Mittwoch, 30. Juni 2010

abgedrifteter Meckerpost

Hatte ich schon erwähnt, dass imdb in letzter Zeit einfach scheisse ist? Zur Situation: Ich habe vor, mir demnächst, wenn er in den Kinos läuft, Eclipse anzusehen (also Bis(s) zum Abendrot). Zusammen mit einer Bekannten. Ist ja auch logisch, wenn man mal bedenkt, dass wir uns gegenseitig für die Reihe begeistern können.
Wollte mir, direkt nach der Premiere in den USA, einmal die Bewertungen ansehen um zu schauen, wie der denn bewertet wurde. Wollte das zuerst nicht, da bei wenigen Bewertungen ziemlich hohe Ausschläge die Regel sind. Letztlich siegte aber meine Neugier und ich prüfte die Durchschnittsbewertung. Ob die denn besser ist als das Langzeittief von 4,6 von 10, wie das bei New Moon der Fall war. Um der Wahrheit die Ehre zu geben: Als ich nachsah, hatten 2.004 oder so Leute ihre Bewertung abgegeben und einen Schnitt von 3,7 gegeben. Ich wollte diese schreckliche Zahl nicht sehen und habe weggeklickt. Als ich mich später wieder fing, prüfte ich nochmal genauer. Dabei fiel mir zum ersten Mal die Anzahl der Stimmen auf, die so schon mal nicht sein kann. Um es nochmal zu wiederholen: Es war direkt nach der Premiere. Und es waren fast nur geladene Gäste anwesend. Regulär kommt man gar nicht an so eine Karte. Und ich kann mir nicht vorstellen, beim besten Willen nicht, dass die Leute, die da hingegangen sind, sich so einen massiven Aufwand geleistet haben, um sich eine Kinokarte zu kaufen, und die danach nichts Besseres zu tun haben als sich sofort in Anzug und Abendkleid hinter ihren Laptop zu klemmen und dem Film eine miese Bewertung zu geben. Und mir soll ja keiner erzählen, dass von den vielleicht 800 Besuchern des Theaters über zweitausend einen Account auf imdb haben.
Aber richtig verrückt wird es erst, wenn man sich die Stimmabgaben etwas differenzierter ansieht, soweit das als nichteingetragener imdb-User möglich ist. Die drehen doch alle komplett durch. Als ich mir das angesehen habe, streuten die Bewertungen nach Altersgruppen getrennt zwischen 1,5 bei den Herren über 45 und ich glaub 8,6 bei den Frauen unter 18, mittlerweile hat sich dieser Wert bei 7,0 eingependelt. Und die Balken für die Maximal- und für die Minimalbewertung laufen wie von der Tante Ella gestochen, als müssten sie es bis(s) zur Premiere in Deutschland schaffen. Und daher möchte ich von euch gerne wissen: Habt ihr ‘ne Macke oder was? Ihr könnt euch verpissen, sowohl die Minimalbewerter als auch die Maximalbewerter. Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Film die Minimalbewertung verdient. Ich kann mir allerdings auch nicht vorstellen, dass die Maximalbewertung gerechtfertigt ist. Die kommt doch nur von den weiblichen Votern unter 18 und ist in erster Linie verursacht durch den männlichen Hauptdarsteller. Und ein richtiger Fan, der die Reihe einfach so mag, ohne sich vorzustellen, was er/wohl eher sie mit der jeweiligen Hälfte des Hauptensembles so alles anstellen würde, kriegt unter all dem wütenden oder extatischen Geschrei keine Review, die ihm irgendwas von Substanz sagen würde. Eigentlich bleibt mir da nur eines übrig: Die Bewertungen von 9 bis 2 nehmen und aus denen den Durchschnitt bilden, in diesem Fall nicht die komplizierte Formel von imdb, sondern das einfache arithmetische Mittel. In diesem Fall kommt eine Zahl von 5,5 heraus, was dem Schnitt des ersten Teils der Serie entspricht, mit dem ich einigermaßen leben kann.
Und wenn mir jetzt noch einer erklären kann, wieso mehr als doppelt so viele Männer wie Frauen dabei abgestimmt haben, wäre das sehr schön. Es ist nämlich eine tierische Unverschämtheit, über etwas Harmloses zu richten, was gar nicht für einen bestimmt ist. Ich renn doch auch nicht in der Gegend rum und erzähl jedem, dass ich eine bestimmte Band einfach nicht ausstehen kann, obwohl ich nicht mal ihre Mucke höre. Ich muss zugeben, dass ich in dieser Hinsicht stark vorurteilsbelastet bin, sage aber im gleichen Atemzug, dass das einfach zu tief in mir drin steckt und ich weder Bock noch Lust dazu hab, daran was zu ändern. Ich behalte das für mich, und wenn mich jemand nach dieser Band fragt, sag ich einfach nur: Mag ich nicht, Ende der Diskussion. (In diesem Zusammenhang verschweige ich auch den Namen dieser Band, insbesondere, damit sich niemand auf den Schlips getreten fühlt). Und ich finde, so was sollte es viel mehr geben, dass mehr Leute sind wie Johann Königs Bruder Horst-Kevin (imaginär) oder wer auch sonst das gesagt hat, der nach Anhören des Programms sagte: Johann, wichtig ist, dass es dir gefällt. Aber lass mich mit so nem Quatsch in Ruhe.
Aber nein, was haben wir, lauter Flamer. Die einfach ohne Rücksicht auf Verluste eindreschen. Da hat die Forderung „Don’t feed Trolls“ definitiv ihre Daseinsberechtigung. Nur weil irgendwelche Spasten sich auf imdb angemeldet haben, meinen sie gleich, professionelle Filmkritiker zu sein. Und dann versauen sie den moderaten Fans, die genau wissen, dass Eclipse den ersten Platz bei den MTV Movie Awards gemacht hat, die Show. Was hat die Twilight-Reihe mit Hip Hop gemeinsam? Beide wurden von kreuzdummen Menschen unterwandert und damit in der Öffentlichkeit lächerlich gemacht. Was ist der wesentliche Unterschied? Bei Twilight gehören die Hater zu diesem angesprochenen dämlichen Volk, bei Hip Hop sind die Hater einfach Menschen, die das nicht hören wollen und deswegen Metaller sind. Und dabei bleibt es dann auch. Metaller gehören zu den klügsten Köpfen, die es gibt. Und daher wissen sie auch, dass es sich nicht lohnt, sinnlos auf etwas einzudreschen, sondern dass es besser ist, abzuwarten, weil die Karre sowieso gegen die Wand fährt.
Und um das Ganze abzuschließen: Ein Film, bei dem die Musik von Howard Shore stammt, kann definitionsgemäß nicht völlig daneben sein. Seht selbst nach, was er alles gemacht hat.

Montag, 28. Juni 2010

Wann genau hat Hip Hop eigentlich aufgehört, zu existieren? - Teil 6

Wir kommen zur Urteilsverkündung ...

Vielleicht sollte ich ausdifferenzieren: Die wahren Schuldigen am Niedergang des Hip Hop sind nicht die Elektrorapper, sondern wohl eher deren Konsumenten. Denn: Irgendwelche … ich will jetzt nicht Abweichler sagen, das ist erstens nicht mein Stil, zweitens falsch und drittens politisch und auch sonst wie komplett unkorrekt, nennen wir sie „sogenannte Andere“. Jedenfalls, solche sogenannten Anderen gibt es immer. Bei allen Dingen. Beim Fußball sind es die Hooligans, beim Islam sind es die fuckin‘ a Man, CIA Man Terrors, bei den Cops sind es die korrupten Arschlöcher und beim Hip Hop sind es halt diejenigen, die ihn falsch auslegen und somit in die Tonne ziehen. Womit ich allerdings keine Parallelen ziehen will zwischen dem, was Elektrorapper tun und dem, was Hooligans, CIA-Man Terrors und korrupte Arschlöcher tun. Die Musiker hauen wenigstens keine Leute kaputt und in der Hinsicht können sich die anderen angesprochenen Berufsgruppen ein Beispiel nehmen. Bevor ihr irgendeinen Gegner abknallt, beleidigt ihr den erst mal schön und seht dann nach, ob sich euer Ärger nicht bereits dadurch verzogen hat. Oder er beleidigt zurück und dann artet das aus in einen Flamewar, na und? Ist doch besser als andere Menschen leiden zu lassen. Wie auch immer.
Aber was ich sagen will, ist: Ohne das entsprechende Publikum können solche Leute niemals diesen Stellenwert haben. Bushido ist der erfolgreichste deutsche Rapper. Das hat er seinen Fans zu verdanken. Klingt trivial, ist aber wichtiger als man glaubt. Wenn irgendein gutes System stabil ist, dann liegt das nicht daran, dass keine Gegner vorhanden sind. Die gibt es ab einer bestimmten Personenzahl immer. Liegt einfach daran, dass alle anders sind als die Anderen. Die Stabilität kommt einfach daher, dass die Gegner keine Rolle spielen. Ähnlich wäre es im Hip Hop: Bushido würde auf jeden Fall existieren, aber wenn er nur eine Außenseiterrolle gespielt hätte, jetzt mal von den Verkaufszahlen her, dann hätte es solch einen Umsturz wohl nie gegeben. Beziehungsweise, was wahrscheinlicher ist, mit anderen Leuten. Das Publikum ist schließlich auch da. Und die lassen sich nicht durch ihr Major-Label einschüchtern. Böses Publikum. Die pushen einen kleinen Teil der Szene nach oben, weil sie keinen Bock auf Anspruch haben, sondern einfach nur in der Disse rumzappeln wollen, und unsereiner kuckt in die Röhre, oder was? Was soll das! Das mag für euch Disco-Menschen ja vielleicht neu sein, aber uns interessiert es schon, wer unseren Namen zu Recht benutzen darf und wer nicht. Mit einer ähnlichen Scheisswut dürften viele Moslems unterwegs sein, die Sanktionen zu befürchten haben, nur weil ein paar Weltverschlimmbesserer sich als Moslems bezeichnen, dabei aber gleichzeitig hunderte von Menschen töten und mit dem Islam ungefähr so viel zu tun haben wie die Bild mit investigativem Journalismus, während BP sein Öl kubikkilometerweise in den Golf von Mexiko schüttet!
Es kann nicht nur an den Interpreten liegen. Erinnert ihr euch noch an die Zeit, in der Bushido bekannt wurde? Was waren denn die Titel, die in den Single Charts waren? Nie ein Rapper, Augenblick, Janine, später dann Reich mir nicht deine Hand. Alles tiefgründige, gehaltvolle Sachen, die nicht einfach dumpfer Hau-drauf-Rap sind, sondern analysieren und anklagen. So was wünsche ich mir häufiger von ihm. Aber viele andere eben nicht. Die wollen weiterhin Brot und Spiele. Und weil Bushido nett ist, gibt er ihnen genau das. Und weil die Konsumenten weiterhin Stoff in einem auf Lappalien aufbauenden Konflikt wollen, geben ihnen die Kontrahenten genau den. Und wenn das zu langweilig wird, haben sich auf einmal wieder alle ganz lieb. Überall. Jay-Z gegen Nas, Aggro gegen ersguterjunge, lauter so ein Mist. Die Interpreten verkommen zu Marionetten. Und das breite Volk glaubt, sie hätten was zu sagen, hätten so was wie Macht durch das Wort. Aber da können sie ansetzen: Den Interpreten wird wenigstens Gehör geschenkt, zwar in erster Linie für Scheissdreck, aber bei tiefgründigen Betrachtungen hören ihnen die Fans auch zu, weil sie ja Fans sind. Nur: Wer in aller Welt bricht diesen Kreis?
Am ehesten wird sich die Szene erholen, wenn sie von diesem Scheiss-Mainstream wegkommt. Wenn sie sich outet und dann von den Spastis fallen gelassen wird wie heiße Kartoffeln. Sollen die sich doch zu Jem Finer austoben. Da haben die erst mal genug akustisches Material und sind eine Weile beschäftigt. Und wehe, ihr wagt es, Bossa Nova auch nur anzurühren.

Freitag, 25. Juni 2010

von Hand geschrieben am 20.6.2010 nach der Wiederankunft aus Niedersachsen

Wenn man einen Jaguar XJ aus Aachen mit Kotflügelentlüftung vor einem fückin‘ Burger King losfahren sieht, dann weiß man genau, dass das ein Vertreter der Wohlhabenden ist, denen eine gewisse Scheissegalität anheim ist. Einer der Menschen, wie es Ryan Philippe in Gosford Park (obwohl dieser ein Bediensteter war) oder die burschikose Frau aus Titanic waren (ihr wisst schon, die, die Leonardo DiCaprio den Anzug geliehen hat). Bei mir ist ein ähnliches Phänomen beobachtbar, weshalb mich Menschen als komisch bezeichnen, die bewusst darauf abzielen, komisch zu sein. Ich wurde sogar konkret darauf angesprochen, hab das dann auch hübsch ausführlich erklärt. Es hat evtl. mit einer Vorstufe von Autismus zu tun, eine, die auch mangelnde Sozialfähigkeit beinhaltet, die allerdings vom Patienten kritisch beobachtet werden kann. Jedoch nur schwer abgeschafft. Momentan gar überhaupt nicht, obwohl es wichtiger wäre als je zuvor. Eigentlich müsste ich mich jetzt, wenn ich nicht so wäre, parallel in einem Langfrist-Tanzkurs einschreiben (also langsam fortschreitender, intensiver Einzelunterricht, und zwar wirklich NUR tanzen und nicht die kaffizienteste Sache der Welt; was kaffizient ist, erkläre ich später) und mich zum Automechaniker ausbilden lassen, so dass ich immerhin in der Lage wäre, den VW Jetta II auf meiner Liste nach meinen Vorstellungen umzubauen. Und es wäre schön, wenn ich einen funktionierenden Bildschirm hätte, denn dann müsste ich dieses Manuskript nicht per Hand schreiben, wäre nicht dazu verdammt, WM zu kucken, könnte endlich „Die Stadt der verlorenen Kinder“ von Jean-Pierre Jeunet kucken und vor allem mich von Vormaligem ablenken. Man kann es als Identitätskrise bezeichnen. Obwohl ich ihr in die CD schrieb, sie solle sich mit der Rückmeldung Zeit lassen, brenne ich auf eine Antwort. Ich werde auf ihre Seite gehen, jaaaa, das mache ich.
Mir ist vieles scheissegal. Nach manchem bin ich süchtig. Aber ich will nicht klagen. Ich hab einfach die alleinige Verantwortung dafür, dass ich zu wenig Sonne abgekriegt habe. Jedoch, der Sommer wird es richten.

Ich wollte noch sagen, was … wie hieß es … kaffizient bedeutet. Ich erwähnte dies im Zusammenhang mit Einzelunterricht im Tanzen. „Kaffizient“, Substantiv „Kaffizienz“, bedeutet, dass über eine Sache sehr viel gesprochen wird, diese allerdings selten ausgeführt wird und andere das nervt. Für alle Nerds und Geeks (wie ich) die mathematische Definition: Eine Sache hat eine hohe Kaffizienz genau dann wenn der Quotient aus t(über diese Sache sprechen) und t(diese Sache tun) viel größer als Eins ist, also >>1, und dieser Umstand einem auf die Nerven geht. Das mit dem Quotienten ist notwendige, das andere hinreichende Bedingung.
In diesem Fall suggerierte ich das Thema mit der weltweit höchsten Kaffizienz: Coitus (mellitus) alias der sogenannte physische Akt der Liebe, wie Maude Lebowski es ausdrücken würde. Über wenige Themen wird soooo viel gelabert wie darüber; es kann praktisch keine Familienfeier nachgewiesen werden, in welchen kein Gesprächskreis schmutzige Witze reißt. Das mit der Familienfeier kann weggelassen werden. Aber die Leute können nicht so viel f*cken, dass der Quotient auch nur annähernd das Intervall [0;1] erreicht. Und dann holen sich die Leute einen nach dem anderen runter. Selbst im Film hat das Sich-einen-schrubben einen nicht unbeträchtlichen Stellenwert erreicht.

Dieses dauernde Gelaber kotzt mich an. Wenig ist peinlicher als seine Eltern dreckige Witze reißen zu hören, entgegen dem, was auf german-bash in Erfahrung gebracht werden kann. Was aber auch eine Rolle spielen kann, zumindest bei mir, ist, dass ich mich nicht wirklich für das Thema interessiere und nicht vorhabe, in absehbarer Zeit Coitus zu haben. Das ist auch einer der Gründe, weshalb ich als komisch bezeichnet werde. Wenn irgendeine auf der Fronthaube eines Audi R8 modelt, wo sehe ich zuerst hin? Falsch: Auf die seitlichen Lufteinlässe des R8. Man kann daran die Motorisierung erkennen: Sind sie normal, ist das der Standard-V8. Sind sie ausgestellt, handelt es sich um die 5,2-l-V10-Variante von Lamborghini. Sind die Bleche zu unscharf abgelichtet, kann man das über die Felgen rauskriegen, der Auspuff fällt als Referenz weg, da ja die Ansicht von vorne definiert wurde. Wenn selbst die Felgen nicht genügend erkennbar sind, versuch ich mir wenigstens zu merken, ob die Farbkombination zum Wagen passt. Dann erst hab ich Zeit für das extrem niedrig entropische organische Material mit ästhetischer Nebenwirkung auf dem Kofferraum: Ich würde versuchen herauszufinden, ob der BH von Chanel ist. Da mir das sowieso nur dann gelingt, wenn das Markenlogo riesig da drauf prangt, kann dieser Versuch nach kurzer Zeit beendet/abgebrochen werden und das Bild hat keinen gesteigerten Wert für mich.
Und was ist daran jetzt unnormal? Wer das Bild vor Augen hat, wird höchstwahrscheinlich weder über den R8 noch über den Rest verfügen, also haltet euch nicht lang daran auf.

Und gelegentlich stelle ich mir vor, wie mich meine Großeltern nach einer Freundin fragen. Abgesehen davon, dass die das n Scheiss angeht, bleibt mir nur zu sagen: Falls ihr auf Urenkel spekuliert, muss ich euch enttäuschen. Ey, das is‘ ja wohl das Letzte, so was zu verlangen. Es ist auch immer komisch, zu erfahren, dass eine Frau ein Kind erwartet. Dann denke ich als erstes: Hm, keine Jungfrau mehr. Noch einen mehr, dem das Thema nicht am Allerwertesten vorbeigeht. Besonders doof, wenn das so unerwartet kommt. Meine OC-Lehrerin war schwanger, ich: WTF? Meine Cousine erwartete n Kind, ich nur OMG (mittlerweile auf der Welt). Und dann der Knaller der letzten Tage: Unmittelbar nach Abschluss des Studiums „Kunstwissenschaft“ das neueste Gerücht, was angeblich über Twitter reinkam, welches ich allerdings nicht ausreichend verifizieren konnte: COLD.MIRROR. OK, ich war jetzt nicht direkt GESCHOOOOCKT wie der Westen im ähnlichnamigen Lied von Japanische Kampfhörspiele, hatte aber ungefähr die Stimmung des Typen, der auf german-bash verewigt wurde mit: Wosn da n rocket-launcher? Hab ich was verpasst? 5 jahre cs umsonst? (Der nachfolgende Abschnitt wurde hineineditiert.) Rückblickend denke ich mir: Wie konnte ich nur so DUMMM sein, tatsächlich zu vermuten, dass dieses Gerücht stimmen würde? Wichtigstes Symptom dafür, dass das Quatsch ist: Wo sind die Gratulanten? Ich mein, sie hat um die 175.000 Abonnenten. Von denen haben nur fünf was dazu geschrieben, vier davon direkt hintereinander, ein fünfter schrieb kurz darauf „Alles Gute“. Sollte eigentlich schon verdächtig genug sein, dass da ein Crosspost gestartet wurde. Darüber hinaus hab ich ihre Twitterseite auf das Gründlichste durchsucht, und als ich bei den Einträgen im Mai immer noch nichts gesehen hab, wusste ich, dass ein solcher Eintrag momentan nicht existiert. Es wurde zwar in den Crossposts angedeutet, dass sie das wieder gelöscht hätte, nur: Wozu? Geht das bei Twitter überhaupt? Was für einen Sinn hätte es, die rauszunehmen? Auch sonst, im ganzen Web, auf den Fansites, hab ich keinen Hinweis darauf gefunden, nicht mal in der CM-Wiki, in der das ja nun wirklich drinstehen sollte. Und außerdem hab ich nix davon gelesen/gesehen/gesonstwas, dass sie bzw. Süßi umzieht/en, und wenn so ein Umzug anstünde, würde man das merken (Twitter). Schließlich müssten sie sich definitiv eine andere Bude suchen, wenn sie denn tatsächlich Eltern werden würden, nicht nur, weil es verantwortungslos wäre, dass sie sich dann alleine um das Kind kümmert. Ich denke mal, dass wir uns alle einig sind, dass Süßi ein aufrichtiger Mensch ist, der sich um seine Freundin kümmert, insbesondere, da die beiden schon so lange zusammen sind. Daher kann das mit der Schwangerschaft auch von der Seite aus nicht stimmen. Zu guter Letzt möchte ich noch anführen, dass Kaddi mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit bestens darüber informiert ist, dass ihr eine Schwangerschaft momentan äußerst ungünstig kommen würde. Ich weiß nicht, wie das bei ihr an der Uni weitergeht, sie hat jetzt ihren Bachelor, vielleicht will sie den Master machen, dann würde das bei der Uni weitergehen, kommt schwanger nicht so gut, oder sie steigt dort aus und sucht sich einen Job, und seien wir mal ehrlich: Es ist zwar Coldmirror, aber das alleine wird den Chef nicht davon überzeugen, jemanden einzustellen, der in den ersten anderthalb Jahren nie da ist und nur Kindergeld bezieht. Also: Verpisst euch, ihr scheiss Spammer. (/hineineditieren) Wir werden sehen, was der sechste Vlog bringt. Und wenn ich jetzt höre, dass L.A. (Abkürzung NICHT für Los Angeles) auch schwanger sei, dann geh ich durch die Decke.

Zu der eben noch nicht gestellten Frage. Diese lautet: Willst du mal Kinder haben? Oder präziser: Wann hast du dir vorgestellt, eine Familie zu gründen?
Um diese Frage zu beantworten, hole ich ein wenig aus. Die Person, von der ich gleich spreche und die in diesem Blog bereits oft anonym genannt wurde, ist NICHT diejenige gleichaltrige Person, zu der ich heute noch Kontakt habe, die ich am längsten kenne. Meine Cousine kenne ich noch länger. Das war’s dann aber auch. Also, diese gleichaltrige Person, die ich nunmehr am zweitlängsten kenne und zu der ich heute noch Kontakt habe, mag ich sehr. Um genau zu sein, bin ich in sie verliebt, seit langem. Ich versuche mit ihr zusammenzukommen, jedoch klappt das nicht so gut. Aber egal. Die Einzelheiten haben woanders Platz. Jedenfalls, es klingt ja wohl logisch, wenn ich behaupte, dass man Kinder nur mit der Person zeugen sollte, die man liebt, was in diesem Fall dann ja wohl SIE wäre.
Lageanalyse: Momentan sieht es nicht so aus, als würde sie sich umentscheiden. Um Kinder zu haben, müsste ich also eine Nacht gestalten, die ihren Vorstellungen auf fundamentalster Ebene widerspricht. Allein das wäre schon ein Absagegrund. Ein Zwang. Ich HASSE es, wenn sie gezwungen wird. Und man kann dabei von einer Vergewaltigung sprechen. Dann müsste sie sich in Verzicht üben, neun Monate lang, in Alkohol z.B., was zwar für mich keine Schwierigkeit darstellen würde, wenn dann umgekehrt, aber für sie ein weiterer Zwang ist, der immer stärker wird und dann sie dazu zwingt, Klamotten zu kaufen, die sie nie wieder tragen wird, und ein Wesen entsteht, welches sie von innen tritt und ihr am Ende dieser Zeit dann Wehen beschert, die als äußerst unangenehm gelten, und dann der Geburtsvorgang: Durch eine derart enge Öffnung tritt ein derart großes Wesen heraus, welches ihr einen höllischen Schmerz und eine unerträgliche Qual bereitet, für die ich jeden, der ihr das antut, SOFORT den Schädel gegen die Wand stoßen und ihn auf verschiedenste Art und Weise mindestens ins Koma prügeln würde; ein Wesen, welches dann ihren körperlichen Verfall beschleunigt und sie an Stellen deformiert, von denen ich sonst lieber nicht wissen will, und dieses Wesen wird sie und mich dann 20 Jahre intensiv belasten, ganz besonders am Anfang, wenn man sein Leben dafür aufgeben kann, weil es nachts schreit, scheisst, säuft und frisst, insgesamt wahrscheinlich 130.000,- € kosten wird, ein Betrag, den ich sonst für sie ausgeben könnte, wohingegen dieses Wesen dann besserwisserisch wird, das man nicht beruhigen kann, mit dem man nicht vernünftig reden kann und das immer nach seinen Erzeugern fragt und deren Leben zerstört und fragt:


SIND WIR SCHON DA?


Kein erwachsener Mensch kann so grausam sein wie ein Kind. Jeder, der sie dazu benutzt, diese Regel zu brechen, darf schon mal seine Sterbeurkunde beantragen. Ich würde ihn spüren lassen, dass er da einen schrecklichen Fehler begangen hat. In dem soeben zur Sprache gekommenen Fall wäre ich derjenige, der ihr diese vergleichsweise sinnlose, aber folgenschwere Bürde auferlegt. Tut mir Leid, aber ich liebe sie einfach zu sehr, als dass ich ihr diese unverzeihliche Grausamkeit jemals antun könnte. Selbst wenn sie es so wollte, würde ich versuchen, ihr das klarzumachen. Es darf nur im Notfall eintreten. Nur wenn es nicht anders geht.
Ihr werdet es daher verstehen, wenn ich es bevorzuge, kinderlos zu bleiben. Die Dinger nerven einfach zu sehr. Und das Kindchenschema kann das nicht kompensieren. Ich habe mich bereits bei meinen Eltern dafür entschuldigt, ein Kind gewesen zu sein. Sorry.
Coitus darf mit ihr maximal ein Bonus werden. Möge Chip Foose uns davor schützen, dass dies das einzige Thema wird. Mögen wir Frieden vor dem verf*ckten sexuellen Terrorismus haben. Amen.


20.6.2010
erster Teil beim Hören von Muse - Origin of Symmetry (ab Titel 6) verfasst

Dienstag, 22. Juni 2010

Über die Hetze gegen „The Da Vinci Code - Sakrileg“

Bevor ich mein Versprechen einlöse, endlich, wie schon bei wursr angekündigt, einen Meckerpost über Internettrends zu veröffentlichen und anderes Zeug zu schreiben, muss ich noch ein paar Worte zu dem Film „The Da Vinci Code - Sakrileg“, im Folgenden The Da Vinci Code genannt, loswerden.

Was mich wirklich sehr stört, sind die vielen schlechten Kritiken an dem Film. In meiner Top 50-Filmliste ist der Film auf Platz sechs, zusammen mit dem Nachfolger „Illuminati“. Das beruht zwar zum Teil auf einer starken Subjektivität, aber dazu später. Wer ist der Hauptkritikgeber? Die Kirche. Macht irgendwie auch Sinn. Der Film stellt Thesen auf, die der christlichen Kirche stark widersprechen. Lohnt es sich daher, so sehr darüber zu lästern? Leute, das ist nur ein Film und keine theologische Dissertation oder so etwas. Man kann daran sehr gut erkennen, dass dem Medium Film von Fachleuten eine ähnlich hohe Gesellschaftsrolle zugeschrieben wird, wie ihn die angeblichen Kunstkenner in den abstrakten Bildern in den Galerien dieser Welt auch gerne sehen. Dabei verkennen sie vollständig, dass das für mindestens 70 Prozent aller Filmkonsumenten nicht zutrifft - und das ist nur eine vorsichtige Schätzung. Für bildnerische Kunstwerke ist diese Zahl zwar geringer, aber nach wie vor dominant. Jetzt mal im Ernst: Wenn die Leute alle Filme verreißen würden, die etwas darstellen, was ihrer Überzeugung nach nicht sein kann und darf … aber was rede ich da, schließlich war das Echo auf „Bowling for Columbine“ auch nicht gerade durchgehend positiv, besonders im Bereich der Republikaner und Waffenlobbyisten, die dort ähnlich stark die Hucke vollgekriegt haben wie Opus Dei in The Da Vinci Code. Also, wie gesagt, ist nur ein Film, und nicht umsonst steht am Anfang von den ganzen DVDs der Hinweis: Bei den hier geäußerten Aussagen handelt es sich nicht notwendigerweise um die Ansichten der Mitarbeiter von Universal oder wer auch immer den Film jetzt verleiht. Und Dan Brown, der Typ, der das Buch geschrieben hat, hat ja auch gesagt, dass das nicht unbedingt seine eigene Ansicht ist, sondern dass das nur ein Gedankenexperiment war, in dem er sich gefragt hat, was denn wäre, wenn der heilige Gral kein Kelch wäre, sondern halt was anderes. Man darf sogar noch weiter gehen im Auseinandernehmen der Meinung darüber: Will die Kirche uns etwa verbieten, Gedankenexperimente durchzuführen, nur um zu sehen, was dabei herauskommt, wenn sich diese Gedanken auf Grundfeste der Kirche beziehen? Ich will jetzt nicht von einer Wiederauferstehung von inquisitorischen Tendenzen sprechen, aber ich will sagen, dass das schon einigermaßen daran erinnert, also chillt mal gefälligst, ihr verkalkten Spasten. Die Bundesregierung beschwert sich schließlich auch nicht über den Roman „1984“ (wobei, ich denke, dass das schon etwas verdächtig klingt; bei der Kirche weiß man durch dieses „Feedback“ genau, dass sie sich nicht mit Dan Browns Gedanken identifiziert, bei der Bundesregierung fehlt so ein Feedback auf „1984“, wobei ich mich frage, was das jetzt heißt).

So viel zu der Kritik von der Kirche. Jetzt in einem Rutsch die Filmkritiker und die, die das Buch gelesen haben. Also die Cineasten: Klar gibt es besser gespielte Filme. Und klar gibt es auch künstlerisch wertvollere Filme. Das erklärt aber immer noch nicht, wieso Donnie Darko so hoch gerankt wird oder wieso ihr David Lynch so mögt. Wollt ihr uns sagen, dass Filme nur dann wertvoll sind, wenn sie total beschruppt sind? Und ich meine damit keine Cordula-Stratmann-definiert-es-über-Max-Goldt-Beschrupptheit, sondern die Kehrseite davon. In meinen Augen sind das gute Beispiele für die Bedienung von interpretationswütigen Filmeauseinanderreißern, die völlig vergessen haben, dass man bei einem Film nicht dauernd mitschreibt und dass man ihn nicht sieht, um was darüber zu schreiben, sondern um ihn zu sehen, und die noch nie eine halbwegs erinnerungswürdige schauspielerische Leistung gezeigt haben und daher auch gar nicht wissen können, was es heißt, schauspielerisch hochwertig zu sein. Also genau die Leute, die unter Coldmirror-Videos oder so was irgendwelche blöden Kommentare schreiben von wegen: Deine Videos sind scheisse, du hast nix drauf und so. Nur eben besser bezahlt und aus New York City und nicht aus Seifhennersdorf. Und dann noch die, die das Buch gelesen haben: Ihr peilt aber auch gar nicht, dass Buch und Film zwei grundverschiedene Medien sind, völlig anders strukturiert. Beispiel: Als ich die Twilight-Reihe gelesen hab, hab ich immer last.fm chillout-Tag-Radio gehört und dabei die Seiten, Titel und Lesezeiten mitgeschrieben, wodurch ich ziemlich präzise rekonstruieren konnte, wie lange ich gebraucht hab, um die Bücher zu lesen. Beim dritten hab ich eine solche Modellrechnung gemacht und kam auf ziemlich genau dreizehn Stunden reine Lesezeit. Dreizehn Stunden. Selbst wenn die Macher alle vier Filme zusammenlegen würden, hätten sie noch eine ziemlich große Lücke zu füllen, um eine derartige Erzählzeit aufzubringen. Die Beschreibungen, die Film und Buch tätigen, sind ebenfalls ganz anders. In den Büchern hat man detaillierte Beschreibungen über das Gefühlsleben der einzelnen Figuren, naja, eigentlich nur eine, aber das reicht ja auch vollkommen aus. In dem Buch hat man mehrere Minuten Zeit, um die ganzen Einzelheiten zu erfahren, was Bella um den Moment herum dachte, in welchem sie das erste Mal die Wange von der Freundin von Sam Uley sah (das war jetzt aus dem zweiten Band). Alle möglichen Gedankengänge, die sonst nur wenige Sekundenbruchteile dauern, naja, sagen wir mal Sekunden, akribisch nachvollziehbar aufgelistet. Wie willst du das in einem Film machen? Willst du jedes Mal den Film langsamer laufen lassen und sie dann aus dem Off sprechen lassen, wenn so eine Stelle auftaucht? Mit dem Prinzip wäre ganz Hollywood nach einem Monat pleite. Wer kuckt sich denn so was an? Ein Film beschreibt das Leben nicht, er zeigt es. Da läuft alles in Echtzeit ab. Da kann man auch nicht den Leuten imaginär in den Kopf kucken. Die müssen das in wesentlich kürzerer Zeit allein über Mimik, Gestik und Tonfall darstellen. Und dann soll das auch noch realistisch wirken und nicht wie in den Antigone-Verfilmungs-Standbildern. Irgendwie erscheint es da logisch, dass da massiv gekürzt werden muss, wenn für fünf Minuten auf einmal nur drei Sekunden bleiben. Da entstehen zwangsläufig Differenzen zum Buch. Überhaupt finde ich, dass Leute, die ein Buch lesen und sich dann über die Verfilmung beschweren, ein ziemlich undankbares Volk sind. Egal wie man es macht, man kann es ihnen nie recht machen. Da labern die beispielsweise bei Illuminati, dass denen im Film die Liebesgeschichte zwischen Langdon und Vittoria gefehlt hat. Was soll der Mist? Erst beschweren sich die Kinobesucher dauernd darüber, dass in allen Filmen eine erzwungene Lovestory vorkommt, dann wird daraus eine Konsequenz gezogen, und dann kommt so was. Leute, Filme werden nach wie vor für Filmfreunde gemacht und nicht für Leseratten. Man kann das kombinieren, aber wer denkt, dass Filme den Büchern untergeordnet sind, der ist hier definitiv falsch beraten. Hält man sich eng an die Vorlage, wird bemängelt, dass der Film nichts Neues bietet, tut man das nicht, wird bemängelt, dass der Film nicht eng genug an der Vorlage sei. Es reicht. Aber voll. Ich vertraue nur noch meiner eigenen Bewertung und ziehe wenn möglich unterstützend die Bewertungen von Hörzu und gelegentlich imdb zur Hand (Hörzu vergibt für The Da Vinci Code einen Pfeil nach schräg oben, nicht großartig, aber gelungen, also im ersten Viertel; und wer jetzt argumentiert, dass die Hörzu vom Axel Springer Verlag verlegt werden würde, dem haue ich zwei, drei Ausgaben von Metal Hammer um die Ohren).

Weshalb bewerte ich den Film so hoch? Ich sah ihn das erste Mal im September 2008, zu einer Zeit, in der ich noch Filme suchte, um meine Top 50 zu schreiben, die damals noch als Top 25 geplant war, was auf Grund der Filmanzahl dann geändert wurde. Ich lieh mir unter anderem zu diesem Zweck zehn Filme aus, fünf davon mit meiner Lieblingsschauspielerin Audrey Tautou. Einer davon war eben The Da Vinci Code. Dieser landete damals auf Platz sechs, auf dem er heute noch ist. Später kam direkt, nachdem ich ihn im Kino sah, Illuminati dazu, auch auf Platz sechs. Ich mache gerne Doppelbelegungen, besonders, wenn es sich um Fortsetzungen handelt. Natürlich ist Illuminati handwerklich etwas besser als The Da Vinci Code. Man muss allerdings auch sagen, dass mit The Da Vinci Code erst mal etwas ausprobiert werden musste, da man ja die Fortsetzungsreihenfolge der Bücher umdrehte. So wurde The Da Vinci Code zum ersten Teil, auf dem Illuminati aufbaut. Wer mit der Rolle von Audrey Tautou nicht einverstanden war und beispielsweise ihren französischen Akzent nicht mochte, dem sei gesagt, dass dies ihre erste große US-Produktion war. Ihre vorherigen großen Filme waren allesamt französischen Ursprungs, in welchem ein Akzent in der Synchro keinen Sinn ergeben hätte. Hier allerdings spielt ein Amerikaner die Hauptrolle, sowohl was den Schauspieler als auch die Rolle angeht. Das Ganze findet größtenteils auf französischem Boden statt, und da ist ein solcher Akzent durchaus angebracht. Und wer das tendenziell unterkühlte Spiel von Audrey Tautou bemängelt: Wie würdet ihr reagieren, wenn euer Onkel ermordet vor euch liegen würde, das aber keiner mitkriegen darf und ihr sozusagen offiziell in dem Fall mitermittelt? Dazu kommt noch, dass sie selbst und ihre Rollen eher schüchtern eingestellt sind (was sie mir auch so sympathisch macht), und das kann schnell in wahrgenommene Unterkühltheit umschlagen, ich weiß, wovon ich spreche. Ich finde es auch gut, dass sie sich hier offensichtlich zurückgenommen hat, da der Hauptpart von Tom Hanks getragen wird, um noch mal einen Teilaspekt der Akzentfrage aufzugreifen. Illuminati ist ganz anders gestrickt, das ist ein Thriller auf italienischem Boden, die Architektur erinnert ein bisschen an das, was man aus Ocean’s Twelve kennt und ein bisschen vom Anfang von Ein Quantum Trost (die schwarzen Alfa Romeo 159 und der Lancia), und darum herum ein guter Thriller gestrickt. Und jetzt mal ehrlich, ich hätte nicht gedacht, dass der Camerlengo dahinter steckt. Auch wenn Ewan McGregor geheimnisvoll wirkte. Gut gemacht. Beim Kucken der DVD übernehme ich sogar die Pause, die die im Kino gemacht haben. Das hat weitere Auswirkungen gehabt, ich werde bei den nächsten Filmen mit Top-Platzierungen Pausen beim Sehen einfügen, besonders bei meinen beiden ersten Plätzen *schwärm*. Und nicht zuletzt kriegt The Da Vinci Code einen kleinen Aufwind durch die Besetzung: Es ist der einzige Film, in welchem meine beiden Lieblingsschauspieler auftreten, und dann auch noch in den Hauptrollen: Tom Hanks als mein Lieblingsschauspieler und Audrey Tautou als meine Lieblingsschauspielerin, wobei Audrey Tautou noch ein bisschen weiter vorne liegt (sie trägt den Titel bereits länger und, um genau zu sein, seit ich ihren Namen kenne, darüber hinaus ist sie häufiger in meiner Top 50 vertreten). Wie ich schon mal andeutete, meine Top 50-Filmliste ist sehr subjektiv geprägt, so dass nicht nur die Qualität der Machart und des Spielens über den Film entscheidet, sondern auch, wie ich ihn allgemein finde und was für eine Rolle er in meinem Leben spielt. Das ist auch der Grund, warum meine Filmliste so untypisch ist und beispielsweise „Er steht einfach nicht auf dich“ oder gar „New Moon“ enthält.

Und um zum Schluss noch alle wegzukriegen, die bis hierher mit offenen Mündern dagesessen haben: Ich dachte sogar zeitweise daran, The Da Vinci Code neben meine beiden Lieblingsfilme auf Platz eins zu hieven und so die erste Dreierbelegung zu eröffnen, hab das dann aber wieder verworfen. Neben Illuminati ist der gut aufgehoben.

Mittwoch, 9. Juni 2010

Ich will zeichnen

Man, ist das warm draußen. Ist aber auch gar nicht mal so schlecht, denn dann kommt wieder diese sommerliche Atmosphäre auf, die Zeichner in T-Shirts und kurzen Hosen, bewaffnet mit Bleistift und Papier in die Cafés treiben und ihre Umgebung aufzunehmen. Sollte ich in Anbetracht des nahenden Skizzenfestivals auch machen. Aber jetzt nicht irgendwelche gesellschaftskritischen Satiren, dazu bin ich nicht fähig. Ich kann vielleicht mal irgendwas anfangen und dann einen Text dazu parallel überlegen, und dann die beiden Sachen nebeneinander weiterentwickeln und dann bei der Endfassung dieses Textes in der Logik irgendwelche umschwungenen Kniffe anwenden. Mach ich aber nicht. Kommt nur selten vor, und wenn, dann bei größeren Projekten, wobei groß in diesem Zusammenhang die verschiedensten Bedeutungen von Größe umfassen kann. Jedenfalls, ich bin einer, der betreibt das Zeichnen nicht, weil er damit irgendwas bewirken will oder weil er es als Mittel zum Zweck ansieht. Nein. Ich zeichne eigentlich nur einfach so. Ohne dass es dazu einen sonderlichen Beweggrund gibt, außer Spaß an der Freude. Zeichnen um des Zeichnens willen. Und dabei die eigenen Skills weiter ausbauen. Ich bin mir sicher, dass es auch andere da draußen gibt, die so denken, die sich sagen: "Hey, wir brauchen keinen Grund, um was zu Papier zu bringen, wir zeichnen jetzt genau das, weil uns gerade danach ist und nicht, weil wir müssen." Es gibt solche Leute. Nur: Wo in aller Welt sind die?
Wir haben immer noch mit dem Problem zu kämpfen, dass ein Bild nicht nur aus dem Bild besteht, sondern auch aus dem Subtext. Den herauszufinden, gleicht oftmals dem Versuch, allein aus einer mit einer ENIGMA verschlüsselten Nachricht den jeweiligen Tagescode herauszufinden. Oder nein, noch besser: Aus dem öffentlichen RSA-Schlüssel den privaten auszurechnen. Beide Sachen, das mit RSA und ENIGMA, und das mit dem Bild, haben eins gemeinsam: Das, was man unmittelbar sieht, ist nur das Endergebnis. Was der Künstler aber eigentlich ausdrücken will, ist der Subtext, aus dem sich das Bild ergibt. Der Rechenweg sozusagen. In der Schule wird einem in Mathe in jeder Arbeit um die Ohren gehauen, dass man den fückin' Rechenweg auch hinschreiben soll, weil es für das Ergebnis nur einen Punkt gibt, für den Rechenweg aber drei. Ein Haufen Erwachsener meint, es ist sinnvoll, sich noch unter dieses Niveau zu begeben, und nur das Ergebnis hinzuschreiben. Womit sie meistens auch Recht haben, weil die Zusammenhänge wirklich manchmal kompliziert sind. Aber doch nicht in der Kunst. Wenn man in der Kunst wirklich gegen etwas ankämpfen will, dann sollen die verdammt noch mal auch sagen, gegen was. Die Kunstszene ist mittlerweile weitestgehend frei von Zensur, so dass man diese Botschaft nicht mehr akribisch zu verschlüsseln braucht.
Und dann sagen die uns: Alles ist Kunst. Nur um über jeden Schwachfug so ein Rätsel zu lösen, das niemand gestellt hat. Es hat nicht alles eine Bedeutung. Wo sind die Leute, die einfach so zeichnen? Wieso sind die kein mitredendes Element in der Kunstszene? Zumindest gefühlt. Die einzigen, von denen man was hört, sind die Speed Painter auf youtube. Ihr wisst schon, diejenigen, die ihre Zeichnung auf Video aufnehmen und das dann raffen und online stellen. Das ist zwar das, was ich vorhin verlangt habe, aber nicht auf dem Niveau. Die sind technisch ziemlich ausgereift und haben das Bild x-mal geprobt. Unsereiner kann erstmal nur mit den Umrisszeichnungen beginnen und dann die Details einfügen, ist aber eben nicht dazu in der Lage, ein Coldmirror-Porträt ausgehend von der Augen- und Nasenpartie zu machen. Ohne zu radieren, versteht sich.
Wir haben nur mit den absolut höchsten Vertretern ein Sprachrohr. Und das geht nicht mal so weit. Wie viele Leute, die den Namen van Gogh wenigstens schon mal gehört haben, wissen, was ein Speed Painting auf youtube ist? Na also, da habt ihr's. Wir brauchen eine geeignete öffentliche Wahrnehmung, wir sollten den Leuten erklären, dass Kunst eben nicht nur das ist, worüber man irgendwelche tiefen Betrachtungen anstellen kann, sondern dass es eben auch einen riesigen Haufen Leute gibt, die nicht höchstprofessionell arbeiten, deren Bilder man sich aber auch ansehen kann, ohne dass man sich darüber das Maul zerreißen muss. Man weiß immer, dass man etwas ganz Besonderes gefunden hat, wenn man einfach mal für'n Moment zusammen dasitzen und die Schnauze halten kann.
Vielleicht meinten die Pros auch genau das mit ihrem Ausspruch "Alles ist Kunst"? So von wegen: Es gibt neben uns auch noch andere talentierte Leute, die was draufhaben und denen man wenigstens auf die Schulter klopfen sollte. Die wollen auch nichts Anderes als Anerkennung. Dass sie den Fokus ein wenig erweitern wollten und auch denen ein Gehör geben wollten, die einfach nur gut zeichnen können. Und geschnappt haben sich diesen Ausspruch dann die Leute, für die Ästhetik der Name einer im Mariannengraben versenkten Eisenkugel ist. Mistkerle.

Freitag, 4. Juni 2010

Babbel

Letzte Nacht hab ich Babel gekuckt. Man kann ihn verschieden beschreiben. Zum einen als eine Mischung aus Magnolia, nur eben weltweit, und etwas von Lost in Translation, zumindest im Japan-Part, was irgendwie auch einleuchtet. Man kann es aber auch anders ausdrücken:

Eine Amerikanerin wird in Marokko angeschossen und überlebt. Ein marokkanischer Junge von 16 Jahren wird wegen eines Missverständnisses erschossen. Ein marokkanischer Mann wird krankenhausreif geprügelt - von der Polizei. Ein japanisches taubstummes Mädchen wird ausgegrenzt, weil sie weder hören noch sprechen kann, und ist daher suizidgefährdet und, und darunter leidet sie noch am ehesten, findet niemanden zum … Eine illegal in den USA lebende, mittellose Mexikanerin versucht, zwei Kinder wiederzufinden, für deren Verschwinden sie im Grunde nix kann, und wird von einem Cop verhaftet und von einem Anzug tragenden, wohlhabenden und ziemlich sorgenfreien, fetten Anwalt abgeschoben und weiß nicht mal, was aus ihrem betrunkenen Neffen geworden ist, der für die ganze Scheisse verantwortlich ist.

In den Nachrichten wird nur von der angeschossenen Amerikanerin berichtet - auch in den marokkanischen Nachrichten, sogar im weit entwickelten Japan. Fälschlicherweise berichten alle, sie sei tot, obwohl sie sogar noch bei vollem Bewusstsein ist.

Ziemlich laut herausgebrüllte und auch berechtigte Kritik an der Sensationsgeilheit der Medien, selbst diejenigen, die als seriös gelten. Und an der anscheinenden Tatsache, dass alle Leute, die nicht aus den USA zu kommen scheinen, nicht so wichtig sind. Abgesehen vielleicht von irgendwelchen europäischen Bustouristen, mit Bildern vom Berg.