Mittwoch, 25. Mai 2011

Was man so alles träumt ...

„Wir erinnern uns nie an den Anfang eines Traumes. Wir sind immer plötzlich mittendrin. Das irgendetwas merkwürdig war, fällt uns erst auf, wenn wir wieder wach sind.“

Gestern hab ich mir auf der Suche nach Bildern von Winona Ryder n ziemlich bösen Virus eingefangen, der mich jetzt nicht mehr booten lässt. Daher bin ich etwas früher schlafen gegangen, und ich nehme mal an, dass ich unter anderem deshalb so ein Zeug zusammengeträumt hab, dass ich es einfach aufschreiben muss.

Das unterteilte sich in mehrere Phasen. Bei der frühesten, an die ich mich erinnern kann, hab ich noch das Ende auf der Platte. Der Grundton war wie in „There will be Blood“, die Hauptfigur wurde auch hier dargestellt von Daniel Day-Lewis. Da er irgendwie ziemliche Probleme mit der Gesellschaft hat, gibt es welche, die Maßnahmen ergreifen wollen, und dann kommt Christopher Walken an. Er sieht dabei in etwa so aus wie in „True Romance“, allerdings noch etwas überzogener und meint, dass man ihn (also den Hauptcharakter) einfach lassen sollte. Dann ist er allein in seinem Zimmer, und der Betrachter weiß bereits, dass er so eine komische psychische Störung aufweist. Ich weiß nicht, ob das in den Bereich der Schizophrenie fällt, ich beschreibe es einfach. Er ist zwar erwachsen, hat aber oft noch die Betrachtungsweise, die er als Kind hatte. Und in dieser Szene spricht er als Erwachsener mit seiner Kinderpersönlichkeit, die physisch im Raum anwesend zu sein scheint. Und dabei zwischen menschlicher Form und der Gestalt eines Hamsters wechselt. Was? Und dann sprechen die, und der Hamster stellt eine Frage, und Daniel antwortet nicht, und der Hamster meint: „Ich weiß, was du denkst, wir sind ein und dieselbe Persönlichkeit.“ Er antwortet weiter nicht, in Erwartung an das, was als Nächstes kommt, und spürt dann so auf Höhe der Nieren etwas, was sich so anfühlen könnte, wie der Biss eines kleinen Nagetieres. Dann bin ich aufgewacht. Filmisch müsste danach ein Cut und vielleicht eine kurze Szene kommen, dann als Nächstes sieht man wieder das Zimmer. Im Hintergrund läuft Gary Jules - Mad World und im Vordergrund sieht man den toten Hamster auf dem Fensterbrett liegen. Im Hintergrund packt Daniel Day-Lewis seinen Koffer und verlässt das Zimmer.

In der nächsten Phase … das war abgefahren. An den Anfang erinnere ich mich nicht mehr (logisch), dann ging es um sprechende Nager, die in Abwassersystemen leben und für irgendwelche Gleichgewichte im Wasserstand sorgen. Dass also das Dreckwasser nicht in das Grundwasser reinschwimmt, sondern schön in den Rohren bleibt. Die haben ihre eigenen Regeln, und wenn irgendwer Blödsinn macht, haben die ihre eigenen rigorosen Bestrafungsmethoden. So soll einer zum Beispiel vier Stunden in einer bestimmten Box verharren. Die Box entpuppt sich als Kühlbox eines blinden Koches, der darin seine Zutaten für Senfei aufbewahrt. Um zu überleben, muss der Delinquent nun über gute Ausweichfähigkeiten verfügen, um nicht selbst in der Soße zu landen, denn inzwischen hat sich das alles in ein Rezept für eine Spaghettisoße verwandelt, aber immer noch mit Ei und all dem. Wegen der Kooperativität zwischen dem blinden Koch (blind, damit er die Mäuse nicht sieht) und den Viechern nehme ich an, dass sich das dann nicht als Bestrafung herauskristallisiert, sondern als Methode, um mal mit jemandem zu sprechen, der einfach nur lustig ist (der Koch). Vom Setting her war das wie eine Mischung aus „Ratatouille“ und „Hugo das Dschungeltier“. Das Ganze geschieht nicht in einer abgeschlossenen Küche, sondern im Freien in einer respektablen Höhe, die als Nächstes begutachtet wird. Man geht an die Mauer, das Ganze wechselt in Minecraft-Optik (man pflanzt entweder Setzlinge an oder will n Zaum bauen), dann geht es da runter, und die Figuren sind Lego. Bereiten sich für einen Angriff auf den bösen Rumpelheini vor. Ich hab meine Figur gespielt und mit zwei Lego-Revolvern und einem Gewehr bewaffnet. Mein Samuraischwert hab ich leider nicht gefunden. Dann geht das so langsam über das ganze Feld (Ziel ist die Burg auf der gegenüberliegenden Seite), und die Vielfalt an Leuten, die da so angestürmt kommen, erinnert an die verschiedenen Einheiten, die in einer kriegerischen Aktion eingesetzt werden in den verschiedenen Phasen eines Ansturms (je nachdem, welche Fraktion zuerst alle ist). Das gibt Gelegenheit, die Figur ein wenig zu verändern. Ich hatte da unter anderem den Kopf im Blickfeld, der in einem der größeren Western-Sets zu finden war, und zwar war das die Sheriff-Bude mit angeschlossenem sprengbarem Knast. Da gab es zwei Villains, den Sheriff und noch einen. Von dem Nocheinen den ungefähren Aufbau hatte ich vor meinem geistigen Auge. Und auf dem Feld bin ich Figuren begegnet, von denen ich denke, dass Lego ein paar davon auf jeden Fall auflegen sollte (was heißt ein paar, eigentlich alle). In so einer genialen Holzoptik, und dann reiten manche auf Viechern, bei denen die Panzerung aus einer von diesen abgefahrenen glattpolierten Muscheln besteht. So was müsste es eigentlich geben. Dann sind wir in der Bude drin. Die ersten stürmen die Treppe hoch, ich denk so: Aha. 1905 ist das gerade. Weil wegen der damals aktuellsten Architektur. Also erste Verkleidungen mit kleinen Glasfenstern und schwarzer Stahl drum herum. Dann wechselt das etwas, und es wird einfach chaotisch. Dabei trägt eine Kittelstudentin etwas herunter, ich seh inzwischen aus wie Leonardo DiCaprio in seinen neueren Filmen, und sie trägt eine farbentsättigt-grüne Chemikalie. Und ich so hinterher, weil ich genau weiß und auch hinterherbrülle: „Das ist kein (blablablawasauchimmer), das ist Acryloxid.“ *nachschaut, wie das überhaupt aussieht* So ein Käse, Acryloxid. Jedenfalls frage ich mich immer wieder durch, wo die Studentin mit der grün gefüllten Flasche hingegangen ist. Irgendwo ist dann unten das Labor, bei dem ich mehrmals meine Zugangsberechtigung vorzeigen muss, weil mir keiner den Chemiker abnimmt. Die Flasche wurde bereits in verschiedenste Sachen reingefüllt und ich verabschiede mich mit dem Hinweis, dass doch bitte jeder, der sich daraus bedient hat, das Zeug wieder fachgerecht entsorgt, weil das nun mal nicht das war, wofür sie es halten, sondern Acryloxid. (Ich glaube, man könnte allenfalls Acrylsäure dazu sagen, weil das im Prinzip eine Acrylgruppe mit einer -OH-Gruppe ist. Und das Zeug ist farblos. Und wirkt korrosiv, oxidiert also gut.) Ich geh wieder hoch und jeder Zweite kuckt mich an, als wäre mein Gesicht mal in einen Säureunfall geraten. Dann bin ich irgendwann wieder oben und ich sehe immer noch so aus wie Leonardo DiCaprio und, ihr ahnt es schon, wir sind - nein, nicht in Inception - wir sind auf der TITANIC. Die sich allerdings im Moment nicht auf dem Nordatlantik befindet, sondern in einem deutschen Hafen (in dem sie in der realen Welt nie war). Wegen der späteren Storyline muss es ein ostdeutscher Hafen sein, auch wenn mich das Setting eher an Hamburg erinnern würde. Ich geh so nach oben und erkenne gerade noch rechtzeitig so komische Drähte, die sich in den beiden Treppenaufgängen befinden und denk mir: Ich bin doch nicht bekloppt und marschier blindlings in so eine Falle rein. (Keine Ahnung was das war, Hitze oder Elektroschock.) Ich geh woanders lang. Nun lagen wir direkt neben der Britannic (die Olympic hätte mehr Sinn ergeben), also dachte ich, ich schwing mich raus, spring auf die Britannic, kletter da hoch und spring zurück auf unser Schiff. Weil man ja eigentlich einen Baum brauchen würde, wenn man nicht diese vermaledeite Treppe nehmen kann. Ich denke, dazu kam es nicht mehr, weil ich schon im Hafen dieses Rumpeln gehört hab, hab mich dann achtern umgesehen und so eine Eisscholle entdeckt, mit der wir zusammengestoßen sein mussten. Dann sind wir frontal auf das zugefahren, was äquivalent zu dem Eisberg wäre. Wobei das hier kein Eisberg war, das konnte man allenthalben als zugefrorenen See bezeichnen. Mit einem Eisberg definitiv nicht zu vergleichen. Und ich dachte „Oh Scheisse“ und zwar mit der deutschen Synchronstimme von Martin Lawrence, genauso ausgesprochen, wie er es in Bad Boys 2 an irgendeiner Stelle gemacht hat. Nebeninfo, wir sind immer noch in unmittelbarer Festlandnähe. Auf Grund dieses Umstandes versuchen sich jetzt Jack und Rose an Land zu retten, gelangen dabei aber versehentlich immer wieder auf das Schiff (rutschiger Untergrund, Rückspülung und dergleichen). Wir kuttern gerade durch einen Kanal durch, der für das Originalschiff viel zu schmal wäre. Selbst ein Ruderboot hätte da seine Probleme, da durchzukommen, ohne anzuecken. Zwischendrin gibt es wieder einen Mutter-Tochter-Zwist, und letzten Endes schafft es niemand, von dem Schiff herunterzukommen, wobei bemerkenswert ist, dass außer den beiden keiner die Kollision bemerkt zu haben scheint. Nun ja, sie tuckern aus dem Kanal heraus, auf das offene Meer. Diverse andere Personen wissen es inzwischen auch, es sind aber größtenteils Drittklässler. Von der Unterkunftsklasse jetzt. Mit dabei sind noch mein Vater und ich, wie wir die Russennummer trainieren (hä?), Judi Dench und Lena Olin. Wobei die zwei meinem Wissen zufolge nur in Chocolat zusammen gespielt haben. Der Charakter von Lena Olin ist dabei ein bisschen angelehnt an ihren Chocolat-Charakter, passt aber auch zur weiblichen Hauptrolle in My Fair Lady und zu der Don Quijote-Aufführung, die ich mal im Theater gesehen habe. (Ob er mich gut küsst oder schlecht, mir ist jeder recht.) Jedenfalls, zwei, drei wissen, dass wir noch in Lübeck Station machen und dort noch von Bord gehen können, und wir fahren in einen Sonnenuntergang. Jemand sagt: „Und passend zu der Stimmung sehen wir einen Sonnenuntergang.“ Und Lena Olin kommentiert: „ Deine ****** [Oberweiten] haben auch schon mal besseres Licht gesehen.“

Dazu sag ich nur: *highfive*

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