäre ich dort so was von weg.) Im Media Markt den Gutschein abgegriffen und bei der Gelegenheit nach Kill Bill Ausschau gehalten. Ich habe seit einiger Zeit auf Amazon die Sammlerbox im Blick, aber ich will nicht 60 Euro für zwei Filme ausgeben. Und da diese dort auch nur in den normalen DVD-Hüllen drin sind, denke ich mir nunmehr, dass es besser sei, die normale Ausgabe zu nehmen. Kill Bill war in keiner Ausführung im Media Markt.

Am nächsten Tag, am Freitag, stand ein Geburtstag auf dem Plan, dafür der Gutschein. Wie schon erwähnt, wollte ich nochmal zum CITTI, da mir aber mittlerweile die Füße tierisch brannten von der ganzen Rennerei, nahm ich das Fahrrad. Ich erhielt, was ich suchte, nämlich die Bohnen und zusätzlich diversen Kleinkram, den man auch anderswo bekommt. Minze diesmal nicht, denn Thé à la menthe stand nicht auf dem Plan. Dann ging es zum Geburtstag. Bowling. Und ich Idiot hatte mein Lebowski-T-Shirt nicht an. Da ich meinen Bowling-Stil kenne und auch nur selten bowle, war mir klar, dass ich im Verlauf ziemlich abbauen würde. Weil wegen Oberschenkel und so. So ähnlich ist es dann auch gekommen. Nichtsdestotrotz hatte ich mein Skizzenbuch dabei und erhielt ausreichend Gelegenheit, diesem einige Striche hinzuzufügen. Insgesamt waren wir zu sechst: Der Geburtstagant (was mein bester Kumpel ist), seine Freundin, seine Nachbarin (abgesehen von Kumpel die einzige Person, die ich kannte), und noch zwei weitere, von denen ich die Zuordnung nicht kenne. Es war ein Paar. Wir waren zwei Stunden am Zocken und dann gingen wir zum Asiaten. Wir nahmen alle das Büffet, ich zusätzlich noch Stäbchen. Erst Suppe, dann diverse zusammengestellte Dinge, die man eben mit Stäbchen essen kann. Dann gingen wir zu ihm und spielten Monopoly. Die Regeln hatte ich nicht einmal ansatzweise im Kopf, da ich es im Grundschulalter das letzte Mal spielte, aber das geht eigentlich recht schnell, sich das beizubringen.

Ich muss sagen, ich fühlte mich in der Runde sehr wohl. Darum geht es zwar nicht, weil ja ein anderer Geburtstag hat, aber trotzdem. Das war genial. Die Leute waren allesamt sympathisch.

Penner ist tot



Drecksblagen. Allesamt. Aber hin und wieder können sie sich als nützliche Idioten erweisen. Dass sie das sogar in mehrerlei Hinsicht zu vollbringen vermögen, ohne davon auch nur das Geringste zu bemerken, macht es umso bemerkenswerter.

Seit ungefähr einer Woche ist der Schnee auf meiner Laufbahn im Stadion vollständig verschwunden. Seit ungefähr einer halben Woche habe ich meine Benchmark beim Laufen erhöht. Nun sind nicht mehr zehn Abschnitte gefordert, sondern zwölf. Meistens spielt sich die Lauferei in der Dunkelheit ab, und in dieser Nacht war mir nach einem zusätzlichen Lauf, den ich vorschalten wollte, anstatt ihn im Nachhinein erschöpft abzubrechen. Gegen Mitternacht sollte er beginnen.

Nur standen die sogenannten Drecksblagen im Weg. Sie befanden sich an dem Punkt, den ich sonst als Startpunkt zum Laufen wähle, und deren Gesellschaft wollte ich mir nicht antun. Daraus ergab sich eine Planänderung: Dieser Lauf soll nicht im Stadion stattfinden, legt ihn in Richtung Südbahnhof. Sollte auf die gleiche Strecke rauskommen. Das haben wir dann auch gemacht, und so ging der erste Lauf dieser Nacht auf die abgestrichene Liste.

Ein paar Stunden später machte ich mich daran, den eigentlichen Hauptlauf zu absolvieren. Schon aus weiter Entfernung konnte man die Hinterlassenschaften der nächtlichen Kleinwuchsbesucher ausmachen: Überall Flaschen. Größtenteils mit Prozenten. Damit ich nicht auf der ehemaligen Hustensaft-Schmuggelware zum Fallen gebracht werden konnte, schnell alles aus dem Weg gerollert und losgelaufen. Und dann kam mir eine großartige Idee: Wenn die Berufslegastheniker mich durch exzessiven Pfandflaschenverbrauch zum Umdisponieren bringen, dann soll das nicht zu meinem Nachteil geschehen.

Als ich dann also mit der Lauferei fertig war, ging ich nach oben, legte die inzwischen unnötig gewordene zweite Wärmschicht ab, und mit offener Jacke und einer Papiertüte ging ich wieder runter, um das Zeug einzusammeln. Dabei kam ich mir ein weiteres Mal vor, als wäre mir in dem Moment alles und die Welt drecksegal. Ein gewisses Lied von Keimzeit passt da ganz gut. Mit melancholischem Saxophon. Oder Oboe. Diese Abstimmung lief zu dem Zeitpunkt bereits eine Viertelstunde, nicht erst seit dem erneuten Hinuntergehen.

So sind die Drecksblagen nützliche Idioten. Sie liefern mir Geld und ich habe Abwechslung im Trainingsprogramm. Der Großteil der Flaschen ist intakt. Das meiste, was ich mittrage, sind unerwartet Glasflaschen. Allesamt die gleiche Sorte.

Nun ist es also halb sechs und auf meinem Balkon steht eine Tüte mit Pfandgut im Wert von geschätzten Einsfuffzig. Heute Nachmittag werde ich den Krempel reinigen und davon etwas kaufen, wovon mein Mitbewohner schätzungsweise die Hälfte abkriegen wird.

Sonntag, 7. April 2013

Fließtext



Der nachfolgende Text ist ein unreflektiertes Aufschreiben von Gedanken beim Schreiben einer Bewerbung. Durch das Aufschreiben mit einer Tastatur entstehen gewollt Fehler aller Art im Text; sie dienen zur Unterstreichung des Zustandes des Autors. Der Vorgang dauerte insgesamt schätzungsweise eine Viertelstunde.


skorpione leeresblattausdenniederlanden usbkabel auf weißem untergrund es riecht nach der nacht. in einerdecke eingewickelt, ignorant gegenüberleerzeichenverzeihung ich habe ein falsches wort gewählt. mit dem fahrrad langsteckenmeisterschaften gewinnen ohne sieg ohne pokla ohne lob. lautstärkeregleramkopf. mussbriefeschreiben. weg von schokolade. DÄMLICHE KASSENZETTELVERDAMMICH!!!!!!!!!


Ich bin 26 Jahre alt, nein das war eine üge ich reflektierenichtmehrundmachedieschreibfgehlernichtmehrgewissenhaftweg. Habe Nachholfegegebne vor halben JAhrzehnten knirschin derleitung.... biuldfehlerimtextimfließtext. Aufdemfahhradfindeichäpfelsiesindfrischsiewerdenverspeist. Au f der festPlatte sind die Details dieserfahrt nacHHLESbar. Sie fand statt. Sie fand zu keinem ENde. Sie ist anderthalb JAhreher. Kannichtvergessen. Will vergessen. Will ... darf nicht wollen. Unmölglcih, einen Sactz neu anzufangne. Erst will, dann kann, dann muss, aber alles Unssinnn.




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Sind keineMoserzeichnemorsehiesstdesduidiot. Es ist neinKomma drin, darum keinmorsecode. 

Pflaumen us ist alle 2cds liegenbereitzumrippen. rivas stehtauf meinem arm ist dername eines speilscharakters .  nictverwechslenm it riverinsanity . hintergrundnoveskerifleworks.

liedzuende.
 
liedneuanfangen.

teamspeellepeppstaringatthequenn menümusikeingnung dnb

terdertesxctrwirddiesenahctfeir5tigwernde,.obichnunw3illodernichtESWARMEINEVERKACKTEIDEE!!!!!! erweirdgfertigwerdenaberderjobcist inicht meine größtesorge ist immernmoch die gleiche wie eh und herrje.


Meine Stärken liegen im naturwissenschaftlichen Bereich und ich habe ERfahrung im Geben von Nachhilfeunterrihct .................willkeintwwitterhabenundzweitageiunköln

Und darum bewerbe ich mich bei ihnen.



Mit freundlichen Grüßen,

deranderenilo.