Freitag, 30. November 2012

nicht gestellte Fragen ...



… und andere Fragmente, bei denen es sich nicht lohnt, einen Artikel darüber zu schreiben



(über Sidekick bei Zombieapokalypse)
Vorwort: Im Polysemia-Forum wird derzeit die Aufgabe gestellt, das Zombie Survival Sheet auszufüllen. Dabei machte ich mir Gedanken über den Sidekick, was recht lange dauerte. Bei einer Verlinkung mit der Formspringerin terrorhase fiel mir dann die folgende Passage ein.
Ich dachte darüber nach, terrorhase als Sidekick anzugeben, aber dann würde man sie ja erkennen nach dem Motto: „Ey, deranderenilo hat terrorhase an seiner Seite!“ Und dann macht jemand ein Foto davon, und innerhalb von zwei Tagen wäre das Gesicht von Leah im ganzen Internet bekannt (nicht nur den Zombies), etwas, was sie in ihrer ganzen Formspring-Karriere tunlichst vermieden hat. Aus Gründen. Dem könnte ich höchstens beikommen, indem ich ihr von vornherein einen Gesichtsschleier anlege, aber jeder, der nicht sofort verstanden hat, warum das eine Idee ist, für die das Wort „indiskutabel“ um Dimensionen zu freundlich ist, der muss sich ab morgen einen kompletten Vollidioten nennen lassen.
Nachwort: Ich dachte über Qafka als Sidekick nach. Mit dem könnte ich mich garantiert verstehen, ihm traue ich auch zu, dass er die nötige Ausrüstung den ganzen Tag umherschleppen könnte, und vor allem glaube ich auch, dass er kein Problem damit hat, stundenlang die Klappe zu halten. Das erklärt die Verlinkung zu Formspringern.


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Und gerade eben stellte ich meine erste Formspring-Frage!
"Gerade eben habe ich die Antworten von terrorhase gelesen, bevor mir auffiel, dass es gar nicht terrorhase war, sondern BubuHose. Ist das eine verzeihliche Verwechslung oder gehöre ich damit zu der Kategorie von Anons, die du zum Teufel wünschst?" (ich an KatiKuersch)

Da mittlerweile ein paar Wochen ohne Antwort durch das Land zogen, wird sie die Frage gelöscht haben. Eine weitere Frage wird an Dantalimette gehen, die einen Bezug zur optischen Ähnlichkeit zum Wort „Delikatessmomente“ hat.


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Auf cracked.com gab es einen Artikel, der sich mit saudämlichen Dingen befasste, die sozusagen im Namen der Liebe unternommen wurden. Der vierte Eintrag widmete sich den Liebeserklärungen von Männern unter Zuhilfenahme von viel Scheisse. Nicht nur, dass dieser stinkende Unfug tatsächlich funktionierte, nein, im letzten Absatz wurde von einem der Erfolgreichen der Hinweis gegeben, dass man die warme Sorte nehmen solle, weil die den Schnee am Valentinstag besser schmelze. Ich stellte mir eine Szene vor, wie ich es kommentiere im Stil von What the Fuck Is Wrong With You bei That Guy with the Glasses: “I’ll remind this when I’m in my next girlfriend’s mansion, standing at the radiator and she asks me what I’m doing. And I’ll say that I got something for her, something hot and long and she’ll be like uhh and then I shit on her. And do you know what she’ll be like? ‘Not cool.’”
http://www.cracked.com/article_19680_the-7-most-insane-things-done-in-name-love.html


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Ja, Amy Smart ist durchaus wandlungsfähig, und sie hat darüber hinaus in, äh, hier, Rat Race mitgespielt. Da ist zuerst der Typ, der so aussieht als wäre er Stuntman bei „Eine Concierge zum Verlieben“ gewesen, und dann kommt er mit ihr ins Gespräch. Sie ist Hubschrauberpilotin, sehr nette Person. Dann nimmt sie ihn mit, und sie freunden sich an, dann fliegt sie noch kurz bei ihrem Freund vorbei, sieht ihn mit seiner Ex im Pool am Fummeln und rastet dann total aus. Und begeht eine Amok-Verfolgung.
(als Reaktion zu den besten Frauenrollen auf Rumblebeast666 auf Youtube)


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Das blablabla mit undsoweiter und nahezu nutzlosem Display ... WAS? Ach so, mit nahezu randlosem Display. (Werbebanner für ein Motorola RAZRi und ich weiß, wie man AdBlock benutzt, die Seite ist eine Ausnahme)

Mittwoch, 21. November 2012

Neues Office-Dokument



Wisst ihr (also ihr zwei, die ihr meine Abonnenten seid), was mich gerade stört? Seit Monaten gab es hier keinen richtigen alleinstehenden Text, sondern nur abgearbeitete Reihen. Das ändere ich hiermit postwendend. Gerade läuft Ups & Downs von Snoop Dogg, und der eigentliche Grund für einen Text liegt darin, dass ich soeben endlich alle meine Texte durchgelabelt habe. Sie haben jetzt also alle mindestens einen Tag. Abgesehen von zweien, und bei einem davon weise ich hin und wieder darauf hin, dass ich ihn gerne absichtlich vergesse, und der andere, naja, war irgendwas aus der Anfangszeit.

Vielleicht fiel es einigen Leuten auf, dass da oben rechts zwei Kleckse auf meinem Hintergrund sind, auf denen Filme draufstehen. Falls es jemand noch nicht gepeilt hat: Da steht zum einen der Film, den ich zuletzt im Kino sah, zum anderen der Film, den ich zuletzt auf DVD kaufte. Oft kommt es aber vor, dass ich einige Filme überspringe, so stimmt schon Skyfall nicht mehr, es ist mittlerweile Madagascar 3. Dazu muss ich auch noch was sagen, verdammt. Und Nummer 95 stimmt auch nicht, es ist Nummer 99. Okay, es war eine größere Bestellung bei Amazon, bestehend aus Pünktchen und Anton, Romeo + Juliet (der von Baz Luhrman), Bowling for Columbine und The Rocky Horror Picture Show. Bei letzterem werde ich eine Ausnahme zu meinem Synchro-Prozedere machen und ihn stattdessen im Originalton mit deutschen Untertiteln ansehen. Denn es ist immerhin Rocky Horror, aka der Film mit dem größten Publikums-Party-Faktor, den die Leinwände dieser Welt jemals gesehen haben.

Es ist also der neunundneunzigste Film in meine Sammlung eingetreten. Da stehen natürlich bereits Überlegungen an, welcher denn wohl die Zahl hundert für sich beanspruchen darf. Der erste Titel, den ich dafür nominiert habe, ist Heat. Der Film, in dem Robert DeNiro und Al Pacino auftraten. Darüber hinaus noch Der Pate Teil 2, auch bekannt als der andere Film, in dem Robert DeNiro und Al Pacino auftraten. Ganz großer Kandidat außerdem: Es war einmal in Amerika. Der dritte Teil der Amerika-Trilogie von Sergio Leone, mit Musik von Ennio Morricone und immer noch mit Robert DeNiro (und Joe Pesci und Danny Aiello). Fällt irgendwem noch ein Film mit Jeremy Renner ein, der geeignet wäre? Ich hab für Jeremy Renner ja schon ein wenig was übrig (das heißt ja nicht unbedingt, dass ich an ihm herumfummeln will, ihr chronischen Zweideuter). The Town hab ich längst, ich könnte mir The Avengers gut vorstellen. Die Ermordung des Jesse James hat zwar was, aber gegen Heat und Der Pate 2 … naja.

Aber ich war noch beim Kino. Wie gesagt, Madagascar 3, ich schreib wider Erwarten doch noch drüber, und diese Woche kommt noch 96 Hours - Taken 2. Die imdb sagt zwar, er sei nicht ganz so gut, wie ich denken werde, das soll mich aber nicht davon abhalten. Möglicherweise finde ich dann den ersten Teil umso besser. Und, man glaubt es kaum, für Skyfall kommt definitiv noch eine zweite Sichtung. Er war einfach so geil, aber die Kinosessel haben mir Rückenschmerzen bereitet. Eine Zweitsichtung kam bisher nur bei Fast & Furious - Neues Modell, Originalteile und bei Harry Potter und die Heiligtümer des Todes 2 vor.


Alle Texte durchgelabelt. Und endlich mit dem Laufen angefangen.

Freitag, 16. November 2012

Ars Lingua Perspectiva Runde neun



Die Wörter aus dieser Runde gefielen mir besonders. In den letzten Sammlungen, die ich hier hingeklebt habe, hing ich hin und wieder ziemlich durch, aber dieses Mal kann ich mich über den Unfug, den ich verzapft habe, ausnahmsweise köstlich amüsieren. Das liegt daran, dass ich ein Mittel verstärkt einsetzte: das konsequente Vorbeischreiben an der Aufgabe. Ungefähr die Hälfte aller Begriffe ist hier davon betroffen. Mein Liebling ist ja der Lippenstift. Zuerst den Vorgänger ganz brav und artig abgehandelt, und dann so was hinterher. Und es ist zum ersten Mal ein Bild dabei. Auf gehtÄs!


A wie Aufgabe
Aufgeben ist keine Alternative!

B wie Bückware
Die ältere Generation könnte sich noch daran erinnern, dass es Ware unterm Tresen gab, die also nicht im direkten Sortiment zu finden war, und an die man nicht so einfach herankam. Heutzutage hat sich der Begriff dahingehend gewandelt, dass von einer Produktklasse, sagen wir Honig, die Ausführungen, die am wenigsten kosten, ganz unten im Regal stehen, wo man sie nicht so schnell sieht und an die Menschen mit Rückenproblemen nicht so einfach rankommen.

C wie Chino
I watched you change
Into a fly
I looked away
You were on fire.
And I watched a change in you
It's like you never had wings
Now you feel so alive
I've watched you change
CHINO MORENO

D wie Dunkelziffer


Ein weiterer Blick lohnt sich immer. Immer

E wie Elster
Ein Mann steht an einer Brücke und starrt ins Wasser. Ein zweiter stellt sich dazu und fragt: "Was machen sie denn hier?" - "Mir ist meine Brille in die Pleiße gefallen." - "Aber mein Guter, dass ist doch nicht die Pleiße. Das ist doch die Elster." - "Sehen sie, das habe ich ohne Brille gar nicht gesehen."

F wie Furie
Schnell aus der Haut fahrende Weibsbilder tragen überdurchschnittlich oft Pelz, der in der englischen Sprache den Namen "fur" trägt. Ihr Verhalten kann man ruhig als "furring" beschreiben, da das gleichzeitig Kalkablagerungen sind, und Furien sind grundsätzlich in einem Alter, in welchem das eine oder andere weiße Haar die Frisur durchstoßen hat. Das ist gelegentlich die einzige Gemeinsamkeit mit der Kurie, die nur dann zur Furie wird, wenn man ein Fönig ist.

G wie Glutamat
Steht entweder für Glutaminsäure, also eine Aminosäure, die in der Natur in erster Linie in der L-Form vorkommt, oder für ihr Anion oder für eines ihrer Salze wie zum Beispiel Mononatriumglutamat. Bestimmt hat Stoiber genau das gemeint, als er von einer gludernden Lot oder einer lodernden Flut gesprochen hat.

H wie Hanse
Ehemals norddeutscher Handelsverbund, kann man das Wort heute verwenden, wenn man einen Hans oder einen Hannes nicht einfach nur mit Hans oder Hannes ansprechen möchte. Das Wort Hanse kann man dabei so übernehmen, oder aber noch ausbauen, zum Beispiel zu Hansen. Beachtet aber, dass das eine linguistische Besonderheit bleiben muss, die nicht zur Regel werden darf. Es wäre blöd, wenn ein Kind über eine Hansestadt denkt, dort würden nur Leute namens Hans wohnen. Oder Hannes.

I wie Impertinenz
In dem wunderschönen Roman "Pünktchen und Anton" lief mir dieses Wort zum ersten Mal über meinen rutschigen Weg. Die dicke Berta hatte auf die Ansage von Fräulein Andacht, dass diese von Berta nicht beleidigt werden könne, unter anderem dem Fräulein den Ausdruck "impertinentes Gespenst" an den Kopf geworfen, nachdem Berta dem Fräulein Andacht vorwarf, aus der Dachrinne Kaffee trinken zu können. Bis heute verbinde ich mit dem Ausdruck eine Küchengerätmischung aus Arroganz, Überheblichkeit, Nichtskönnerei und vorsätzlicher Dummheit. Eine mehrsprachige Online-Enzyklopädie vereinfacht das auf eine ungehörige Unverschämtheit, kommt auch ungefähr hin.

J wie Juwel
Teures, weil seltenes undoder schwer herstellbares Schmuckstück. Meistens ein lichtdurchlässiger Sonstwie-Kristall mit einer schwierigen Zusammensetzung. Und erst dieser Glanz (von Head & Shoulders). Aber Juwelen helfen nicht gegen Schuppen.

K wie Keck
Bei dieser Charaktereigenschaft schwingt stets Kühnheit mit, da man sich etwas traut, was sonst keiner oder kaum einer macht. Das bezieht sich dabei nicht auf eine Anstrengung körperlicher Art, sondern auf das Umgehen oder Brechen von, zumeist gesellschaftlichen, Konventionen, dies aber nicht in bösartigem Sinn. Es hat also auch was Neckisches.

L wie Lippenstift
Schwer entfernbarer Schmuckbelag zum Auftragen aufm Mund. Und jetzt geh ich mir eine Pizza bestellen. Als Belag will ich: Natürlich Tomatensauce und Käse, darüber hinaus Scheiben von dünner Pfeffersalami, Schinkenstreifen, rote Zwiebeln, Peperoni und, ähm, Lauch. Nein, jetzt mal im Ernst, man sollte, was das Schminken von Gesichtspartien angeht, nicht zu dick auftragen.

M wie Maultier
Permanent schlecht gelauntes Nutzvieh in Disney-Filmen, welches, wie sein Name sagt, dauernd herummault. Und dabei Zigarre raucht. Wegen seines aus pädagogisch wertvoller Sicht zu sehenden Drogenkonsums kriegt es am Ende keinen Posten als frontales Zugtier einer schmucken Zauberkutsche, sondern wird zu einem Klischeerussen, der über Putin lästert. (Ähm, was?)

N wie Nasentropfen
Eine Gruppe von Medikamenten, die in flüssiger Form, meistens gegen Atemwegserkrankungen, über die Nase eingenommen werden. Es muss unbedingt flüssig (oder wenigstens ein Aerosol) sein, denn in fester Form glaubt jeder, der mit dem Milieu zu tun hat, man würde Kokainhydrochlorid verwenden.

O wie Ophelia
Exfreundin von Hamlet. Sie wurde bekloppt von Hamlets Verhalten und hat im Delirium einen für sie tödlichen Unfall gebaut. Schade, ich mochte sie irgendwie. Hm. Wenn Ophelia und Hamlet zusammengeblieben wären, dann wäre ein Omlet dabei rausgekommen. (Ich weiß, dass es Omelette heißt, ihr Rechtschreibnazis!)

P wie Pirat
So wie auch die Streitkräfte eines Landes in verschiedene Teile geteilt werden (Heer, Marine und Luftwaffe), nennt man einen Räuber in der Regel dann einen Räuber, wenn er an Land operiert. Auf See bzw. in der Luft spricht man von Piraten, wenngleich es bei den klassisch zur See Tätigen den Begriff "Seeräuber" gibt. Im Gegensatz zu den Landsleuten üben Piraten ihr Gewerbe praktisch ausschließlich in einer größeren Gruppe aus.

Q wie Quasselstrippe
Damals, als das Telefonieren in Farbe noch nicht erfunden wurde, brauchte das Telefon noch eine Schnur für in die Wand. Über diese Schnur wurde das Gespräch übertragen, das war also die Quasselstrippe.

R wie Reaktanz
Wir tanzen den Reaktanz aus den Anden, wo man vom Reak spricht. Wichtigstes Merkmal daran ist, dass man auf die Bewegung des Anderen eingeht, sie erwidert, also darauf reagiert.

S wie Stil
Art und Weise einer kreativen Arbeit. Tanzstil, Architekturstil, Schreibstil, Malstil, inszenatorischer Stil, Kunststil. Der Stil bleibt weiterhin über, wenn man ein Stillleben nach alter Rechtschreibung wieder in neuer Rechtschreibung auffasst (also ein Stilleben). Mag ja sein, dass manche vollständig mit Leib und Seele in ihrem Kunstschaffen aufgehen, aber ich hab nicht den Nerv, einen Stil zu leben.

T wie Tausendsassa
Ich zählte vor dem mich nervenden Typen an, und bei tausend saß er.

U wie Urheber
Kihihi, dem Chino ist der Ticker runtergefallen, und wenn ich den aufhebe, eigne ich mir wirksam seine Uhrheberrechte an ... offensichtlicher Witz und so. Der Urheber hebt als ursprünglichen Akt ein Werk auf Schöpfungshöhe und damit ist es seins. Mehr gibt es dazu von mir nicht zu sagen.

V wie Vagabund
Ein loser Zusammenschluss von Leuten, den man daher von außen nur erahnen kann, ist ein vager Bund. Trifft schon nicht mehr auf den Wu-Tang Clan zu, denn auch wenn die sich nur alle paar Zeiteinheiten wieder treffen, weiß man um ihre Verbindung. Im Film "Der Ghostwriter" mit Ewan McGregor und Pierce Brosnan (über 55 Jahre alt zu dem Zeitpunkt) wird ein solcher vager Bund auf Vagabunden-Art aufgedeckt.

W wie Wirrwarr
Das, was Captain Jack Sparrow am Ende von Fluch der Karibik: Fremde Gezeiten mit den Händen zu können vorgibt.

X wie X-Achse
Nein, kein Xzibit-Witz! Also: Die X-Achse geht von Null bis zur Unendlichkeit und noch viel weiter, aber ohne weitere Achsen ist sie ziemlich eindimensional. Man kann aber auch mit Polarkoordinaten für Abhilfe sorgen. Dabei wird mit den Koordinaten zunächst angegeben, wie weit der Punkt vom Nullpunkt entfernt ist, und dann wird der Winkel angegeben, der die Strecke zwischen diesen beiden Punkten von der klassischen X-Achse trennt. Der Punkt P(728;5) hätte zum Beispiel als Winkelkoordinate den Wert ungefähr 0,394 Grad oder 6,868 mal zehnhochminusdrei Radianten. Gilt alles für 2D.

Y wie Youngster
Wer schon immer einen Porsche Boxster haben wollte, aber schlicht und ergreifend zu jung ist, um das nötige Papier verdient zu haben, sich einen zu kaufen, der kann zur Alternative greifen, nämlich dem Porsche Youngster. Damit wird die alte Idee des Typ 914 als Kooperation mit VW erneut aufgegriffen. Ebenso fließen Ideen aus dem alten Porsche 912 ein, der ja äußerlich wie ein 911er daherkam, aber weniger Leistung hatte insbesondere durch Verwendung von Vierzylindern anstelle der gewohnten Sechszylinder und auch sonst spartanischer war, um dem Kunden Geld zu sparen. So ist der Youngster durchaus als Alternative brauchbar.

Z wie Zuhälter
Habt ihr euch geschnitten und eure Wunde will sich nicht verschließen? Pustet der Wind ständig eure Türen auf? Müsst ihr ein Krokodil transportieren und habt kein Panzer-Tape, um ihm den Mund zuzukleben? Auch in eurer Nähe gibt es einen Zuhälter, der diese Probleme mit nur einem Telefonanruf lösen kann. Ist es ein Krokodil, welches dental arretiert werden muss, dann sagt ihm einfach: "Halt die Schnauze!"

Montag, 5. November 2012

Ikarischer Himmelssturz



Achtung! Spoiler für Skyfall direkt voraus! Wer den dritten James Bond-Film mit Daniel Craig noch nicht gesehen hat und sich nicht die Spannung verderben will, sollte spätestens jetzt umkehren und ins nächstgelegene Lichtspielhaus marschieren!


Tja, ihr habt es so gewollt.

Der dritte Bond mit Daniel Craig in der Titelrolle hat ein wenig auf sich warten lassen. Zwischen den beiden Vorgängern Casino Royale und Ein Quantum Trost lagen zwei Jahre, nunmehr sind vier Frühlinge in den Herbst gezogen. Das spiegelt sich in einigen personellen Punkten wider: Der Regisseur ist Sam Mendes, der mit American Beauty 1999 einen fünffachen Oscargewinner drehte, der Soundtrack wurde entsprechend von Thomas Newman geschrieben. Sein bekanntestes Stück dürfte Dead Already aus besagtem American Beauty sein (hört es euch an, ihr kennt es alle). Das ist insofern ein Novum, als in den vorangegangenen Filmen immer David Arnold für die Bond-Musik zuständig war, seit 1997, um genau zu sein, vorher hat Eric Serra, der Komponist für Das fünfte Element bei GoldenEye sein Gastspiel gegeben. Den Wechsel kann man im Film merken, der Soundtrack unterscheidet sich (für mein Ohr) deutlich von den letzten anderthalb Dekaden. Und auch sonst führt der Film einige neue (und alte) Dinge ein. Das fängt schon damit an, dass Craigs Bond eine komplett neue Mission erhält: Die alte Geschichte mit finanzierten Terroristen und der Quantum-Organisation liegt ad acta, stattdessen verfolgt Bond in der Türkei mit einer MI6-Mitarbeiterin einen Killer (nicht ohne seinen materiellen Kollateralschaden diesmal wegzulassen). Die Mitarbeiterin muss dann aus der Ferne weiterkämpfen, während Bond einen Kampf mit dem Verfolgten auf einem Zug austrägt. Der MI6 hört in seiner Hauptzentrale über Funk mit. Die Mitarbeiterin zielt mit einem Gewehr auf die beiden, aber sie bewegen sich, so ist der Killer kein leichtes Ziel. Sie zögert, den Abzug zu drücken, M gibt über Funk den unmissverständlichen, direkten, gar scharfen Befehl, zu schießen. Die Mitarbeiterin setzt die Anweisung ohne zu zögern um, trifft dabei aber Bond, während der Killer in einem Tunnel verschwindet. Bond stürzt in die Tiefe in einen Fluss. Allein in dieser Szene (die vor dem animierten Vorspann stattfindet) werden einige Dinge zusammengesponnen, die später noch eine Rolle spielen: M gibt die Anweisung, ohne Rücksicht auf Verluste abzudrücken und riskiert damit den Verlust eines eigenen Agenten. In der Vergangenheit tat sie das schon einmal, wie wir später feststellen. Bond wurde zwar schon vorher von einer Kugel des Killers getroffen (in die rechte Schulter; wahrscheinlich aus einer Glock 18 mit Beta-C-Magazin), aber der Schuss seiner Kollegin geht in die Rumpfgegend. Die Kollegin verwendet einen sehr kurzläufigen AR15-Karabiner, quasi eine subkompakte Lauflänge, was nicht gerade einem Scharfschützengewehr entspricht. Das Zielfernrohr der Waffe hatte eine eher ungewöhnliche Montierschiene, das Ganze sah so aus, als hätten sie vor Ort nehmen müssen, was sie halt bekommen konnten. Ebenfalls fiel mir auf, dass es schon lange her sein muss, dass Bond im Vorspann für tot erklärt wurde. Spontan fällt mir nur der fünfte Film ein, Du lebst nur zweimal hieß der, als Bond seine Seebestattung erhielt, um undercover ermitteln zu können. Denn natürlich gibt der den Löffel nicht ab, wäre auch ein recht kurzer Bondfilm. Der Sturz ins Wasser gibt den direkten Link in die animierte Sequenz, die mit Musik von Adele unterlegt ist. Hier sehen wir einen Bond, der irgendwie orientierungslos ist und nicht so genau weiß, was er tun soll. Nachdem der Film weitergeht, sieht man dann das Gegenteil: Bond lebt, die Wunden sind mehr oder weniger verheilt, und wenn der Rest der Welt einen vergisst und man ausreichend Geld und Alkohol am Start hat, kann man sich den einen oder anderen Tag mit Betthupferln versüßen. Denn für irgendwas muss sich die Schinderei schließlich gelohnt haben, wenn der Heckenpenner, den man fassen wollte, entkam.

Der Urlaub muss irgendwann aber aufhören, und so tut Bond etwas, was er laut Ms Aussage in Casino Royale nie wieder tun solle: in ihre Wohnung einbrechen. Denn der gejagte Killer hatte eine Festplatte mit haufenweise Namen von Undercover-Agenten. Und die wurde mittlerweile geknackt, und jede Woche werden fünf Namen auf Youtube hochgeladen. Vorher wird von den Villains aber eine Machtdemonstration verübt: Ms Laptop wird mit einem Virus bespielt, der sich über sie lustig macht. Ein Datenzugriff über das Hauptquartier (das wir zum ersten Mal überhaupt im Regen sehen) erfolgt, was eigentlich unmöglich ist, und M gerät gerade noch rechtzeitig in einen Stau, bevor sie zusieht, wie ihr Büro in die Luft geht. Wegen der Sicherheitslücke zieht der MI6 in eine Backup-Zentrale um, wo Bond seine Wiedereinstellungsprüfung ablegen muss. Wegen der Schrapnelle in seiner Schulter fällt er durch (beim Doubletap auf dem Schießstand schießt Bond zweimal am Kopf vorbei), aber M lässt ihm das, ohne sein Wissen, durchgehen, so dass er eine Freigabe hat, die Leute, die die Festplatte haben, dingfest zu machen. Dabei wird eine Figur eingeführt, anscheinend jemand, der für die Sicherheit des Vereinigten Königreiches einige Verantwortung trägt, gespielt von niemand Geringerem als Ralph Fiennes. Ihr wisst schon, Lord Voldemort. (Wenn Voldemort für die Sicherheit des Vereinigten Königreiches verantwortlich ist, sehe ich aber schwarz für die Insel. Die wird schneller absaufen als wir „Norsefire“ sagen können.) Noch bevor Bond losreist, schneidet er sich die Kugelteile aus der Schulter und trifft einen weitaus jüngeren Q, als wir ihn sonst kennen. Q ist die Abkürzung für Quartiermeister gewesen (was wir im Film auch erfahren) und er ist dieses Mal kein Technokrat, wie es Q und R, also Desmond Llewelyn und John Cleese waren, nein, er sieht eher wie ein auf Informatik spezialisierter Scarecrow aus. Passend dazu seine ruhige, aber durch nichts zu beunruhigende Stimme. Er übergibt Bond seine Dienstwaffe. Ein paar Modifikationen hat diese sich gefallen lassen: Klar ist es eine Walther PPK, aber das Modell PPK/S, also den längeren Griff von der Walther PP, mit dem ein Schuss extra reinpasst. Und die Waffe ist im Kaliber 9mm kurz, also .380 ACP. Ein guter Umstieg vom bisher eher üblichen Kaliber 7,65 mm, welches zu Spionagezeiten im Zweiten Weltkrieg angebracht war, heutzutage aber eher kaum. Und ein Dermalsensor, der bezweckt, dass nur Bond die Waffe abfeuern kann. Dieses Feature kam mir etwas hemdsärmelig eingefügt vor, spätestens an dem Zeitpunkt, an dem es verwendet wird. Aber die Abteilung Q wäre nicht die Abteilung Q, wenn sie Bond nicht genau die Ausrüstung geben würde, die er in der Handlung braucht, gerade, als hätten sie das Drehbuch aufmerksam studiert.

Den folgenden Krempel können wir schnell durchgehen: Bond fährt in den fernen Osten, findet den Killer, lässt ihn fallen, spürt die Frau, die direkt gegenüber im Hochhauszimmer stand, in einem Casino auf, hebt nebenbei vier Millionen Euro ab, trifft sie auf einer Privatyacht, nachdem sein Gegner Bonds PPK/S nicht abfeuern konnte, spielt ihr die ganze Zeit vor, er wäre der Killer (mit der Festplatte), nimmt sie dabei von hinten (ähm, das hab ich jetzt nicht gesagt, oder) und steht dann auf einer verlassenen japanischen künstlichen Insel dem Villain gegenüber. Ergänzungen: Im fernen Osten steht er in Macau. Von der Stadt hab ich zum ersten Mal in Tuning TV gehört, dort haben sie einen Bericht über die lokale Tuning-Szene gebracht und Christina Surer erwähnte, dass dieser Ort genau richtig wäre, um eine Fortsetzung von 2 fast 2 furious zu drehen. So ähnlich kam es dann auch, der dritte Teil der Fast & Furious-Reihe spielte in Tokio, also aus unserer mitteleuropäischen Sicht her gleich um die Ecke. Und wenn auch der dritte Teil von F&F nicht dort spielte, so dann eben der dritte Bond mit Craig. Und die künstliche japanische Insel: Über die hatte ich vor ein paar Monaten einen Wikipedia-Eintrag gelesen. Und erst vor wenigen Tagen wurde sie in einem Artikel auf cracked.com erwähnt (es ging um unheimliche Orte). Hübscher Zufall.

Jedenfalls kommt jetzt der Villain herein (der mit dem Festplattenauftrag). Der weiß natürlich gleich, wen er da vor sich hat, da er ein ehemaliger MI6-Mitarbeiter war (was erklärt, wie er sich dort einhacken konnte). Und wir erfahren sein Motiv: M hatte ihn verraten, also im Stich gelassen, was ja am Anfang des Films bei Bond genau gleich abging. Das hat bei ihm wohl so eine Mutter-Sohn-Traumatisierung, denn er spricht mit und über M nicht wie mit einer Vorgesetzten, sondern wie mit seiner Mutter (mit der Bezeichnung spricht er sie sogar an). Es schließt sich ein recht komischer Dialog zwischen dem Villain und Bond an, bei dem man nicht so genau weiß, was er nun mit Bond anstellen will (ob nun foltern oder … foltern, ihr wisst was ich meine). Der Villain wird gespielt von Javier Bardem, was man hin und wieder erkennt, wenn man No Country for Old Men vor Augen hat. Seht selbst:





No Country for Old Men

 


 Skyfall


Damit scheint Javier Bardem der neue Alfred Molina zu sein. Auch spanische Herkunft, auch solche Rollen, nur noch stärker. Da Bond einen Peilsender am Mann hatte, kann der Villain dingfest gemacht und ins Hauptquartier gebracht werden. An der Stelle hat alles wie in The Avengers gewirkt, an dem Punkt, als Loki eingesperrt wird. In beiden Fällen wollten die schweren Jungs genau dort hin. Um von dort aus unsere Protagonisten schachmatt zu setzen. Der Villain bricht aus und erschießt beinahe M, die sich gerade vor einem Ausschuss verantworten muss, wegen ihrer Methodik aus dem Kalten Krieg. Bond trifft noch rechtzeitig ein, um den Anschlag zu vereiteln und mit M unterzutauchen. Da der Ausschuss so eine Kommandoaktion niemals mitmachen würde, überlegen sich die beiden, inoffiziell nach Schottland zu fahren, wohin ihnen der Villain folgen soll (durch von Q gestreute Brotkrümel), um ihn dort zu stellen. An dieser Stelle folgt das, worauf wir im Film schon eine ganze Weile warten: der Aston Martin. Bond hat den DB5, den er in Casino Royale gewonnen hat, in einer Garage geparkt. Damit haben wir dann das offizielle Bondauto im Film abgehakt, auf den DBS müssen wir hier verzichten. Offiziell, weil es ja auch das jeweils andere Bondfahrzeug gibt: In Casino Royale war das der zu dem Zeitpunkt neue Ford Mondeo, in Ein Quantum Trost war das, öhm, entweder ein Range Rover oder ein Ford Edge SEL, in Der Morgen stirbt nie war es das Motorrad während der Verfolgungsjagd in Saigon, in GoldenEye, naja, der DB5 halt, in Stirb an einem anderen Tag ein 57er Ford Fairlane und so weiter.

In Schottland angekommen, sieht man einen Take, den man vielleicht schon vorher in den Previews oder Trailern gesehen hat, mir kam er jedenfalls bekannt vor. M und Bond stehen im Nebel und treffen kurz darauf bei Bonds Kindheitshaus ein. Es trägt den Namen Skyfall. Daher der Titel. Man hört den Begriff vorher bei einer Befragung, die Bond anlässlich seines Einstellungstests durchgehen muss. Er antwortete mit „Ende“. Denn er hat das Haus nie wirklich gemocht. Logisch, wenn man ein Waise ist und dann steht da ein unheimliches altes Haus … Es steht leer, aber der alte Besitzer ist noch da. Zusammen präparieren sie die Bruchbude à la Kevin allein zu Haus, denn sie sind nur schwach bewaffnet: zwei Flinten und Bonds PPK. Die Szenerie erinnerte stark an Harry Potter und die Heiligtümer des Todes Teil 1, bei dem die Protagonisten auch ständig auf der Flucht sind und ihnen nichts bleibt als zu improvisieren.

Wie es weitergeht, kann man sich denken: Die gegnerische Truppe trifft mit HK-Sturmgewehren ein, mit der Improvisationsgabe wird der Großteil ausgeknipst (wobei Bond die Waffen des Gegners einsetzen muss, denn ihm geht die Schrotmunition aus), aber der Villain humpelt den fliehenden Leuten, also M und der Hausbesitzer, der M ständig Emma nennt, hinterher. Bond bricht derweil im Eis ein und findet so schnell nicht wieder raus (auch eine Referenz an Heiligtümer des Todes, denn da passiert mit dem Gryffindor-Schwert ja fast das Gleiche), befreit sich dann aber und kann den Villain in einer kleinen Kapelle davon abhalten, M zu erschießen (und ihn gleich mit, denn er will, dass sie beide durch die gleiche Kugel sterben). Das nützt aber nichts mehr, denn, und das ist komplett neu, M trug einige Verletzungen von der Schießerei beim Haus davon und stirbt in Bonds Armen. Das ist das erste Mal, dass der Chef des MI6 in einem Bondfilm stirbt. Und, soweit ich weiß, ist das auch das erste Mal überhaupt, dass ein Bond-Villain sein Ziel erreicht hat, in diesem Fall der Tod von M. Das erste Mal, dass Bond sein Auftragsziel komplett verfehlt.
Im Epilog ist Bond zurück in London. Seine Kollegin, die ihn im ganzen Film hin und wieder unterstützte, wird ihm zum ersten Mal vollständig vorgestellt: Eve Moneypenny. (Ihr habt sie doch auch vermisst, oder?) Ralph Fiennes wird der neue Chef des MI6, und da sein Nachname ebenfalls mit M beginnt, nennt er sich auch M. Er hat den nächsten Auftrag für Bond.

Nicht nur mit diesem Ende, sondern auch mit der generell düsteren Stimmung des Films wirkt er in seiner Gesamtheit so, als hätte Christopher Nolan Regie geführt. Mit der letzten Szene fällt es besonders leicht, eine Parallele zu The Dark Knight Rises zu ziehen, denn die beiden Filme ähneln sich doch sehr. Eine aus dem Nichts auftauchende Figur entpuppt sich als übermächtig und ist als erste in der Lage, den Protagonisten nachhaltig zu schädigen, wobei wir auch etwas über die verletzliche Seite des Antagonisten erfahren. Die Hauptfigur wird immer wieder durch einen jüngeren Kollegen unterstützt, dessen Name erst am Ende ans Licht gelangt. Beide Filme sind gewissermaßen ein Abschluss einer Trilogie. Die Filmmusik liefert ähnliche Unterstützungspunkte für die Handlung und das Feeling stimmt überein: Skyfall ist wie The Dark Knight Rises, nur vielleicht eine Ecke besser. Großartiger Film, sage ich.