Weil ich diesen bekackten Bentley Hunaudières von halb hinten nicht mehr sehen kann (so erinnert der an den Mercedes-Benz C112, der seinerseits wieder wirkt wie ein Vorgänger des Pagani Zonda, was nicht verwundert, da beide einen außergewöhnlichen V12-Motor von Mercedes-Benz tragen), kam ich ins Grübeln, ob ich kurz nach Weihnachten nicht doch noch was schreiben sollte, obwohl das eher so was wie ein öffentlich gehaltener innerer Monolog ist. Stoff bietet sich an. Mal wieder ein Traum. Das hatten wir relativ am Anfang schon mal. Also:
Es war wieder wie in der Schule. (Jemand, der sich auskennen würde, würde jetzt sagen: Alles klar.) Nur dass diesmal woanders unterrichtet wurde. Ich könnte jetzt nicht mehr genau sagen, wo, aber es war ein Ort, den man sich so vorstellen muss: Ein hallengroßer Raum im Stil einer Einkaufspassage, nur viel ruhiger und ohne Geschäfte, aber in dem Stil, ich hab nicht so genau hingekuckt, und mit dem Flair eines im Tageslicht ausgeleuchteten Kleinclub-Boxrings, bisschen mit Elementen wie in der Garage in Need for Speed Most Wanted. Und in der Mitte eine Konstruktion, die so wie ein kleineres geschlossenes Gebäude wirkt und oben offen ist, allerdings mit großer, breiter, an die äußerliche Haut angepasste Umzäunung, also als Teil des Außenkörpers, nicht wie ein Zaun drangedübelt. Jedenfalls bin ich gerade an diesem Punkt, gehe dann runter, betrachte das Ding dann von schräg unten außen und da ist die Stimmung gerade wie nach dem Weihnachtskonzert, ihr ahnt was. Unten steht auch SIE. Wir stehen so nebeneinander, sehen gemeinsam irgendwelchen Leuten zu, und auf einmal denke ich so zu mir: Bist du bekloppt? Verdammt, sie steht direkt neben dir, also gebe das Gespräch ab, das du beim Weihnachtskonzert abgeben wolltest! Hab ich dann auch angefangen. Aus einem für mich nicht so ersichtlichen Grund wechselt das alles dann in die sVZ-Optik, will sagen, sie steht nicht mehr neben mir und wir reden miteinander, sondern ich sitze vorm Rechner und wir plaudern miteinander. Nach ein paar Zeilen geht sie offline. Sieht man daran, dass jetzt nicht mehr zwei Leute on sind, sondern nur noch einer. Ich bleib online, weil ich mir von den verschiedensten Chats gemerkt habe: Oft kommt derjenige wieder online. Der eine, der noch online ist, wechselt dauernd, es bleibt immerzu nur einer. Und ich sage zu mir: Junge, du weißt genau, dass sie nicht wieder online geht. Hat sie dann auch nicht gemacht.
Tja, was soll ich sagen? Der zweite Teil ist auch gescheitert. Er war da, aber sie nicht. Was hab ich auch anderes erwartet? Es wären für sie, selbst bei optimistischer Schätzung, mindestens drei verloren gegangene Tage. Verloren, um Leute zu treffen, mit denen man jeden Tag in Skype spricht, um etwas zu sehen, was man (zumindest teilweise) im Internet findet und was mit anderer Playlist jedes Jahr wiederholt wird, und um auf einen zwielichtigen Hutträger zu treffen, von dem man nichts wissen will. Und wenn dann noch ein Praktikumstag dazwischen kommt, ist die Münze gefallen. (Praktikumstag ist hierbei gleichbedeutend mit einem Tag, an dem man praktische Stunden hat, zu denen man in jedem Fall auftauchen MUSS. Viele aus meinem Umkreis verstehen unter einem Praktikum immer noch ausschließlich ein Betriebspraktikum und keinen Labortag.)
Das alles heißt so viel wie: PN. Die hab ich geschickt. Und die Weihnachtsgrüße vergessen. Die PN ist der dritte Teil. Wenn der nicht klappt … Irgendwie geht es immer weiter, irgendwie gewöhnt man sich doch an die neue Situation. Aber ich glaube, niemand wird es mir verdenken, wenn ich das hinter mir lassen will. Hoffentlich haben die bei einer (unwahrscheinlichen) positiven Antwort noch Tische frei.
Es ist einer von diesen Tagen, an denen man sich in ein kleines Zimmer mit Holzfußboden und IKEA-Bett zurückziehen, die Kopfhörer aufsetzen, Platten sortieren, zeichnen, zocken und so n Zeug machen will und dabei Good Night Moon von Shivaree zu hören. Oder Illute.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen